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Beijing ePrix 2015

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
China Volksrepublik Beijing ePrix 2015
Renndaten
1. von 10 Rennen der FIA-Formel-E-Meisterschaft 2015/16
Streckenprofil
Name: Beijing ePrix 2015
Datum: 24. Oktober 2015
Ort: Peking, Volksrepublik China
Kurs: Formel-E-Rennstrecke Peking
Länge: 89,414 km in 26 Runden à 3,439 km
Pole-Position
Fahrer: Schweiz Sébastien Buemi Frankreich Renault e.dams
Zeit: 1:37,297 min
Schnellste Runde
Fahrer: Schweiz Sébastien Buemi Frankreich Renault e.dams
Zeit: 1:39,993 min
Podium
Erster: Schweiz Sébastien Buemi Frankreich Renault e.dams
Zweiter: Brasilien Lucas di Grassi Deutschland ABT Schaeffler Audi Sport
Dritter: Deutschland Nick Heidfeld Indien Mahindra Racing Formula E Team

Der Beijing ePrix 2015 (offiziell: 2015 FIA Formula E SWUSP Beijing ePrix) fand am 24. Oktober auf der Formel-E-Rennstrecke Peking in Peking statt und war das Auftaktrennen der FIA-Formel-E-Meisterschaft 2015/16. Es handelte sich um den zweiten Beijing ePrix.

Der Beijing ePrix 2015 war das erste Rennen der FIA-Formel-E-Meisterschaft, bei dem die Teams ihr auf Basis des Spark-Renault SRT_01E entwickelten Fahrzeuges einsetzen dürfen. Nach wie vor hatte jeder Fahrer für den ePrix zwei Wagen zur Verfügung und musste während des Rennens beide Wagen verwenden, da diese nur eine begrenzte Reichweite hatten. Im Vergleich zur Vorsaison wurde die maximale Leistung der Fahrzeuge im Rennbetrieb von 150 kW auf 170 kW gesteigert.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Strecke leicht verändert. Die erste Schikane wurde entfernt, die Anzahl der Kurven reduzierte sich somit von 20 auf 17. Die Strecke wurde so um 14 Meter verkürzt.[1] Außerdem wurde die zweite Schikane enger gestaltet, so dass die Fahrzeuge hier mehr verlangsamen mussten.[2] Die Rundenanzahl wurde um eine Runde auf nun 27 erhöht, womit sich die Renndistanz von 86,325 km auf 89,414 km vergrößert.

Mit Lucas di Grassi trat ein ehemaliger Sieger zu dem Rennen an.

Sam Bird, Nelson Piquet jr. und Oliver Turvey erhielten einen sogenannten FanBoost, sie durften die Leistung ihres zweiten Fahrzeugs einmal auf bis zu 200 kW erhöhen und so bis zu 100 Kilojoule Energie zusätzlich verwenden.

Wie bereits im Vorjahr fand am Tag vor dem Rennen ein zusätzliches Training statt. Somit sollte den Teams bereits frühzeitig ein 30-minütiger Funktionstest der neuentwickelten Antriebsstränge ermöglicht werden.[3]

Das Trulli Formula E Team verpasste die technische Abnahme der Fahrzeuge, da Motoren und Inverter[4] vom chinesischen Zoll nicht freigegeben wurden. Daher nahm das Team nicht am Rennen teil.[5]

Im ersten freien Training fuhr Sébastien Buemi mit einer Rundenzeit von 1:36,991 Minuten die schnellste Zeit vor Nicolas Prost und Loïc Duval. Im zweiten freien Training fuhr di Grassi in 1:37,279 Minuten die Bestzeit vor Daniel Abt und Stéphane Sarrazin. Wenige Minuten vor dem Ende des Trainings prallte Simona de Silvestro mit ihrem Fahrzeug gegen die Streckenbegrenzung, das Training wurde daraufhin abgebrochen.

Das Qualifying begann um 12:00 Uhr und fand in vier Gruppen statt. Da nur 18 Fahrzeuge teilnahmen, wurde das Feld in zwei Gruppen mit fünf und zwei Gruppen mit vier Fahrern gelost. Jeder Fahrer hatte 6 Minuten Zeit, um eine schnelle Runde zu setzen. Buemi war mit einer Rundenzeit von 1:37,448 Minuten Schnellster.

Die fünf schnellsten Fahrer fuhren anschließend im Superpole genannten Einzelzeitfahren die ersten fünf Positionen aus. Buemi sicherte sich mit einer Rundenzeit von 1:37,297 Minuten die Pole-Position und damit drei Punkte. Die weiteren Positionen belegten Prost, Nick Heidfeld, di Grassi und Jean-Éric Vergne.

Das Rennen ging über 26 Runden.

Buemi blieb beim Start vorne, Heidfeld ging an Prost vorbei und lag nun auf Rang zwei. Bruno Senna und Duval überholten Sarrazin, der somit auf Platz acht zurückfiel. Senna ging kurz darauf auch an Vergne vorbei. Prost verbremste sich in der zweiten Runde, so dass di Grassi ihn überholte. In Runde drei verbremste sich de Silvestro und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Zur Bergung des Fahrzeugs wurde eine Full Course Yellow ausgerufen, die Fahrer mussten ihr Tempo auf 50 km/h reduzieren, außerdem herrschte Überholverbot.

Bird verbremste sich kurz nach dem Restart in Runde vier und fiel auf Rang neun zurück. Vergne und Duval gingen in der neunten Runde an Senna vorbei, eine Runde später auch Sarrazin und Bird. In Runde zwölf griff Vergne Duval an, es kam zu einer Berührung. Bird nutzte die Situation aus, um an seinem Teamkollegen Vergne vorbeizugehen. Auch Sarrazin überholte Vergne wenige Kurven später.

Bird und Vergne mussten gegen Rennmitte Energie sparen und verloren mehrere Plätze. In Runde 13 gingen alle Fahrer bis auf Duval, Jérôme D’Ambrosio, Turvey, Nathanaël Berthon und Piquet zum Fahrzeugwechsel an die Box. Di Grassi und Prost kamen durch einen schnelleren Boxenstopp an Heidfeld vorbei, Heidfeld konnte Prost aber kurz darauf wieder überholen. Abt fuhr beim Boxenstopp einen Mechaniker an, er erhielt dafür nachträglich eine Zehn-Sekunden-Strafe. Eine Runde später wechselten die übrigen Fahrer ihr Fahrzeug.

António Félix da Costa kollidierte kurz nach seinem Fahrzeugwechsel mit Jacques Villeneuve. Für Félix da Costa war das Rennen beendet. Es gab eine erneute Full Course Yellow zur Bergung des Fahrzeugs. Dies verschaffte den Fahrern, die später zum Fahrzeugwechsel kamen einen Vorteil, da Piloten auf der Strecke nur 50 km/h schnell fahren durften. Nach den Boxenstopps lag Buemi vor di Grassi, Heidfeld, Prost, Duval, D’Ambrosio, Turvey, Berthon, Piquet und Bird.

Beim Restart überholte Prost Heidfeld erneut und konnte sich in den folgenden Runden von ihm absetzen und auf di Grassi aufschließen. Piquet stellte sein Fahrzeug in Runde 17 mit einem technischen Defekt auf der Strecke ab. Es gelang ihm, nach einem Neustart des Wagens das Rennen kurz darauf fortzusetzen, er fiel aber auf den letzten Platz zurück. Robin Frijns ging in Runde 18 an Sarrazin vorbei. Bei Prost löste sich eine der Befestigungen des Heckflügels, er konnte die Fahrt jedoch nahezu unverändert fortsetzen und di Grassi unter Druck setzen. Die Rennleitung entschied sich dazu, ihm die schwarze Flagge mit orangem Punkt zu zeigen, er musste an die Box fahren. Prost ignorierte die Anweisung jedoch zunächst, fuhr nach einer längeren Boxenfunk-Diskussion mit seinem Team dann aber doch in die Box und gab das Rennen auf.

Frijns ging kurz darauf an Vergne vorbei. Duval schloss auf Heidfeld auf und setzte ihn unter Druck. D’Ambrosio schloss auf beide auf und griff Duval an, dabei kam es beinahe zu einer Kollision. Heidfeld gelang es, alle Angriffe von Duval abzuwehren. Abt fiel durch die Zehn-Sekunden-Strafe von Platz neun auf Platz elf zurück.

Buemi gewann vor di Grassi und Heidfeld. Die restlichen Punkteplatzierungen belegten Duval, D’Ambrosio, Turvey, Bird, Berthon, Sarrazin und Frijns. Die zwei Punkte für die schnellste Rennrunde gingen an Buemi, der damit als erster und einziger Fahrer in der Geschichte der FIA-Formel-E-Meisterschaft die komplette Ausbeute von 30 Punkten in einem Rennen erreichte. In den folgenden Saisons gab es nur noch einen Punkt für die schnellste Rennrunde.

Buemi lag damit auch in der Gesamtwertung in Führung vor di Grassi und Heidfeld. In der Teamwertung belegte Renault e.dams Rang eins vor Dragon Racing und ABT Schaeffler Audi Sport.

Alle Teams und Fahrer verwenden Reifen von Michelin.

Team Fahrzeug Nr. Fahrer
 Renault e.dams RENAULT Z.E.15 8  Nicolas Prost
9  Sébastien Buemi
 Dragon Racing Venturi VM200-FE-01 6  Loïc Duval
7  Jérôme D’Ambrosio
 ABT Schaeffler Audi Sport ABT Schaeffler FE01 11  Lucas di Grassi
66  Daniel Abt
 NEXTEV TCR Formula E Team NEXTEV TCR FormulaE 001 1  Nelson Piquet jr.
88  Oliver Turvey
 DS Virgin Racing Formula E Team VIRGIN DSV-01 2  Sam Bird
25  Jean-Éric Vergne
 Amlin Andretti Formula E Team Spark-Renault SRT_01E 27  Robin Frijns
28  Simona de Silvestro
 Team Aguri Spark-Renault SRT_01E 55  António Félix da Costa
77  Nathanaël Berthon
 Mahindra Racing Formula E Team Mahindra M2ELECTRO 21  Bruno Senna
23  Nick Heidfeld
 Venturi Formula E Team Venturi VM200-FE-01 4  Stéphane Sarrazin
12  Jacques Villeneuve
 Trulli Formula E Team Motomatica JT-01 10  Salvador Durán
18  Vitantonio Liuzzi

Klassifikationen

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Pos. Fahrer Team Zeit Superpole Start
1  Sébastien Buemi  Renault e.dams 1:37,488 1:37,297 1
2  Nicolas Prost  Renault e.dams 1:38,206 1:37,581 2
3  Nick Heidfeld  Mahindra Racing Formula E Team 1:38,512 1:38,339 3
4  Lucas di Grassi  ABT Schaeffler Audi Sport 1:38,519 1:39,539 4
5  Jean-Éric Vergne  DS Virgin Racing Formula E Team 1:38,028 2:21,284 5
6  Stéphane Sarrazin  Venturi Formula E Team 1:38,645 6
7  Bruno Senna  Mahindra Racing Formula E Team 1:38,761 7
8  Loïc Duval  Dragon Racing Formula E Team 1:38,859 8
9  Sam Bird  DS Virgin Racing Formula E Team 1:38,884 9
10  Jérôme D’Ambrosio  Dragon Racing Formula E Team 1:39,058 10
11  Daniel Abt  ABT Schaeffler Audi Sport 1:39,220 11
12  Jacques Villeneuve  Venturi Formula E Team 1:39,665 12
13  Robin Frijns  Amlin Andretti Formula E Team 1:39,672 13
14  Simona de Silvestro  Amlin Andretti Formula E Team 1:39,681 14
15  Oliver Turvey  NEXTEV TCR Formula E Team 1:39,734 15
16  António Félix da Costa  Team Aguri 1:40,295 16
17  Nathanaël Berthon  Team Aguri 1:40,386 17
18  Nelson Piquet jr.  NEXTEV TCR Formula E Team 1:40,638 18
110-Prozent-Zeit: 1:47,237 min (bezogen auf Bestzeit von 1:37,488 min)
DNQ  Salvador Durán  Trulli Formula E Team keine Zeit
DNQ  Vitantonio Liuzzi  Trulli Formula E Team keine Zeit
Pos. Fahrer Team Runden Zeit Start Schnellste Runde
1  Sébastien Buemi  Renault e.dams 26 50:08,835 1 1:39,993
2  Lucas di Grassi  ABT Schaeffler Audi Sport 26 + 11,006 4 1:41,721
3  Nick Heidfeld  Mahindra Racing Formula E Team 26 + 15,681 3 1:41,859
4  Loïc Duval  Dragon Racing Formula E Team 26 + 16,009 8 1:40,860
5  Jérôme D’Ambrosio  Dragon Racing Formula E Team 26 + 16,514 10 1:40,860
6  Oliver Turvey  NEXTEV TCR Formula E Team 26 + 39,466 15 1:42,427
7  Sam Bird  DS Virgin Racing Formula E Team 26 + 47,531 9 1:41,201
8  Nathanaël Berthon  Team Aguri 26 + 58,620 17 1:42,327
9  Stéphane Sarrazin  Venturi Formula E Team 26 + 1:07,814 6 1:42,858
10  Robin Frijns  Amlin Andretti Formula E Team 26 + 1:09,260 13 1:42,242
11  Daniel Abt[# 1]  ABT Schaeffler Audi Sport 26 + 1:13,351 11 1:42,539
12  Jean-Éric Vergne  DS Virgin Racing Formula E Team 26 + 1:31,040 5 1:42,844
13  Bruno Senna  Mahindra Racing Formula E Team 26 + 1:50,833 7 1:42,217
14  Jacques Villeneuve  Venturi Formula E Team 25 + 1 Runde 12 1:42,521
15  Nelson Piquet jr.  NEXTEV TCR Formula E Team 24 DNF 18 1:41,500
 Nicolas Prost  Renault e.dams 22 DNF 2 1:41,082
 António Félix da Costa  Team Aguri 13 DNF 16 1:42,672
 Simona de Silvestro  Amlin Andretti Formula E Team 2 DNF 14 1:46,289
Anmerkungen
  1. Abt erhielt eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, weil er beim Boxenstopp einen Mechaniker angefahren hatte.

