Beilstein (Mosel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Beilstein
Beilstein (Mosel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Beilstein hervorgehoben
Koordinaten: 50° 7′ N, 7° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Cochem
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 1,68 km2
Einwohner: 137 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56814
Vorwahl: 02673
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 007
Adresse der Verbandsverwaltung: Ravenéstraße 61
56812 Cochem
Webpräsenz: www.beilstein-mosel.de
Ortsbürgermeister: Eugen Herrmann
Lage der Ortsgemeinde Beilstein im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch)Eppenberg (Eifel)Laubach (Eifel)LeienkaulMüllenbach (bei Mayen)HaurothUrmersbachMasburgDüngenheimKaiserseschLandkernIllerichEulgemHambuchGamlenZettingenKaifenheimBrachtendorfUlmen (Eifel)AlflenAuderathFilz (Eifel)WollmerathSchmittBüchel (Eifel)Wagenhausen (Eifel)GillenbeurenGevenichWeiler (bei Ulmen)LutzerathBad BertrichUrschmittKlidingBeuren (Eifel)MoselkernMüden (Mosel)Treis-KardenLützLiegRoesMöntenichForst (Eifel)DünfusBrohlBinningen (Eifel)WirfusBriedenKailPommern (Mosel)BriedelAltlayPeterswald-LöffelscheidHaserichSosbergForst (Hunsrück)AltstrimmigReidenhausenMittelstrimmigBlankenrathPanzweilerWalhausenSchauren (bei Blankenrath)TelligHesweilerLiesenichMoritzheimGrenderichZell (Mosel)NeefBullaySankt AldegundAlf (Mosel)PünderichGreimersburgKlottenFaidDohrBremmBruttig-FankelSenheimNehren (Mosel)Ediger-EllerMesenichValwigErnst (Mosel)Beilstein (Mosel)Ellenz-PoltersdorfBriedernCochemLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis Mayen-KoblenzRhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild
Panoramaansicht vom gegenüberliegenden, linken Moselufer auf Beilstein mit Burg Metternich
Beilstein vom Turm der Burg Metternich aus gesehen

Beilstein ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Cochem an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fränkische Gräberfunde zeigen Beilsteins Besiedlung um 800 n. Chr. auf. Seit 1268 war der Ort Lehnsbesitz der Herren von Braunshorn. Unter Johann von Braunshorn (1299–1346) erhielt Beilstein im Jahre 1309 von König Heinrich VII. Stadtprivilegien und wurde befestigt. Seit 1309 ist eine jüdische Gemeinde urkundlich belegt, deren jüdischer Friedhof oberhalb der Burg noch heute besteht. 1310 wurde die ehemalige Pfarrkirche gestiftet. Nach dem Aussterben des Geschlechtes von Braunshorn ging das Lehen 1360 an die von Winneburg über. Nachdem Kurtrier 1488 Beilstein in Besitz genommen hatte, belehnte es 1652 die Reichsgrafen von Metternich mit der Herrschaft Winneburg und Beilstein. 1689 erfolgte die Zerstörung der Burg Metternich („Die stolze Gemäuer“) durch französische Truppen. Ein Karmeliterkloster wurde 1636 gegründet (1803 aufgehoben), 1691 erfolgte die Grundsteinlegung der Karmeliter-Klosterkirche, die 1783 vollendet wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert entstand das Ortsbild, welches bis heute weitgehend erhalten geblieben ist. Die Herrschaft der Reichsgrafen von Metternich endete im Jahr 1794 mit der Besetzung durch die französische Revolutionstruppen. Von 1798 bis 1814 gehörte der Ort zum Kanton Zell im Rhein-Mosel-Département und war Hauptort einer Mairie. 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet und gehörte zur Bürgermeisterei Senheim im Kreis Zell. Seit 1946 ist er Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Beilstein besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Beilstein (Mosel)
Blasonierung: „In der Reihenfolge der Felder: In Gold ein roter Sparrenschrägbalken. In Schwarz eine silberne Muschel. In Rot ein silbernes Hifthorn. In Silber ein rotes Balkenkreuz.“[3]

Das Wappen wurde gestaltet von Alfons Friderichs.

altes Wappen Das ältere Wappen von Beilstein stammt aus dem Jahre 1951 und beinhaltet das Wappen derer von Braunshorn.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleine Siedlung hat eines der am besten erhaltenen historischen Ortsbilder an der Mosel und wird daher auch als Miniatur-Rothenburg oder 'Dornröschen der Mosel' bezeichnet. Überragt wird das Dorf, das trotz geringer Größe städtebaulichen Charakter hat, von der Ruine der Burg Metternich, die einst dem gleichnamigen Fürstengeschlecht gehörte.

Der Ort ist eine Pilgerstätte, da dort die „Wunderbare Schwarze Madonna“ in der barocken Klosterkirche St. Joseph aufgestellt ist. Es ist eine Statue spanischen Ursprungs aus dem 12./13. Jahrhundert. 1620 hatten die Spanier im Dreißigjährigen Krieg den Ort erobert. Sie brachten aus ihrer Heimat die Skulptur mit und überließen die Schwarze Madonna den Beilsteinern am Ende ihrer vierzehn Jahre währenden Herrschaft. Nachdem 1948 wieder Karmeliterpatres in das Kloster eingezogen waren, brachte man 1950 in einer feierlichen Prozession das Gnadenbild der Schwarzen Madonna, das zwischenzeitlich nach Trier in das Diözesanmuseum gelangt war, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wieder in die Beilsteiner Kirche zurück.

Die Orgel in der Klosterkirche ist ein Werk des Orgelbauers Balthasar König aus Münstereifel/Köln aus dem Jahre 1738. Eine Restaurierung im Jahr 2002 gab dem Instrument den originalen Klang bzw. die ursprüngliche Disposition zurück.

Im Juli und August jeden Jahres wird der „Beilsteiner Märchensommer“ ausgerichtet, bei dem das Marionettentheater aus Cochem im Weinbaumuseum Märchen aufführt. Zum Auftakt und Abschluss der Veranstaltungsserie wird immer Grimms „Dornröschen“ in einer traditionellen Version auf der Guckkastenbühne aufgeführt, mit ein Grund für die Bezeichnung Beilsteins als Dornröschen der Mosel.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Beilstein

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Nikolaus Becker (* 25. September 1773 in Beilstein; † 17. Dezember 1809 in Simmern), Schriftsteller (Apollonius von Beilstein) und Friedensrichter

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  3. Alfons Friderichs: Wappenbuch des Landkreises Cochem-Zell. ISBN 3-00-008064-3.