Benedikt Lux

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Benedikt Lux (2013)

Benedikt „Bene“ Lux (* 9. Dezember 1981 in Berlin) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Der Jurist und Rechtsanwalt ist Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benedikt Lux wuchs in Berlin-Lichterfelde auf und besuchte dort die Grundschule unter den Kastanien und anschließend die Goethe-Oberschule, wo er bereits schulpolitisch aktiv war. Er engagierte sich auch in der Pfarrgemeinde Mater Dolorosa und war Zivildienstleistender im Anti-Diskriminierungsbüro Berlin e. V. Er studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und schloss 2006 das Studium der Rechtswissenschaften ab, absolvierte im Jahr 2009 das zweite Staatsexamen und ist seitdem als Rechtsanwalt zugelassen.[1]

Parteilaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bene Lux ist seit 1996 Mitglied der Grünen Jugend, war von 2000 bis 2003 Landessprecher und von 2003 bis 2004 im Bundesvorstand, zuletzt als Bundessprecher. Seit 1999 ist er Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Zur Bundestagswahl 2009 trat er als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Berlin-Steglitz – Zehlendorf an, verlor jedoch gegen Karl-Georg Wellmann (CDU).

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lux ist seit der Wahl 2006 Mitglied des Abgeordnetenhaus von Berlin (MdA). Er hatte im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 4 kandidiert und kam über den Platz 12 der Landesliste der Partei ins Landesparlament. Dort ist er Mitglied im Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung sowie im Ausschuss für Verfassungs- und Rechtsangelegenheiten. Seine Schwerpunkte sind die Innere Sicherheit, der Strafvollzug, der Datenschutz, die Flüchtlings- und Drogenpolitik. Lux engagiert sich häufig für Einzelfälle, etwa im Strafvollzug oder bei drohenden Abschiebungen. So erreichte er im Oktober 2008 mit einer Petition an den hessischen Landtag, dass die drohende Abschiebung eines algerischstämmigen Hip-Hop-Musikers, der seit 5 Jahren in Deutschland lebt, ausgesetzt und der Künstler aus dem Abschiebegewahrsam entlassen wurde.[2] Als Datenschützer kritisierte er im Berliner Abgeordnetenhaus in einer gemeinsamen Erklärung mit dem grünen Bildungspolitiker Özcan Mutlu die geplante zentrale Sammlung von Schülerdaten.[3] Er tritt in seiner politischen Arbeit für eine Verschärfung des Waffenrechts im Sinne von mehr Kontrolle der Waffenbesitzer ein.[4]

Bei der Wahl 2011 zog Lux erneut über die Liste ins Parlament ein, diesmal auf Platz 16. Zudem kandidierte er im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 1 für ein Direktmandat und wurde dort Dritter. Nach der Wahl blieb er Sprecher der Fraktion für Innenpolitik und folgte am 21. Februar 2012 (im Amt bis Dezember 2016) auf Heiko Thomas als parlamentarischer Geschäftsführer.[5]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lux ist Mitverfasser des 2012 von mehreren grünen Politikern formulierten AutorInnenpapiers „Echter Aufbruch“, in dem die Einführung einer „Kultursteuer nach italienischem Vorbild“ gefordert wird.[6] In dem Papier schlagen die unterzeichnenden Grünen vor, eine neue Steuer zu erheben, die ausschließlich für Konfessionslose fällig wird. Dadurch sollen Steuerpflichtige davon abgehalten werden, aus der römisch-katholischen Kirche auszutreten.[7] Eine solche Abgabe, in manchen Medien als „Zusatzsteuer für Konfessionslose“ bezeichnet,[7] hatten Juristen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Jahre 2007 nach einer Prüfung als „verkappte Staatsfinanzierung“ und daher mit dem Artikel 140 des Grundgesetzes unvereinbar bezeichnet.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Benedikt Lux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benedikt Lux – Person
  2. Afro-Hesse ist unerwünscht, Artikel in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau vom 28. Juli 2009
  3. Der gläserne Schüler, Artikel in der Online-Ausgabe der taz vom 20. Februar 2009
  4. Schützen im Visier, Artikel in der Online-Ausgabe des Berliner Tagesspiegels vom 26. Mai 2009
  5. [www.taz.de/!88578 Benedikt Lux (Grüne) im Interview.] Aus den wildesten Zeiten raus. die tageszeitung, 27. Februar 2012, abgerufen am 7. Januar 2013.
  6. „Echter Aufbruch – Ein Beitrag zum Dialog in der Katholischen Kirche“, online unter „Der Geist Gottes wohnt in uns“ (1. Korinther 3.16) josef-winkler.de, 13. Mai 2012 (PDF; 124 kB), abgerufen am 16. Mai 2012.
  7. a b vgl. Grüne wollen Konfessionslose mit „Kultursteuer“ belegen – Das Instrument soll Katholiken vom Kirchenaustritt abhalten. Telepolis, 16. Mai 2012, abgerufen am 16. Mai 2012.
  8. Alternativen zur Kirchensteuer ekd.de, abgerufen am 16. Mai 2012.