Benediktenkraut

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Benediktenkraut
Benediktenkraut (Centaurea benedicta)

Benediktenkraut (Centaurea benedicta)

Systematik
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Untertribus: Centaureinae
Gattung: Flockenblumen (Centaurea)
Art: Benediktenkraut
Wissenschaftlicher Name
Centaurea benedicta
(L.) L.
Benediktenkraut (Cnicus benedictus), Illustration

Das Benediktenkraut (Centaurea benedicta (L.) L.), auch Kardobenedikte, Benediktendistel, Benediktenkarde, Benediktenwurz, Bitterdistel, Bernhardinerwurzel, Bornwurz, Distelkraut, Spinnendistel oder Natter(n)kraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Flockenblumen (Centaurea) in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es handelt sich um eine Heilpflanze.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Benediktenkraut wächst als distelähnliche, einjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 60 Zentimetern. Die Laubblätter sind bis zu 30 cm lang und 8 cm breit mit kleinen Stacheln am Blattrand.

Der körbchenförmige Blütenstand hat einen Durchmesser von 3 bis 4 cm und enthält viele gelbe Röhrenblüten, die von vielen stachligen Hüllblättern umgeben sind.

In Mitteleuropa blüht es im Juni.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Benediktenkraut ist in der Mittelmeerregion und Kleinasien, von Portugal im Norden bis Frankreich und Italien im Süden und vom Balkan bis zur Türkei im Osten und in Nordafrika beheimatet. In Mittel-, Osteuropa und den Britischen Inseln wurde das Benediktenkraut als Heilpflanze kultiviert und verwilderte. Auch in vielen anderen Teilen der Welt ist es ein Neophyt. Das Benediktenkraut ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Hordeetum aus dem Verband Sisymbrion.[1]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typisch ist der bittere Geschmack der Pflanzenteile. Medizinisch verwendet werden die Blätter und die blühenden Enden der Stängel.

Die bedeutendste Inhaltsstoffgruppe stellen die Bitterstoffe mit den Hauptbestandteilen Artemissiifolin, Cnicin und Salonitenolid. Dabei enthält die Droge (Cnici benedicti herba, Cardui benedicti herba) etwa 0,2 % Cnicin. Weitere Inhaltsstoffe sind ätherische Öle mit Terpenen (Citral, Cymen, Fenchon), Flavonoide und Triterpene.[2] Das essentielle Öl der Pflanze, die im Mittelalter bei eitrigen Hautgeschwüren angewendet wurde, wirkt laut Weiss vor allem gegen Staphylokokken bakteriostatisch.[3]

Toxikologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Benediktenkraut besitzt ein gewisses Allergiepotential. Betroffen sind dabei vor allem Personen mit Allergien gegenüber Korbblütlern. Allergische Reaktionen gegenüber dem Wirkstoff Cnicin konnte dabei an Mäusen und Ratten beobachtet werden. Die Dosis Cnicin im Rahmen einer Phytotherapie liegt üblicherweise unterhalb der Dosis einer akuten Toxizität. Präparate mit einer hohen Dosis an Cnicin als Reinsubstanz können jedoch Reizungen im Rachen-, Schlund und Speiseröhrenbereich verursachen, welche mit Störungen im Magen-Darm-Trakt, bis hin zu Übelkeit, Krämpfen und Durchfall mit Fieber reichen.[2]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung unter dem Namen (Basionym) Cnicus benedictus erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 826. Die Neukombination zum heute gültigen Namen Centaurea benedicta (L.) L. wurde 1763 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2. Auflage, S. 1296 veröffentlicht. Ein weiteres Synonym für Centaurea benedicta (L.) L. ist Carbenia benedicta (L.) Arcang.

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Benediktenkraut bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Benedicht (mittelhochdeutsch), Benedicta, Benedicte (mittelhochdeutsch), Benedictenwurz, Benediktinerdistel, Berlinskraut, Bernhardinerkraut (Schlesien), Bernwurz (mittelniederdeutsch), Bitterdistel, Bornwurz (Schlesien), Brunword, Brunworz, Cardobenedict, Kardobenediktenkraut, Crewzwurtz (mittelhochdeutsch), Crucewort (mittelniederdeutsch), Cruswurtz (mittelhochdeutsch) und Crützwurz (mittelhochdeutsch).[4]

Weitere Abbildungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 974.
  2. a b Verein für Arznei- und Gewürzpflanzen SALUPLANTA e.V. Bernburg: Handbuch des Arznei- und Gewürzpflanzenbaus Band 1, Selbstverlag, 2009, ISBN 3-935971-54-0
  3. Rudolf Fritz Weiss: Lehrbuch der Phytotherapie. 5. Aufl. Stuttgart 1982, S. 63.
  4. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 104. (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Benediktenkraut (Centaurea benedicta) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien