Benedikt Müntnich

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Benedikt Müntnich 2013

Benedikt Müntnich (* 20. Oktober 1952 in Treis-Karden als Arnold Müntnich) ist ein katholischer Priester und Angehöriger des Benediktinerordens. Von 2002 bis 2014 war er Abt der Abtei Maria Laach.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benedikt Müntnich wurde 1952 in Treis an der Mosel in einer Winzerfamilie geboren und auf den Namen Arnold getauft.[1] Über seinen frühen Werdegang schrieb er 2014 in einer Festschrift, wie er schon als Kind im Vorschulalter in der Bibel blätterte und sich die Geschichten zu den Bildern erzählen ließ. Dabei verschwieg er aber auch nicht, dass er als Zehn- oder Zwölfjähriger zweimal einen Bibeltext nicht wie vom Lehrer aufgetragen auswendig gelernt hatte und deswegen im Halbjahreszeugnis eine Fünf in Religion erhielt. Dennoch habe er früh die Berufung zum Ordensleben gespürt, in der ihn die Lektüre der Bibel bestärkte.[2]

In seinem Heimatort ging Müntnich zur Grund- und Hauptschule, bevor er die Handelsschule in Cochem besuchte. Danach ging er zum erzbischöflichen Abendgymnasium nach Neuss, um das Abitur zu machen. 1974 trat er als Novize in die Benediktinerabtei Maria Laach ein und studierte fortan Philosophie und Theologie in Trier und Salzburg. 1981 wurde Benedikt Müntnich von Bischof Hermann Josef Spital in Maria Laach zum Priester geweiht. Anschließend war er 20 Jahre lang Novizenmeister. Außerdem wurde er Vorsitzender der Novizenmeisterkonferenz der deutschsprachigen Klöster.

Nach dem Rücktritt von Abt Anno Schoenen wurde Müntnich 2002 für zwölf Jahre zum 49. Abt von Maria Laach gewählt und am 7. November von Bischof Reinhard Marx für dieses Amt gesegnet. Unter den Gästen zur Abtsweihe waren unter anderem Vertreter der Orthodoxen Kirche in Deutschland, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Altkatholischen Kirche in Deutschland.[3]

Abt Müntnich galt sowohl innerhalb wie außerhalb des Klosters als erfolgreich, nachdem er seit 2002 mit Unterstützung auch aus der Region und mithilfe des in seiner Amtszeit gegründeten Fördervereins der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach die Grundlagen für die wirtschaftliche Stabilisierung von Maria Laach geschaffen hatte. Dank seines Einsatzes wurden vor allem dringend nötige Baumaßnahmen verwirklicht. Eine kleinere Gruppe von Mönchen aber soll ihm vorgehalten haben, er habe „das Kloster zu sehr geöffnet“.[4]

Bei der Abtwahl im September 2014 erreichte Müntnich zwar eine Mehrheit, die ihm jedoch nicht deutlich genug erschien, um bei den folgenden Wahlgängen zu kandidieren. Auf einen neuen Abt konnte sich die Klostergemeinschaft nicht einigen.[1][5] Gernot Mittler, der Vorsitzende des zu dieser Zeit 1600 Mitglieder starken Vereins der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach, bedauerte, dass Abt Benedikt nicht wiedergewählt wurde, und sagte auf Anfrage: „Die enorme, positive Entwicklung der vergangenen Jahre ist sein Verdienst. Ich hoffe, dass es jetzt keine Rückwärtsentwicklung geben wird.“[6] Im Juli 2015 wählte der Verein bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen Benedikt Müntnich zum Ehrenmitglied.[7]

Seit 2014 lebt Benedikt Müntnich in der Abtei St. Hildegard bei Rüdesheim am Rhein.[8] Prior-Administrator Pater Andreas Werner sagte dazu in einer Ansprache anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach am 1. Juli 2017: „Abt em. Benedikt Müntnich plant, am Ende des Jahres von der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen nach Maria Laach zurückzukehren. Ich habe ihn zu diesem Schritt ermutigt.“[9]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alle im Herzen tragen: In Christus Gemeinschaft leben. Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern, 2006, ISBN 3-7867-2597-7.
  • Gott näher kommen: Alltag gestalten nach der Regel des heiligen Benedikt. Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern, ISBN 3-7867-2561-6.
  • Ein weites Herz gewinnen: Geistlich leben nach der Regel des heiligen Benedikt. Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern, 2004, ISBN 3-7867-2514-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Müntnich, Benedikt. Orden online, abgerufen am 15. September 2017.
  2. Benedikt Müntnich: Gott finden in seinem Wort. In: Büro der Pastoralreferenten im Dekanat Remagen Brohltal (Hrsg.): Ermutigungen: Dechant Dr. Johannes-Georg Meyer zu Ehren. Remagen, September 2014, abgerufen am 15. September 2017, S. 5–9, hier S. 5 (pdf; 1,1 MB).
  3. „Um Gott zu dienen“: Benedikt Müntnich von Bischof Marx zum neuen Laacher Abt geweiht. Pressedienst des Bistums Trier, 8. November 2002, abgerufen am 15. September 2017.
  4. Christian Lindner, Uli Adams: Kloster Maria Laach hat keinen Abt mehr: Wiederwahl von Benedikt Müntnich scheiterte. Rhein-Zeitung, 4. September 2014, abgerufen am 16. September 2017.
  5. Uli Adams: Abt Benedikt Müntnich geht: Albert Sieger übernimmt für drei Jahre. In: Rhein-Zeitung, 3. September 2014, abgerufen am 15. September 2017.
  6. Krach in Benediktinerabtei: Aufstand der Mönche von Maria Laach. In: Der Tagesspiegel, 9. September 2014, abgerufen am 15. September 2017.
  7. Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach haben neues Ehrenmitglied. Rhein-Zeitung, 10. Juli 2015, abgerufen am 15. September 2017.
  8. Uwe Beck: Uwe Beck trifft Benedikt Müntnich. Südwestrundfunk, Sendung „Kirche im SWR“, 15. März 2015, abgerufen am 15. September 2017.
  9. Andreas Werner: Vortrag … anlässlich der Mitgliederversammlung. Maria Laach, 1. Juli 2017, abgerufen am 15. September 2017 (pdf, 97 kB).
VorgängerAmtNachfolger
Anno SchoenenAbt von Maria Laach
2002–2014
vakant