Beira Baixa

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Die historische Província da Beira Baixa: Dunkelorange, in Region Beira: Hellorange.

Die Beira Baixa (deutsch etwa: Unteres Grenzgebiet) war von 1936 bis 1976 eine der elf Provinzen Portugals. Sie existiert heute noch in der Umgangssprache oder in historisch begründeten Begriffen, etwa dem Namen der Eisenbahnlinie Linha da Beira Baixa.

Castelo Branco war die Hauptstadt der Provinz, die im Wesentlichen den heutigen Distrikt Castelo Branco umfasste, dazu je einen Concelho (Kreis) von Coimbra (Pampilhosa da Serra) und Santarém (Mação). Sie bildete mit der nördlich angrenzenden Beira Alta und der westlich angrenzenden Beira Litoral die bis heute häufig noch Beiras genannte Region. Ihre südlichen Nachbarn waren die Provinzen Ribatejo im Südwesten und Alto Alentejo im Süden. Im Osten grenzte sie an die spanischen Provinzen Cáceres und Salamanca.

Die Beira Beixa geht – anders als die gebirgige, zerklüftete Beira Alta – zum Süden hin zunehmend ins flache und trockenere Alentejo über.

In Abgrenzung zur Küstenregion Beira Litoral (dt: Küsten-Beira) werden bis heute die Beira Alta und die Beira Baixa zusammen auch als Beira Interior (dt.: Innere Beira) bezeichnet, die im Gegensatz zur Küstenregion als strukturschwach und von starker ländlicher Abwanderung betroffen gilt.

Die Bezeichnung Beira (dt. etwa: Randgebiet, Grenzgebiet oder auch Ufer) geht auf die Zeit der Reconquista zurück, als hier umkämpftes Grenzgebiet zum Herrschaftsbereich der Mauren war. Aus dieser Zeit, und aus den anschließenden Kämpfen um die Unabhängigkeit Portugals gegen die spanischen Nachbarn, rühren die zahlreichen mittelalterlichen Burgen und von Granitstein dominierten Burgdörfer der Beira Interior. Durch seine Abgeschiedenheit und dem, im Unterschied zum Küstengebiet behutsamen Fortschritt, konnten sich hier in vielen Gebieten Traditionen stärker halten, etwa in Gastronomie, Volkstanz, Volksmusik, und überlieferten Legenden.[1][2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Peter Burmeister: Portugal. 3. Auflage, Dumont Kunstreiseführer, Ostfildern 2008, Seite 209 ISBN 978-3-7701-4416-7
  2. Hugues Demeude/Thierry Perrin: Portugal. 1. Auflage, Taschen, Köln 1999, Seite 100f ISBN 3-8228-7131-1