Benjamin-Immanuel Hoff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Benjamin-Immanuel Hoff, 2015

Benjamin-Immanuel Hoff (* 17. Februar 1976 in Berlin) ist ein deutscher Politiker (Die Linke) und Hochschullehrer. Er war von Dezember 2006 bis Dezember 2011 Staatssekretär für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin und ist seit 2010 Honorarprofessor für Sozialwissenschaften an der Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin. Seit 5. Dezember 2014 ist er im Freistaat Thüringen Chef der Thüringer Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten im Kabinett Ramelow.[1]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1995 bis 2001 absolvierte er ein Studium der Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1999 bis 2006 unterrichtete er mit Lehraufträgen an der FU und der HU Berlin. Er promovierte an der Humboldt-Universität bei Claus Offe („Solidarität, Wettbewerb und Haushaltskrisen im föderalen Wohlfahrtsstaat“). Von 2005 bis 2006 war er Leiter der Bund-Länder-Koordination in der Bundestagsfraktion Die Linke. Von Dezember 2006 bis Dezember 2011 war er Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin. 2010 wurde er zum Honorarprofessor an der Alice-Salomon-Fachhochschule ernannt, seit 2012 ist er Fellow der School of Law, Politics and Sociology der University of Sussex. Ab 2012 bis zu seiner Ernennung als Minister in Thüringen war er als Geschäftsführender Gesellschafter der MehrWertConsult - Strategieberatung tätig. Von Dezember 2012 bis Dezember 2013 leitete er zudem als Rektor die staatlich anerkannte BEST-Sabel-Hochschule Berlin.

Parlamentstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 sowie 1999 und 2001 wurde Hoff direkt in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt, aus dem er 2006 ausschied.

Verhältnis zum Linksextremismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Rede vor dem Thüringer Landtag sagte Hoff, dass die Bezeichnung „linksextrem“, die der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner auf ihn angewandt hatte, „ein Ehrentitel“ für ihn sei, den er „mit Stolz“ trage.[2][3]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1993 trat er in die PDS ein. Von 2004 bis Ende 2006 war er Mitglied des Bundesvorstandes der Rosa-Luxemburg-Stiftung und von 2010 bis 2013 Bundessprecher des Forums Demokratischer Sozialismus.

Er gehört dem Bund demokratischer Wissenschaftler, der Gewerkschaft IG Metall sowie dem Arbeitskreis Parteienforschung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft an.

In der DDR war Hoff als Kind bzw. Jugendlicher Mitglied der Jungen Pioniere und der Freien Deutschen Jugend. 1990 trat er aus der FDJ aus und in den Unabhängigen Sozialistischen Jugendverband „Rosa Luxemburg“ ein, später in die MJV Junge Linke. Durch die Fusion von MJV Junge Linke und Jungdemokraten wurde er, mit kurzer Unterbrechung, 1992 Mitglied der JungdemokratInnen/Junge Linke. Zu dieser Zeit war Hoff außerdem Mitglied der Landesschülervertretung Berlin sowie der damaligen Bundesschülervertretung.

Hoff war Mitglied im Verwaltungsrat der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit Petra Sitte (Hrsg.): Politikwechsel in der Wissenschaftspolitik? Ein Lesebuch. Dietz, Berlin 2001, ISBN 3-320-02017-X.
  • Länderneugliederung. Ein Modell für Ostdeutschland. In: Stadtforschung aktuell. Band 85. Leske und Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3267-0.
  • mit Harald Wolf (Hrsg.): Berlin – Innovationen für den Sanierungsfall. In: Stadtforschung aktuell. Band 103, Verlag für Sozialwissenschaften, 2005.
  • Föderalismusreform in der Haushaltsnotlage. Perspektiven der Modernisierung bundesstaatlicher Ordnung, Nomos Universitätsschriften Politik Band 143, Baden-Baden, 2007.
  • Staatsverschuldung, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin, 2007.
  • Die Linke: Partei neuen Typs? Milieus, Strömungen, Parteireform, VSA-Verlag, Hamburg, 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Benjamin-Immanuel Hoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.thueringen.de/th1/tsk/aktuell/veranstaltungen/82320/index.aspx
  2. Staatskanzleichef Hoff - links oder linksextrem? bei mdr.de, abgerufen am 1. Juni 2017.
  3. Thüringer Minister Hoff von Rot-Rot-Grün ist stolz auf die Bezeichnung Linksextremist bei YouTube.com, abgerufen am 1. Juni 2017.