Benutzer:Austriantraveler/LWAM

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Diese Karte aus dem Jahr 1715 zeigt in rosa das Fürsterzbistum Salzburg

Die Frage der Bürgerschaft, bzw. Landsmannschaft des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart wird in der Rezeptionsgeschichte unterschiedlich beantwortet. Salzburg war seit dem späten 14. Jahrhundert Hauptstadt eines im Wesentlichen unabhängigen[1] Fürsterzbistums namens Erzstift Salzburg,[2] das geistlich dem Heiligen Stuhl in Rom unterstand, weltlich dem römisch-deutschen Kaiser, nicht aber der „österreichischen“ Habsburgermonarchie. Mozart war im Erzbistum geboren als Untertan der Fürsterzbischöfe, und blieb das auch sein Leben lang. Die Landeszugehörigkeit Mozarts könnte daher als „(Fürsterzbischöflich-)Salzburgerisch“ bezeichnet werden,[3] jedoch ist diese Umschreibung seiner Landsmannschaft weniger verbreitet.[4][5]

Rezeption seiner Zugehörigkeit[Bearbeiten]

Der viel verwendete Grove Dictionary of Music and Musicians bezeichnet Mozart als österreichischen Komponisten.[6] Auch das Houghton Mifflin Dictionary of Biography (2003), das Oxford Concise Dictionary of Music (Bourne und Kennedy 2004) und das NPR Listener's Encyclopedia of Classical Music (Libbey, 2006) bezeichnen ihn als solchen. Die Encyclopædia Britannica liefert zwei unterschiedliche Ergebnisse:[7] die kurze anonyme Fassung in der „Micropedia“ bezeichnet ihn als österreichischen Komponisten, der Hauptartikel in der „Macropedia“, geschrieben von H. C. Robbins Landon, befasst sich nicht mit seiner Nationalität. In früheren Quellen wird Mozart oft als Deutscher bezeichnet, vor allem vor der Gründung des heutigen modernen österreichischen Nationalstaates. Eine Londoner Zeitung berichtete im Jahr 1791 vom Tod des Komponisten. Dort wird er als „der gefeierte deutsche Komponist“ (englisch: „the celebrated German composer“) bezeichnet.[8] In Lieber et al. (1832, S. 78), wird Mozart als „der große deutsche Komponist“ vorgestellt. Ferris (1891) nahm Mozart – unter anderem neben Frederic Chopin, Franz Schubert und Joseph Haydn – in sein Buch „The Great German Composers“ („Die großen deutschen Komponisten“) auf. Andere Bezeichnungen als Deutscher findet man bei Kerst (1906, S. 3), Mathews und Liebling (1896), sowie MacKey und Haywood (1909); viel später auch bei Hermand und Steakley (1981).

Manche Quellen änderten ihre Zuordnungen zu heutigen Staaten im Laufe der Zeit. Grove bezeichnete Mozart nicht immer als "Österreicher"; dies erschien erstmals in der ersten Auflage des New Grove im Jahr 1980. Ähnlich war es auch beim Baker's Biographical Dictionary of Musicians. Ursprünglich erwähnten sie die Landsmannschaft Mozarts nicht. Das Wort „Austrian“ wurde erstmals im Anfangssatz in der achten Auflage von 1992 erwähnt, und wurde seither beibehalten.[9] Die Encyclopædia Britannica, die ihn heute als „Austrian“ bezeichnet, beschrieb ihn früher als deutschen Komponisten.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Für Diskussionen zur Unabhängigkeit Salzburgs siehe Beales (2006a, 31) und darunter.
  2. Sadie (2006, 3–4)
  3. Rudolph Angermüller: Mozarts Reisen in Europa, Bock Verlag, 2004, ISBN 978-3-87066-913-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. No sources consulted in preparing "Scholarly practice" (section below) employed this term.
  5. Mozart scholar Otto Erich Deutsch suggested that Mozart was actually not a citizen of Salzburg, but of Augsburg. Discussing Mozart's baptismal record, he writes that Mozart's father Leopold, born and raised in Augsburg, "remained a citizen of that town, so that Nannerl and Wolfgang, though born at Salzburg, were actually Augsburg citizens" (Deutsch 1965, 9). At the time Augsburg was, like Salzburg, a small independent state; i.e. a Free imperial city.
  6. Online-Version Grove Music Online
  7. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Edition von 1988.
  8. Eisen (2007) (introduction to Niemetschek 2007)
  9. Slonimsky (1984, 1992) und Kuhn (2001)
  10. in der bekannten elften Auflage (1910–11); im Internet aufrufbar

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