Benediktinerinnenabtei zur Heiligen Maria

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kloster St. Maria, Fulda
Klosterkirche St. Maria und Kloster vom "Heertorplatz/Schloßstraße" mit Klostermauer. Links davon der Giebel der ehem. Landeszentralbank Fulda, ein dreigeschossiger Bau im Neorenaissancestil von 1901/1902.
Klosterkirche St. Maria und Kloster vom "Heertorplatz/Schloßstraße" mit Klostermauer. Links davon der Giebel der ehem. Landeszentralbank Fulda, ein dreigeschossiger Bau im Neorenaissancestil von 1901/1902.
Lage Nonnengasse 16
Liegt im Bistum Bistum Fulda
Koordinaten: 50° 33′ N, 9° 41′ OKoordinaten: 50° 33′ 10,8″ N, 9° 40′ 38,3″ O
Patrozinium St. Maria
Gottesmutter
Gründungsjahr 1626 durch Benediktinerinnen
Kongregation Beuroner Kongregation seit 1982
Benediktinerinnenabtei St. Maria

Die Benediktinerinnenabtei zur Heiligen Maria (lat. Abbatia ad Sanctam Mariam Fuldensis) ist ein 1626 gegründetes Kloster der Benediktinerinnen im Stadtzentrum von Fulda. Die Klostergebäude mit Klosterladen stehen in der Nonnengasse 16.

Die Schwestern betreiben verschiedene kunsthandwerkliche Werkstätten, einen Klostergarten sowie einen Klosterladen.

Die in den Jahren 1629 bis 1631 erbaute Klosterkirche – im Volksmund „Nonnenkirche“ genannt − ist in den Formen der Spätgotik und Renaissance errichtet worden und hat eine markante Westfassade, die durch große Spitzbogenfenster und einen Renaissancegiebel geprägt ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundsteinlegung zum Bau der Kirche und des Klosters erfolgte durch den Fuldaer Fürstabt Johann Bernhard Schenck zu Schweinsberg (1623–1632) und 1631 mit vier Benediktinerinnen aus der Abtei Kühbach bei Augsburg besetzt. Es blieb bis zu dessen Säkularisation 1802 abhängig vom Hochstift Fulda. Erste Priorin war ab 1631 Salome von Pflaumern. Die ersten Jahrzehnte waren wegen des Dreißigjährigen Krieges von großen Schwierigkeiten geprägt; die Schwestern mussten mehrmals vor feindlichen Truppen fliehen, das Kloster wurde einige Male geplündert.

Der Säkularisation konnte das Kloster 1804 durch Übernahme einer Mädchenschule entgehen. Während des Kulturkampfs mussten die Schwestern von 1875 bis 1887 ins französische Exil gehen. Nach ihrer Rückkehr 1898 wurde das Kloster von Papst Leo XIII. zur Abtei erhoben.

In der Zeit des Nationalsozialismus in 1942 konnte die erneute Vertreibung der Schwestern verhindert werden, indem ein Teil der Gebäude der Wehrmacht zur Verfügung gestellt und später Ausgebombte und Kriegsflüchtlinge des Zweiten Weltkrieges in den Klostermauern aufgenommen wurden. Durch einen Bombeneinschlag in 1944 wurden die Dächer und Fenster zerstört. In den fünfziger Jahren wurden neue Fenster eingebaut und das Kircheninnere zeitgemäß erneuert.

Nach einer langen Phase der Annäherung an die Beuroner Kongregation wurde die Abtei schließlich 1982 in die Kongregation aufgenommen. In den Jahren 2007/2007 wurden Einrichtungen sowie Konventgebäude geründlich saniert und am 28. Juni 2007 das neuerbaute Haus "St. Lukas" eingeweiht.

Galerie:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Candida Elvert: Fulda, St. Maria. In: Friedhelm Jürgensmeier u. a.: Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Hessen (Germania Benedictina 7 Hessen), Eos, St. Ottilien 2004, S. 480–511. ISBN 3-8306-7199-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Abtei zur Hl. Maria (Fulda) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien