Benedict Wells

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Benedict Wells, 2016
Benedict Wells, 2011

Benedict Wells (* 1984 in München) ist ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wells kam mit sechs Jahren in das erste von drei bayerischen Heimen und Internaten, in denen er seine komplette Schulzeit verbrachte. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin, wo er sich gegen ein Studium entschied, um schreiben zu können. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Gelegenheitsjobs.

Zuerst veröffentlicht wurde sein zweiter Roman Becks letzter Sommer, der in der Literaturkritik hohe Beachtung erfuhr.[1] So nannte ihn die Wochenzeitung Die Zeit „das interessanteste Debüt des Jahres.“[2] Das Buch erzählt die Geschichte von Robert Beck, einem Lehrer und Musiker Ende dreißig, der sein Leben noch einmal überdenkt und einen Roadtrip nach Istanbul macht. Der Roman erschien 2008 im Diogenes Verlag.[3] Mit 23 Jahren war er dort zu der Zeit, als der Roman erschien, der jüngste Autor unter Vertrag.[4] Vor Erscheinen des Romans arbeitete Wells – nach Verlagsangaben – als Redakteur beim Fernsehen.[5] 2009 wurde er mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet.[6] Im selben Jahr erschien sein ursprünglich erster Roman Spinner, den er im Alter von neunzehn Jahren geschrieben hatte. Der Protagonist ist der zwanzigjährige Jesper Lier, der eine ereignisreiche Woche in Berlin erlebt. Wells’ dritter Roman Fast genial stieg 2011 auf Platz 6 in die Bestsellerliste ein.[7] Er handelt von einem Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der sich auf die Suche nach seinem unbekannten und offenbar genialen Vater macht.

Wie erst nach dem Erfolg seines dritten Romans und gegen seinen Willen bekannt wurde, ist Wells unter anderem der Bruder von Ariadne von Schirach und Cousin des Schriftstellers Ferdinand von Schirach.[8] Sein Nachname ist jedoch kein Künstlername oder Pseudonym, er heißt auch im bürgerlichen Leben Wells. Um sich von der Vergangenheit seiner Familie in jeder Form zu distanzieren und eigenständig zu sein, ließ Wells seinen Namen auch als Privatperson schon früh offiziell im Pass ändern.[9] Es ist zugleich eine Hommage an Homer Wells aus dem Roman Gottes Werk und Teufels Beitrag von John Irving. Irvings Romane waren auch der Grund, weshalb er mit dem Schreiben begann.[10]

2015 kam die Verfilmung von Becks letzter Sommer mit Christian Ulmen in der Hauptrolle ins Kino.[11] Im Februar 2016 erschien sein vierter Roman Vom Ende der Einsamkeit, an dem Wells laut eigenen Angaben sieben Jahre schrieb.[12] Er handelt von drei Geschwistern, die ihre Eltern früh durch einen Unfall verlieren, und wie dieses Ereignis sie für ihr weiteres Leben prägt und verändert. Der Roman erreichte kurz nach Erscheinen Platz 3 der SPIEGEL-Bestsellerliste.[13][14] Wells wurde für Vom Ende der Einsamkeit mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet.[15]

Wells lebt nach einigen Jahren in Barcelona inzwischen wieder in Berlin und ist aktives Mitglied der deutschen Fußball-Autorennationalmannschaft Autonama. Er besitzt als Sohn einer Luzernerin neben der deutschen auch die schweizerische Staatsbürgerschaft.[16]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Benedict Wells – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Becks letzter Sommer Eintrag bei Perlentaucher
  2. Das interessanteste Debüt des Jahres: Benedict Wells’ Roman »Becks letzter Sommer«
  3. Benedict Wells Autorenbiografie bei Diogenes
  4. "Ich bin Schriftsteller, das muss so sein!" Interview in: DIE ZEIT vom 16. Oktober 2008
  5. Biografie von Benedict Wells auf dem Buchumschlag von Becks letzter Sommer
  6. Bayerischer Kunstförderpreis für Benedict Wells
  7. Fast genial auf Bestsellerliste
  8. "Ich galt als Versager!" Artikel auf Spiegel online vom 15. März 2013
  9. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 28. August 2011, Nr. 34, S. 26
  10. "Besondere Autoren verdienen besondere Aufmerksamkeit!" Exklusiv-Porträt Benedict Wells bei Booksection.de, 2010
  11. Seite zu Becks letzter Sommer auf kino.de Abgerufen am 31. August 2015.
  12. Claudio Armbruster: Wells’ "Vom Ende der Einsamkeit" Ein unfassbar trauriges Meisterstück heute.de. Abgerufen am 7. April 2016.
  13. Spiegel-Bestseller-Liste: Belletristik/Hardcover (Nr. 11/2016)
  14. Es gibt kein Glück ohne Tränen NDR.de vom 23. Februar 2016. Abgerufen am 7. April 2016
  15. Benedict Wells unter den Gewinnern in: Börsenblatt des Deutschen Buchhandels vom 5. April 2016. Abgerufen am 7. April 2016.
  16. Benedict Wells jetzt auch Schweizer in: Focus vom 7. Juli 2016.
  17. SZ vom 7. April 2016
  18. SZ vom 7. April 2016
  19. Woche unabhängiger Buchhandlungen / Benedict Wells schrieb das Lieblingsbuch / boersenblatt.net. In: www.boersenblatt.net. Abgerufen am 8. Dezember 2016.