Benchmark

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Eine Benchmark (von englisch benchmark oder bench mark) ist ein Vergleichsmaßstab. Benchmarking (sinngemäß „Maßstäbe vergleichen“) bezeichnet die vergleichende Analyse von Ergebnissen oder Prozessen mit einem festgelegten Bezugswert oder Bezugsprozess.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benchmark an einem trigonometrischen Punkt in Nord-Wales

Das englische Wort benchmark ist eine Zusammensetzung aus den beiden Wörtern bench („Sitzbank“, „Werkbank“) und mark („Zeichen“). Ursprünglich bezeichnet bench-mark die Markierung eines trigonometrischen Punktes oder ein Nivellierzeichen im Vermessungswesen.[1] Noch heute sind im größten Teil des Vereinigten Königreichs trigonometrische Punkte mit einem Messingschild mit den Buchstaben OSBM (Ordnance Survey Bench Mark, in etwa: „Markierung der Amtlichen Landesvermessung“) versehen.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benchmarking wird in vielen verschiedenen Gebieten – unternehmensintern oder unternehmensübergreifend – mit unterschiedlichen Methoden und Zielen angewendet:

Benchmarking-Projekt-Ablauf
  • Benchmarking in der Betriebswirtschaft ist ein systematischer und kontinuierlicher Prozess des Vergleichens von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen.
  • Benchmarking in der Finanzwirtschaft ist nach überwiegender Anwendung des Begriffs die vergleichende Bewertung des Anlageerfolgs (oft verwechselt mit „Zielsetzung“). Als Vergleichsmaßstab dient häufig ein marktrelevanter Index (beispielsweise ein Aktienindex).
  • IT-Benchmarking fällt auch in die Kategorie des Prozessvergleichs. Es misst und vergleicht wirtschaftliche (nicht technische) Aspekte einer IT-Infrastruktur.
  • Computer-Benchmarks dagegen dienen dem Vergleich der Rechenleistung von Rechnern. Meist werden speziell für diesen Zweck geschriebene Programme eingesetzt.
  • Prozessbenchmarking vergleicht Prozesse miteinander, analysiert diese und optimiert sie anschließend.
  • Produktbenchmarking vergleicht Produkte und deren Attribute wie Funktion, Kosten, Alleinstellungsmerkmale miteinander.
  • Technologie-Benchmarking vergleicht Technologien bzw. Prozesse untereinander, beispielsweise in der Fertigung, um kostengünstigste oder stabilste Prozesse zu identifizieren.

Benchmarking-Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „Benchmarking“ – also das Durchführen von Vergleichen sowie Analysieren und Verwerten der Ergebnisse – ist eine kennzahlengetriebene Aufgabe und kann als solche auch wissenschaftlich betrachtet werden.

Die drei Qualitätskriterien an gute Kennzahlen als Vergleichsmaßstab sind: Objektivität, Validität, Reliabilität. Für diese Qualitätskriterien von Kennzahlen hat vor allen die Psychologie in den letzten Jahren entscheidende Beiträge geleistet, die auch in der Betriebswirtschaftslehre Beachtung finden.

Wissenschaftlich werden im Wesentlichen drei Ansätze zum Benchmarking unterschieden, woraus sich wesentliche Kriterien auch für einen Softwareeinsatz ableiten lassen:

  • Partielle Benchmarkingmethoden; hier werden Kennzahlen und/oder Leistungsindikatoren nebeneinander gesetzt und verglichen. Wirkungszusammenhänge werden hier noch nicht beachtet. In der Praxis herrschen immer noch solche trivialen Benchmarking-Ansätze vor. Der Softwareeinsatz beschränkt sich meist auf ein einfaches Reporting, für das es inzwischen unzählige Softwarelösungen sowohl als Offline- als auch IP-basierte Onlinelösungen gibt.
  • multidimensionale Benchmarkingmethoden; hier sind vor allem die parametrischen und nichtparametrischen Frontier- und Durchschnittsansätze zu nennen. Mit diesen Ansätzen wird eine Wirkungsanalytik angestrebt. Interessant und zukunftsfähig erscheint vor allen die Data-Envelopment-Analysis (DEA), für die auch spezielle Software existiert. Selbst für den professionellen Anwender bietet Excel, insbesondere wenn die VBA-Programmierbarkeit genutzt wird, völlig ausreichende Möglichkeiten, selbst komplexeste Benchmarking Analytik durchzuführen. Über recht einfach zu programmierende ETL-Prozesse lassen sich die meisten vorhandenen ERP-Systeme entsprechend ergänzen.
  • Data-Mining; ein recht junger Wissenschaftszweig ist die Anwendung des Data-Mining zum Benchmarking. Hier geht es zum Einen darum, aussagekräftige Kennzahlen zu generieren, wobei vor allem das externe Benchmarking und die Beschaffung von Kennzahlen von außerhalb des eigenen Unternehmens enorme Bereicherungen erfährt. Zum anderen bietet das Data-Mining auch hervorragende Möglichkeiten, aus den oft reichen Datenschätzen in den Unternehmen neue Erkenntnisse für das Management, insbesondere die Prozessoptimierung, zu schöpfen. Data-Mining wird bislang kaum von gängigen ERP-Systemen abgedeckt. Hierfür kommt in der Regel spezielle Software zum Einsatz.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Boris D. Paraškevov: Wörter und Namen gleicher Herkunft und Struktur. Lexikon etymologischer Dubletten im Deutschen. De Gruyter, Berlin u. New York 2004, ISBN 3-11-017470-7, S. 31.