Benin-Stadt

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Benin-Stadt
Benin-Stadt (Nigeria)
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Koordinaten 6° 20′ N, 5° 38′ O6.33333333333335.6333333333333Koordinaten: 6° 20′ N, 5° 38′ O
Basisdaten
Staat Nigeria

Bundesstaat

Edo
Höhe 80 m
Einwohner 2.571.798 (Berechnungen 2012[1])
Statue auf dem Königsplatz
Statue auf dem Königsplatz

Benin-Stadt (Benin City) ist eine Stadt in Nigeria. Sie hat knapp 2,6 Millionen Einwohner (Berechnungsstand: 2012) und ist Hauptstadt des Bundesstaates Edo.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Süden des Landes am gleichnamigen Fluss. Der Okomu-Nationalpark liegt etwa 60 Kilometer nordwestlich von Benin-Stadt entfernt.

Klimadiagramm[Bearbeiten]

Benin-Stadt
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: [2]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Benin-Stadt
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 31,7 32,7 32,6 32,1 31,6 29,4 27,8 27,8 28,2 30,0 31,6 31,6 Ø 30,6
Min. Temperatur (°C) 21,1 21,8 22,3 22,9 22,4 21,8 21,2 21,2 21,7 21,8 21,8 20,5 Ø 21,7
Niederschlag (mm) 9 44 109 164 199 267 331 247 338 233 62 22 Σ 2.025
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Quelle: [3]

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1200 oder 1300 wurden die Ebo-Stämme um Benin-Stadt vereint. Angeblich wurde der Ife-Häuptling Oranyan ihr erster Herrscher. Im 15. Jahrhundert befestigte König Ewuare des damaligen Reiches Benin (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Staat Benin) die Stadt. Bereits 1486 betrieben die Portugiesen hier einen Handelsposten. In den beiden folgenden Jahrhunderten wurde Benin-Stadt ein Zentrum des portugiesischen und holländischen Sklavenhandels, durch den die Region reich wurde.[2]

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann der Niedergang der Hauptstadt. Aber noch zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie Hauptstadt als „mit tiefen Gräben umgeben“ beschrieben. Dies war die Mauer von Benin, die damals größte Befestigungsanlage der Welt. Sie hatte „breite Straßen mit lebhaftem Verkehr“, einen umfangreichen Palast des Herrschers und 15.000 Einwohner. Die Stadt wurde 1897 bei einem Eroberungsfeldzug durch die britischen Kolonialtruppen verwüstet.

Während des Biafra-Krieges wurde in Benin-Stadt 1967 die Republik Benin ausgerufen, bereits am Folgetag wurde das „Staatsgebiet“ jedoch von nigerianischen Truppen besetzt, womit die Republik ihr schnelles Ende fand.

1972 entstand aus einer 1970 gegründeten Technischen Hochschule die University of Benin (Nigeria), eine der größten des Landes.

Religiöse Strömungen[Bearbeiten]

Benin-Stadt ist Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs von Benin-City sowie der großen pfingstkirchlichen Church of God Mission. Das (unabhängige) Miracle Center mit seinen 20.000 Sitzplätzen ist eine der größten Kirchen der Welt. Aber auch Woodoo-Kulte sind weit verbreitet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Benin-Stadt gibt es ein Nationalmuseum, einen Palast (Oba-Palast) und die zoologische Naturparkanlage Ogba Zoo. Die Stadt hat mehrere Märkte.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt ist für die Gummiindustrie bekannt. Sie hat einen Hafen.

Benin-Stadt ist ein Zentrum der Zwangsprostitution und der Kinderprostitution. Tausende Kinder werden dort von ihren armen Familien an Zuhälter verkauft und landen später auch an den Straßen und in den Bordellen Großbritanniens, Italiens und Deutschlands.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Festus Iyayi (1947–2013), Hochschullehrer für Ökonomie und Schriftsteller
  • Frank Egharevba (1985), nigerianisch-österreichischer Fußballer

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Benin-Stadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:@1 @2 Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deBevölkerungsdaten 2012
  2. The Benin Empire and Slave Trade, 2009, online: [1]
  3. Spiegel-Artikel „Von Benin City nach Oberhausen“