Beisl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Beisl Zum „Scherer“ am Judenplatz in der Wiener Innenstadt (2012)

Ein Beisl oder Beisel ist ein österreichisches Wirtshaus oder Gasthaus.

Laut Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich stammt der Begriff vom tschechischen „pajzl“ ab, was so viel bedeutet wie Kneipe oder Spelunke. Es handle sich um eine verkleinernde Kurzform des Hauptworts „hampejz“ – mit den Bedeutungen „Hundehäuschen, Kegelbahn“, später auch „Bordell“. Andere Möglichkeiten sind von Jiddisch bajiss (Haus), als auch als österreichisch-dialektaler Diminutiv zu dem im ganzen deutschen Sprachraum verbreiteten Wort Beize sein.[1] Zunächst verstand man in Wien unter Beisl ein Lokal niederer Güte, bis sich ein Bedeutungswandel zum Besseren einstellte. Heute spricht man sogar von Nobelbeiseln, das sind Lokale mit verfeinerter bodenständiger Küche.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Kos, Ulrike Spring (Hrsg.): Im Wirtshaus. Eine Geschichte der Wiener Geselligkeit. In: Wien-Museum: Sonderausstellung des Wien-Museums. Band 336. Czernin, Wien 2007, ISBN 978-3-7076-0237-1 (Ausstellung, Wien Museum Karlsplatz, 19. April - 23. September 2007).
  • Hannes Hintermeier: Leber und leben lassen. Blunznfett im Beisl: Eine Wiener Ausstellung erkundet die Kultur des Wirtshauses. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Mai 2007, S. 41.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/644/363465/text/