Behringersdorf

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Behringersdorf
Koordinaten: 49° 28′ 52″ N, 11° 11′ 59″ O
Höhe: 320 m
Einwohner: 2900 (1982)
Eingemeindung: 15. Mai 1976
Postleitzahl: 90571
Vorwahl: 0911
Behringersdorf von Südosten mit der Turmspitze der evangelischen Kirche und dem Tucherschloss rechts daneben.
Behringersdorf von Südosten mit der Turmspitze der evangelischen Kirche und dem Tucherschloss rechts daneben.

Behringersdorf ist ein Ortsteil von Schwaig bei Nürnberg im Mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land im Bundesland Bayern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrdorf liegt nördlich des Kernortes an der Bundesstraße 14 zwischen Nürnberg und Rückersdorf im Pegnitztal und an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Vom Nürnberger Stadtteil Erlenstegen ist es durch die A 3 mit der Anschlussstelle Behringersdorf und den Sebalder Reichswald getrennt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein gewisser Berengar von Rückersdorf errichtete 1243 einen Dienstmannensitz in Behringersdorf. Der Ort befand sich im Lehensbesitz der Burggrafen von Nürnberg. Durch Heirat wurde der Besitz an die Grafen von Nassau verliehen. Diese veräußerten 1319 das Dorf an die Familie Schürstab. 1514 fiel der Ort an die Patrizierfamilie Tucher.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 15. Mai 1976 die damals selbständige Gemeinde Behringersdorf nach Schwaig eingegliedert. [1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Herrensitz Tucherschloss wurde wohl kurz vor 1243 von dem Ministerialen Berengerus de Rukerstorf erbaut. Um 1300 gehörte er den Hohenlohe-Brauneck, 1323 den Burggrafen von Nürnberg, 1391 den Geuder und dann den Schürstab. Seit 1514 haben ihn die Tucher inne. Die Schäden des Zweiten Markgrafenkriegs wurden noch vor 1560 behoben. Der dreigeschossige Bau erhielt 1715 durch Christoph Wilhelm Tucher von Simmelsdorf sein heutiges barockes Aussehen. Die Nordseite zeigt einen sechseckigen Treppenturm mit Zeltdach. 1790 gehörten zur Tucherschen Herrschaft zwei Schlösser, ein Pfarr- und ein Schulhaus, fünf Güter und zwei weitere Anwesen. Das Neue Schloss wurde 1716 ebenfalls von Christoph Wilhelm Tucher als eingeschossige Winterung begonnen, doch nach mehreren Unterbrechungen erst 1748 vollendet. Zu dem langgestreckten, nun zweigeschossigen Sandsteinbau mit Walmdach, dessen Mitte durch einen Giebelbau betont ist, führt von Süden her eine breite Auffahrtsrampe mit Sandsteinbrüstungen.
Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria Magdalena
  • Die Evangelisch-Lutherische Pfarrkirche St. Magdalena war zunächst grundherrschaftliche Eigenkirche der Herren von Behringersdorf und ursprünglich eine Filialkirche von Neunkirchen am Sand. Ab 1375 wurde sie von Lauf an der Pegnitz aus verwaltet. Ab dem 16. Jahrhundert war sie dann eine selbständige Pfarrei. 1439 ließ der Besitzer des Schlosses, Erhard Schürstab, eine neue Kapelle errichten. Die Tucher ließen die Kirche 1719 nach den Plänen des Nürnberger Stadtbaumeisters Johann Trost (1639–1700) umbauen und erweitern.

Liste der Baudenkmäler in Behringersdorf

  • Ein spätbronzezeitliches Keltengrab (500 v. Chr.) befindet sich am Ostufer des Behringersdorfer Sees.

Liste der Bodendenkmäler in Schwaig bei Nürnberg

Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende ortsansässige Unternehmen sind die 1899 gegründeten überregional bekannten Kalksandsteinwerke Zapf (örtlich die „Backsteinfabrik“ genannt) und die Firma Retterspitz, Hersteller der gleichnamigen Einreiblotion.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer's Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3
  • Nürnberger Stadtlexikon

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Behringersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 719.