Beira (Mosambik)

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Beira
Beira (Mosambik)
Beira
Beira
Koordinaten 19° 50′ S, 34° 51′ OKoordinaten: 19° 50′ S, 34° 51′ O
Basisdaten
Staat Mosambik

Provinz

Sofala
Distrikt Vorlage:Infobox Ort/Wartung/V-Ebene
Höhe 9 m
Einwohner 533.825
Politik
Bürgermeister Daviz Simango
Im Stadtkern von Beira (2000)
Im Stadtkern von Beira (2000)

Beira (portugiesisch für Ufer) ist eine Großstadt in Mosambik und Hauptstadt der Provinz Sofala.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beira liegt in Zentralmosambik in der Provinz Sofala, an der Küste der Straße von Mosambik. Die früher die Hafenstadt umgebenden Sümpfe des Pungwe-Flusses wurden inzwischen trockengelegt. Das Klima ist heiß und feucht, besonders während des Sommermonsuns von Oktober bis Februar.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beira zählt 533.825 Einwohner (2017).[1] Nach Ende des mosambikanischen Bürgerkrieges strömten zahlreiche Flüchtlinge in die Stadt, so dass die Einwohnerzahl stark anstieg.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Catedral Metropolitana de Nossa Senhora do Rosário

Beira ist Sitz des Erzbistums Beira. Erzbischof ist seit dem 29. Juni 2012 Claudio Dalla Zuanna. Die Kathedrale wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus Steinen der Festung São Caetano de Sofala errichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rua Conseilheire Ennes (1905)

Am gegenüber liegenden Ufer der Bucht bauten die Portugiesen die Festung São Caetano de Sofala (kurz: Fortaleza de Sofala) aus Steinen, die zwischen 1505 und 1512 aus Portugal importiert wurden. Sie war eine der ersten größeren Bauwerke der Europäer in Afrika südlich der Sahara. Heute liegt der Standort der Festung unter Wasser.

1887 wurde von den Portugiesen auf dem Gebiet des heutigen Beiras ein Militärposten errichtet, der nach Kronprinz Luís Filipe benannt wurde. Dieser trug den Titel eines Prinzen von Beira. 1891 erfolgte die Stadtgründung durch die portugiesische Companhia de Moçambique (Mosambik-Gesellschaft), die hier ihren Hauptsitz errichtete. Erst 1942 übernahm der Staat die Kontrolle über die Stadt.

Beira war während des Bürgerkrieges Zentrum der Rebellenbewegung RENAMO, die heute als politische Partei in dieser Stadt ihren Schwerpunkt hat.

Im März 2019 erlitt die Stadt durch den Zyklon Idai starke Zerstörungen, bis zu 90 Prozent der städtischen Struktur sollen beschädigt oder zerstört worden sein.[2] Es wird davon ausgegangen, dass ein Wiederaufbau der Stadt Jahre dauern wird.[3][4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt ist Daviz Simango. 2003 als Mitglied der größten Oppositionspartei Mosambiks, der Resistência Nacional Moçambicana (RENAMO), erstmals in dieses Amt gewählt, verweigerte RENAMO-Chef Afonso Dhlakama ihm aus Furcht vor dem Erstarken eines möglichen Konkurrenten innerhalb der Partei eine weitere Kandidatur. Simango gründete daraufhin die Partei Movimento Democrático de Moçambique (MDM), die sowohl bei den Parlamentswahlen in Mosambik 2009, als auch – mit Simango als Kandidat – zur Präsidentschaftswahl in Mosambik 2009 antrat. Bei der Präsidentschaftswahl übertraf Simangos Stimmenzahl im Stimmbezirk Beira nicht nur diejenige des RENAMO-Kandidaten Dhlakama, sondern auch die Stimmenzahl des Kandidaten der in den anderen Teilen des Landes meist dominierenden Partei FRELIMO. Beira war bei beiden Wahlen 2009 der einzige städtische Bezirk, der nicht von FRELIMO beziehungsweise einem FRELIMO-Kandidaten gewonnen wurde.[5]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beira
Klimadiagramm
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31
23
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Beira
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 31,4 31,6 30,7 29,9 27,9 25,8 25,2 26,1 27,6 29,4 30,4 31,0 Ø 28,9
Min. Temperatur (°C) 23,7 24,0 23,2 21,5 18,8 16,6 16,0 16,8 18,7 20,7 22,1 23,0 Ø 20,4
Niederschlag (mm) 250 292 273 132 84 43 33 40 27 41 112 246 Σ 1.573
Sonnenstunden (h/d) 7,9 8,0 7,8 8,2 8,2 7,4 7,5 8,2 8,1 8,3 7,6 7,6 Ø 7,9
Regentage (d) 12 11 12 7 6 5 4 3 3 3 7 10 Σ 83
Luftfeuchtigkeit (%) 76 78 77 77 77 76 78 77 76 74 74 76 Ø 76,3
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Das RSMC La Réunion auf der Insel La Réunion überwacht die Wetterlage im südwestlichen Indik, besonders im Kanal von Mosambik. Dessen Wetterwarnung in Bezug auf den Zyklon Idai besagte für den 14. März 2019 in Beira einen Meeresspiegelanstieg von bis zu 4 Metern und eine Sturmflut mit Wellen von 5 bis 6 Metern Höhe in der Meeresmündung des Pungwe.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der internationale Flughafen von Beira

