Behaim von Schwarzbach auf Kirchensittenbach

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Das Wappen der Behaim
Das Familienwappen der Behaim,
Holzschnitt; Albrecht Dürer, ca. 1520

Die Behaim von Schwarzbach auf Kirchensittenbach (auch: Beheim) waren eine der ältesten Patrizierfamilien der Freien Reichsstadt Nürnberg, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1285. Die Behaim waren ab 1319/23, mit kurzen Unterbrechungen, bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahre 1806 im Inneren Rat vertreten und gehörten nach dem Tanzstatut zu den zwanzig alten ratsfähigen Geschlechtern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venezianischer Teller mit den Wappen der Behaim und Kötzler, 1550

Die genaue Herkunft der Behaim ist unklar, aber sie sollen aus der Umgebung von Pilsen in Böhmen stammen. Die ersten Namensträger lassen sich spätestens ab 1285 in Nürnberg nachweisen. Ab 1319/23 waren sie im Inneren Rat vertreten - siehe: Patriziat (Nürnberg).

Die Behaim waren europäische Fernhändler. Sie betrieben Großhandel der auf dem In- und Export von Roherzeugnissen und verarbeiteten Stoffen beruhte. Bereits um 1370 ist die Handelsgesellschaft Grundherr-Behaim belegt. Sie engagierten sich als Montanunternehmer im Bergbau in Salzburg, Tirol, Oberösterreich und Böhmen. Im 14. und 15. Jahrhundert zählten sie zu den bedeutendsten patrizischen Handelshäusern. Ihre bevorzugten Handelspartner waren im 15. Jahrhundert die Hirschvogel und die Stromer (Stromersche Handelsgesellschaft). Im 16. Jahrhundert engagierten sich die Behaim neben den Sitzinger, Legrand und den Holzschuhern in den Revieren Salzburgs, Kärntens und der Steiermark.

Der bekannteste Vertreter des Geschlechts war der Seefahrer Martin Behaim II. Die von ihm abstammende Linie der Behaim ist bereits Ende des 16. Jahrhunderts erloschen.

Christoph Jakob Behaim und sein Bruder bekamen 1681 von Kaiser Leopold I. das Prädikat von Schwarzbach verliehen und wurden in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhoben.

Nach dem Aussterben der Tetzel im Jahr 1736, wurden die Behaim die Stiftungsverwalter der Jobst Friedrich Tetzelschen Familienstiftung, kamen dadurch in den Genuss des Schlossguts Kirchensittenbach und nannten sich seitdem von Schwarzbach auf Kirchensittenbach.

1809 wurde ihr Adelstitel bestätigt und sie wurden als Freiherren dem bayerischen Adel immatrikuliert. Mit Wilhelm Freiherr Behaim von Schwarzbach auf Kirchensittenbach starb die Familie 1942 in männlicher Linie aus.

Ehemalige Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tetzelschloss Kirchensittenbach

Stiftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stiftung 100 arme Männer und 100 arme Frauen von Georg Friedrich Behaim von Schwarzbach und seine Witwe Barbara Helena, geborene von Praun
  • Stipendien für vier Studenten von Georg Friedrich Behaim
  • Stiftung für das Reiche Almosen des Stadtalmosenamts von Michael Behaim
  • Behaim-Pfründe in der Katharinenkirche
  • Behaimsche Fräulein- oder Präbenden-Stiftung
  • Christoph-Wilhelm-Friedrich-Behaim-Stiftung
  • Stipendienstiftung der Susanna Sabina Tucher geborene Behaim

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albrecht Behaim (?-?),Handelsherr, Ratsherr, Bürgermeister 1332–1342
  • Martin I. Behaim (1430–1475), Vater von Martin Behaim II.
  • Martin Behaim (Martin II.) (1459–1507), Kaufmann, Kosmograph, Seefahrer / Nautiker, Geograph, portugiesischer Ritter und Anreger des ältesten erhaltenen Globus
  • Michael Behaim (1459–1511), Handelsherr, Ratsherr und Baumeister
  • Paulus I. Behaim (1519–1568), Ratsherr, Vorstand der Kriegsstube, Nürnberger Abgesandter beim Naumburger Fürstentag von 1561
  • Paulus II. Behaim (1557–1621), Mitglied im Inneren Rat, vorderster Losunger (Verwalter der städtischen Steuern[2]) und Reichsschultheiß von Nürnberg, Mitbegründer der Musikalischen Gesellschaft von 1588
  • Lukas Friedrich B (1587–1648), begleitete die Reichsinsignien zur Krönung von Kaiser Matthias nach Frankfurt am Main. Mitglied im Inneren Rat und Kirchenpfleger, Nürnberger Musikherr
  • Freiherr Sigmund Friedrich Behaim von Schwarzbach (1686–1746), Mitglied im Inneren Rat, Kriegsherr und Nürnberger Gesandter bei den Krönungen der Kaiser Karl VII. und Franz I. Stephan.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Silber und Rot gespalten mit einem schräglinken schwarzen Fluss.[3]

Gemehrtes Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemehrtes Wappen der Behaim

Schild geviert mit Mittelschild. Im goldenen Mittelschilde der kaiserliche, schwarze Doppeladler, 1 von Silber und Rot und 4 von Rot und Silber der Länge nach geteilt, mit einem schrägrechten, schwarzen Fluss (Stammwappen) und 2 von Silber und Roth und 3 von Roth und Silber der Länge nach geteilt mit einer schwarzen, oben viermal gezinnten Mauer oder Querbalken (Wappen des erloschenen Geschlechte der Behaim von Abensberg).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Hirsvogelsaal im Besitz der Behaim
  2. Glossar Deutsch-Neuhochdeutsch (Memento des Originals vom 31. Dezember 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/webapp6.rrz.uni-hamburg.de, uni-hamburg.de. Abgerufen am 30. Dezember 2013.
  3. Geschichte zum Stammwappen der Behaim

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Behaim von Schwarzbach auf Kirchensittenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien