Behrensbau (Berlin)

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Der von AEG-Architekt Peter Behrens entworfene Bau an der Ostendstraße von Oberschöneweide steht heute unter Denkmalschutz

Der Behrensbau oder Peter-Behrens-Bau an der Ostendstraße 1–4 im Berliner Ortsteil Oberschöneweide ist ein denkmalgeschützter Industriebau.

Im benachbarten AEG-Kabelwerk Oberspree (KWO) der damaligen Landgemeinde Oberschöneweide hatte 1901 der AEG-Gründer Emil Rathenau zusammen mit seinem Sohn Walther Rathenau ein neues Unternehmen zur Herstellung von Automobilen gegründet, die Neue Automobil-Gesellschaft (N.A.G.), die ab 1915 als Nationale Automobil-Gesellschaft firmierte.

In dem von Peter Behrens entworfenen und 1915–1917[1] errichteten Neubau wurden nach 1931 keine Lkw, sondern nur noch Pkw hergestellt. Nach der Einstellung ihrer Automobilsparte richtete die AEG im ehemaligen NAG-Werk die Röhrenfabrik Oberspree (RFO) ein, die u. a. spezielle Elektronenröhren für die von der GEMA in Köpenick entwickelten Radargeräte der Wehrmacht herstellte. Nach dem Krieg hieß die Produktionsstätte zunächst Oberspreewerk (OSW), ab 1951 Werk für Fernmeldewesen (HF) und seit 1960 RFT Werk für Fernsehelektronik (WF). Im 58 Meter hohen Turm, früher als Wasserturm verwendet, befand sich zeitweise ein Werksmuseum.

Nachdem Samsung 1992 das Unternehmen übernahm, produzierte dort das neugegründete Tochterunternehmen Samsung SDI Germany noch bis Ende 2005 Bildröhren für Fernsehgeräte. Im Jahr 2010 erwarben die aus Galway stammenden Comer-Brüder das Gebäude.

Der Peter-Behrens-Bau ist heute weitgehend vermietet, u. a. an HTW-Fachbereich 4 (Informatik, Kommunikation und Wirtschaft) und an klein- und mittelständische Unternehmen, die im Gebäude produzieren, z. B. erfolgreiche Ausgründungen des ehemaligen Werks für Fernsehelektronik. Das sanierungsbedürftige Areal hinter dem Peter-Behrens-Bau beherbergt vielfältige Nutzungen, vom Transportunternehmen bis zur Bootsmanufaktur. Die neueren Gebäude des Areals werden zum Teil von Kleingewerbe genutzt, zu großen Teilen stehen sie leer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste

Koordinaten: 52° 27′ 22,5″ N, 13° 31′ 50,3″ O