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war Beira der viel besuchte Badeort weißer Farmer aus der britischen Kolonie Rhodesien (heute: Simbabwe). Der Makuti-Strand ist nach wie vor das touristische Zentrum. Vieles von dieser Infrastruktur wird heute wieder aufgebaut und restauriert, ebenso die Geschäftsstraßen der Innenstadt.

Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Beira lebt vom Handel und vom Seetransport, der hier vorrangig auf Stückgut ausgerichtet ist. Der Hafen Beira ist neben denen von Maputo und Nacala einer der drei großen Seehäfen des Landes für die internationale Schifffahrt. Sowohl über die Sues- als auch über die Kap-Route liegen die europäischen Häfen von hier etwa gleich weit entfernt. Es gibt ein Containerterminal. Allerdings ist die Fahrrinne selbst bei Hochwasser nur 6,20 bis 7,40 m tief, so dass die Nutzung als Fernhafen eingeschränkt ist. Der Hafen von Beira hat zentrale wirtschaftliche Bedeutung für die Region sowie für die Binnenstaaten Simbabwe, Sambia und Malawi.

Schienenverkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Beira führt eine Eisenbahnstrecke und eine Straße durch den „Beira-Korridor“ nach Harare in Simbabwe und weiter bis zur sambischen Hauptstadt Lusaka. Für diese Binnenländer ist das der kürzeste Verkehrsweg zum Meer. Über diese Strecke lässt sich die Bergbauregion Copperbelt (Gewinnung von Kupfer und Cobalt) in Sambia und der Provinz Shaba in der Demokratischen Republik Kongo erreichen.

Eine zweite Eisenbahnstrecke führt nach Malawi, für das Beira zwar die nächstliegende Hafenverlademöglichkeit bietet, dessen Hafen jedoch technisch weniger gut geeignet als Nacala ist, da das Hafenbecken von Nacala, mit mehr als 15 Metern natürlicher Tiefe, die Abfertigung größter Containerschiffe erlaubt. Hinter der Brücke über den Sambesi kurz vor der Grenze von Malawi zweigt eine Strecke zu den Kohlegruben von Moatize bei Tete ab. Alle diese Eisenbahnstrecken haben Kapspur und tragen eine Achslast von 16 t, in Simbabwe 17 t.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der internationale Flughafen Beira ist der zweitgrößte Flughafen des Landes. Er ist für Mittelstreckenflugzeuge ausgelegt und liegt etwa 7 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt beherbergt die Universidade Católica de Moçambique (UCM), eine private Universität, deren Gründung 1996 von der Römisch-katholischen Kirche ausging und von ihr betrieben wird. Ihre Abschlüsse sind staatlich anerkannt. Die Universität besteht aus mehreren Fakultäten, die auf die Städte Beira, Nampula, Cuamba und Pemba verteilt sind.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballverein Clube Ferroviário da Beira (dt.: Eisenbahnerverein von Beira) spielt in der ersten mosambikanischen Liga Moçambola. Er trägt seine Heimspiele im 7.000 Zuschauer fassenden Stadion Estádio do Ferroviário aus.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beira – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mozambique: Provinces, Cities, Urban Localities & Agglomeration - Population Statistics, Maps, Charts, Weather and Web Information. Abgerufen am 2. April 2018 (englisch).
  2. Mehr als 1000 Tote in Mosambik befürchtet. In: tagesschau.de. ARD, 18. März 2019, abgerufen am 18. März 2019.
  3. SABCNewsOnline: 19 killed, Beira city shut off as tropical cyclone slams Mozambique. Meldung der SABC vom 16. März 2019 auf www.sabcnews.com (englisch)
  4. Mozambique rescue efforts intensify as full scale of Idai tragedy unfolds. In: Zitamar. 20. März 2019, abgerufen am 20. März 2019 (britisches Englisch).
  5. Official Provincial Results, abgerufen am 6. November 2013
  6. eNCA: Tropical Cyclone Idai's eye weakens since making landfall. Meldung von eNews Channel Africa vom 15. März 2019 auf www.enca.com (englisch)