Ben Johnson (Schauspieler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ben Johnson (* 13. Juni 1918 in Foraker, Osage County, Oklahoma; † 8. April 1996 in Mesa, Arizona) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der zudem als Stuntman und Rodeocowboy tätig war. Für Die letzte Vorstellung (1971) gewann er den Oscar als Bester Nebendarsteller.

Leben[Bearbeiten]

Johnson arbeitete zuerst als Stuntman, unter anderen am Set von The Fighting Gringo. John Ford entdeckte sein Talent als Stuntman und beschäftigte ihn 1948 für seinen Film Bis zum letzten Mann. Dabei entdeckte Ford auch Johnsons schauspielerisches Talent und gab ihm in seinem nächsten Film Spuren im Sand eine kleinere Rolle. In den folgenden Jahren spielte Johnson größere Rollen in mehreren Ford-Filmen, 1950 konnte er sogar in Westlich St. Louis die Hauptrolle spielen. Obwohl der Film heute zumeist gut rezensiert wird, war er bei der Veröffentlichung kein großer Erfolg und brachte Johnson nicht den erhofften Schub zum Star. Er zerstritt sich später mit seinem Mentor Ford, war aber inzwischen schon als Darsteller soweit etabliert, sodass er immer noch größere Rollen erhielt, so zum Beispiel als Chris Calloway in George Stevens' Mein großer Freund Shane.

Ben Johnsons filmische Heimat war der Western, er hatte Auftritte in zahlreichen Westernfilmen und -serien wie Bonanza. Den Oscar als Bester Nebendarsteller erhielt er 1971 aber für eine Nicht-Westernrolle: In Peter Bogdanovichs Jugenddrama Die letzte Vorstellung spielte er einen ehemaligen Cowboy, der zum Wirt und Theaterbesitzer in einer Kleinstadt wurde. Für diese Rolle erhielt er auch den Britischen Filmpreis sowie einen Golden Globe Award. Bis zu seinem Tod blieb er ein vielbeschäftigter Charakterdarsteller in Filmen wie Straßen der Nacht (1975), Der tödliche Schwarm (1978), Die rote Flut (1984) und Angels – Engel gibt es wirklich! (1994). Zu seinen häufigsten Figuren zählten Cowboys, Sheriffs oder Südstaatler. Johnson letzter Film Jahre der Zärtlichkeit wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht.

1982 wurde Johnson in die Western Performers Hall of Fame aufgenommen. 1994 wurde er mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame ausgezeichnet. Ben Johnson heiratete 1941 Carol Elaine Jones, die Tochter des Schauspielers Buck Jones. Sie führten eine 53-jährige Ehe, bis Carol am 27. März 1994 verstarb. Das Paar blieb kinderlos. Nach ihrem Tod lebte er in einem Altersheim bei seiner Mutter Susan Johnson (1899-2000), bis er 1996 mit 77 Jahren an einem Herzinfarkt verstarb.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten]

In Haruki Murakamis Roman Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt macht der Held sich beim Fliehen Mut, indem er an Ben Johnson denkt:[1] „Ich rief mir alle seine Pferdeszenen in Erinnerung. Ben Johnson in Fort Defiance, Ben Johnson in She Wore a Yellow Ribbon, in Wagonmaster und in Rio Grande. Die sonnenüberflutete Prärie, am Himmel blütenweiße, wie gemalte Wolkenstreifen. In den Tälern stehen Büffelherden, Frauen treten aus der Tür und wischen sich an weißen Schürzen die Hände ab. Ein Fluss, im Winde zitterndes Licht und singende Menschen. Durch diese Landschaft jagt wie ein Pfeil Ben Johnson. Und die fahrbare Kamera jagt mit, den stattlichen Reiter immer im Visier.“

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Haruki Murakami: Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt. btb, München 2007, ISBN 978-3-442-73627-0, S. 255 (aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns).