Benediktbeuern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Benediktbeuern
Benediktbeuern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Benediktbeuern hervorgehoben
Koordinaten: 47° 42′ N, 11° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Benediktbeuern
Höhe: 617 m ü. NHN
Fläche: 37,86 km2
Einwohner: 3620 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83671
Vorwahl: 08857
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 113
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Prälatenstr. 7
83671 Benediktbeuern
Webpräsenz: www.benediktbeuern.de
Bürgermeister: Johann Kiefersauer
Lage der Gemeinde Benediktbeuern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Starnberger See Ammersee Österreich Landkreis Ebersberg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Miesbach Landkreis München Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Wolfratshauser Forst Pupplinger Au Pupplinger Au Bad Heilbrunn Bad Tölz Benediktbeuern Bichl Dietramszell Egling Eurasburg (Oberbayern) Gaißach Geretsried Greiling Icking Jachenau Kochel am See Königsdorf (Bayern) Lenggries Münsing Reichersbeuern Sachsenkam Schlehdorf Wackersberg WolfratshausenKarte
Über dieses Bild
Benediktbeuern von Westen aus der Luft

Benediktbeuern ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im Alpenvorland am Fuße der 1801 Meter hohen Benediktenwand. Die Gemeinde ist Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sicht von Norden auf das Kloster Benediktbeuern

Das Kloster Buron/Benediktbeuern[2] ist sehr wahrscheinlich bereits 725/728 von Karl Martell während zweier Feldzüge nach Bayern als weltlicher Stützpunkt und als Wach- und Kontrollstation vor dem Kesselberg an taktisch günstiger Stelle gegründet worden. Karl Martell setzte dabei den hochadeligen Alemannen Lantfrid, ein Mitglied der Huosi, als seinen verlässlichen Vasallen ein.[3] Um 739/740 wurde das St. Jakob und St. Benedikt geweihte Kloster als Benediktinerabtei begründet. Erzbischof Bonifatius führte Lantfrid als Benediktinerabt ein und weihte die erste Klosterkirche. Einige Jahre später überbrachte Karl der Große die Reliquie vom rechten Arm des hl. Benedikt. Daraufhin wurde das bisher als „Buron“ bekannte Kloster in „Benedictoburanum“ umbenannt. Nach Fertigstellung des Klosterbaus wurde bereits die erste Klosterschule gegründet. Das im 8. Jahrhundert in Kochel am See begründete Frauenkloster verlegte man um 800 in das Kloster Benediktbeuern, wo es bis ins 14. Jahrhundert seinen Sitz auf der Nordseite des Männerklosters hatte.[4] Daher rührt auch der doppelte Abtstab (Abt und Äbtissin) im Wappen des Klosters Benediktbeuern.

Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand in diesem Ort im Jahr 1273 statt. Benediktbeuern war vor 1800 Sitz des Oberen und Unteren Gerichts des Klosters Benediktbeuern. 1803 wurde es im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Das Gebiet der Gemeinde Benediktbeuern wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern eine selbstständige politische Gemeinde. Die Gemeinde hieß damals noch Laingruben und trägt erst seit dem 30. November 1865 den Namen des Klosters.[5] Das alte Dorf befindet sich zu beiden Seiten der Dorfstraße sowie des Mariabrunnwegs. Die Besiedlung ist hier am dichtesten und trägt bäuerlichen Charakter.

1930 erwarben die Salesianer Don Boscos die Klosteranlage und renovierten die Gebäude. Rund 50 Ordensleute leben heute dort. Die Klosteranlage beherbergt auch eine Hochschule (nach Schließung der philosophisch theologischen Hochschule zum WS 13/14), die Jugendbildungsstätte Aktionszentrum, das Zentrum für Umwelt und Kultur, den örtlichen Jugendtreff sowie die Don-Bosco-Jugendherberge. Im Meierhof des Klosters sind außerdem das Trachteninformationszentrum und die Fachberatung für Heimatpflege des Bezirks Oberbayern untergebracht.

Die Barocktürme von Koster Benediktbeuern

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahlen in Bayern 2014 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder.[6] Die Wahlbeteiligung lag bei 67,2 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Gemeinderat
CSU/Benediktbeurer Mitte     6 Sitze  (40,2 %)
Freie Bürgerliste Miteinander 5 Sitze (28,4 %)
Freie Wählergemeinschaft 3 Sitze (15,8 %)
Benediktbeurer Bürgervereinigung 2 Sitze (15,6 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister Johann Kiefersauer.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot zwei schräg gekreuzte goldene Abtstäbe, aufgelegt eine senkrecht gestellte silberne Kielfeder. Die Abtstäbe stehen hier symbolisch für das ehemals berühmte Benediktinerkloster mit einst je einem Frauen- und einem Männerkonvent im bayerischen Alpenvorland. Die Feder soll an die einst bedeutsame Buchmalerei und Schreibschule des Stifts erinnern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Benediktbeuern

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alle drei Jahre wird am Dorfplatz ein großer hölzerner Maibaum aufgestellt. Das Aufstellen gleicht einem kleineren Volksfest und endet abends im Maitanz in einer der lokalen Gaststätten. Das nächste Mal wird der Maibaum 2018 neu aufgestellt.
  • Am Dienstag nach Pfingsten findet in jedem Jahr der Pfingstmarkt statt. Mobile Händler bieten hier Waren an, von Spielzeug bis hin zu Haushaltsbedarf.
  • Im August findet jährlich das Sommerkellerfest statt, das von der Freiwilligen Feuerwehr Benediktbeuern ausgerichtet wird.
  • Ganzjährig finden im Kloster Benediktbeuern, z. B. im Barocksaal, klassische Konzerte statt.
  • In den Monaten Juli und August finden im Meierhof im Kloster Benediktbeuern verschiedene, vor allem moderne Konzerte und Shows statt, so im Jahr 2015 Adel Tawil oder 2016 Harry G.
  • Die Leonhardifahrt findet in Benediktbeuern jedes Jahr an dem Sonntag statt, der dem 6. November, dem Tag des heiligen Leonhard, am nächsten liegt. Rund 50 Kutschen und schön geschmückte, von ebenso geschmückten Pferden gezogene Wagen mit betenden Bäuerinnen und Bauern in Tracht, Kindern, Gemeinderatsmitgliedern, Gebirgsschützen und Musikkapellen aus den umliegenden Ortschaften fahren vom Dorfplatz zum Kloster. Im Arkadenhof werden Menschen und Tiere gesegnet. In der Basilika findet ein Gottesdienst statt. Anschließend verlassen die Gespanne das Kloster wieder. Abends gibt es im Gasthof zur Post den Leonhardi-Tanz. Jedes Jahr kommen zehn- bis zwanzigtausend Besucher zur Benediktbeurer Leonhardifahrt, die sich durch ihren feierlichen Charakter auszeichnet.
  • Am zweiten Adventsonntag findet seit vier Jahrzehnten Benediktbeuerns Altbairischer Christkindlmarkt statt. An etwa 50 - 60 mit Zweigen geschmückten, hölzernen Ständen werden kulinarische Spezialitäten, Kunsthandwerk und ähnliche Waren von Vereinen und lokalen oder regionalen Gewerbetreibenden angeboten. Der Christkindlmarkt zieht tausende Besucher an.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Don-Bosco-Jugendherberge im Kloster Benediktbeuern ist eine der meistbesuchten Jugendherbergen Deutschlands. Die Jugendherberge hat sich auf Schullandheimaufenthalte und Abschlussfahrten spezialisiert und bietet ein erlebnispädagogisches Acht-Tage-Programm an, das in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) durchgeführt wird. Jedes Jahr kommen dort ca. 300 Schulklassen mit insgesamt fast 10.000 Schülern im Alter zwischen 12 und 17 Jahren für jeweils acht Tage zu Besuch.
  • Jugendherberge Miriam[8]
  • Aktionszentrum Benediktbeuern[9]

Erwachsene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benediktbeuern hat viele Gast- und Übernachtungsstätten welche Zimmer für Übernachtungen anbieten

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde:

Personen mit Bezug zum Ort:

  • Karl Meichelbeck (1669–1734), Benediktinerpater, Historiker, Verfasser des Chronicon Benedictoburanum
  • Aegidius Jais (1750–1822), Benedektinerpater, römisch-katholischer Theologe und Hochschullehrer, nach Auflösung des Klosters Seelsorger am Ort
  • Joseph von Fraunhofer (1787–1826), Optiker und Physiker, begründete den wissenschaftlichen Fernrohrbau, er arbeitete von 1807 bis 1819 im Mathematisch-Mechanischen Institut von Reichenbach, Utzschneider und Liebherr in Benediktbeuern
  • Franz Marc (1880–1916) lebte vor Kriegsbeginn nur kurz hier in Ried (das kam 1918 zu Kochel) und malte seine letzten großen Bilder. Sein Grab und ein Franz-Marc-Museum (1986) befinden sich in Kochel am See.
  • Leo Weber (* 1928), römisch-katholischer Geistlicher, Kirchen- und Kunsthistoriker, profunder Kenner des Klosters Benediktbeuern
  • Monika Dahlberg (* 1936), Schauspielerin und Sängerin; lebt in Benediktbeuern
  • Alois Kothgasser (* 1937), emeritierter Erzbischof von Salzburg, ehem. Bischof von Innsbruck, 1982–97 Dogmatikprofessor an der philosophisch-theologischen Hochschule, zweimal deren Rektor
  • Gerhard Schmidt-Gaden (* 1937), Dirigent, Chorleiter und Stimmpädagoge, u. a. Gründer und Leiter des Tölzer Knabenchores, mit langjährigem Wohnsitz in Benediktbeuern

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahnhof Benediktbeuern ist Station der Kochelseebahn mit Verbindungen zum Fernverkehrsnetz und nach München über Bichl und Tutzing
  • Die Bundesstraße 11 führt durch den Ort. Bei Sindelsdorf befindet sich der Anschluss zur Auffahrt auf die Bundesautobahn 95 (München/Garmisch-Partenkirchen)
  • Eine Buslinie mit mehreren Haltestellen in Benediktbeuern verkehrt täglich

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Philosophisch-Theologische Hochschule in Trägerschaft des Ordens der Salesianer Don Boscos stellte 2013 den Lehrbetrieb ein.

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV Benediktbeuern[11]
    • Fußball
    • Judo
    • Schwimmen
    • Ski
    • Mountainbike
    • Laufen
    • Turnen
  • Alpenwarmbad (Beheiztes Freibad mit einem Schwimmer- und einem Nichtschwimmerbecken. Zum Nichtschwimmerbecken gehört eine Rutsche. Zusätzlich gibt es ein kleines Becken für Kleinkinder.)
  • Sportanlagen (Fußballplätze, Eisstockschießen, Tennis, Schwimmbecken, Turnhallen)
  • In der Wintersaison: LL-Loipe und zahlreiche Gelegenheiten zum Schlittenfahren
  • Zahlreiche Rad- und Wanderwege in Moor und Bergen

Jugendangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jugendfeuerwehr Benediktbeuern[12]
  • TSV Benediktbeuern
  • Don-Bosco-Club Benediktbeuern[13]
  • Ministranten Benediktbeuern[14]
  • Kinder- und Jugendgarde Benediktbeuern

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Benediktbeuern – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Benediktbeuern – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Leo Weber: Kloster Benediktbeuern. Regensburg 2003, S. 4, ISBN 3-7954-1412-1
  3. Leo Weber: Kloster Benediktbeuern. Regensburg 2003, S. 4, ISBN 3-7954-1412-1
  4. Leo Weber: Kloster Benediktbeuern. Regensburg 2003, S. 10, ISBN 3-7954-1412-1
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. S. 428
  6. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014
  7. Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen - Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen 2014
  8. Die Jugendherbergen: DJH Jugendherberge Benediktbeuern 'Miriam' - Angebote + mehr | Bayern. Abgerufen am 2. Mai 2017.
  9. Aktionszentrum - Don Bosco. Abgerufen am 2. Mai 2017 (deutsch).
  10. Benediktbeuern Grund- und Mittelschule. Abgerufen am 02.05.2017 (deutsch).
  11. TSV BB. Abgerufen am 02.05.2017 (deutsch).
  12. Jugend. Abgerufen am 02.05.2017 (deutsch).
  13. Don-Bosco-Club Benediktbeuern. Abgerufen am 02.05.2017 (deutsch).
  14. Ministranten Benediktbeuern. Abgerufen am 02.05.2017.