Beierstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Beierstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Beierstedt hervorgehoben

Koordinaten: 52° 4′ N, 10° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Samtgemeinde: Heeseberg
Höhe: 94 m ü. NHN
Fläche: 9,58 km2
Einwohner: 367 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38382
Vorwahl: 05354
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Helmstedter Straße 17
38381 Jerxheim
Website: www.samtgemeindeheeseberg.de
Bürgermeister: Michael Fischer (WGB)
Lage der Gemeinde Beierstedt im Landkreis Helmstedt
Sachsen-AnhaltBraunschweigLandkreis GifhornLandkreis WolfenbüttelWolfsburgBahrdorfBeierstedtBrunsleberfeldDanndorfFrellstedtGevenslebenGrafhorstGraslebenGroß TwülpstedtHelmstedtHelmstedtHelmstedtHelmstedt (gemeindefreies Gebiet)JerxheimKönigslutter (gemeindefreies Gebiet)Königslutter (gemeindefreies Gebiet)Königslutter am ElmKönigslutter am ElmKönigslutter am ElmLehre (Niedersachsen)Mariental (Niedersachsen)Mariental (gemeindefreies Gebiet)Mariental (gemeindefreies Gebiet)Mariental (gemeindefreies Gebiet)QuerenhorstRäbkeRennauSchöningenSchöningen (gemeindefreies Gebiet)Söllingen (Niedersachsen)SüpplingenSüpplingenburgVelpkeWarbergWolsdorfKarte
Über dieses Bild

Beierstedt ist eine Gemeinde im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen.

Beierstedt aus südwestlicher Richtung

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beierstedt liegt südlich des Naturpark Elm-Lappwald. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Heeseberg an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Jerxheim hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf eine frühe Besiedlung der Umgegend weist das Gräberfeld von Beierstedt hin, auf dem in der Zeit von 900 bis 600 v. Chr. Bestattungen erfolgten.

1146 wurde die Gemeinde erstmals als Begerstede[2] urkundlich erwähnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Beierstedt setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[3]

Gemeinderat 2021
  
Insgesamt 7 Sitze
  • SPD: 1
  • WGB: 6
Gemeinderatswahl 2021
Wahlbeteiligung: 66,67 %
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
82,95 %
17,05 %
WGBa
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Michael Fischer.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 19. August 1965 durch den braunschweigischen Verwaltungspräsidenten genehmigt.

Der silberne Wolf, der in der oberen, grünen Schildhälfte des Beierstedter Wappens dahinspringt, stammt ebenso wie die rote Lilie im unteren, silbernen Feld aus dem Wappen der ausgestorbenen Braunschweiger Bürgerfamilie von Beierstedt. Der Wolf in ihrem Wappen könnte allerdings – so genau ist das nicht zu erkennen – auch ein Hund gewesen sein. Jedenfalls wurde er im Gemeindewappen als Wolf definiert. Die Lilie stand im Bürgerwappen silbern in Rot; zur Unterscheidung von diesem und zur Verbesserung des farblichen Gleichgewichts wurden die Farben gewechselt.

Der Rat beschloss das Wappen am 16. September 1964. Das Wappen wurde vom Heraldiker Philipp Schmidt gestaltet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemischte Chor Beierstedt e.V. geht auf das Jahr 1848 zurück und pflegt den Chorgesang. Er ist Mitglied im Niedersächsischen Chorverband. Der Musikverein Beierstedt e.V. wurde 1984 gegründet.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Kirche ist die südlichste Kirche im Landkreis Helmstedt. Die geostete Kirche ist in ihren Grundzügen spätgotisch, wurde später aber mehrfach verändert. 1895 wurde die Sakristei angebaut. Die Wetterfahne auf dem Kirchturm trägt die Jahreszahl 1848.

Das Kriegerdenkmal erinnert an die Opfer der beiden Weltkriege aus Beierstedt. Ein weiterer Gedenkstein erinnert an das 910-jährige Ortsjubiläum, das im Jahre 2016 gefeiert wurde.

Neben der Kirche und der ehemaligen Schule sind einige Wohnhäuser und landwirtschaftliche Gebäude in Beierstedt im Denkmalatlas Niedersachsen als Baudenkmal aufgeführt.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nahegelegene Heeseberg mit seinem Naturschutzgebiet bietet einen Aussichtsturm und eine Berggaststätte. Für weitere Spaziergänge und Wanderungen bietet sich der rund zehn Kilometer entfernte Elm an.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beierstedt verfügt über einen Sportplatz und ein Sportheim. Der Sportverein MTV Beierstedt e.V. geht auf das Jahr 1880 zurück. Die Reitgemeinschaft Elm-Heeseberg e.V. widmet sich dem Reiten, die Beierstedter Gamaschen dem Tanz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gaststätte Zum weißen Roß

Beierstedt ist landwirtschaftlich geprägt. Größere Unternehmen sind in Beierstedt nicht ansässig.

