Bellnhausen (Gladenbach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bellnhausen
Wappen von Bellnhausen
Koordinaten: 50° 47′ 50″ N, 8° 34′ 31″ O
Höhe: 283 m
Fläche: 3,65 km²[1]
Einwohner: 188 (30. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35075
Vorwahl: 06462
Ansicht von Südwest
Ansicht von Südwest
Kirche

Bellnhausen ist ein Stadtteil von Gladenbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Gladenbacher Bergland und damit im Naturpark Lahn-Dill-Bergland an der Allna. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3288, Im Süden führt die Bundesstraße 453 an Bellnhausen vorbei.

Ein gleichnamiger Ortsteil der Gemeinde Fronhausen liegt nicht weit entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahr 1296 unter dem Ortsnamen Bedelinhusen.[1]

In erhaltenen Urkunden wurde Bellnhausen unter den folgenden Ortsnamen erwähnt:[1]

  • 1296 Bedelinhusen
  • 1308 Badelogehusen
  • 1344 Bedelnhussen
  • 1369 Bedilhusen
  • 1423 Beidillinhusen, Bedelingehusen
  • 1502 Bedelnhussen
  • 1702 Beddelnhausen
  • 1802 Bellnhausen

Am 1. Juli 1974 wurde Bellnhausen im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Gladenbach eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Bellnhausen unterstand im Überblick:[4][1]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rechtsprechung gibt im Jahr 1821 im Rahmen der Trennung von Justiz und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte über. „Landgericht Gladenbach“ war daher von 1821 bis zur Abtretung an Preußen im Jahr 1866 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Gladenbach. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Nach der Abtretung des Kreises Biedenkopf an Preußen infolge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen wurde der Landgerichtsbezirk Gladenbach preußisch.[6] Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung im vormaligen Herzogtum Nassau und den vormals zum Großherzogtum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[7] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Landgerichts in Amtsgericht Gladenbach. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Dillenburg und das Appellationsgericht Wiesbaden.[8]

Vom 1. Oktober 1944[9] bis 1. Januar 1949[10] gehörte das Amtsgericht Gladenbach zum Landgerichtsbezirk Limburg, danach aber wieder zum Landgerichtsbezirk Marburg. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Aufhebung des Amtsgerichts Gladenbach[11], welches fortan nur noch als Zweigstelle des Amtsgerichts Biedenkopf fungierte.[12] Am 1. November 2003 wurde diese Zweigstelle schließlich aufgelöst.[13]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1502: 8 Männer
• 1577: 12 Hausgesesse
• 1577: 12 Hausgesesse
• 1630: 11 Untertanen (2 dreispännige, 3 zweispännige Ackerleute, 3 Einläuftige).
• 1742: 26 Haushalte
Bellnhausen: Einwohnerzahlen von 1830 bis 1967
Jahr  Einwohner
1830
  
114
1834
  
110
1840
  
131
1846
  
154
1852
  
138
1858
  
143
1864
  
125
1871
  
115
1875
  
124
1885
  
123
1895
  
129
1905
  
144
1910
  
157
1925
  
139
1939
  
147
1946
  
209
1950
  
214
1956
  
202
1961
  
201
1967
  
204
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1830: 114 evangelische Einwohner
• 1885: 119 evangelische, keine katholischen, vier Christen anderer Konfession
• 1961: 167 evangelische, 31 römisch-katholische Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1867: Erwerbspersonen: 69 Landwirtschaft.
• 1961: Erwerbspersonen: 57 Land- und Forstwirtschaft, 31 produzierendes Gewerbe, 4 Handel und Verkehr, 4 Dienstleistungen und sonstiges.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Bellnhausen (Gladenbach), Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Gladenbach, abgerufen am 23. März 2018
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 351.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  6. Art. 14 des Friedensvertrages zwischen dem Großherzogthum Hessen und dem Königreiche Preußen vom 3. September 1866 (Hess. Reg.Bl. S. 406–407)
  7. Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim vom 26. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1094–1103)
  8. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen, mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 218–220)
  9. Erlaß zur Änderung von Oberlandesgerichtsbezirken vom 20. Juli 1944 (RGBl. I S. 163)
  10. Erlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 14. Dezember 1948 — 3230/2 — Ia 4988 — Betrifft: Gerichtsorganisation (Änderung von Landgerichtsbezirken) (StAnz. 52/1948 S. 563)
  11. Der Hessische Minister der Justiz: Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16)  vom 12. Februar 1968. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. Nr. 1968/4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 6 b) und Artikel 2, Abs. 8 a) (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 298 kB]).
  12. Anordnung des Hessischen Ministers der Justiz vom 1. Juli 1968 — 3211 — II/4 — 894 — Betrifft: Gerichtsorganisation (Errichtung von Zweigstellen der Amtsgerichte) (StAnz. 28/1968 S. 1037–1039)
  13. Der Hessische Minister der Justiz: Dritte Verordnung zur Anpassung gerichtsorganisatorischer Regelungen (Ändert GVBl. II 210–33; GVBl. II 210–86)  vom 10. Oktober 2003. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. Nr. 2003/16, S. 291, Artikel 1, Abs. 3) (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 531 kB]). bezieht sich auf Anordnung über die Errichtung und Zuständigkeit von gerichtliche Zweigstellen (Ändert GVBl. II 210-33)  vom 24. Mai 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. Nr. 1974/18, S. 539 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,6 MB]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bellnhausen (Gladenbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien