Benjamin Mikfeld

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Benjamin Mikfeld (* 16. Oktober 1972 in Lennestadt) ist seit August 2014 Leiter der Grundsatzabteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Er war von 1999 bis 2001 Bundesvorsitzender der Jusos und bis 2003 Mitglied des Parteivorstands der SPD.

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Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1995 bis 1999 war Mikfeld Vorsitzender der Jusos in der SPD im Bezirk Westliches Westfalen. Mikfeld wurde 1999 auf dem Leipziger Bundeskongress als einziger Kandidat mit 50,86 Prozent der Stimmen zum Juso-Bundesvorsitzenden gewählt. Während seiner Zeit als Juso-Chef übte Mikfeld scharfe Kritik an der SPD und den Jusos: „Polemisch überspitzt droht die Mutation der Jusos zu einem bizarren Gebilde aus politisch irrelevanten Cliquen, karrieregeilen Schleimern, frühfordistischer Stahlarbeiterromantik, halbherzigem öko-sozialdemokratischem Reformismus sowie regionalspezifischen Fantasie-Sozialismen“, zitierte die Frankfurter Rundschau Mikfeld.[1] Die Süddeutsche Zeitung kommentierte zu Mikfelds Wahl: „Ausgerechnet von den Jusos soll nun der Impuls für eine Linke der Moderne ausgehen? Es sträubt sich viel gegen diesen Gedanken. Aber Benjamin Mikfeld, Juso-Vorsitzender seit einem knappen Jahr, startet einen ernstzunehmenden Versuch, die Jusos aus dem Gestern direkt ins Morgen zu befördern.“ [2] Zum Abschluss seiner Amtszeit als Bundes-Chef der Jusos war das Echo gespalten. Der Kölner Stadt-Anzeiger sprach von einem „Offenbarungseid“ und einem „Scherbenhaufen“: „Mikfeld hat es nicht geschafft, die beiden verfeindeten Juso-Flügel zu versöhnen.“[3]

Von 1995 bis 2003 war Mikfeld Mitglied des SPD-Parteivorstands.

2001 bewarb sich Mikfeld um das Mandat als Bundestagskandidat der SPD im damals neu geschaffenen Bundestagswahlkreis Herne – Bochum II, unterlag aber bei einer Wahlkreisversammlung mit Delegierten aus Herne und Bochum mit 71:79 Stimmen knapp gegen Gerd Bollmann.[4]

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Studium der Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum, das Mikfeld 2001 mit einem Diplom abschloss, war er zunächst als Projektmanager bei SCI Verkehr beschäftigt. 2003 wechselte der Politik- und Unternehmensberater zu BBDO Consulting und war dort verantwortlich für Public Affairs sowie Public Communication.[5][6]

2004 wurde Benjamin Mikfeld Büroleiter des SPD-Bundesgeschäftsführers und arbeitete bis 2011 in wechselnden Positionen in der SPD-Parteizentrale (Willy-Brandt-Haus). Ab 2005 war er Leiter des Planungsstabes, 2008 Leiter der Abteilung Politik und Analysen.[7]

2011 verließ er die SPD-Parteizentrale und kündigte an, ein eigenes politisches Strategieinstitut aufzubauen.[8] Laut Presseberichten sollte er einen rot-grünen „Think Tank“ koordinieren. „Er selbst freut sich nach eigenen Worten, mit dem Projekt rauszukommen ,aus dem Hamsterrad‘ der Tagespolitik“[9], so der Tagesspiegel, der weiter schrieb: „Mit dem neuen Strategieinstitut – andere Beteiligte sprechen bescheidener von einem ,Koordinierungsbüro‘ – wollen die beiden Parteien einen Vorteil wettmachen, den das konservative Lager aus ihrer Sicht hat. Denn dort spielen sich verschiedene Thinktanks ,wechselseitig die Bälle zu‘, wie Mikfeld erläutert. ,Die konservative Seite ist besser aufgestellt. Wir müssen Waffengleichheit schaffen.‘“ 2012 legte der von ihm als einer der beiden gleichberechtigten Geschäftsführer geleitete Denkwerk Demokratie e.V. sein erstes Arbeitspapier unter dem Titel „Neues Denken“ vor.[10]

Im August 2014 wurde er Leiter der Grundsatzabteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.[11]

Mikfeld ist Mitherausgeber der Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft (spw).

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Von Cliquen und Schleimern: Die umstrittenen Wahrheiten des Juso-Vorsitzenden Mikfeld, in: Frankfurter Rundschau, 30. Mai 2000
  2. Aufbruch der Jusos, in: Süddeutsche Zeitung, 31. März 2000
  3. An der eigenen Basis gescheitert, in: Kölner Stadtanzeiger, 13. Juni 2001
  4. Herner SPD will Bollmann, in Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 31. Oktober 2001
  5. Trendumkehr in Castrop-Rauxel, in: die tageszeitung, 8. Oktober 2003
  6. Göttgens/Gelbert/Böing (Hrsg.): Profitables Markenmanagement, Wiesbaden 2003, S. XXI
  7. Münte organisiert seine Truppen, in: die Tageszeitung, 22. Oktober 2008
  8. SPD-Chef Gabriel verliert wichtigen Mitarbeiter, in: Rheinische Post, 27. Januar 2011
  9. An die Macht denken, in: Tagesspiegel, 7. Februar 2011
  10. Yasmin Fahimi u.a.: Neues Denken, Berlin 2012
  11. Lieferant, in: Neues Deutschland, 2. August 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]