Die Poststelle I, die dem Hauptpostamt Schöningen untergeordnet war, wurde geschlossen. Heute stehen in Beierstedt nur noch ein Postbriefkasten und ein Basistelefon zur Verfügung.

Die Bäckerei Bockmann, die auch ein Gemischtwarensortiment anbot, und die Fleischerei Hinze wurde geschlossen. Außer landwirtschaftlicher Direktvermarktung durch den Heesehof gibt es heute keine Einkaufsmöglichkeit für Waren des täglichen Bedarfs mehr in Beierstedt.[4]

Die drei Gaststätten, darunter Zum weißen Roß und Zur guten Quelle, wurden geschlossen. Ein gastronomisches Angebot bietet heute nur die Pizzeria Love, die auch einen Lieferdienst betreibt.[5]

Auch eine Hundespension ist in Beierstedt ansässig.[6]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Schule

Das Feuerwehrhaus in Beierstedt wird nicht mehr genutzt.[7] Die Freiwillige Feuerwehr Beierstedt wurde aufgelöst, Beierstedt gehört heute zur Freiwilligen Feuerwehr Mitte der Samtgemeinde Heeseberg, zu der neben Beierstedt auch die Ortschaften Jerxheim und Jerxheim-Bahnhof gehören.[8]

Ein öffentlicher Bücherschrank, der in einem Spind eingerichtet wurde, steht an der Südstraße.

Die Schule wurde geschlossen, eine Kindertagesstätte ist in Beierstedt nicht vorhanden. Den Kindern steht ein neben der Kirche gelegener Spielplatz zur Verfügung.

Der Friedhof von Beierstedt befindet sich in Trägerschaft der Samtgemeinde Heeseberg, er verfügt über eine Friedhofskapelle.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesstraße 623 mit westlichem Ortseingang von Beierstedt und ehemaligem Gasthaus „Zur guten Quelle“

Beierstedt liegt rund zwei Kilometer westlich der Bundesstraße 244, die dort von Schöningen über Jerxheim nach Wernigerode in Sachsen-Anhalt führt. Rund sieben Kilometer nördlich von Beierstedt verläuft die Bundesstraße 82, die dort von Schöppenstedt über Wobeck nach Schöningen führt.

Durch Beierstedt verläuft die Landesstraße 623, die im Nordwesten über Watenstedt, Barnstorf und Warle bis zur Bundesstraße 82 bei Küblingen führt. In südöstlicher Richtung führt die Landesstraße 623 von Beierstedt bis nach Jerxheim-Bahnhof, wo sie an der Bundesstraße 244 endet. In der Ortslage von Beierstedt trägt die Landesstraße 623 die Bezeichnung Hauptstraße.

Die Kreisstraße 28, in Beierstedt Schöninger Straße und Südstraße genannt, beginnt in Beierstedt an der Landesstraße 623 und verläuft in nordöstlicher Richtung bis nach Jerxheim, wo sie an der Bundesstraße 244 endet.

Die Buslinie 372 der Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig führt von Beierstedt über Jerxheim bis nach Söllingen, sowie über Watenstedt bis nach Schöppenstedt. Die Buslinie 397 führt von Beierstedt über Jerxheim und Schöningen bis nach Helmstedt, sowie über Watenstedt bis nach Gevensleben.

Südlich von Beierstedt führte die Bahnstrecke Wolfenbüttel–Oschersleben vorbei, ohne das Beierstedt über einen Haltepunkt verfügte. Beierstedt lag ungefähr mittig zwischen den Bahnhöfen Watenstedt und Jerxheim. Diese 1843 eröffnete Bahnstrecke war die erste Bahnstrecke im Landkreis Helmstedt. Über diese Strecke verlief bis 1871 der gesamte Verkehr von Berlin und Mitteldeutschland nach Hannover und ins Ruhrgebiet. Danach verlor die Strecke an überregionaler Bedeutung. 2007 wurde der Zugverkehr auf dieser Strecke eingestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Pohlendt: Der Landkreis Helmstedt. Walter Dorn Verlag, Bremen-Horn 1957.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Beierstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2021 (Hilfe dazu).
  2. J. Ehlers: Die Anfänge des Klosters Riddagshausen, in: Braunschweigisches Jahrbuch 67, Braunschweig 1986, S. 60, Anmerkung 5. (Memento vom 21. Januar 2016 im Internet Archive)
  3. Ergebnis Gemeinderatswahl 2021. Abgerufen am 13. Juli 2022.
  4. Wir produzieren aus der Natur für die Natur. Heesehof, abgerufen am 18. Juni 2022.
  5. Pizzeria Love. Abgerufen am 18. Juni 2022.
  6. Liebe Hundebesitzer. Hundepension am Heeseberg, abgerufen am 18. Juni 2022.
  7. Abschnitt Süd. Kreisfeuerwehrverband Helmstedt e.V., abgerufen am 18. Juni 2022.
  8. Feuerwehren. Samtgemeinde Heeseberg, abgerufen am 18. Juni 2022.