Meisterschaftsstände nach dem Rennen

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Die ersten zehn des Rennens bekamen 25, 18, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2 bzw. 1 Punkt(e). Zusätzlich gab es drei Punkte für die Pole-Position und zwei Punkte für die schnellste Rennrunde.

Pos. Fahrer Team Punkte
1  Sébastien Buemi  Renault e.dams 30
2  Lucas di Grassi  ABT Schaeffler Audi Sport 18
3  Nick Heidfeld  Mahindra Racing Formula E Team 15
4  Loïc Duval  Dragon Racing Formula E Team 12
5  Jérôme D’Ambrosio  Dragon Racing Formula E Team 10
6  Oliver Turvey  NEXTEV TCR Formula E Team 8
7  Sam Bird  DS Virgin Racing Formula E Team 6
8  Nathanaël Berthon  Team Aguri 4
9  Stéphane Sarrazin  Venturi Formula E Team 2
10  Robin Frijns  Amlin Andretti Formula E Team 1
Pos. Fahrer Team Punkte
11  Daniel Abt  ABT Schaeffler Audi Sport 0
12  Jean-Éric Vergne  DS Virgin Racing Formula E Team 0
13  Bruno Senna  Mahindra Racing Formula E Team 0
14  Jacques Villeneuve  Venturi Formula E Team 0
15  Nelson Piquet jr.  NEXTEV TCR Formula E Team 0
16  Nicolas Prost  Renault e.dams 0
17  António Félix da Costa  Team Aguri 0
18  Simona de Silvestro  Amlin Andretti Formula E Team 0
 Salvador Durán  Trulli Formula E Team 0
 Vitantonio Liuzzi  Trulli Formula E Team 0
Pos. Team Punkte
1  Renault e.dams 30
2  Dragon Racing Formula E Team 22
3  ABT Schaeffler Audi Sport 18
4  Mahindra Racing Formula E Team 15
5  NEXTEV TCR Formula E Team 8
Pos. Team Punkte
6  DS Virgin Racing Formula E Team 6
7  Team Aguri 4
8  Venturi Formula E Team 2
9  Amlin Andretti Formula E Team 1
10  Trulli Formula E Team 0

Einzelnachweise

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  1. Timo Pape: So verändern sich die Formel-E-Strecken in Saison 2. In: e-formel.de. 29. September 2015, archiviert vom Original am 8. Oktober 2015; abgerufen am 2. März 2022.
  2. Prost shatters Beijing track record. FIAFormulaE.com, 23. Oktober 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Oktober 2015; abgerufen am 23. Oktober 2015.
  3. Ruben Zimmermann: Formel E: Zusätzliches Training beim Peking ePrix am Freitag. Motorsport-Total.com, 23. Oktober 2015, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  4. Roman Wittermeier: Antrieb im Zoll: Trulli verpasst Formel-E-Saisonstart. Motorsport-Total.com, 23. Oktober 2015, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  5. Sam Smith: Trulli to miss Beijing Formula E opener. Motorsport.com, 23. Oktober 2015, abgerufen am 23. Oktober 2015 (englisch).