Benutzer:Florean Fortescue

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Florean Fortescue
Pokalsieger UruguayUruguay CA Peñarol
Beginn 21. Januar 1954
Finale 25. Februar 1954
Mannschaften 8
Spiele 28
Tore 108  (ø 3,86 pro Spiel)
Zuschauer 346.786  (ø 12.385 pro Spiel)

Copa Montevideo 1954[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


  • Uruguay erlebte unter seinem Regierungsnationalrat eine Zeit des relativen Wohlstandes und des wirtschaftlichen Erfolges. Aus diesem Grund konnten 1953 und 1954 die großen Turniere organisiert werden. Die Kosten beinhalteten den Transport und die Anreise der Teams sowie die längerfristige Unterbringung der großen Delegationen. Dennoch stand am Ende des Turnieres ein finanzielles Plus.[1]

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gastgeber der Copa Montevideo waren mit dem CA Peñarol und dem Club Nacional de Football die beiden herausragenden Vereine der uruguayischen Hauptstadt. Darüber hinaus nahmen an dem Turnier Teams aus drei weiteren südamerikanischen Staaten teil. Aus Europa waren der schwedische IFK Norrköping sowie der österreichische SK Rapid Wien eingeladen worden, die beide in ihren jeweiligen Ländern zu den besten Teams zählten. Die Delegation des IFK Norrköping bestand aus 17 Spielern und vier Betreuern – für die Dauer der Reise und des Turnieres wurden auch fünf Spieler vom IFK Göteborg und vom Jönköpings Södra IF in die Mannschaft integriert. Anstatt erst einen Zwischenstopp am Flughafen Stockholm/Bromma einlegen zu müssen, reiste man mit einem Sonder-Direktflug der KLM von Norrköping nach Amsterdam, wo man mit der Wiener Delegation zusammentraf. Die Reise führte in mehreren Flugetappen weiter über Lissabon, Dakar, Recife und Rio de Janeiro bis schließlich nach Montevideo. Das Teilnehmerfeld setzte sich wie folgt zusammen:

Vor der Etablierung der Copa Libertadores im Jahr 1960 gab es keine südamerikanische Vereinsmeisterschaft. Häufig waren stattdessen binationale Wettbewerbe oder auch nur einzelne Spiele zwischen Klubs zweier Länder. In der Copa del Atlántico 1947 trafen erstmals Mannschaften dreier Staaten aufeinander und das Campeonato Sudamericano de Campeones 1948 kann als erste inoffizielle Kontinentalmeisterschaft betrachtet werden, da sich sein Teilnehmerfeld aus sieben Vereinen zusammensetzte, die als die besten ihrer jeweiligen Staaten galten. Mit der Copa del Atlántico de Clubes 1956 folgte ein weiterer Drei-Nationen-Wettbewerb. Die Austragungen der Copa Montevideo in den Jahren 1953 und 1954 reihten sich in diese hochkarätig besetzten Turniere ein und konnten mit Teilnehmern aus vier verschiedenen südamerikanischen Ländern auch den Status einer inoffiziellen Kontinentalmeisterschaft für sich in Anspruch nehmen. Hinsichtlich der Leistungen der Teilnehmer im Vorjahr der jeweiligen Austragung wartete der Wettbewerb 1954 mit besseren beziehungsweise erfolgreicheren Teilnehmern auf als sein Vorgänger. Anzumerken ist, dass in beiden Jahren kein Verein aus Argentinien teilnahm. Dort dominierten zu jener Zeit der CA River Plate, der CA Boca Juniors sowie der Racing Club, deren Fernbleiben den Anspruch der Copa Montevideo, die beste südamerikanische Mannschaft zu ermitteln, unterminierte.

Abgesehen von den beiden uruguayischen Vereinen war auch der brasilianische Fluminense FC aus Rio de Janeiro ein Rückkehrer, hatte er doch als einziger der Gäste bereits an der Copa Montevideo im Vorjahr teilgenommen. Ihren bis dahin größten Erfolg hatten die Tricolores 1952 mit dem Sieg in der zweiten und letzten Austragung der Copa Rio verbuchen können. Das kurzlebige Turnier galt wegen der Teilnahme auch europäischer nationaler Meister – es nahmen allerdings ebenfalls keine argentinischen Vereine teil – als erste inoffizielle Klub-Weltmeisterschaft. Der Fluminense FC reiste also als inoffizieller Klub-Weltmeister zur Copa Montevideo 1954.

Leben während des Turnieres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Men nu väntade oss en härlig tid i det sommarvarma landet Uruguay.“
„Nun aber erwartete uns eine herrliche Zeit im sommerlich warmen Uruguay.“

Informationen zu Freizeitaktivitäten für die Sportler während der spielfreien Tage sowie zu den Lebensbedingungen in Montevideo sind vor allem in den Memoiren von Åke Johansson zu finden, der als Abwehrspieler für den IFK Norrköping auflief. Seine Erzählungen konzentrierten sich erwartungsgemäß hauptsächlich auf das eigene Team und spiegeln somit lediglich einen Ausschnitt wider.

Die Schweden waren, ebenso wie beide brasilianischen Mannschaften, im Hotel Eremitage untergebracht, das direkt am Strand des Stadtviertels Pocitos lag. Johansson führte an, dass er uns seine Vereinskameraden sich sehr in ihrer Nachtruhe gestört fühlten durch die von den Brasilianern nahezu rund um die Uhr gespielte Samba-Musik. Andererseits überlegte er, ob ihnen dieser Umstand eventuell zusätzliche Kräfte verliehen habe in den beiden Spielen gegen die beiden Vertreter aus Rio de Janeiro – immerhin konnten beide Partien gewonnen werden.

Mehrmals trafen die schwedischen Spieler mit Wirtschaftsvertretern – unter anderem von Atlas Copco, Holmens Bruk, Svenska Tändsticksbolaget, ASEA und Facit – zusammen, beispielsweise im Skandinaviska-Klub. Montevideo war zur damaligen Zeit die beliebteste Stadt für schwedische Unternehmen, die Geschäfte in Südamerika machen wollten. Die schwedische Delegation erfuhr, dass durch das kämpferische und gleichzeitig freundliche Auftreten der Mannschaft die Reputation Schwedens in Uruguay signifikant erhöht worden sei, was dazu führte, dass man leichter Geschäftsbeziehungen aufbauen konnte.[2] Das hohe Ansehen, dass die Spieler vom IFK Norrköping in Montevideo genossen, zeigte sich auch in den Tagen nach der knappen Niederlage gegen den CA Peñarol, als sie bei Stadtrundgängen von Menschen auf den Straßen zu ihrer Leistung beglückwünscht wurden.

Die Unterschiede zwischen den Amateurteams und den professionellen Mannschaften offenbarte sich laut Johansson insbesondere auch bei der Ausstattung der Mannschaftsärzte: Während die Betreuer des IFK Norrköping lediglich einen Verbandkasten – dieser enthielt Wundschnellverbände, Watte, Wundsalben, Mullbinden, Pinzetten, Verbandscheren und Kopfschmerztabletten – mitführten, hatte beispielsweise der Fluminense FC im Hotel ein eigenes Krankenzimmer eingerichtet. Im Stadion standen für alle teilnehmenden Vereine gut ausgestattete Krankenstationen zur Verfügung, in denen Ärzte Diagnosen, Röntgenuntersuchungen, kleinere ambulante Operationen und Wundbehandlungen durchführen konnten. Der bekannte schwedische Herz- und Lungenchirurg Clarence Crawford (1899–1984) befand sich während des Turnieres gerade auf einer Vortragsreise durch Südamerika und traf in Montevideo auf Carl-Elis Halldén, den Teamchef des IFK Norrköping. Er erklärte ihm, dass in dem für die nordeuropäischen Spieler ungewohnt warmen Klima Schwimmen und Sonnenbaden den Körper über die Maßen entkräften würden. Daraufhin untersagte Halldén seinen Spielern, abgesehen von kurzzeitigen Ausnahmen, diese Aktivitäten.

Verlauf des Turnieres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt wurden die 28 Partien von 346.786 Zuschauern besucht, was einem Durchschnitt von 12.385 pro Partie entspricht. 60.000 davon entfielen auf das Clásico zwischen dem CA Peñarol und dem Club Nacional de Football am letzten Tag des Turnieres. Sämtliche Spiele wurden spätabends ausgetragen, um der sommerlichen Hitze zu entgehen. Im Falle von Regen verlegte man die Ansetzungen auf einen anderen Tag, sodass alle Spiele bei gutem Wetter stattfanden. Die Terminierung der Partien führte dazu, dass einige Mannschaften über längere Zeit spielfrei hatten:

  • Penarol: Elf Tage (9. bis 21. Februar)
  • Club Sportivo Luqueño: Zwölf Tage (28. Januar bis 10. Februar)
  • Norrköping: Acht Tage (9. bis 18. Februar)
1954 Januar Februar
21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25.
  • Das Eröffnungsspiel bestritten am
  • Penarol schoss im Eröffnungsspiel sechs Tore, in seinem zweiten acht und im dritten fünf.
  • Englischer Schiedsrichter, sechs Minuten Nachspielzeit, bevorteilt Penarol gegen Norköpping. Unmittelbar vor der Halbzeit Kopfballtor nach Freistoß. In der zweiten Hälfte Freistoßtor von Bengt Gustavsson
  • Publiken uppmanades att ta med papper och penna eller kulram för att hålla reda på antalet mål.
  • Drei Tage später in seinem nächsten Spiel: Die größte Überraschung des Turnieres war am 6. Februar der Sieg des IFK Norrköping über den Fluminense FC. Die Brasilianer, die eineinhalb Jahre zuvor ohne Niederlage inoffizieller Klub-Weltmeister geworden waren, mussten sich den Schweden mit 1:0 geschlagen geben.
  • Penarol und dem Club Alianza Lima gelangen als einzigen Teams in jedem ihrer Spiele Tore
  • America FC verlor seine ersten fünf Spiele
  • Meiste Siege zu Null: CA Peñarol (3)
  • Meiste Niederlagen ohne eigenen Torerfolg: IFK Norrköping und America FC (je 3)

Liste der Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sa., 21. Januar 1954
CA Peñarol Club Sportivo Luqueño 6 : 1
Sa., 24. Januar 1954
Club Nacional de Football Club Alianza Lima 3 : 2
Sa., 25. Januar 1954
Club Sportivo Luqueño IFK Norrköping 1 : 0
SK Rapid Wien America FC 1 : 0
Sa., 27. Januar 1954
CA Peñarol Club Alianza Lima 8 : 3
Sa., 28. Januar 1954
Fluminense FC Club Sportivo Luqueño 8 : 1
Club Nacional de Football IFK Norrköping 3 : 0
Sa., 31. Januar 1954
America FC IFK Norrköping 1 : 2
SK Rapid Wien CA Peñarol 2 : 5
Sa., 2. Februar 1954
SK Rapid Wien Fluminense FC 1 : 3
Sa., 3. Februar 1954
Club Nacional de Football America FC 2 : 0
CA Peñarol IFK Norrköping 2 : 1
Sa., 4. Februar 1954
Club Alianza Lima America FC 2 : 1
Sa., 6. Februar 1954
Club Nacional de Football SK Rapid Wien 2 : 1
Fluminense FC IFK Norrköping 0 : 1
Sa., 9. Februar 1954
SK Rapid Wien IFK Norrköping 3 : 1
CA Peñarol America FC 4 : 0
Sa., 10. Februar 1954
Club Sportivo Luqueño Club Alianza Lima 1 : 1
Club Nacional de Football Fluminense FC 1 : 1
Sa., 13. Februar 1954
SK Rapid Wien Club Sportivo Luqueño 2 : 0
Sa., 16. Februar 1954
SK Rapid Wien Club Alianza Lima 0 : 2
Fluminense FC America FC 2 : 3
Sa., 18. Februar 1954
IFK Norrköping Club Alianza Lima 0 : 1
Club Nacional de Football Club Sportivo Luqueño 6 : 2
Sa., 21. Februar 1954
America FC Club Sportivo Luqueño 4 : 2
CA Peñarol Fluminense FC 3 : 0
Sa., 25. Februar 1954
Fluminense FC Club Alianza Lima 3 : 1
Club Nacional de Football CA Peñarol 0 : 2

Abschlusstabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. UruguayUruguay CA Peñarol  7  7  0  0 030:700 +23 21
 2. UruguayUruguay Club Nacional de Football  7  5  1  1 017:800  +9 16
 3. BrasilienBrasilien Fluminense FC  7  3  1  3 017:110  +6 10
 4. PeruPeru Club Alianza Lima  7  3  1  3 012:160  −4 10
 5. OsterreichÖsterreich SK Rapid Wien  7  3  0  4 010:120  −2 09
 6. BrasilienBrasilien America FC  7  2  0  5 009:150  −6 06
 7. SchwedenSchweden IFK Norrköping  7  2  0  5 005:110  −6 06
 8. ParaguayParaguay Club Sportivo Luqueño  7  1  1  5 008:270 −19 04

Legende
Sp.: Absolvierte Spiele
S: Siege
U: Unentschieden
N: Niederlagen
Diff.: Numerisches Torverhältnis

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luciano Álvarez: Historia de Peñarol. 2. Auflage, Aguilar-Verlag, Montevideo, 2017.
  2. http://tomasjunglander.se/idrottsman/ake-bajdoff-johansson/memoarer-del-2/


Cathérine Elisabeth Vicat (geb. de Curtas; * 1712 in Lausanne; † 3. Mai 1772 ebenda) war eine schweizer Naturforscherin, die in den 1760er Jahren entscheidende Beiträge zur Entwicklung der modernen Imkerei lieferte. Als eine der wenigen Imkerinnen der Aufklärung hinterließ sie schriftliche Aufzeichnungen – durch ihre Artikel und ihre Korrespondenzen, aber auch dadurch, dass ihre Arbeit in zahlreichen Publikationen des ausgehenden 18. und des beginnenden 19. Jahrhunderts zitiert wurde.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Spieler Verein Tore
1. UruguayUruguay Óscar Omar Míguez UruguayUruguay CA Peñarol 10
2. UruguayUruguay Javier Ambrois UruguayUruguay Club Nacional de Football 6
PeruPeru Jesús Villalobos Villegas BrasilienBrasilien Fluminense FC
3. BrasilienBrasilien Wassil BrasilienBrasilien America FC 4
UruguayUruguay Juan Hohberg UruguayUruguay CA Peñarol
UruguayUruguay Carlos Borges UruguayUruguay CA Peñarol
UruguayUruguay Julio Abbadie UruguayUruguay CA Peñarol








José Betimar Melo Filgueira (* um 1960) ist ein brasilianischer Paläontolge.

ist ein deutscher Biologe, der sich auf Acarologie spezialisiert hat. Er gilt als einer der führenden Experten in Hinblick auf die Ordnung der Hornmilben. Er immatrikuierte sich 1966 für ein Studium der Zoologie, Botanik, Geologie und Paläontologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und erhielt 1970 sein Diplom. Betreut von Doktorvater Reinhart Schuster (* 1930) wurde er 1975 mit der Dissertation Beitrag zur Morphologie, Taxonomie und Phylogenie der Gattung Hermannia Nicolet zum Dr. rer. nat. promoviert. Den Einstieg ins Berufsleben fand Woas 1975 als Biologielehrer am Privatgymnasium Königshofen in der Taunus-Gemeinde Niedernhausen, wo er bis 1977 blieb. Zwischen 1978 und 2001 war er dann zunächst als wissenschaftlicher Volontär und anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der bodenzoologischen Arbeitsgruppe von Ludwig Beck (* 1935) am Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe tätig. Unterbrochen wurde das Engagement in Karlsruhe von einem zweijährigen Aufenthalt zwischen 1985 und 1987 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zoologischen Institut der Eberhard Karls Universität Tübingen. Seit seinem Ruhestand 2001 ist er dem Naturkundemuseum Karlsruhe durch fortgesetzte ehrenamtliche Tätigkeit im Referat für Zoologie verbunden. Er zeichnete mit Beck zusammen maßgeblich verantwortlich für den Aufbau der Hornmilben-Sammlung des Museums. Diese umfasst etwa 15.000 Belegexemplare von 967 Taxa, darunter Typusexemplare von 60 Arten.



Artikel in internationalen Fachzeitschriften

  • Woas, S. 1986. Beitrag zur Revision der Oppioidea sensu Balogh, 1972 (Acari, Oribatei). Andrias 5: 21–224.
  • Norton R. A., Alberti G., Weigmann G., Woas S. (1997): Porose integumental organs of oribatid mites (Acari, Oribatida). 1. Overview of types and distribution. Zoologica 48,146: 1-31.
  • Alberti G., Norton R. A., Adis J., Fernandez N. A., Franklin E., Kratzmann M., Moreno A. I., Weigmann G., Woas S. (1997): Porose integumental organs of oribatid mites (Acari, Oribatida). 2. Fine structure . Zoologica 48,146: 33-114.
  • Alberti G., Norton R. A., Adis J., Fernandez N. A., Franklin E., Kratzmann M., Moreno A. I., Ribeiro E. F., Weigmann G., Woas S. (1996): Porose areas and related organs in oribatid mites (Oribatida). In: Mitchell R., Horn D. J., Needham G. R., Welbourn W. C. (eds),Acarology IX: Proceedings. vol. 1. Ohio Biological survey, Columbus,Ohio: 277-283.

Artikel in deutschen Fachzeitschriften

  • Steffen Woas: Die Arten der Gattung Hermannia Nicolet, 1855 (Acari, Oribatei) I. In: Beiträge zur naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland. Band 37, 1978, Seiten 113–141.
  • Steffen Woas: Neue Hermannia-Arten aus dem Meereslitoral Süd- und Westeuropas (Acari: Oribatei). In: Acarologia. Band 21, № 1, 1979, Seiten 117–132.
  • Steffen Woas: Zur Taxonomie und Phylogenie der Hermanniidae Sellnick, 1928 (Acari, Oribatei). In: Andrias. Band 1, 1981, Seiten 7–88.
  • Steffen Woas: Die Arten der Gattung Hermannia Nicolet 1855 (Acari, Oribatei) II. In: Andrias. Band 1, 1981, Seiten 89–100.
  • Steffen Woas: Beitrag zur Revision der Oppioidea sensu Balogh, 1972 (Acari, Oribatei). In: Andrias. Band 5, 1986, Seiten 21–224.
  • Ingrid Wunderle; Ludwig Beck; Steffen Woas: Zur Taxonomie und Ökologie der Oribatulidae und Scheloribatidae (Acari, Oribatei) in Südwestdeutschland. In: Andrias. Band 7, 1990, Seiten 15–60.
  • Jutta Berg; Steffen Woas; Ludwig Beck: Zur Taxonomie der Phthiracarus-Arten (Acari, Oribatei) eines südwestdeutschen Buchenwaldes. In: Andrias. Band 7, 1990, Seiten 61–90.
  • Steffen Woas: Die phylogenetischen Entwicklungslinien der Höheren Oribatiden (Acari) I. Zur Monophylie der Poronota Grandjean, 1953. In: Andrias. Band 7, 1990, Seiten 91–168.
  • Ludwig Beck; Steffen Woas: Die Oribatiden-Arten (Acari) eines südwestdeutschen Buchenwaldes I. In: Carolinea – Beiträge zur naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland. Band 49, 1991, Seiten 37–82.
  • Steffen Woas: Hermannia (Phylhermannia) neotropica, eine neue Hermanniidae aus Südbrasilien (Acari: Oribatei). In: Andrias. Band 9, 1992, Seiten 163–178.
  • Mosadoluwa Adetola Badejo; Steffen Woas; Ludwig Beck: Atropacarus (Hoplophorella) nigeriensis, a new species of phtiracarid mite (Acari, Oribatida) from Nigeria. In: Andrias. Band 15, 2001, Seiten 55–63.
  • Mosadoluwa Adetola Badejo; Steffen Woas; Ludwig Beck: Mesoplophora ifeana, a new species of ptychoid mite (Acari, Oribatida) from Nigeria. In: Andrias. Band 15, 2001, Seiten 65–73.
  • Franz Horak; Steffen Woas: Die Hornmilben (Acari: Oribatida) der Alpe Einödsberg im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen. In: Andrias. Band 18, 2010, Seiten 97–126.
  • Ludwig Beck; Franz Horak; Steffen Woas: Zur Taxonomie der Gattung Phthiracarus Perty, 1841 (Acari, Oribatida) in Südwestdeutschland. In: Carolinea – Beiträge zur naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland. Band 72, 2014, Seiten 109–132.
  • Ludwig Beck; Franz Horak; Steffen Woas: Südwestdeutsche Oribatiden (Acari: Oribatida) – Arten, Taxonomie, Vorkommen. In: Andrias. Band 21, 2018, Seiten 5–195.






  • Steffen Woas; Ingrid Wunderle; Ludwig Beck: Lebensraum Buchenwaldboden'. 12. Die Oribatiden. - Verh. Ges. Ökol., 17: 1989, Seiten 117–123.
  • Woas,S. (2002): Acari: Oribatida. Adis,J. (Ed.): Amazonian Arachnida and Myriapoda , Sofia, Bulgaria, Pensoft: 21-291
  • https://ps.mnhn.lu/ferrantia/publications/Ferrantia50.pdf

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Berufsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine akademische Ausbildung erhielt er zunächst an der privaten Universidade de Fortaleza (UNIFOR) in der Hauptstadt des Bundesstaates Ceará. Dort studierte er Paläontologie und erhielt 1983 seinen Abschluss. Einige Jahre später immatrikulierte er sich für ein Studium der Rechtswissenschaft an der staatlichen Universidade Regional do Cariri (URCA) in Crato, das er 1994 beenden konnte.

Er arbeitete für das dem Bergbau- und Energieministerium unterstellte[3] Departamento Nacional de Produção Mineral (DNPM)[A 1] und war Regionalleiter dieser Behörde in Crato im Bundesstaat Ceará. In seiner Funktion amtierte er darüber hinaus seit Oktober 1988 als Gründungsdirektor[4] des ebenfalls in Crato ansässigen Fossilienmuseums Centro de Pesquisas Paleontológicas da Chapada do Araripe (CPCA). Filgueira erarbeitete sich einen Ruf als profunder Kenner der Fossillagerstätten der unterkretazischen Crato-Formation und bemühte sich um eine Professionalisierung sowohl der wissenschaftlichen Arbeit als auch auch des Geotourismus in der Region. Im November 1997 zeichnete er als Präsident des Organisationskomitees für die Ausrichtung einer wissenschaftlichen Fachtagung in Crato verantwortlich, die sich mit Sedimentbecken in der Região Nordeste befasste,[5] und 2006 gehörte er zu den Initiatoren des Geopark Araripe.[6]


Konflikt mit der Justiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1995 wandte sich Filgueira mit einem Brief an das Finanzministerium des Bundesstaates Ceará, in dem er sich darüber beklagte, dass es ihm mangels ausreichender Personaldeckung in seinem Institut kaum möglich sei, ausländische Wissenschaftler an der illegalen Ausfuhr von Fossilien zu hindern. Seine Äußerungen flossen 1996 in die amtliche Begründung einer Gesetzesverschärfung ein.[7]

Ab 2011 war Filgueira in mehrere Prozesse verstrickt. Ihm und vier weiteren DNPM-Beamten des gleichen Bezirkes wurden zahlreiche Amtsvergehen zur Last gelegt. Filgueira soll in knapp 100 Fällen Ausfuhrbescheinigungen und Echtheitszertifikate für wertvolle Minerale – unter anderem für einen Rohsmaragd – ausgestellt haben, die nicht für den Export bestimmt waren.[8] Ihm wurde vorgeworfen, außerhalb seiner Amtsbefugnis gehandelt zu haben.[9] Im Berufungsverfahren im August 2012 vor dem Regionalen Bundesgericht des fünften Gerichtsbezirkes in Recife konnte Filgueira zwar keine unrechtmäßige Bereicherung nachgewiesen werden,[10] gleichwohl sprachen ihm die Richter allerdings ab, aus Unwissenheit ob der geltenden Gesetzeslage gehandelt zu haben.[11] Er wurde wegen administrativer Unredlichkeit zu einer Geldstrafe von 25.000 Real (damals ≈ 9950 Euro) verurteilt. Darüber hinaus wurden seine Bürgerrechte für drei Jahre aufgehoben und es erging der Beschluss, dass er für den selben Zeitraum nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten dürfe und von potentiellen Steuervergünstigungen ausgenommen sei.[12]



  • José Betimar Melo Filgueira, representante da DNPM no Crato que assinou a autorização apresentada por Frey, já foi condenado por emissão irregular de certificados e laudos do DNPM que colaboraram com um esquema de fraudes. “José Betimar, na condição de Chefe do 10º Distrito do DNPM, assinou alguns certificados de autenticidade de pedras ditas preciosas, não destinadas à exportação [...], expedindo, ainda, sem ter competência para tanto”, descreve a Apelação Cível nº 530.207-CE, anexada em revista do Tribunal Regional Federal em 2013. Betimar foi condenado por improbidade administrativa, com multa de R$ 25 mil, suspensão dos direitos políticos por três anos e a perda a função pública.[14]


Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1998 benannten die Paläontologen David M. Martill und Michael J. Barker von der University of Portsmouth eine in der unterkretazischen Crato-Formation gefundene Riesenläufer-Art als Velocipede betimari.[15]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeberschaft


Barros, L. M., Nuvens, P. C. and Filgueira, J. B. M. (eds), I e II Simpósios sobre a Bacia do Araripe e bacias interiores do nordeste. Departamento Nacional de Produção Mineral – 10ο Distrito, Universidade Regional do Cariri, Sociedade Brasileira de Paleontologia, Crato.

Pons, D.; Pons, D., P.-Y. Berthou Berthou, P.-Y. Filgueira, J. B. M. and Sampaio, J. J. A. 1996. Palynologie des unités lithostratigraphique “Fundao”, “Crato” et “Ipubi” (Aptien supérieur à Albien inférieur–moyen, Bassin d'Araripe, NE du Brésil): enseignements paléoécologiques, stratigraphiques et climatologiques, pp. 383–401. InJardiné, S., Klasz, I. and Debenet, J.-P. (eds), Géologie de l'Afrique et de l'Antique Sud. Compte-Rendu des colloques de Géologie d'Angers, 16–20 July 1994, Elf Aquitaine Mémoire16.





  • Luiz Marivando Barros; Plácido Cidade Nuvens; José Betimar Melo Filgueira (Hrsg.): I e II simpósios sobre a Bacia do Araripe e bacias interiores do Nordeste. Comunicações. Realizados em junho de 1990 e novembro de 1997. In der Reihe: „Coleção Chapada do Araripe“, Band 1. Crato, 2001.



  • Luiz Marivando Barros; Plácido Cidade Nuvens; José Betimar Melo Filgueira (Hrsg.): Atas do 1° Simpósio sobre a Bacia do Araripe e Bacias Interiores do Nordeste, 173–191. SBP, Crato-CE. 1990


  • II Simpósio sobre a Bacia do Araripe e Bacias Interiores do Nordeste. 9 a 14 de novembro 1997, Crato, Ceará. Resumo das comunicaçãos, 1997


  • Barros, L. M., Nuvens, P. C. and Filgueira, J. B. M. (eds), Atas do II Simpósio sobre a bacia do Araripe e bacias interiores do Nordeste. Comunicações (Coleção Chapada do Araripe number 1). Crato, Ceará State, Brazil:Universidade Regional do Cariri (URCA).


  • Pons, D., Berthou, P. Y., Melo-Filgueiras, J. B. and Alcantara-Sampaio, J. J. 1996. Palynologie des unités, Fundão Crato et Ipubi (Aptien supérieur à Albien inférieur –moyen, bassin d'Araripe, nord-est du Brésil): enseignements paléoécologiques, stratigraphiques et climatologiques. Géologie de l'Afrique et de l'Atlantique Sud: Actea Colloques Angers, 1994: 383–401.




Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften

  • Pierre-Yves Berthou; Françoise Depeche; Denise Pons; José Betimar Melo Filgueira; Maria do Socorro Lopes Teles: Some new ostracodes and palynomorphs from the Rio-da-Batateira and Crato lithologic units (Upper Aptian–Lowermost Albian) of the Araripe Basin (NE Brazil). In: Congresso Brasileiro de Paleontologia, Boletim de Resumos. Band 13, 1993, Seite 176.
  • Pierre-Yves Berthou; Françoise Depeche; Jean-Paul Colin; José Betimar Melo Filgueira; Maria do Socorro Lopes Teles: New data on the ostracodes from the Crato lithologic units (lower member of the Santana formation, Latest Aptian–Lower Albian) of the Araripe basin (Northeastern Brazil). In: Acta Geologica Leopoldensia. Band 39/2, № 17, 1994, Seiten 539–554.
  • David M. Martill; José Betimar Melo Filgueira: A new feather from the Lower Cretaceous of Brazil. In: Palaeontology. Band 37, № 3, 1994, Seiten 483–487.
  • Pierre-Yves Berthou; José Betimar Melo Filgueira; Joana Jakeline de Alcântara Sampaio: From siliciclastic to carbonated sedimentation along the Rio da Batateira section (Araripe Basin, Crato, northeastern Brazil). Type-sections description for „Fundão“, „Rio da Batateira“ and „Crato“ lithostratigraphic units. In: Revista de Geociências. Band 14, № 1, 1995, Seiten 9–33.
  • Luis Manoel Paes Siqueira; Márcia Aparecida Fernandes dos Reis Polck; Andrea Cristina Giongo Hauch; Cristiano Alves da Silva; Felipe Barbi Chaves; Irma Tie Yamamoto; João da Penha Araujo; José Artur Ferreira Gomes de Andrade; José Betimar Melo Filgueira; Maria Hilda Pinto de Arruda Trindade; Rodrigo da Rocha Machado; Rodrigo Miloni Santucci: Sítios paleontológicos das bacias do Rio do Peixe. Georreferenciamento, diagnóstico de vulnerabilidade e medidas de proteção. In: Anuário do Instituto de Geociências – UFRJ. Band 34, № 1, 2011, Seiten 9–21.




Artikel in Tagungsbänden und Sammelwerken

  • Pierre-Yves Berthou; José Betimar Melo Filgueira; Joana Jakeline de Alcântara Sampaio: From siliciclastic to carbonated sedimentation along the Rio da Batateira section (Araripe Basin, Crato, N.E. Brazil). Type sections description for „Fundão“, „Rio da Batateira“ and „Crato“ lithologic units. Boletim do 3° Simpósio sobre o Cretácico do Brasil. 1994, Seite 127–130.
  • Pierre-Yves Berthou; José Betimar Melo Filgueira; Joana Jakeline de Alcântara Sampaio: From siliciclastic to carbonated sedimentation along the Rio da Batateira section (Araripe Basin, Crato, N.E. Brazil). Type sections description for ‚Fundão‘, ‚Rio da Batateira‘ and ‚Crato‘ lithologic units. In: Boletim do 3° Simpósio sobre o Cretácio do Brasil (1994), UNESP – Campus de Rio Claro/SP. 1994, Seiten 127–130.
  • Denise Pons; Pierre-Yves Berthou; José Betimar Melo Filgueira; Joana Jakeline de Alcântara Sampaio: Palynologie des unités lithostratigraphiques ‚Camadas Batateira‘, ‚Crato‘ et ‚Ipubi‘ (Aptien supérieur à Albien inférieur–moyen, Bassin d’Araripe, NE du Brésil). Enseignements paléoécologiques, stratigraphiques et paléobiogéographiques. In: Jean-Pierre Debenay; Roland Buffard; Serge Jardiné; Ivan de Klasz (Hrsg.): 12° Colloque Africain de Micropaleontologie, 2° Colloque de Stratigraphie et Paleogeographie de l’Atlantique Sud, 68 Angers, 1994.
  • PONS, D.; BERTHOU, P.-Y.; MELO FILGUEIRA, J.B.;ALCANTARA SAMPAIO, J.J. Palynologie des unitéslithostratigraphiques “Fundão”, “Crato” et “Ipubi” (AptienSupérieur à Albien Inférieur-moyen, Bassin d’Araripe, NE duBrésil): enseignements paléoécologiques, stratigraphiques etclimatologiques. In: JARDINÉ, S.; KLASZ, I de; DEBENAY,J.-P. (Eds.), Géologie de l’Afrique et de l’Atlantique SudPau: Elf-Aquitaine Édition, Mémoire, n. 16, p. 383-401, 1996.(Compte-rendu des Colloques de Géologie d’Angers,16-20 julho 1994)
  • Denise Pons; Pierre-Yves Berthou; José Betimar Melo Filgueira; Joana Jakeline de Alcântara Sampaio: Palynologie des unités lithostratigraphiques ‚Fundão‘, ‚Crato‘ et ‚Ipubi‘ (Aptien supérieur à Albien inférieur–moyen Bassin d’Araripe, NE du Brésil). Enseignements paléoécologiques, stratigraphiques et climatologiques. In: Serge Jardiné; Ivan de Klasz; Jean-Pierre Debenay (Hrsg.): Géologie de l’Afrique et de l’Atlantique Sud. 12e colloque de micropaléontologie africaine – 2e colloque de stratigraphie et paléogéographie de l’Atlantique Sud. Angers, France, 16–20 juillet 1994. Recueil des communications. In der Reihe: „Bulletin des Centres de Recherches Exploration-Production Elf-Aquitaine“, Band 16. Pau, 1996, ISBN 2-901026-41-9, Seiten 383–401.


  • José Artur Ferreira Gomes de Andrade; Marcia Aparecida Fernandes dos Reis; Rodrigo da Rocha Machado; Rodrigo Miloni Santucci; José Betimar Melo Filgueira; Luis Manoel Paes Siqueira; João da Penha Araujo; Maria Hilda Pinto de Arruda Trindade; Felipe Barbi Chaves; Irma Tie Yamamoto; Andrea Cristina Giongo Hauch; Cristiano Alves da Silva: Atuação do DNPM no georreferenciamento, diagnóstico de vulnerabilidade e medidas de proteçãodos sítios paleontológicos das bacias do Rio do Peixe, PB. In: VII Simpósio Brasileiro de Paleontologia de Vertebrados, Rio de Janeiro, 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://repositorio.uac.pt/bitstream/10400.3/5885/1/Hermannia%20woasi.pdf
  2. Elizabeth A. Hugo-Coetzee: New species of Aleurodamaeus Grandjean, 1954 (Oribatida: Aleurodamaeidae) from South Africa. In: Zootaxa. Band 3670, № 4, Seiten 531–556.
  3. https://acailandiama.com.br/pesquisador-aponta-suposto-roubo-da-alemanha-de-dinossauro-do-brasil/
  4. Inaugurado o Centro de Pesquisas Paleontológicas da Chapada do Araripe. In: Itaytera. Band 33, 1989, Seiten 97–98.
  5. https://acervo.socioambiental.org/sites/default/files/documents/26D00020.pdf
  6. http://geoparkararipe.blogspot.com/2007/11/araripe-geopark-is-palaeontological.html
  7. https://www.camara.leg.br/proposicoesWeb/prop_mostrarintegra;jsessionid=28656B1017EC7638BF1E2253F5F2B8FD.node2?codteor=1124451&filename=Avulso+-PL+1859/1999
  8. https://www5.trf5.jus.br/boletins/revista_jurisprudencia/documentos/Revista_101.pdf
  9. https://www5.trf5.jus.br/boletins/revista_jurisprudencia/documentos/Revista_101.pdf
  10. Apelação cível Nº 507.555-CE. In: Seiten 294–358.
  11. Apelação cível Nº 507.555-CE. In: Seiten 294–358.
  12. Apelação cível Nº 507.555-CE. In: Seiten 294–358.
  13. Diário Oficial da União. Nummer 50, 14. März 2014, Seite 57.
  14. https://www.opovo.com.br/noticias/ceara/2020/12/18/paleontologos-questionam-procedencia-de-fossil-cearense-recem-descrito-por-estrangeiros.html
  15. David M. Martill; Michael J. Barker: A new centipede (Arthropoda, Chilopoda) from the Crato Formation (Lower Cretaceous, Aptian) of N. E. Brazil. In: Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie – Abhandlungen. Band 207, Heft 3, 1998, Seiten 395–404.


Kategorie:Kriminalfall 2012 Kategorie:Mann Kategorie:Brasilianer Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Geologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Geologe (21. Jahrhundert)










Irmgard Czarnecki (* 1950 oder 1951) ist eine deutsche Verbraucherschützerin.

Zwischen 2013 und 2015 wirkte Czarnecki im Rahmen des berufsorientierenden Mentoringprogrammes ProMentes als Mentorin für die Masterstudiengänge Wirtschaftspsychologie und Komplexes Entscheiden an der Universität Bremen.[1] Seit 2020 ist sie Koordinatorin der Initiative Transparente Zivilgesellschaft bei der Nichtregierungsorganisation Transparency International Deutschland.


Im September 1994 wurde Czarnecki vom Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen auf den neu geschaffenen Posten der Geschäftsführerin gewählt. Dabei setzte sich sich gegen etwa 150 Mitbewerber durch.[2]



In den 1980er Jahren verfasste sie – unter anderem zusammen mit Edith Laudowicz – Beiträge für die Marxistischen Blätter.

  • Ruhestand: 31. März 2016[3]




Philipp Samuel Rosa[A 2] (* 1702 in Marienborn; bl. bis 1766 und † ? in Halle an der Saale oder Leiden) war ein deutscher Theologe, Freimaurer, Okkultist und Hochstapler. Seine Posten als Superintendent und Konsistorialrat der protestantischen Kirche in Sachsen verlor er aufgrund persönlicher Verfehlungen. Es folgten mehr als eineinhalb Jahrzehnte unsteter Wanderschaft, ehe er in Halle an der Saale heimisch wurde. Zwischen Sommer 1760 und Herbst 1763 baute er ein landesweites Netzwerk an Freimaurerlogen des Clermont’schen Hochgradsystems auf und wurde zum de facto einflussreichsten Freimaurer Deutschlands. Ein Konflikt mit einem anderen Hochstapler beendete schließlich seine Vormachtstellung. Anschließend verliert sich die Spur von Rosa, von dem generell lediglich eine lückenhafte Biographie bekannt ist.

Herkunft, Ausbildung und geregeltes Berufsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner Zeit als Prediger in Fischelbach zeichnete Rosa für Bau und Finanzierung des neuen Kirchengebäudes verantwortlich.

Er kam 1702 als Sohn von Marie Charlotte Koch und Ludwig Hermann Rosa († 1733) in Marienborn[4][5] zur Welt. Die Siedlung, in der sein Vater als Pfarrer arbeitete, lag damals in der Grafschaft Ysenburg-Büdingen-Meerholz und ist heutzutage Teil des Büdingener Stadtteils Eckartshausen. Philipp Samuel Rosa durchlief ebenfalls eine geistliche Ausbildung und studierte Theologie unter August Hermann Francke an der Friedrichs-Universität in Halle an der Saale.[6]

Er schlug eine klerikale Laufbahn ein und kehrte dafür zunächst in westliche Regionen zurück. Ab 1726 arbeitete Rosa als Hauslehrer, Hofprediger und Diakon in Laasphe in der Grafschaft Sayn-Wittgenstein-Hohenstein. Nach einer Meinungsverschiedenheit[7] mit dem regierenden Grafen August David wurde er als Strafmaßnahme mit Wirkung zum 14. März 1732 als Prediger in das nahe Dorf Fischelbach versetzt.[8][9][10] Dort kümmerte er sich um die baufällige örtliche Kirche, ordnete die Güter und Finanzen des Kirchspiels und unternahm mehrere Kollektereisen, um Geldmittel für einen Neubau der Kirche zu beschaffen. In diesem Vorhaben war er erfolgreich und unter Einbeziehung des alten untersten Turmgeschosses konnte ein neues Kirchengebäude konstruiert werden. Rosa entzog sich der drohenden Leibeigenschaft,[11] indem er einem Ruf des Fürsten August Ludwig von Anhalt-Köthen folgte, der ihn 1735 als Hofprediger in Köthen engagierte. Dort wurde er schließlich am 20. März[12] 1737 zum Superintendenten und Konsistorialrat der protestantischen Kirche in Sachsen ernannt und leitete in Personalunion auch die Oberpfarrei Sankt Jakob. In diesem hochgestelltem Amt oblag ihm die Aufsicht über die Gemeinden und die Pfarrer der Diözese sowie die geistliche Gerichtsbarkeit hinsichtlich Ehesachen und Amtsverfehlungen.

Der für die Tätigkeit notwendigen hohen moralischen Integrität konnte er selbst allerdings nicht nachkommen.[13] Schon bald sah er sich mit Vorwürfen wegen „unsittlichen Lebenswandels“[14] konfrontiert; man beschuldigte ihn des Ehebruches mit der Witwe Hankwitz. Aus diesem Grund wurde er vom Fürsten am 10. Dezember 1742 aus allen Ämtern entlassen.

Wanderschaft und okkulte Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Samuel Rosa und seine Ehefrau Maria Salome Fassel lebten bereits seit 1741 getrennt.[15] Nach seiner Entlassung verließ er sowohl sie als auch die gemeinsamen Kinder und begann ein unstetes Leben als Abenteurer und Hochstapler. Er kam nach Berlin und wurde dort 1742 in die Große National-Mutterloge (GNML) „Zu den drei Weltkugeln“ aufgenommen. Anschließend kehrte er in seine Studienstadt Halle zurück und erwarb dort am 17. April 1743 ein Haus am Neumarkt.[16] Rasch fand er Aufnahme in die Loge „Zu den drei goldenen Schlüsseln“. Schon bald regte sich allerdings Kritik an ihm und seine Logenbrüder warfen ihm wiederholte moralische Verfehlungen vor – im Speziellen „oft lügenhafte Ausplaudereien der Logenverhandlungen, prahlerische Anmaßungen und seine der Loge zur Schande gereichende Aufführung, die sich teils in öffentlichen Schandtaten, teils in gotteslästerlichen Reden zeigte“.[17][18] Mit Einverständnis der GNML wurde er daher am 9. August 1745 ausgeschlossen. Daraufhin attackierte Rosa die Haller Loge sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher Form derart massiv auch vor anderen Logen, dass sich die Freimaurer von „Zu den drei goldenen Schlüsseln“ genötigt sahen, sich durch die Darlegung ihrer Sichtweise zu verteidigen, und eine Verbreitung der kritischen Schriftstücke zu unterbinden. In der Folge reiste Rosa zunächst durch Norddeutschland, unter anderem nach Braunschweig[19] und 1745 nach Hamburg,[20] ehe er vermutlich in Jena und Wien lebte, wo er sich jeweils Zirkeln anschloss, in denen okkulte Wissenschaften studiert wurden.[21] Für die vereinzelt zu findende Erwähnung, dass er anschließend nach Halle zurückkehrte und eine Winkelloge ins Leben rief, in die er Interessierte nur gegen Zahlung hoher Gebühren aufnahm, gibt es keine Belege.

In den Jahren 1753 und 1754 wirkte Rosa in Potsdam. Er versuchte sich als Philosoph und Sprachwissenschaftler und verfasste das Traktat Der Deüdschen Buchschdaben und Schreibzeichen Rächdschreibung. Der Druck blieb aber nach nach 704 Quartseiten unvollendet. Anschließend wandte er sich an den Geheimen Kämmerer und Vertrauten des preußischen Königs Friedrichs II., Michael Gabriel Fredersdorf, dessen Faszination für alchemistische Themen allenthalben bekannt war. Er präsentierte Fredersdorf ein angebliches Geheimnis zur Goldherstellung: Demnach sei die Urmaterie des Goldes im Sonnenstaub zu finden, der mit speziellen Phiolen gesammelt und dann weiteren Behandlungen unterzogen werden müsse. Nach mehreren Monaten erfolglosen Experimentierens verweigerte Fredersdorf allerdings weitere Zahlungen und Schumacher musste Potsdam verschuldet verlassen.[22]

Machtfülle in der Freimaurerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stil: Electronic, Jazz, Blues, Pop, Downtempo
  • „Freundlicher und rührender Schlager-Soul“[23]
  • Tempo: Downtempo, Easy Listening, Chanson
  • Am 14. Oktober 2007 erschien Songs For Joy 2 - Ohne Peinlichkeit & Hass mit 13 Liedern

Produktion

  • sie haben eine alte Tradition aufgegriffen: die »Song Poem Music«. In den Sixties verteilten gewiefte Labels in den USA ihre Flyer und warben darauf mit der Vertonung aller Songtexte, die bei ihnen eingereicht würden. Darauf meldeten sich natürlich vor allem die Amateure ohne größere Hoffnung, und sie wurden entsprechend abgezockt.
  • Die Gäste nicht bewerten, sondern bewirten
  • in Berlin ausgestrahlten Radio-Jingle
  • Die deutschen Musiker Carsten Meyer alias Erobique sowie Jacques Palminger und Chris Dietermann bauten drei Jahre lang zwischen 2007 und 2009 jeweils im Oktober im Berliner Maxim Gorki Theater ein Tonstudio auf und luden über Radiospots und Zeitungsannoncen Menschen ein, ihnen doch Gedichte, Songtexte, Lieder zu schicken, um diese dann zu vertonen. Die subjektiv besten wurden ausgewählt, arrangiert, komponiert. Im besten Fall wurden sie von den Autoren selbst eingesungen. Manchmal schauten auch Schauspieler mit Tagesfreizeit vorbei und übernahmen das Mikrofon.


Mitwirkende an der 2 x Vinyl, LP, 16. Oktober 2009

  • Arranged By, Performer – Carsten Meyer, Chris Dietermann*, Jacques Palminger
  • Composed By, Painting [Coverzeichnung] – Carsten Meyer
  • Design [Covergestaltung] – Katja Strempel
  • Lacquer Cut By – K*
  • Producer, Recorded By, Mixed By – Chris Dietermann*
  • Vertrieb durch – Rough Trade Distribution
  • Phonographisches Copyright ℗ – Staatsakt
  • Abgemischt von – Rauchhaus Studio
  • Acetat-Lack-Schnitt von – SST Brüggemann GmbH


Kritik

  • Standard: Wie man jetzt nachhören kann, ist dabei eine der bezauberndsten deutschsprachigen Produktionen der letzten Zeit herausgekommen.

Das Projekt genauso wie seine Ergebnisse stießen auf überwältigendes Lob durch verschiedene Musikjournalisten. Christian Schachinger vom in der österreichischen Hauptstadt Wien erscheinenden Der Standard formulierte:

„Mit wackeligen, allerdings dank der meist auf Klavier, Bass und Schlagzeug fußenden Arrangements von Carsten Meyer immer würdevoll bleibenden, nicht verbildeten Stimmen weisen [die] Lieder [...] auf ein in der Musik weitgehend verlorengegangenes Gut hin. Dieses ist noch immer dazu imstande, die Herzen zu rühren. Es geht um Mut zur oft erschreckenden Offenheit. Kunst ohne Schutzschild und doppelten Bogen. Unironische, ernsthafte, weil die eigenen Gefühle ernst nehmende Musik.“[24]

Besonders gut gefiel ihm die „großartige Liebeshymne“ Katrin und Lars; als weitere Highlights benannte er den „schmuck-knorrigen Berlin-Lobgesang“ Und immer wieder bin ich nichts, den „Disco-Hit“ Nett sowie „die Blondie-Paraphrase“ Rufe mich.[25] Ähnlich euphorisch zeigte sich Christoph Braun von Spex, der kundtat, dass das Projekt „tatsächlich eine Freude und das Gegenteil von zynisch“ sei. Die Lieder hätten ihn „zutiefst berührt“.[26] Weiterhin führte er aus:

„Diese Platte wirkt so anti-befremdend, sie hebt das Schamgefühl auf, das sich mitunter in Casting-Show-Momenten durch bloßes Zusehen einstellt. Doch um bloß an die höheren Humanismus-Instinkte zu appellieren, hätte ja ein Buch ausgereicht. Songs for Joy dagegen hat sie, die Lieblingssongs, die man nach zweimal hören nur noch vor sich hin singt und mit denen man alle Leute um sich gerne nervt.“[27]

In Die Welt benannte Oliver Polak die Produktionsidee als ein „herzerwärmendes Projekt“.[28]


# Titel Songwriting Gesang Länge
1. Wann strahlst Du? Barbara Stützel Yvon Jansen 3:36
2. Finsterwalde Friedrich Pückert Lydia Schmidt 4:15
3. Mauerseglerlied Frank Eichhorn Frank Eichhorn 4:20
4. Kathrin und Lars Katrin Winkel Yvon Jansen 6:01
5. Henri Le Chat Angi Lucien Buch Angi Lucien Buch 4:23
6. Kein Garten Nancy Senia Hasičević 3:25
7. Wie ein Dieb Angi Lucien Buch Claire Kellermann;
Pablo S. Carvalho Santos
4:20
8. Lebensleiter Conny Priester Conny Priester 3:15
9. Und immer wieder bin ich nichts Hennina Simon Iris Minich 3:04
10. November in Berlin Jens Gebhardt Jens Gebhardt 4:42
11. Nett Anika Baumann Anika Baumann 3:21
12. Rufe mich Sabine Stratmann Sabine Stratmann 2:17
13. Die Reise Conny Priester 3:33
14. Lieder von heute Senia Hasičević 3:29
15. Ich werde da sein Anika Baumann;
Senia Hasičević
5:13
16. Nein zur Gewalt Klasse 4 D der SESB Anika Baumann;
17. Du machst mich wahnsinnig, Baby Sarah Sarah
18. Wohlfühllied Jens Gebhardt Rica Blunk
19. Beweg dich 4:12
20. Liebe ist kein Wort auf Zeit Björn Weigel 3:43
21. Ohel Shabbat 5:39
22. Hamburg Cowboys Niels Lorenz 4:03
23. Volver Erobique; Frau Kraushaar 3:06
24. Ich will weit reisen 3:14
25. Wer kommt? 6:28
Anmerkung: Die nächsten biographischen Stationen Rosas zwischen 1757 und 1760 sind zwar bekannt, allerdings je nach Quelle mit unterschiedlichen Daten versehen. Im folgenden Absatz wird diesem Umstand bei in Frage stehenden Jahresangaben durch Nennung beider möglicher Daten in Klammern sowie Hinweisen auf die Belegstellen Rechnung getragen.

In der Folge wurde er in Berlin abermals in die GNML und nun auch in deren Schottenloge „L’Union“ aufgenommen, wo man ihn am 12. Juni 1758 sogar zum Ersten Aufseher ernannte.[29] Schumachers finanzielle Situation scheint sich zu dieser Zeit erheblich gebessert zu haben, denn als er nach Halle zurückkehrte (Sommer 1757[30] oder 1759[31]), erwarb er ein Haus am Neumarkt. Rasch knüpfte er wieder Kontakte zu den Freimaurern der Stadt und wurde nach nur wenigen Wochen in die Loge „Philadelphia zu den drei goldenen Armen“ aufgenommen (1. September 1757[32] oder 1. Oktober 1759[33]). Sie war 1756 gegründet worden und bestand ausschließlich aus neuen Mitgliedern, sodass niemand mehr von dem Ärger wusste, den Rosa der Loge „Zu den drei goldenen Schlüsseln“ beschert hatte – diese war darüber hinaus bereits um 1750 aufgelöst worden. Als Abgesandter der bis dahin noch sehr isolierten Haller Loge reiste Rosa nach Berlin (November 1757[34] oder 1759[35]), um die förmliche Konstitutionsurkunde (die Anerkennung) seitens der GNML zu erhalten, worin er Erfolg hatte. Zunächst amtierte Rosa in Halle als deputierter Meister vom Stuhl, war jedoch bereits die bestimmende Person der Loge und die Tempelarbeit fand häufig in seinem Privathaus statt.[36]

In Berlin kam Rosa in Kontakt mit dem sogenannten Clermont’schen System – einer Hochgradlehre, die wenige Jahre zuvor während des Siebenjährigen Krieges über französische Kriegsgefangene nach Berlin gekommen war und sich auf den Grafen von Clermont, Louis de Bourbon, als Großmeister der Großloge von Frankreich berief.



  • Am 25. September 1760 wurde er schließlich auch offiziell zum Meister vom Stuhl gewählt.[37]
  • Friedrich Wilhelm von Printzen (1718–1773) übertrug das Management des Ordens an Rosa
  • (10.6.)1760 deput. M., Mitglied (Eq. hierosolymitanus) d. Hierosolomytischen Hochkapitels Frhr. v. Printzens in Berlin, Generallegat (Legatus capituli Hierosolymitani Berolinensis) d. Großkapitels von Jerusalem (Norddeutschland)[38]
  • 1760 wandelte es der Stuhlmeister der "Drei Weltkugeln", v. Printzen (s.d.) in ein "hierosolymatisches Hochkapitel" um.
  • Die GL initiierte zudem im 19. Juli 1760 mit der Schottenloge Salem ein Kapitel des Ordens der auserwählten Ritter von Jerusalem bzw. des Clermontschen Systems. Mit diesen ursprünglich aus Frankreich stammenden Hochgraden fanden hermetische Geheimlehren und die Legende einer Fortsetzung des Tempelritterordens unter dem Deckmantel der Freimaurerei Eingang in die deutschen Logen. Rosa wurde nicht nur zum Prior des Kapitels in Halle ernannt, sondern zudem von Berlin aus damit beauftragt, als Generaldeputierter weitere Niederlassungen in Deutschland zu gründen. Im September 1760 wählte ihn die Loge Philadelphia zu ihrem Meister vom Stuhl.[39]
  • Am 19. Juli 1760 umgewandelt[40]




Rosa wurde von der GNML zum „Legatus capituli hierosolymatani Berolinensis supremi et primi nationis Germanicae“ (de.: Botschafter des obersten Berliner Kapitels von Jerusalem und der ersten deutschen Nation) ernannt und damit beauftragt, das – alsbald nach ihm als Clermont-Rosa’sches-System bezeichnet – in Deutschland zu verbreiten. Auf langen Reisen gründete er daraufhin entsprechende Kapitel in Logen unter anderem in Hamburg, Kopenhagen, Leipzig, Dresden, Stettin, Greifswald, Halle, Braunschweig, Jena, Stuttgart, Magdeburg, Bayreuth, Rostock und Königsberg.[41] In Jena wollte er darüber hinaus eine Realschule (die sogenannte „Rosenschule“) ins Leben rufen.[42] Zwar sammelte er für dieses Vorhaben zahlreiche Spenden, jedoch kam es nie zu einer Umsetzung.

Es ist hierbei zu erwähnen, dass Rosa seinem Amt als Meister vom Stuhl in Halle durchaus gewissenhaft nachging. Das Allgemeine Handbuch der Freimaurerei hebt hervor, dass die Versammlungen zur Tempelarbeit regelmäßig stattfanden, pünktlich begannen und dabei interessante Vorträge gehalten wurden, sodass die Loge stets sehr gut besucht war.[43] Gleichwohl verhinderten Rosas zeitintensive Verpflichtungen als Legat seine dauerhafte Präsenz in Halle. Die Kosten für seine ausgedehnten Reisen wurden allerdings aus der Logenkasse in Halle gezahlt.[44] Er modifizierte das System und in seiner Version der Ordenslegende war neben den Tempelrittern auch die Hiram-Legende eingebaut. Somit hatte Rosa erstmals in Deutschland Tempelrittertum und Freimaurerei verbunden.[45] Die Lehre besaß auch chiliastische Züge, da sie eine zeitnahe freimaurerische Herrschaft unter dem legendären salomonischen Tempel-Baumeister Hiram Abif ankündigte.[46] Gemäß der von Rosa kolportierten Version verfügte der Orden über fünf Zirkel europäischer Niederlassungen, von denen er als „Doktor Rosa“ von Halle aus den Zirkel leitete, der Deutschland, die Niederlande sowie die nordischen Staaten umfasste.[47]

Konflikt zweier Hochstapler und Fall Rosas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johnssen stiftete Hermann Benjamin Dryander (1740–1816), den Großvater von Hermann Ludwig Dryander (Bild; 1809–1880), an, Rosa zu ermorden.

Im September 1763 erschien der Hochstapler Georg Friedrich von Johnson-Fünen (Pseudonym von Johann Samuel Leuchte) im Hochkapitel der Loge „Zu den drei Rosen“ in Jena. Er stellte sich als schottischer Edelmann, „Ritter vom großen Löwen des hohen Ordens der Tempelherren zu Jerusalem“ sowie „Großprior des wahren Tempelordens der eigentlichen schottischen Oberen“ vor und gab an, er sei Abgesandter des „verborgenen Großkapitels der ganzen Welt in Schottland“ und solle den falschen Lehren der Freimaurerei in Deutschland ein Ende bereiten.[48] Dabei trat er als angeblicher Reformator des Clermont’schen Systems auf. Er verlangte Auskunft über die Herkunft des Berliner Kapitels, bezeichnete die Erteilung schriftlicher Konstitutionen durch Rosa als völlig ungesetzlich und merkte an, dass in Berlin „Dinge gelehrt würden, die mit dem Orden nichts zu tun hätten“.[49] Johnssen gewann das Vertrauen des Meisters vom Stuhl, August Heinrich Ludwig Teichmeyer,[50] und verlangte die Vorladung Rosas zur Überprüfung der Legitimität.

Dieser kam der Aufforderung nach und reiste nach Jena. Philipp Samuel Rosa und Georg Friedrich von Johnson-Fünen trafen daraufhin am 7. Oktober in der Loge aufeinander. Im Verlaufe des Streitgespräches gewann Johnson rasch die Oberhand und trieb seinen Kontrahenten ob dessen vermeintlicher Unkenntnis in die Enge. Rosa vermochte dem Vorwurf, dass die Ausfertigung schriftlicher Konstitutionen den Regeln des Ordens zuwiderlaufe und die von ihm angegebenen Rituale verfälscht seien, nichts entgegenzusetzen.[51] Johnsson betritt auch die Rechtmäßigkeit des Berliner Kapitels und schließlich sah sich Rosa genötigt, sich geschlagen zu geben. Er erklärte, dass er sein Amt als Legat ohnehin schon längere Zeit habe aufgeben wollen, da er die Fehler des Systems erkannt hätte. Dies kam einem Rücktritt gleich. Darüber hinaus mitunterschrieb er einen Brief an die GNML, in dem diese aufgefordert wurde, die Rechtmäßigkeit der Berliner Konstitutionen nachzuweisen.[52]

Zurückgekehrt nach Halle, versuchte Rosa, seinen dortigen Einfluss zu bewahren. Während der Kapitelsitzung am 13. Oktober trug er in seinen mündlichen Berichten die Geschehnisse in Jena verfälscht vor und stellte zudem das diesbezügliche Protokoll in Abrede. Durch geschickte Argumentation gelang es ihm, seine Mitbrüder zu dem Beschluss zu bewegen, der GNML treu zu bleiben, Johnssens System abzulehnen und andere Logen davor zu warnen. Im Privaten verfasste er allerdings lediglich eine Woche später einen freundlich formulierten Brief an Johnssen mit der Bitte, ihm zwei Konstitutionen für jeweils eine Schotten- und Johannisloge zu erteilen. Er plante, diese zusammen mit neun weiteren Freimaurern aus Halle – die offenbar in den Plan eingeweiht waren – zu gründen und zu leiten. Der Adressat hingegen sah keine Veranlassung, mit Rosa zu kooperieren und sandte stattdessen eine Kopie des Schreibens zurück zur Loge in Halle.[53] Durch diesen taktischen Schachzug Johnssens wurde nun auch für die Freimaurer in Halle ersichtlich, dass Rosa nur sein eigenes Wohlergehen im Auge gehabt und ein doppelbödiges Spiel betrieben hatte. Somit verlor er auch noch diesen letzten Rückhalt und wurde aus der Loge ausgeschlossen. In dem entsprechenden Brief aus Halle an die GNML vom 21. November 1763 heißt es:

„Bruder Rosa, dessen Name ehedessen so beliebt unter den Brüdern gewesen, ist jetzt ein Stein des Anstoßes geworden. Sein schändliches Leben, dessen abscheuliche Laster selbst das Alter noch nicht stumpf gemacht hat, seine Verwirrungen im Orden, die Unordnungen, die er in der Kasse angerichtet, dienen sowohl Profanen als den Brüdern zum Skandal. Selbst in fremden Logen redet man von ihm als von dem schändlichen Manne und man ist schon so weit gegangen, uns den Zugang zu versagen, sofern er länger würde auf dem Stuhle geblieben sein.“[54]

Innerhalb der nächsten Wochen vermochte es Johnssen, den von Rosa deutschlandweit verbreiteten Clermont’schen Hochgradritus außerhalb Berlins praktisch komplett zu Fall – beziehungsweise unter seine Kontrolle – zu bringen.[55]



  • Während in Jena Johnson die dortigen Freimaurer völlig in die Hand bekam, reagierten die Berliner sehr kühl und antworteten nicht. Johnson erklärte alle Urkunden und Konstitutionen für unecht. Von Jena aus versuchte er, auch andere Hochgradkapitel unter seinen Einfluss zu bekommen. Dies gelang ihm nur bei einzelnen Personen, sodass neben dem Berliner Hochgradkapitel nun ein zweites in Jena bestand.[56]

Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Ausschluss aus der Loge blieb Rosa zunächst in Halle. Mit Genugtuung dürfte er wahrgenommen haben, dass Johnssen im Mai 1764 auf einem Konvent in Altenberga von Karl Gotthelf von Hund und Altengrotkau enttarnt und als Hochstapler überführt wurde. Später wurde er im Frühjahr 1765 sogar festgesetzt und verbrachte die letzten zehn Jahre seines Lebens inhaftiert auf der Wartburg. Rosa war vermutlich auch hinsichtlich seiner eigenen Sicherheit erleichtert, denn im Juni 1764 berichtete er in einem Brief an Ernst Sigismund von Lestwitz von einem Mordkomplott: Hermann Benjamin Dryander (1740–1816) hätte ihm gestanden, von Johnssen den Auftrag erhalten zu haben, ihn (Rosa) zu erstechen, sobald Johnssen offiziell die entsprechende Order erteile.[57] Im selben Brief erwähnte Rosa, dass er und einige ehemalige Mitbrüder sich beraten hätten und sich endgültig aus der Freimaurerei zurückziehen wollten.[58] Die mutmaßliche Genugtuung ob Johnssen Schicksal änderte allerdings nichts an seiner eigenen prekären Situation. Er lebte in „drückendster Armut“[59] in Halle und war auf finanzielle Zuwendungen angewiesen. Trotz der intensiven Konflikte wenige Monate zuvor, unterstützte ihn seine ehemalige Loge, indem sie viele Schulden für ihn beglich und befreundete Logen aufforderte, ihm vierteljährliche Zahlungen zukommen zu lassen.[60] Rosa blieb bis nachweislich Herbst 1765 in Halle.

Anfang des Jahres 1766 kam er nach Marburg, das damals zur Landgrafschaft Hessen-Kassel gehörte. Dort gründete er am 1. April – entgegen seinen vorherigen Rückzugsbeteuerungen – die Schottenloge „Zu Bethlehem“. Es ist allerdings unklar, welchem freimaurerischen System diese angehörte.[61][62] Danach verliert sich seine Spur. Über Rosas weiteres Schicksal – beispielsweise ein Sterbedatum – ist nichts bekannt. Unterschiedliche Quellen nennen Halle[63] und Leiden[64] als mögliche Sterbeorte.

Einordnung und Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Rosa war im Umgang liebenswürdig und gewandt; als guter Gesellschafter erwarb er sich leicht Zuneigung. In der Freimaurerei hat er seine nach abenteuerlichen Geheimnissen suchenden Zeitgenossen ausgebeutet und gemissbraucht zur Befriedigung seines Eigennutzes und seiner Selbstsucht.“

Allgemeines Handbuch der Freimaurerei, 1867[65]

Wie diverse andere Personen während dieser Zeit bewegte auch Rosa sich mit seinen Aussagen und Tätigkeiten im Grenzbereich von Freimaurerei, Rosenkreuzertum, Tempelritter-Mystik und Okkultismus und nutzte die Leichtgläubigkeit und die Faszination einzelner Adelsvertreter für hermetische Themen zu seinem eigenen Vorteil.

Ferdinand Runkel kam in seiner dreibändigen Geschichte der Freimaurerei in Deutschland im Jahr 1932 zu dem Urteil, dass Rosa „zwar sehr liebenswürdig und geschmeidig [und] ein guter Redner, aber kernfaul im Charakter“ gewesen sei. Als Betrüger habe er „wie kaum ein anderer der Maurerei des achtzehnten Jahrhunderts geschadet“.[66] Auch der Medizinhistoriker Stefan Redies nannte Rosa 1998 einen „Scharlatan, der ohne jeden Idealismus mit Hilfe der Freimaurerei in erster Linie seinen Lebensunterhalt bestreiten wollte und dabei das in ihn gesetzte Vertrauen missbrauchte“.[67]






Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Departamento Nacional de Produção Mineral (DNPM) wurde 2017 in die Agência Nacional de Mineração (ANM) umgewandelt.
  2. In seinem 1883 erschienen Buch Geschichte der Freimaurerei in Kassel behauptet der Autor Wilhelm Kolbe, dass der Name Philipp Samuel Rosa ein Pseudonym des aus Bremen stammenden Dietrich Schumacher gewesen sei. Diese Angabe scheint jedoch nicht richtig zu sein. Im Catalogus studiosorum Marburgensis 1653–1830 ist ein Dietrich Schumacher aus Bremen verzeichnet, der sich am 27. April 1766 als Student an der Universität Marburg immatrikulierte. Die Verwirrung könnte damit in Zusammenhang stehen, dass auch Rosa im April 1766 in Marburg wirkte. Darüber hinaus führte bereits Rosas Vater diesen Familiennamen. In den nachfolgenden Jahrzehnten fand Kolbes Information – zumeist ohne den Herkunftszusatz – Eingang in zahlreiche Publikationen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.uni-bremen.de/promentes
  2. „Verbraucher-Zentrale wird neu organisiert“. In: Weser-Kurier, Jahrgang 50, № 215, 21. September 1994, Seite 20.
  3. Petra Sigge: „Stimme der Verbraucher geht in Rente“. In: Weser-Kurier, Jahrgang 72, № 73, 29. März 2016, Seite 15.
  4. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  5. Magdalene Heuser; Ortrun Niethammer; Marion Roitzheim-Eisfeld; Petra Wulbusch (Hrsg.): Ich wünschte so gar gelehrt zu werden. Drei Autobiographien von Frauen des 18. Jahrhunderts. Wallstein Verlag, Göttingen, 1994, ISBN 978-3-892-44075-8, Seite 235.
  6. Arina Völker: Die Entwicklung von Medizinalorganisation und Bevölkerungsversorgung am territorialen Beispiel von Anhalt. In der Reihe: „Wissenschaftliche Beiträge der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg“, Band 18. Dissertation, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale), 1985, Seite 64.
  7. https://www.kirchenkreis-wittgenstein.de/kirchengemeinden/kirchengemeinde-banfetal/geschichte
  8. Zeitschrift für Kirchengeschichte. Band 32/33, 1911, Seite 347.
  9. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  10. Magdalene Heuser; Ortrun Niethammer; Marion Roitzheim-Eisfeld; Petra Wulbusch (Hrsg.): Ich wünschte so gar gelehrt zu werden. Drei Autobiographien von Frauen des 18. Jahrhunderts. Wallstein Verlag, Göttingen, 1994, ISBN 978-3-892-44075-8, Seite 235.
  11. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  12. Joseph Findel: Geschichte der Freimaurerei von der Zeit ihres Entstehens bis auf die Gegenwart. Verlag von J. G. Findel, Leipzig, 1870, Seite 402.
  13. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seite 17.
  14. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  15. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  16. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  17. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seiten 17.
  18. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 81.
  19. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seiten 17.
  20. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  21. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seite 18.
  22. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seite 18.
  23. https://www.derstandard.at/story/1259282575002/menschen-wie-du-songs-for-joy
  24. https://www.derstandard.at/story/1259282575002/menschen-wie-du-songs-for-joy
  25. https://www.derstandard.at/story/1259282575002/menschen-wie-du-songs-for-joy
  26. https://spex.de/carsten-erobique-meyer-jacques-palminger/
  27. https://spex.de/carsten-erobique-meyer-jacques-palminger/
  28. https://www.welt.de/print/welt_kompakt/kultur/article183834688/Und-wann-strahlt-ihr.html
  29. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  30. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  31. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seiten 18.
  32. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  33. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seiten 19.
  34. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  35. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seiten 19.
  36. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 81.
  37. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 81.
  38. „Die Mitglieder, die angenommenen Freimaurer und die Visiteure der Mutterloge zu den drei Weltkugeln 1740–1766 (1806)“. In: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preußen 1738–1806. Die Logen in Berlin. Teil 1. Studienverlag, Innsbruck, 2014, ISBN 978-3-7065-5199-1, Seite 255.
  39. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seiten 17–19.
  40. „Verzeichnis der schottischen Logen und Kapitel in Deutschland vor Errichtung der stricten Observanz“. In: Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 165.
  41. Johann August von Starck: Der Triumph der Philosophie im Achtzehnten Jahrhunderte. Zweyter Theil. Verlag von Eduard Adalbert Rosenblatt, 1804, Seite 176.
  42. Karl R. H. Frick: Die Erleuchteten. Gnostisch-theosophische und alchemistisch-rosenkreuzerische Geheimgesellschaften bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Marix Verlag, Wiesbaden, 2005, ISBN 978-3-865-39006-6, Seite 219.
  43. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 81.
  44. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 81.
  45. Karl R. H. Frick: Die Erleuchteten. Gnostisch-theosophische und alchemistisch-rosenkreuzerische Geheimgesellschaften bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Marix Verlag, Wiesbaden, 2005, ISBN 978-3-865-39006-6, Seite 222.
  46. Monika Neugebauer-Wölk; Markus Meumann: DFG-Forschergruppe „Die Aufklärung im Bezugsfeld neuzeitlicher Esoterik“. Ergebnisse. Halle (Saale), 2013, Seite 52.
  47. Karl R. H. Frick: Die Erleuchteten. Gnostisch-theosophische und alchemistisch-rosenkreuzerische Geheimgesellschaften bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Marix Verlag, Wiesbaden, 2005, ISBN 978-3-865-39006-6, Seite 222.
  48. Karl R. H. Frick: Die Erleuchteten. Gnostisch-theosophische und alchemistisch-rosenkreuzerische Geheimgesellschaften bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Marix Verlag, Wiesbaden, 2005, ISBN 978-3-865-39006-6, Seite 223.
  49. Karl R. H. Frick: Die Erleuchteten. Gnostisch-theosophische und alchemistisch-rosenkreuzerische Geheimgesellschaften bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Marix Verlag, Wiesbaden, 2005, ISBN 978-3-865-39006-6, Seite 223.
  50. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seite 26.
  51. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seite 26.
  52. Karl R. H. Frick: Die Erleuchteten. Gnostisch-theosophische und alchemistisch-rosenkreuzerische Geheimgesellschaften bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Marix Verlag, Wiesbaden, 2005, ISBN 978-3-865-39006-6, Seiten 222–223 & 231.
  53. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seite 26.
  54. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 82.
  55. Karl R. H. Frick: Die Erleuchteten. Gnostisch-theosophische und alchemistisch-rosenkreuzerische Geheimgesellschaften bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Marix Verlag, Wiesbaden, 2005, ISBN 978-3-865-39006-6, Seiten 222–223 & 231.
  56. Karl R. H. Frick: Die Erleuchteten. Gnostisch-theosophische und alchemistisch-rosenkreuzerische Geheimgesellschaften bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Marix Verlag, Wiesbaden, 2005, ISBN 978-3-865-39006-6, Seiten 222–223 & 231.
  57. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 82.
  58. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 82.
  59. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 82.
  60. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 82.
  61. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seite 16 & 29.
  62. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 113.
  63. Johann August von Starck: Der Triumph der Philosophie im Achtzehnten Jahrhunderte. Zweyter Theil. Verlag von Eduard Adalbert Rosenblatt, 1804, Seite 176.
  64. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 82.
  65. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweite völlig umgearbeitete Auflage von Lenning’s Encyklopädie der Freimaurerei. Dritter Band. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, 1867, Seite 82.
  66. Ferdinand Runkel: Geschichte der Freimaurerei in Deutschland. Gesamtausgabe. E-Paper-Nachdruck, Edition Lempertz, Bonn, ISBN 978-3-943-88359-6.
  67. Stefan Redies: Freimaurer, Tempelritter und Rosenkreuzer. Zur Geschichte der Geheimbünde in Marburg im 18. Jahrhundert. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg, 1998, ISBN 978-3-828-89002-2, Seite 16.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Bauer: Aus dem Leben eines nicht alltäglichen Mannes. Philipp Samuel Rosa, Pfarrer in Fischelbach 1712–1734. In: Heimatbuch Banfetal. Banfe, 1987, Seiten 337–341.
  • Holger Weber: Pfarrer, Freimaurer und Betrüger – Philipp Samuel Rosa. In: Wittgenstein – Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins. Jahrgang 106, Band 82, Heft 2, August 2018, Seiten 82–93.






Ihr Leben fällt in die Zeit der mehr als zweihundert Jahre währenden (1536–1798) Besatzung der Waadt durch die Stadt Bern. Die Waadt war damals als Landesteil Welschbern bekannt – im Gegensatz zu Deutschbern, das sich aus den Landesteilen im Kanton Bern und Kanton Aargau zusammensetzte. Catherines Vater Jean-Pierre de Curtas arbeitete als Notar und war Statthalter von Montheron, einem Weiler einige Kilometer nördlich von Lausanne am Genfersee. Sie heiratete 1741 Béat-Philippe Vicat (1715–1770), der im selben Jahr Professor für Rechtswissenschaft an der Académie de Lausanne wurde und diesen Lehrstuhl bis zu seinem Tod innehaben sollte.[1] Zeitweilig amtierte er auch als Rektor der Académie. Das Paar bewohnte in Lausanne ein Haus mit eigenem Garten und verkehrte in den bildungsbürgerlichen, gehobenen Kreisen der städtischen Gesellschaft. Der gemeinsame Sohn Philippe-Rodolphe (1742–1783) wurde später Arzt in Lausanne und Payerne und arbeitete mehrere Jahre als wissenschaftlicher Helfer, Kopist und Registerersteller für den Universalgelehrten Albrecht von Haller.

Forschung zur Imkerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Juni 1761 erwarb sie einen ersten Bienenstock in einem Strohkorb, den sie in ihrem Garten aufstellte. In den folgenden Jahren legte sie sich weitere Bienenvölker zu. Sie begann, diese eingehend zu studieren, führte Experimente durch und beschäftigte sich mit der besseren Konstruktion der Beuten. Vicats Herangehensweise war dabei nach damaligen Maßstäben streng wissenschaftlich: Neben den Bienenstöcken in ihrem Garten ließ sie ein Bienenhaus in Aigle, südöstlich des Genfersees, errichten. Sie führte ein strenges Notiz über ihre Beobachtungen und Experimente und in den Zeiten, in denen sie nicht selbst vor Ort sein konnte, beauftragte sie einen Jungbauern mit der Beobachtung. Für die bauliche Ausführung der Beuten zog sie einen Zimmermann hinzu[2] und sie stand zum Erfahrungsaustausch in regelmäßigen Diskussionen mit anderen Imkern in der Region Lausanne.[3] Ihre Ergebnisse publizierte Vicat 1764 und 1769 in Form dreier Artikel in den Abhandlungen der Ökonomischen Gesellschaft Bern (OGG). Die entsprechenden Texte ließ sie durch den Pfarrer Jacques Antoine Henri Deleuze – der als Sekretär der OGG-Zweiggesellschaft Lausanne amtierte – in das etwa 80 Kilometer Luftlinie entfernte Bern senden.[4] In ihren Forschungen stützte sie sich vor allem auf den fünften Band von René-Antoine Ferchault de Réaumurs Mémoires pour servir à l’histoire naturelle des insectes, den die häufig zitierte, sowie auf die Arbeiten von Guillaume Louis Formanoir de Palteau (1712–1785) und Giacomo Filippo Maraldi.

Vicat gilt als Pionierin der Magazinwirtschaft. Obwohl diese bereits 1677 durch den Engländer John Gedde (1647–1697) entwickelt wurde, trugen erst Vicats Verbesserungen Mitte des 18. Jahrhunderts dazu bei, dass diese Methode die Aufmerksamkeit mitteleuropäischer, vor allem deutscher Bienenzüchter auf sich zog.[5]


Vicat befasste sich intensiv mit Schädlingen des Bienenstocks – beispielsweise Läuse und Große Wachsmotten – und mit ihrer Bekämpfung. So empfahl sie als wirksames Mittel gegen Läusebefall das Bestreuen der Bienen mit feiner Asche marokkanischen Tabaks.[6](https://www.google.de/books/edition/A_Treatise_on_the_Management_of_Bees_Ill/p6PZ2xBR7QYC?hl=de&gbpv=1&dq=wildman+A+treatise+on+the+management+of+bees+%22vicat%22&pg=PA236&printsec=frontcover Seite 239) Gleichzeitig experimentierte sie auch mit unterschiedlichen Konstruktionsweisen der Bienenstöcke, um einen Schädlingsbefall von vornherein zu verhindern.



  • Horizontal ausziehbarer Bienenstock, seitlich erweiterbar im Sommer[7]


  • Bienenkörbe auf einem hölzernen Gestell mit seitlicher Flugöffnung, ein einzelnes Modul mit zwei Querrippen mass 28 auf 13 Zentimeter. Die Module wurden von zwei langen Holzstäben zusammengehalten. Madame Vicat-Curtat habe die Bienenkästen, die so genannten Magazin-Beuten, aus Holz popularisiert. Im erwähnten Vorwort heisst es weiter, dass die neuen Methoden mit künstlichen Bienenkörben in der Schweiz Madame Vicat zu verdanken seien. Es fällt nun auf, dass Palteaus Buch 1766 erschienen, Vicat-Curtats Beitrag jedoch bereits 1764 gedruckt worden ist. Vicat-Curtat bezieht sich zwar in ihrem Beitrag auf eine Methode Palteaus, die Bienen zum Schwärmen und – zwecks besserer Beobachtung – zum Nisten in Glaskästen zu veranlassen. Da ihre Bienen zwar in diese durchsichtigen Nistplätze hineinfliegen, jedoch nicht darin verweilen, lässt Vicat-Curtat Magazin-Beuten aus Holz herstellen.[8]

Anerkennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obschon sie als naturforschende Frau zur damaligen Zeit eine Ausnahme bildete, erfreute sich Vicat großer Anerkennung. Sie vermochte, ein enges Netz wissenschaftlicher Kontakte sowohl im In- als auch ins Ausland zu knüpfen und die männlichen Kollegen lobten ihre Experimente, Untersuchungsergebnisse und Schlossfolgerungen. Der ihr entgegengebrachte wissenschaftliche Respekt zeigt sich auch an ihren Mitgliedschaften und Ehrenmitgliedschaften in mehreren internationalen Gelehrtengesellschaften.

Geradezu überschwänglich begeistert zeigte sich beispielsweise der britische Imker Thomas Wildman (1734–1781) aus Plymouth. In seiner 1768 erschienen Abhandlung A treatise on the management of bees charakterisierte er Vicat zunächst als „sehr scharfsinnige Dame“ (en.: very ingenious lady)[9] und merkte im weiteren Verlaufe des Textes an, sie sei „bereits so verdientermaßen gelobt“ (en.: already so justly commended)[10] worden. Darüber hinaus notierte er:

„Keine Person verdient in diesem Artikel größere Belobigung, als ihr gebührt. Ich bin sehr froh, in unseren Bemühungen, das Leben dieser fleißigen Insekten zu schützen, solch scharfsinnige Kollegen zu haben wie diese Dame [...]; und ich bin nicht wenig stolz auf die Ähnlichkeit unserer Ansichten und der Methoden, die wir anwenden.“
„No person deserves greater commendation in this article than is due to her. I am very happy in having such ingenious fellow-labourers, as this lady [...], in our attempts to save the lives of these industrious insects; and not a little proud of the familiarity in our views, and of the means we make use of.“[11]

Ähnliche Formulierungen finden sich in einem 1769 publizierten britischen Landwirtschaftslexikon, in dem Vicat ebenfalls als „sehr scharfsinnige Dame“ mit „sehr einsichtsvollen Beobachtungen“ (en.: very ingenious lady [...] very judicious observations) bezeichnet wird.[12] Der deutsche Pfarrer Adam Gottlob Schirach (1724–1773) – in seinen späteren Lebensjahren bekannt geworden als „sächsischer Bienenvater“[13] – erwähnte 1771 in einem Brief „die einfallsreiche und gelehrte Frau Vicat, die schon so berühmt ist für die hervorragende Arbeit über Bienen“ (frz.: l’ingénieuse et savante Mme Vicat déjà si célèbre par l’exellente mémoire sur les abeilles).[14] Vicats Landsmann Jonas de Gélieu (1740–1827), der als Pastor in Lignières im Kanton Neuenburg wirkte, stellte 1770 fest, dass sie „eine ausnehmende Stelle unter den schweizerischen Naturkündigern verdienet“.[15]

Abgesehen von de Gélieus Bemerkung ist aber teilweise unklar, inwiefern Vicats Leistungen auch im eigenen Land, speziell seitens des in der selben Region tätigen Bienenforschers François Huber (1750–1831), Beachtung und Anerkennung fanden. In einer Publikation der Landesimkervereine Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg, Südbaden und Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 1958 wird erwähnt, dass Huber „erste Anregungen zur Beschäftigung mit Bienendingen aus den Schriften der Madame Vicat“ erhielt.[16] Dagegen steht die Aussage der Historikerin Barbara Braun-Bucher, die 2009 zu dem Schluss kam, dass Huber „noch 1791“ Vicats Arbeiten „vollständig unbekannt“ gewesen seien.[17]

Weitere Forschungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vicat beschäftigte sich abseits der Bienen mit diversen anderen agrarwissenschaftlichen Themen. So berichtete sie beispielsweise im Juli 1763 der OGG von ihrer Entdeckung einer Sandgrube mit qualitativ besonders hochwertiger „terre à foulon“ – einer Art smektitreichen Tones.[18] Im Sommer 1764 unterbreitete sie der Gesellschaft Vorschläge zur effizienteren Gewinnung von Leinen und Werg und 1765 übersandte sie der Gesellschaft Wurzeln zweier chinesischer Nutzpflanzen („Cien Hoa“ und „Betone“) zur weiteren Begutachtung. Ferner interessierte sie sich für die Seidenraupenzucht, für die Fortpflanzung von Tauben sowie für die Ontogenese des Haushuhnes. Hinsichtlich Fragen zur Befruchtung und Bebrütung von Hühnereiern und zur Ausbildung des Herzens stand sie in Korrespondenz mit Albrecht von Haller.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französischsprachige Erstveröffentlichungen

  • Cathérine Elisabeth Vicat: Observations sur les abeilles, les fausses teignes, et les poux. In: Mémoires et observations recueillies par la Société œconomique de Berne. 1764, Band 1, Seiten 93–146.
  • Cathérine Elisabeth Vicat: Observations sur les mauvais effets du miel grené et sur les fausses teignes. In: Mémoires et observations recueillies par la Société œconomique de Berne. 1764, Band 4, Seiten 109–137.
  • Cathérine Elisabeth Vicat: Expériences sur un nouveau moyen de multiplier les abeilles. In: Mémoires et observations recueillies par la Société œconomique de Berne. 1769, Band 2, Seiten 81–94. (trad.all. 1771)

Deutschsprachige Übersetzungen

  • Anmerkungen über die Bienen, falschen Motten und Läuse. In: Abhandlungen und Beobachtungen durch die oekonomische Gesellschaft zu Bern gesammelt. 1764, Band 1, Seiten 79–126.
  • Anmerkungen über die bösen Wirkungen des gekörnten Honigs, und über die falschen Motten. In: Abhandlungen und Beobachtungen durch die oekonomische Gesellschaft zu Bern gesammelt. 1764, Band 4, Seiten 99–118.
  • Versuche eines neuen Mittels zu Vermehrung der Bienen-Schwärme. In: Abhandlungen und Beobachtungen durch die oekonomische Gesellschaft zu Bern gesammelt. 1769, Band 2, Seiten 93–108.





Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016248/2013-05-22/
  2. https://larepubliquedesabeilles.com/2020/12/30/madame-vicat-catherine-elizabeth-de-curtas-apicultrice-et-innovatrice-vaudoise-1712-1772/
  3. https://larepubliquedesabeilles.com/2020/12/30/madame-vicat-catherine-elizabeth-de-curtas-apicultrice-et-innovatrice-vaudoise-1712-1772/
  4. Regula Wyss; Gerrendina Gerber-Visser: Formen der Generierung und Verbreitung nützlichen Wissens. Pfarrherren als lokale Mitarbeiter der Oekonomischen Gesellschaft Bern. In: André Holenstein, Martin Stuber, Gerrendina Gerber-Visser (Hgg.): Nützliche Wissenschaft und Ökonomie im Ancien Régime. Akteure, Themen, Kommunikationsformen. Cardanus Jahrbuch für Wissenschaftsgeschichte, Bd. 7. Heidelberg 2007, S. 41-64. Seite 52.
  5. Carl Fraas: Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Neuere Zeit. Dritter Band: Geschichte der Landbau- und Forstwissenschaft. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cottaschen Buchhandlung, München, 1865, Seite 380.
  6. Giovanni Antonio Scopoli: Abhandlung von den Bienen und ihrer Pflege. Joseph Stahel, Wien und Leipzig, 1787, Seite 113. Übersetzung von Karl von Meidinger.
  7. https://larepubliquedesabeilles.com/2020/12/30/madame-vicat-catherine-elizabeth-de-curtas-apicultrice-et-innovatrice-vaudoise-1712-1772/
  8. https://boris.unibe.ch/34397/1/Stuber_etal_2009.pdf
  9. Thomas Wildman: A treatise on the management of bees. T. Cadell, London, 1768, Seite 58.
  10. Thomas Wildman: A treatise on the management of bees. T. Cadell, London, 1768, Seite 123.
  11. Thomas Wildman: A treatise on the management of bees. T. Cadell, London, 1768, Seite XVII.
  12. https://www.google.de/books/edition/The_Complete_Farmer_Or_a_General_Diction/VTK5Nh1XhgsC?hl=de&gbpv=1&dq=%22madame+vicat%22+%22lausanne%22&pg=PP54&printsec=frontcover
  13. https://boris.unibe.ch/34397/1/Stuber_etal_2009.pdf
  14. https://boris.unibe.ch/34397/1/Stuber_etal_2009.pdf
  15. Jonas de Gélieu: Kurze Anweisung für den Landmann; enthaltend die einfältigste und sicherste Weise der Bienenwirthschaft. In: Abhandlungen und Beobachtungen durch die Ökonomische Gesellschaft zu Bern gesammelt. Jahrgang 11, Band 2, 1770, Seiten 53–144.
  16. Südwestdeutscher Imker, Bände 10 – 12, 1958, Seite 204.
  17. https://boris.unibe.ch/34397/1/Stuber_etal_2009.pdf
  18. Mémoires fournis par les societes correspondantes. In: Mémoires et observations recueillies par la Société œconomique de Berne. 1764, Band 1, Seite XII.
  19. https://books.google.de/books?id=6J1bAAAAMAAJ&pg=PA228&lpg=PA228&dq=%22johann+Ernst+Stahl%22+%22bienengesellschaft%22&source=bl&ots=5pOi5zHmuQ&sig=ACfU3U3ZYANBkxDKgmeV_v932J8xCg55DA&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjbyMue9q3yAhVqgP0HHRFUBREQ6AF6BAgCEAM#v=onepage&q=%22johann%20Ernst%20Stahl%22%20%22bienengesellschaft%22&f=false
  20. Historischer Verein des Kantons Bern: Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, 1963, Bände 47 – 48, Seite 174
  21. https://boris.unibe.ch/34397/1/Stuber_etal_2009.pdf
  22. https://boris.unibe.ch/34397/1/Stuber_etal_2009.pdf


Kategorie:Naturforscher Kategorie:Biologe Kategorie:Entomologe Kategorie:Pionier der modernen Bienenzucht Kategorie:Imker Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (18. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Schweizer Kategorie:Frau Kategorie:Geboren 1712 Kategorie:Gestorben 1772 Kategorie:Kategorie:Person (Lausanne)




  • Paul Stricker: „Seltene Pilze und ihre Standorte im Oberrheingebiet", die in 3 Folgen ebenfalls in der Zeitschrift für Pilzkunde, 3, 4 und 5, 1956
  • Paul Stricker: Seltene Pilze und ihre Standorte im Oberrheingebiet. In: Zeitschrift für Pilzkunde. Band 4, 1949, Seiten 6–16.
  • Paul Stricker: Seltene Pilze und ihre Standorte im Oberrheingebiet (zweite Fortsetzung und Schluß). 1950, Z. Pilzkde. 6, 9-13
  • Paul Stricker: In: Zeitschrift für Pilzkunde. - N.F. 21 (1948/55), Nr. 4, S. 6-16; Nr. 5, S. 13-15; Nr. 6, S. 9-13
  • Stricker, P. (1949-1950): Seltene Pilze und ihre Standorte im Oberrheingebiet. Z. Pilzk. 21 (4): 6-16, (5): 13-15, (6): 9-13.

l[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cultural & Museum Centre Karonga
  • Im November 2004 eröffnet durch den malawischen Präsidenten Bingu wa Mutharika
  • Ziel ist es, Karongas natürlches und kulturelles Erbe zu erhalten und zu fördern
  • Die Fossilien und Urmenschenüberreste bieten einen Einblick in die Ursprünge des Menschen und die Entwicklung des Lebens auf der Erde
  • Es untersteht dem Department of Antiquities im Department of Culture im Ministry of Information, Tourism, and Culture
  • Sammlung, Erhaltung und Ausstellung zusammen mit der Uraha Foundation.
  • Die Ausstellung wird von einem 130 Ma Malawisaurus dominiert, der 45 km südlich gefunden wurde
  • Ein Schwerpunt der kulturellen Ausstellung liegt auf der community participation. Lokale, traditionelle Gemeindeführer waren angehalten, in der Zusammenstellung der Sammlung zu assistieren.
  • Baukosten K30 million (US$276,000). 2014 beschädigten starke Unwetter das Gebäude und bedrohten die Sammlung und Ausstellung. Das Dach wurde repariert. Der britische Architekt Kevin M. Davies.


  • The Centre has a cultural activity area which provides a meeting place for the people of Karonga and their visitors. Still under construction, the building is a site for all sorts of cultural events such as drama, dance performances, music and choir events.Its display & panorama area features 240 million years of Karonga history - from dinosaurs to democracy, including prehistoric landscapes, animals & early humans and their way of life, archaeological records, history of slave trade, colonial times, Malawi under Dr. Banda, culture and traditions of Karonga people.


  • The Cultural & Museum Centre Karonga provides facilities for research on and promotion for rich natural heritage of Northern Malawi comprises sediments and fossil remains from the Permo-Triassic (Therapsids), the Jurassic-Cretaceous (Dinosaurs, early mammals) and the Plio-Pleistocene Periods (Hominids). The project was mainly initiated by Karonga community and members of the Hominid Corridor Research Project, who conducted research in the fields of Geology, Palaeontology and Palaeoanthropology of Karonga District. The Cultural and Museum Centre Karonga with some 20 employees and volunteers, comprises an exhibition area, a research centre, and a palaeoanthropological field station at Malema with training and research facilities. The centre was constructed through EU funding and opened in November 2004. A cultural centre with an amphitheatre have opened in 2014. Malema Camp (for field schools, workshops seminars) and the Museum serve as a unique platform for international and national scientists in the field of Palaeontology, Palaeoanthropology, Archaeology, Mammalogy and Ornithology, and the exploration of Malawi’s unique cultural and natural heritage. Excavations and field projects are undertaken jointly by African and non-African Partners.[1]

p[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut für Kulturanthropologie des Oldenburger Münsterlandes
Institut für Kulturanthropologie des Oldenburger Münsterlandes
Florean Fortescue
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Landkreis Cloppenburg, Landkreis Vechta, Universität Vechta, Museumsdorf Cloppenburg
Bestehen: seit 14. Januar 2020
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: Cloppenburg, Vechta
Standort der Einrichtung: Cloppenburg
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Kulturwissenschaften
Fachgebiete: Soziologie, Religionsethnologie, Humangeographie
Grundfinanzierung: 210.000 € pro Jahr
(LKC 81 %, LKV 19 %)
Leitung: Christine Aka (Geschäftsführerin)
Mitarbeiter: 6 (Stand: Mai 2021)
Homepage: www.kai-om.de

Das Institut für Kulturanthropologie des Oldenburger Münsterlandes (Kurzbezeichnung: KAI-OM) ist eine als eingetragener Verein organisierte Forschungseinrichtung mit Sitz in der nordwestdeutschen Stadt Cloppenburg (Bundesland Niedersachsen), die als An-Institut der Universität Vechta fungiert. Als gemeinsame Träger des Institutes – das im Juni 2018 gegründet und im Januar 2020 offiziell eröffnet wurde – agieren das Museumsdorf Cloppenburg, die Universität Vechta sowie die beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta. Weitere wichtige Partner sind der Heimatbund Oldenburger Münsterland, die Bernhard-Remmers-Akademie aus Löningen und die Anna-und-Heinz-von-Döllen-Stiftung aus Diepholz.

Gründungsgeschichte und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gründung des KAI-OM lag die Feststellung zugrunde, dass im Zuge der rasanten Globalisierung verstärkt regionale Kulturen und Identitäten in den Mittelpunkt rücken, diese jedoch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht würden.


• Mit der Folge, dass die angesichts der rasanten Globalisierung der Welt verstärkt in den Mittelpunkt rückenden regionale Kulturen und Identitäten nicht untersucht werden. Vor allem für das Oldenburger Münsterland hat dies zur Folge, dass die negativen Konnotationen und das Bild der Agrarindustrie: wegen Geld bewundert und wegen „Kulturlosigkeit“ verachtet, bestehen bleibt. Menschen, historische Gegebenheiten und Entwicklungen haben kaum eine Chance, Beachtung zu finden.[2]

• Die Region des Oldenburger Münsterlandes ist in Beschreibungen und der Wahrnehmung von außen vielfach geprägt durch negative Stereotype, die sich durch die Agrarindustrie ergeben.[3]

• Der Landkreis Cloppenburg sei kein Wissenschaftsstandort.

• Die Region des Oldenburger Münsterlandes ist in Beschreibungen und der Wahrnehmung von außen vielfach geprägt durch negative Stereotype, die sich durch die Agrarindustrie ergeben. Schlagwörter wie Massentierhaltung, Nitratgehalt oder Trinkwasserbelastung werden immer wieder erwähnt. Durch die regelmäßigen Veröffentlichungen der Schweinedichte, der Zahl der Hühner, der Flächen des Obstbaus und die Zahl der Millionäre wird diese scheinbare Realität gefestigt. Unbeachtet werden dabei Themen wie: Die Folgen für Lebensgewohnheiten, Traditionen, soziale Umbrüche oder auch Abgrenzungen und religiöse Entwicklungen. Auch die Erforschung der reichhaltigen regionalen Kultur des Oldenburger Münsterlandes - der historischen wie gegenwärtigen - findet wenig statt. An den naheliegenden Universitäten mit volkskundlicher Ausrichtung wie Münster oder Göttingen findet keine regionale Forschung mehr statt und an den Universitäten in Oldenburg oder Vechta gibt es keine kulturanthropologischen oder volkskundlichen Institute.

• Um diese Stereotype aufzubrechen und um zu zeigen, wie sich die Region verändert, welche Kultur und Werte sie wirklich ausmachen, ist das KAI gegründet worden.[4]

• Ziel ist die kulturwissenschaftliche Inwertsetzung der Region durch wissenschaftliche Forschung statt der resignativen Akzeptanz von Stereotypen. Mit dem vorgesehenen Konzept entsteht in der Region erstmalig im deutschsprachigen Raum eine institutionalisierte Kooperation zwischen Universität und Museum, wodurch der Landkreis Cloppenburg im kulturellen Bereich weiter aufgewertet [wird].[5]




• 19. 06. 2018: Kreistag Cloppenburg stimmt mit 22:12 Stimmen der Gründung zu, CDU dafür, die Fraktionen und Gruppen von Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen/Unabhängige Wählergemeinschaft Cloppenburg dagegen[6] CDU hat absolute Mehrheit.

Grüne/UWG empfanden zwar die Idee eines solchen Institutes als interessant, konnten allerdings die Rolle des Landkreises Cloppenburg nicht nachvollziehen. Sie sahen keinen Grund, sich als Landkreis an dem Projekt zu beteiligen. Außerdem könne die Unterbringung des Instituts im Wärterhaus des Museumsdorfes nicht ohne Kosten umgesetzt werden und diese Finanzierung wäre unklar. Die SPD-Fraktion zweifelte kulturwissenschaftliche Defizite im Landkreis Cloppenburg an und verwies auf die Heimatvereine im dörflichen Bereich. Durch das Vorhaben würde keine Imageverbesserung des Landkreises erreicht; außerdem erwartete man hohe Folgekosten. Zudem würde eine wissenschaftlich-kulturelle Aufarbeitung lediglich die Eliten ansprechen, die sich bereits ohne das Institut über die betreffenden Themen informieren könnten.

• Verein wurde am 15. Oktober gegründet

Nachdem in den zwei Wochen zuvor der Ausschuss für Kultur und Freizeit sowie der Kreisausschuss über die Vorlage beraten hatten, beschloss am 19. Juni 2018 der Kreistag des Landkreises Cloppenburg die Gründung des Institutes. Zur Finanzierung der Einrichtung stellt der Landkreis finanzielle Mittel in Höhe von jährlich 170.000 Euro zur Verfügung.[7] Weitere bedeutende Geldgeber Die Gründungsurkunde wurde unterzeichnet von Burghart Schmidt (Präsident der Universität Vechta), Julia Schulte to Bühne (Direktorin des Museumsdorfes Cloppenburg), Uwe Meiners (vorheriger Direktor des Museumsdorfes Cloppenburg), Johann Wimberg (Landrat des Landkreises Cloppenburg), Gisela Lünnemann (Geschäftsführerin des Heimatbundes Oldenburger Münsterland), Gerd-Dieter Sieverding und Heinz von Döllen (beide Unternehmer und Stifter).[8] Zur Geschäftsführerin des KAI-OM wurde die habilitierte, bis dato freiberufliche Kulturanthropologin Christine Aka ernannt, deren Forschungsschwerpunkte auf der Religionsethnologie und der Kultur ländlicher Räume liegen. Am 15. Oktober 2018 erfolgte die offizielle Einweihung des Institutsgebäudes[9] und im Januar 2019 nahm die Forschungseinrichtung ihre Arbeit auf.[10]

In der Folge bat Johann Wimberg den Landkreis Vechta, der Initiative beizutreten und das neue Institut mit jährlich 40.000 Euro zu fördern. Mit Beschluss vom 13. Juni 2019 kam der Vechtaer Kreistag dieser Bitte nach.[11]

  • Am 14. Januar 2020[12] wurde sie in einem Empfang offiziell eröffnet.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Januar 2019: Projekt „Zukunft der Dörfer“. Förderung in der Reihe „Zukunftsdiskurse“ aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung. Uni und Institut, 100.000 Euro. 15 Monate. Wie wollen und können wir künftig in Dörfern leben? Wie können wir Leben und Arbeiten vor Ort gestalten, sodass wir mit urbanen Räumen mithalten können? Welche Vorteile haben ländliche Räume aus historischer Perspektive, die wir dafür nutzen können? Wie spielt Mentalität und Zusammengehörigkeit in kleineren Gemeinschaften dort hinein?[13]


Hauptsächliche Forschungsgegenstände des Institutes sind die historische und die gegenwärtige Alltagskultur des Oldenburger Münsterlandes sowie die vielfältigen Lebensgewohnheiten und Traditionen der Region. Die Wissenschaftler wollen darüber hinaus „Zukunftsfragen nach dem Wohnen, Leben und Arbeiten beantworten“ und durch die Dokumentation ihrer Ergebnisse zeigen, „welche Identität und Werte die Menschen im Oldenburger Münsterland teilen.“ Dadurch sollen der Bevölkerung Heimatgefühl und regionale beziehungsweise lokale Verbundenheit nähergebracht werden.[14]

Erforscht werden beispielsweise weltliche Gebräuche und Feierrituale von Jugendlichen und Heranwachsenden in der Region, aber auch die scheinbaren Widersprüche zwischen Weltläufigkeit und lokaler Verbundenheit. Ein weiteres Projekt – mit 200.000 Euro von einer katholischen Stiftung unterstützt – untersucht die Frömmigkeit der regionalen Bevölkerung und die weltweite Missionsarbeit durch Nonnen aus dem Oldenburger Münsterland.[15] Auch die Veränderung der Kulturlandschaft, die Situation des kulturellen Erbes der Region sowie der demographische Wandel durch Zuzug und Änderungen in religiösen und familiären Strukturen werden untersucht. Darüber hinaus beschäftigt sich das Institut mit der Frage, inwiefern der Strukturwandel die regionalen Landwirte trifft und deren Selbstverständnis beeinflusst. Die Bauernhöfe werden dabei als die Keimzellen des Wohlstands der Region verstanden und es wird analysiert, wie das Verhältnis der Menschen zu ihnen ist und aus welchen Beweggründen Landwirte ihre Höfe aufgeben.

Zur Forschung wird unter anderem die vorhandene Infrastruktur der Universität Vechta und des Museumsdorfs Cloppenburgs genutzt. Die Universität als einer der Träger legte Wert darauf, auch über das KAI-OM den Wissenstransfer in die Gesellschaft zu gewährleisten. Daher werden die Forschungsergebnisse des Instituts in enger Zusammenarbeit mit dem Museumsdorf und den übrigen Partnern der Öffentlichkeit präsentiert.



Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben festen Angestellten am Hauptsitz hat das KAI-OM je einen wissenschaftlichen Leiter vom Museumsdorf Cloppenburg sowie von der Universität Vechta. Der Vorstand des Vereines besteht aus drei Vertretern der ursprünglichen Träger (Museumsdorf, Landkreis Cloppenburg und Universität). Darüber hinaus existiert der Institutsrat, der laut Satzung aus mindestens acht Mitgliedern bestehen soll

Der Institutsrat des Vereins besteht aus mindestens 8 Mitgliedern und wird paritätisch mit zwei Vertreterinnen/Vertretern der Universität Vechta, zwei Vertreterinnen/Vertretern des Museumsdorfes Cloppenburg, zwei Vertreterinnen/Vertretern des Landkreises Cloppenburg und zwei externen Vertreterinnen/Vertretern, die aus einem Verband oder Wirtschaftsunternehmen kommen sollen, besetzt. Infolge der Zeitverzögerungen durch die COVID-19-Pandemie ist der Institutsrat bislang (Stand: Mai 2021) allerdings noch nicht zusammengetreten.



  • Er war zuvor Volkskundliche Kommission für Westfalen, Münster
Name Funktion Entsendende Institution
Iris Wichmann Institutsrat Landkreis Cloppenburg
Neidhard Varnhorn Institutsrat Landkreis Cloppenburg
Johann Wimberg Vereinsvorstand Landkreis Cloppenburg
Julia Schulte to Bühne Vereinsvorstand Museumsdorf Cloppenburg
Burghart Schmidt Vereinsvorstand Universität Vechta
Michael Schimek Wissenschaftlicher Leiter Museumsdorf Cloppenburg
Oliver Kozlarek Wissenschaftlicher Leiter Universität Vechta
Christine Aka Geschäftsführerin
Thomas Schürmann Wissenschaftlicher Mitarbeiter



Einzelnachweise

  1. http://www.paleobiomics.org/cmck.html
  2. https://buergerinfo.lkclp.de/vo0050.asp?__kvonr=1557
  3. https://buergerinfo.lkclp.de/vo0050.asp?__kvonr=1557
  4. Mareike Wübben: „Was macht das Oldenburger Münsterland aus?“. Am 16. Januar 2020 auf nwzonline.de
  5. https://buergerinfo.lkclp.de/vo0050.asp?__kvonr=1557
  6. Protokoll über die Sitzung des Kreistages des Landkreises Cloppenburg am Dienstag, dem 19.06.2018, 17:00 Uhr, im Sitzungssaal 1 des Kreishauses in Cloppenburg, Seiten 11–13.
  7. https://buergerinfo.lkclp.de/vo0050.asp?__kvonr=1557
  8. Sigrid Lünnemann: „Neues Institut will ab 2019 Kultur der Region erforschen“. Am 16. Oktober 2018 auf nwzonline.de
  9. Sigrid Lünnemann: „Neues Institut will ab 2019 Kultur der Region erforschen“. Am 16. Oktober 2018 auf nwzonline.de
  10. Sigrid Lünnemann: „Neues Institut will ab 2019 Kultur der Region erforschen“. Am 16. Oktober 2018 auf nwzonline.de
  11. https://kreistagsinfo.landkreis-vechta.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=1647
  12. Mareike Wübben: „Was macht das Oldenburger Münsterland aus?“. Am 16. Januar 2020 auf nwzonline.de
  13. https://idw-online.de/en/news708814
  14. Mareike Wübben: „Was macht das Oldenburger Münsterland aus?“. Am 16. Januar 2020 auf nwzonline.de
  15. https://www.om-online.de/om/nonnen-an-bord-schwanzten-aquatortaufe-51014

k[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klafs, G. & K.-H. Moll 1977 Fischadler-Pandion haliaetus. In: Klafs, G., J. Stübs (Hrsg.): Die Vogelwelt Mecklenburgs. 1. Aufl. G. Fischer Verlag, Jena
  • Karl Heinz Moll: Unterfamilie Fischadler. In: „Grzimeks Tierleben“ (Band 7, 1970, Seiten 400–401.)
  • „Handbuch der Vögel Mitteleuropas“ (Band 4, 1971)
  • Die Artbearbeitung in „Die Vogelwelt Mecklenburgs“ (3. Auflage, 1987) gründete sich auf seine Erkenntnisse.

k[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mayer äußerte sich in einigen seiner Schriften auch politisch – allerdings mit sehr unterschiedlichen Ausrichtungen. In seinem 1919 publizierten Büchlein Die Erlösung durch die Weltrevolution setzt er sich mit den Ursachen des wenige Monate zuvor zu Ende gegangenen Ersten Weltkrieges auseinander und theoretisiert über ein neues Finanzsystem. Der Krieg war seiner Meinung nach keine Auseinandersetzung zwischen Völkern, sondern vielmehr „das Werk von etwa 300 Geldfürsten, die dadurch ihren wirtschaftlichen Einfluss und Gewinn noch mehr auszudehnen hofften.“[1] Die Völker seien durch „schöne Phrasen und eine wohlfeile Presse verblendet worden.“[1] In einer Mitte Dezember 1919 veröffentlichten Buchvorstellung seitens des General-Anzeigers für Hamburg-Altona wird ausgeführt, dass Mayer auch das Verhalten der Vereinigten Staaten scharf kritisiert:

„Gerade in dem Augenblick z. B. als die Milliardenguthaben der amerikanischen Plutokraten auf dem europäischen Kriegsschauplatz verloren zu gehen schienen, entdeckten die Amerikaner ihren Beruf als Pioniere für Demokratie und Freiheit über den Ozean zu ziehen. Die Beseitigung der Macht dieser Plutokraten bei allen Völkern ist also die erste Vorbedingung eines dauernden Friedens und der Verständigung unter ihnen.“[1]



In Zusammenhang mit seiner Kritik an Banken und Börsen schrieb Mayer darüber hinaus:

„In diesem Goldtrust schwimmen auch die Haifische der Börse, dieser gefährlichsten Bauernfängerklappen, an welchen sie hartherzig, grausam, listig, erfinderisch, verschmitzt und gefühllos durch ihre Gruppiers, ebenso wie unsere Hochfinanzleute ihre Freibeuterarbeit verrichten und dem überlisteten, betrogenen Volk das finanzielle Sterbebett bereiten lassen. [...] Hier sind die echten und ungeschminkten Raubritter der Gegenwart mit dem roten Schild (Rothschilds), wo sie durch ihre Tourniere auf dem Finanzmarkt das Geschick der Völker entscheiden.“ (17)

Damit griff er direkt die bekannte jüdische Bankiersfamilie Rothschild an. Als relevanter Faktor der europäischen Wirtschaft war diese seit ihren Anfängen im Finanzwesen im 18. Jahrhundert fortwährend Gegenstand zahlreicher Karikaturen und polemischer Schriften bis hin zu Hetzkampagnen und antisemitischen Verschwörungstheorien im Rahmen des Narratives vom Weltjudentum. Ob Mayer der Familie lediglich aufgrund ihres Einflusses oder auch wegen ihres Glaubens misstraute, geht aus Die Erlösung durch die Weltrevolution nicht hervor. Anzumerken ist allerdings, dass sich in seinen weiteren Werken keinerlei Hinweise auf antisemitische, antijudaistische oder antizionistische Gedanken finden.


  • Verschuldung (19)
  • Kein Privatvermögen sollte eine Million Mark überschreiten, denn lediglich bis zu dieser Grenze könne es kein Unheil anrichten.
  • Abschaffung der Goldwährung und der Zinswirtschaft. (54, 55)
  • „Sozialisierung“ der Presse mit Verstaatlichung der Zeitungsbetriebe zu Reichs-, Landes-, Stadt- und Gemeindezeitungen unter Kontrolle von Bürgerausschüssen. (59)
  • Liberalisierung von Handel und Industrie und Aufhebung der deutschen Reparationen. (57-59)
  • Aufhebung der Zölle, da sie mit dem „Völkerfrieden“ und der „Völkerverbrüderung“ unvereinbar seien. Erst durch sie werde „die Schroffheit der nationalen Trennung dokumentiert und fühlbar. Der freie Warenaustausch ist der natürliche und gesunde Boden für eine internationale Einheit und Freiheit.“ (54)
  • Deutschlandweite Etablierung von Arbeiter- und Bauernräten. (50, 51)



Das von Mayer skizzierte ideale Gesellschaftsbild trägt sozialistisch-kommunistische Züge und tatsächlich war er zum damaligen Zeitpunkt Anhänger der bolschewistischen Oktoberrevolution in Russland sowie der in mehreren Städten des revolutionären Deutschlands entstandenen Räterepubliken:

„Wie einst die Franzosen am Ende des vorigen Jahrhunderts, so haben auch jetzt zuerst die Russen und dann wir Deutschen, großartige Beispiele durch die Staatsumwälzungen gegeben, welche sie mit kühnem Schwung vollzogen. [...] Die Erfahrungen und Ergebnisse bei uns und in Russland werden den revolutionären Elementen der anderen Staaten genau mitzuteilen sein, damit diese dort vor den Folgen unbedachtsamer Versuche und vor misslingenden Unternehmungen bewahrt bleiben. Wenn die Umwälzungen zur rechten Zeit, am rechten Ort und mit den richtigen Mitteln erfolgen, gibt es keine Macht, welche der Verwirklichung der Revolutionsidee mit Erfolg sich widersetzen könnte.“ (35, 60, 61)




In seiner Buchvorstellung bescheinigte der General-Anzeiger für Hamburg-Altona dem Autor, dass dessen Darlegungen vom „Geiste echter Humanität“[1] getragen seien. Und tatsächlich spricht sich Mayer explizit gegen „Nationalhass“ und für die Einigkeit der Völker aus – diese Einigkeit würde seiner Meinung nach „alle Parasiten töten.“[2] Darauf aufbauend entwirft er im Schlusskapitel seine Vision für die mittelfristige Zukunft:

„Der Weltmann und Menschenfreund lebt künftig nicht mehr einem sondergestaltigen, national beschränkten, sondern dem allgemeinen, universellen Ziel, einem reinen, erhabenen Menschentum, mit großen fortdauernden praktisch durchführbaren Lebensidealen und Gedanken, bei welchen der trennende Gegensatz durch die Stammesangehörigkeit immer mehr verwischt wird, um endlich ganz zu verschwinden.“[3]

Gleichzeitig weißt er allerdings auch darauf hin, dass Deutschland sich – solange dieses Idealbild noch nicht erreicht sei – im Falle äußerer Aggressionen wirksam verteidigen müsse. Dabei kommt abermals seine Sympathie für das kommunistische Russland zum Tragen, mit dem er sich sogar eine Staatenfusion vorstellen kann:

„Wenn unsere Feinde nicht zu einem Rechtsfrieden sich bekennen und uns durch einen Gewaltfrieden vernichten wollen, wird es das beste Mittel sein, wenn wir wieder mächtig werden, und zwar so, dass unsere Gegner uns von neuem in jeder Beziehung als Macht respektieren müssen. Wir würden uns zu diesem Zweck mit Russland und anderen Ländern, welche in unseren Bund einzutreten gewillt sind, zu einem starken Einheitsstaat verbinden, und in diesem durch deutsche Kultur, deutschen Fleiß und Tüchtigkeit den Fortschritt, die Kultur und Freiheit fördern. Lieber Russland kultivieren und kolonisieren, als Arbeitssklaven der Amerikaner zu werden, worauf diese längst warten.“ (54)

Zum Ende seiner Schaffenszeit, etwa zeitgleich zum in der Weimarer Republik verstärkt hervortretenden Nationalismus, äußerte sich Mayer im Heft Diskrete Leiden teilweise völkisch-nationalistisch. So bezeichnete er beispielsweise geistig und körperlich behinderte Menschen als „Last für die Allgemeinheit“ und führte ferner im abschließenden Kapitel aus:

„Es liegt daher ein hohes Interesse für den Staat darin, sein wertvollstes verdienendes Vermögen – das sind alle gesunden, arbeitstüchtigen und brauchbaren Glieder des Volkes – gesund zu erhalten, und geschwächte Individuen allmählich kräftigen und gesunden zu lassen, damit auch diese eine gesunde Nachkommenschaft erzeugen können, die den Kampf um das Dasein und im Wettbewerb mit anderen Nationen mit Erfolg führen kann.“[4]

Diese Formulierungen stehen mit ihrer martialischen Rhetorik und der Hinwendung zum starken Nationalstaat in deutlichem Gegensatz zu Mayers Überzeugungen von 1919, als er noch erwartete.

j[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ende seiner Schaffenszeit, etwa zeitgleich zur Krise der Weimarer Republik und zum im Deutschen Reich verstärkt hervortretenden Nationalismus, äußerte sich Mayer in seinen Schriften zunehmend völkisch-nationalistisch. Im Ende der 1920er Jahre erschienenen Heft Diskrete Leiden – in dem er sich mit sexuell übertragbaren Erkrankungen, Frauenleiden, erektiler Dysfunktion, Anejakulation und Zeugungsunfähigkeit beschäftigte – bezeichnet er geistig und körperlich behinderte Menschen als „Last für die Allgemeinheit“. Ferner führt er im abschließenden Kapitel aus:

„Es liegt daher ein hohes Interesse für den Staat darin, sein wertvollstes verdienendes Vermögen – das sind alle gesunden, arbeitstüchtigen und brauchbaren Glieder des Volkes – gesund zu erhalten, und geschwächte Individuen allmählich kräftigen und gesunden zu lassen, damit auch diese eine gesunde Nachkommenschaft erzeugen können, die den Kampf um das Dasein und im Wettbewerb mit anderen Nationen mit Erfolg führen kann.“

Insbesondere der letzte Satz mit seiner martialischen Rhetorik steht dabei im Gegensatz zu Mayers Ansichten von 1919, als er für die Zukunft ein Abkommen vom nationalistischen, staatenbezogenen Denken voraussagte.



„Hier sind die echten und ungeschminkten Raubritter der Gegenwart mit dem roten Schild (Rothschilds), wo sie durch ihre Tourniere auf dem Finanzmarkt das Geschick der Völker entscheiden.“



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Ich bin im Sommer 2005 auf die Wikipedia aufmerksam geworden. Die Zielsetzung und der offensichtliche Erfolg haben mich sofort fasziniert. Meinen ersten Edit hatte ich dann einige Monate darauf – am 23. Dezember 2005 im Artikel Pyroklastischer Strom. Das ist mittlerweile 5824 Tage her. Als Benutzer registriert habe ich mich am 20. Juni 2006.

Bislang wurden vier meiner Artikel in der Rubrik Schon gewusst auf der Hauptseite präsentiert. Ohne allzu großen Erfolg habe ich am siebten (II/2007), achten (I/2008), neunten (II/2008), 15. (II/2011) und 22. (I/2015) Schreibwettbewerb sowie am 13. (I/2020) Miniaturenwettbewerb teilgenommen.


  1. a b c d „Büchertisch“. In: General-Anzeiger für Hamburg-Altona, 32. Jahrgang, № 292, 15. Dezember 1919, 3. Beilage, Seite 5.
  2. 28
  3. 61
  4. Hermann Alois Mayer: Diskrete Leiden. Verlag hygienischer Wegweiser, Hamburg, 1930, Seite 30.