Benno Grueber

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Benno Grueber, Taufname Michael Grueber (* 28. September 1759 in Kelheim; † 18. März 1796 in Weltenburg) war ein deutscher Kirchenmusiker, Komponist und Benediktinerpater.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Grueber wurde am 28. September 1759 im Weißen Brauhaus in Kelheim geboren. Seine Gymnasialzeit verbrachte er zunächst im Jesuitengymnasium in München, wo er auch als Chormusikus an der Jesuitenkirche St. Michael tätig war. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens vollendete er das Gymnasium in Regensburg sowie ab 1778 im Augustiner-Chorherrenstift Weyarn, wo er als Novize eingetreten war.

1779 wechselte Grueber in die Benediktinerabtei Weltenburg, wo er ein Jahr später zur Profess zugelassen wurde und den Ordensnamen Benno erhielt.

Nach einem Studium in Oberalteich und Weltenburg wurde Grueber am 14. Juni 1783 zum Priester geweiht und feierte zehn Tage später seine Primiz.

Es folgten musikalische Studien bei Paul Ignaz Kürzinger am Hof des Fürsten von Thurn und Taxis in Regensburg. Nach kurzer Tätigkeit als Chorregent im Kloster Weltenburg wurde Grueber 1784 Katechet im Dorf Weltenburg. Ab ca. 1785 bekleidete er das Amt des Musikdirektors im Kloster Weltenburg. Das Bavarikon bezeichnet Grueber als "einen der besten und beliebtesten bayerischen Klosterkomponisten des ausgehenden 18. Jahrhunderts".[1]

Sein Singspiel Die guten Untertanen, zu dem der Abt Rupert Kornmann aus dem Kloster Prüfening das Libretto geschrieben hatte, wurde 1791 unter anderem in München vor Kurfürst Karl Theodor, auf der Bühne des Fürsten von Thurn und Taxis in Regensburg sowie in mehreren Klöstern aufgeführt und erntete großen Beifall.[2]

Ein Teil des musikalischen Werks von Benno Grueber ist in den Wirren der Säkularisation verloren gegangen. Seine Kompositionen werden aber auch heute noch immer wieder aufgeführt,[2] beispielsweise bei mehreren Konzerten in der Abteikirche Weltenburg im Jahre 1996 anlässlich seines 200. Todestages.[3]

Pater Benno Grueber starb am 18. März 1796 im Alter von 36 Jahren in Weltenburg.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Missa solemnis in a-moll für Soli, Chor und Orchester
  • Vier Marianische Antiphonen für Soli, Chor und Orchester
  • Das Grab ist leer (Ostermotette) in D-Dur für Chor und Orchester[4]
  • Der Ritter in der Marmorhöhle an der Donau (Kantate) (1788)
  • Die guten Untertanen (Singspiel) (Libretto: Rupert Kornmann) (1791)
  • Die zween Dorfschullehrer (Libretto: Rupert Kornmann)
  • Der gute Fischer oder Das Regiment der Bedienten (Libretto: Rupert Kornmann) (Erstaufführung postum 1799)
  • Lauretanische Litanei in Es-Dur für Soli, Chor und Orchester (1794)

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musik aus der Benediktinerabtei Weltenburg, Chor der Herz-Jesu-Kirche München, Kammerorchester "Musica Bavarica", Chor der Weltenburger Musikgemeinschaft, Leitung: Hans Sedlmaier[5]
  • Jubiläumskonzert zum 200. Todestag von P. Benno Grueber OSB (Konzertmitschnitt vom 13. Juli 1996), Chor der Weltenburger Musikgemeinschaft, Kammerorchester Regensburg, Leitung: Prof. Josef Kohlhäufl
  • Regina coeli laetare aus den Antiphonae Marianae (1793), auf: Donaubarock Teil 1 - Geistliche Kammermusik von Ulm bis Wien, Consortium Musicum Passau, Wolfgang Schäfer
  • Ouvertüre und Ariette (Tenor) aus dem Singspiel »Die zween Dorfschullehrer«, auf : Augustiner-Chorherrenstift Weyarn - Klänge aus dem alten Musikarchiv, Heinrich Weber (Tenor), Leitung: Josef Schmidhuber

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Münster: P. Benno Grueber OSB (1759-1796) und die Musik im Kloster Weltenburg in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts (= Schriftenreihe der Weltenburger Akademie. Gruppe Geschichte. Band 3,5). Weltenburger Akademie, Abensberg 1996, DNB 949867233.
  • Erika Bosl: Grueber, Benno. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0792-2, S. 279 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erika Bosl: Grueber, Benno. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0792-2, S. 279 (Digitalisat).
  2. a b Geschichte des Klosters auf der Seite der Abtei St. Georg in Weltenburg
  3. Jahresbericht 1996 der Abtei St. Georg in Weltenburg
  4. Das Grab ist leer im Répertoire International des Sources Musicales
  5. [1]