Bendorf (Haut-Rhin)

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Bendorf
Wappen von Bendorf
Bendorf (Frankreich)
Bendorf
Region Grand Est
Département Haut-Rhin
Arrondissement Altkirch
Kanton Altkirch
Gemeindeverband Sundgau
Koordinaten 47° 29′ N, 7° 17′ OKoordinaten: 47° 29′ N, 7° 17′ O
Höhe 479–680 m
Fläche 7,55 km2
Einwohner 216 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 68480
INSEE-Code

Mairie Bendorf

Bendorf ist eine französische Gemeinde mit 216 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Haut-Rhin im Elsass in der Region Grand Est. Der Ort liegt im Kanton Altkirch des Arrondissements Altkirch. Die Gemeinde ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sundgau.

Der höchste Punkt befindet sich auf 677 m über dem Meer im nördlichen Teil des Gemeindegebietes. Der Dorfkern liegt ungefähr auf 550 m Meereshöhe. Der wichtigste Erwerbszweig ist die Landwirtschaft. Hauptstraßen verbinden Bendorf mit Durlinsdorf und Ferrette. Weitere Nachbargemeinden sind Mœrnach, Kœstlach, Vieux-Ferrette, Ligsdorf und Winkel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bendorf war ursprünglich eine Filiale der Pfarrei St. Mauritius in Ligsdorf. In einem Dokument des vatikanischen Archivs von 1302 wurde eine Ecclesia Bennendorf im Dekanat Elsgau erwähnt, gemeint war damit aber die St.-Mauritius-Kirche in Ligsdorf. Dies wurde durch ein Dokument vom 5. Dezember 1346 bestätigt, das von Beamten des Basler Bischofs ausgestellt wurde und eine Kapelle betraf, die die Gemeinde Bendorf ohne Erlaubnis des Bischofs von Basel zu errichten begann. Die Gemeindemitglieder beriefen sich hierbei auf die große Entfernung zu ihrer Pfarrkirche in Ligsdorf und die Schwierigkeiten, dorthin zu gelangen, insbesondere bei Regenwetter und im Winter. Der Edle Ulrich Loevenburg, Rektor der genannten Pfarrkirche, hatte der Fertigstellung und Weihung der Kapelle in Bendorf zugestimmt. Ein erster Friedhof in Bendorf stammte aus dem Jahr 1146. Als dieser zu klein wurde, errichteten die Bewohner auf einem Plateau westlich oberhalb des Dorfes einen neuen Friedhof, der der aufgehenden Sonne zugewandt war. Hier wurde eine neue kleine Kapelle erbaut. Nach der Zerstörung der Kapelle St. Mauritius in Ligsdorf im Jahr 1444, die zu klein und baufällig war, wurde Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts an gleicher Stelle die neue Kreuzerhöhungskirche errichtet. Auch diese wurde bald baufällig und 1783 durch die heutige Kreuzerhöhungskirche im Zentrum des Dorfes Bendorf ersetzt. Diese Kirche steht zusätzlich unter dem Patrozinium des Heiligen Sebastian, der gegen die Pest angerufen wurde. Der Legende vom „Pestkreuz“ trägt das Kreuz gegenüber dem Eingang der Friedhofskapelle Rechnung. In Erinnerung an die alte Kapelle und die ehemalige Kirche baute die Gemeinde 1801 die heutige Friedhofskapelle des Heiligen Namens Jesu in Bendorf mit dem Abbruchmaterial. Der Ostgiebel der Kapelle mit einer kleinen gotischen Öffnung stammt von einer Nische der alten Kirche.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2016
196[2] 147 149 142 176 202 202 228 207

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: In Silber ein rotes Tatzenkreuz mit je einem zum Schildhaupt zeigenden schwarzen Pfeil hinter den waagerechten Kreuzarmen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferme du Schutzenwald, ein auf 1554 datierter Bauernhof
  • Kreuzerhöhungs-Kirche (L’église Exaltation de la Sainte-Croix), 1783 erbaut
  • Friedhofskapelle des Heiligen Namens Jesu, 1801 erbaut
  • Pestekreuz aus dem Jahr 1624

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 385–386.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Text von Gérard Mauch und Emile Raetsch auf einer Infotafel vor der Friedhofskapelle (auf französisch)
  2. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Altkirch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien