Benutzer:Justinusstifter/Justinuskirche

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Justinuskirche in Frankfurt-Höchst
Kirchhof und Nordfassade der Justinuskirche

Die karolingische Justinuskirche in Frankfurt-Höchst ist das älteste erhaltene Gebäude von Frankfurt am Main und eine der ältesten Kirchen in Deutschland.

Die dreischiffige Basilika stammt aus der Zeit um 830, der spätgotische Hochchor entstand ab 1441. Die Kirche steht am östlichen Ende der gut erhaltenen Höchster Altstadt. Vom Vorplatz ("Justinuskirchplatz") aus wirkt sie eher unscheinbar. Ihre unverkennbare Kulisse hoch über der Stadtmauer sieht man vom Süden her, z. B. von der Uferpromenade am Main. Hinter der Kirche, direkt an der Stadtmauer gibt es einen großen Blumen- und Kräutergarten.

Die große Bedeutung der Justinuskirche gründet sich einerseits auf die Einmaligkeit der original erhaltenen karolingischen Säulenarkaden mit karolingischen Kapitellen Bauplastik (v.a. die karolingischen Kapitelle und das spätgotische Nordportal), andererseits darauf, dass sie eine der wenigen fast vollständig erhaltenen frühmittelalterlichen Kirchen ist – und seit rund 1150 Jahren ununterbrochen als katholische Kirche genutzt wird.

Die Kirche, der Garten hinter der Justinuskirche und dort seit Mai 2012 der Antoniterraum im Stadtturm sind regelmäßig und kostenlos zugänglich.[1]

Seit 2010 ist in der Justinuskirche ein ottonisches Bronzekruzifix ausgestellt, das auf dem Friedhof der Antoniter in Rossdorf gefunden wurde.

Die Justinuskirche gehört zum Bistum Limburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bauherren der Justinuskirche: Erzbischof Otgar von Mainz (rechts) und sein Nachfolger Rabanus Maurus (links) – Darstellung aus manuscriptum Fuldense um 830
Karolingisches Kapitell in korinthischer Ordnung

Erzbischof Otgar von Mainz , Mainzer Erzbischof von 826 bis 847, begann den karolingischen Bau der Justinuskirche Höchst [2] um 830 und stiftete die eigens aus Rom beschafften Reliquien des heiligen Bekenners Justinus [3] .

Die karolingische Justinuskirche wurde 830 zu einer Zeit gebaut, als es im Bereich des späteren Höchst nur einige wenige fränkische Höfe gab. Erst 40 Jahre vorher, 790, war Höchst als "Hostat" erstmalig urkundlich erwähnt worden. Der Bauplatz, auf einem Felsen über der Mündung der Nidda in den Main und oberhalb der Furt durch den Main gelegen, war klug gewählt. Hier trafen sich uralte Wege, es gab reichlich Trinkwasser (u.a. Liederbach, Quelle am Fuß der Justinuskirche), der Platz war gut zu befestigen und die für ihre Zeit mächtige Steinkirche war weithin zu sehen. Der Bau der Kirche sollte offensichtlich den Gebietsanspruch der Mainzer Erzbischöfe gegenüber dem gerade erst erstarkenden Frankfurt mit seinem Königshof klarstellen.

Schon um 850 war die Kirche fertiggestellt. Die dendrochronologische Datierung eines Balkens über dem Triumphbogen lautet: 850 ±8 Jahre. Rabanus Maurus, Mainzer Erzbischof von 847 bis 856, weihte die Kirche ein. Da er 856 starb, dürfte die Weihe zwischen 847 und 856 stattgefunden haben. Er war ein berühmter Kirchenlehrer und Schriftsteller seiner Zeit. Rabanus Maurus weihte nicht nur die Kirche, sondern verfasste auch die Altartituli, die Weiheinschriften der ersten Altäre, wodurch wir über die frühe Ausstattung der Kirche aus originaler Quelle recht gut unterrichtet sind.

Die Bauzeit fällt in die Regierungszeit Kaiser Ludwigs I. des Frommen und seines Sohnes, König Ludwigs II. des Deutschen.

Die Rechnung der Erzbischöfe von Mainz ging auf: Um die Justinuskirche mit ihren wertvollen Reliquien entstand in der Folgezeit das Dorf und später die Stadt Höchst (Stadterhebung 1355). Die Mainzer befestigten die Stadt und bauten sie zu einer wichtigen Zollstätte am Main aus.

1024 fand in Höchst eine Synode des Mainzer Erzbischofs Aribo und der zahlreichen Mainz unterstellten Bistümer statt. Es kamen die Bischöfe Burchard von Worms, Ulrich von Chur, Werner von Straßburg, Eberhard von Bamberg, Walter von Speyer, Wicher von Verden, Meginhard von Würzburg, Heimo von Konstanz, Godehard von Hildesheim, Heribert von Eichstätt, Brantho von Halberstadt, Hizzo von Prag, also fast alle Mainzer Suffraganbischöfe.

1090 ging die Kirche als Schenkung an die Benediktiner von St. Alban in Mainz über. Die Kirche wurde in Schriften des Stifts gezielt als einsturzgefährdet bezeichnet; St. Alban erhielt auf diese Weise als Dreingabe weitere Ländereien und Privilegien in Höchst. Renovierungsarbeiten an der angeblich baufälligen Kirche fanden jedoch nicht statt.[4] St. Justinus war seitdem Pfarr- und Klosterkirche.

Das Kloster verbrachte die Justinusreliquien 1298 nach St. Alban. Die Höchster Kirche wurde daraufhin der Hl. Margarethe als neuer Patronin geweiht, damit war und ist die Justinuskirche eigentlich eine Margaretenkirche. Die bis 1961 gefeierte Höchster Kirchweih hieß seit dem Mittelalter folgerichtig Margaretenkerb, daran änderte sich auch mit Einweihung der neuen Pfarrkirche St. Josef im Jahr 1909 nichts. Der vergessene Name Justinuskirche, in Höchst war der Ausdruck "die aal Kerch" üblich, wurde erst durch historische Forschungen im 18. und 19. Jahrhundert wieder in der Fachwelt und in der Öffentlichkeit bekannt. Dass die Margaretenkirche heute wieder nach ihrem ursprünglichen Namenspatron genannt wird, geht auf eine Initiative des Höchster Pfarrers Emil Siering (1841–1899) zurück.

1441 siedelten die Antoniter mit ihrem Kloster aus Roßdorf bei Hanau nach Höchst um. Die seit 1419 nur noch als Pfarrkirche genutzte Justinuskirche diente seitdem auch wieder als Klosterkirche. Die Antoniter gaben als Chorherren 1442 den Bau eines spätgotischen Chors und zahlreicher anderer Erweiterungen in Auftrag. Der ältere karolingische Bauteil der Justinuskirche diente als Pfarrkirche für die Gemeinde, während der durch einen Lettner abgeteilte Chor den Antonitern vorbehalten war. Das Antoniterkloster erlosch 1802 als das Letzte von ursprünglich 370 Antoniterklöstern in ganz Europa.

Nach der Einweihung der großen neuromanischen Josefskirche in der Hostatostraße übernahm diese 1909 die Funktion der katholischen Pfarrkirche der inzwischen stark gewachsenen Industriestadt Höchst. Sie gab die dem Hauptverursacher des Bevölkerungszuzugs von Katholiken, den Farbwerken Höchst, ihren später weltbekannten Namen Hoechst AG gab. Die Justinuskirche gehört seither Filialkirche zur katholischen Pfarrei St. Josef im Bezirk Frankfurt des Bistums Limburg.Seit 2009 wird sie von der Pfarrgemeinde von April bis Ende Oktober als "Sommerkirche" für Gottesdienste genutzt. Außerdem ist sie - zusammen mit dem barocken Standesamt im Bolongaropalast Höchst - ein beliebter Ort für Hochzeiten. Wegen ihrer ausgezeichneten Konzertorgel und ihrer Akustik finden im Rahmen des "Höchster Orgelsommers" Konzerte mit internationalen Künstlern statt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die karolingische Basilika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelschiff
Justinuskirche Frankfurt Höchst um 850, Zeichnung von Peter Schäfer
Grundriss der Justinuskirche im 9. Jh.

Die karolingische Justinuskirche wurde als dreischiffige Basilika gebaut, im Osten mit drei Altarräumen Sanktuarien und drei Apsiden. Die Apsiden fielen der Erweiterung im 15. Jahrhundert zum Opfer. An der Stelle des ehemals südlichen Altarraums befindet sich heute die Sakristei.

Der ursprüngliche Eingang, ein einfaches Rundbogenportal, befand sich an der Westseite des Mittelschiffs im Bereich des heutigen Kirchgärtchens. Es ist heute vermauert, ein ovales Ochsenauge zeigt seinen ursprünglichen Platz. Heute befindet sich der Haupteingang sich auf der Nordseite der Kirche (Stadtseite).

Die drei Kirchenschiffe werden im Inneren durch zwei Arkadenreihen getrennt. Sie bestehen aus je sechs Arkaden auf fünf Stützen. Das Mittelschiff wird im Osten durch einen Triumphbogen abgeschlossen.

Die Maße der karolingischen Justinuskirche entsprechen einem einfachen, harmonischen System der Proportionierung, z. B.

Länge des Mittelschiffs 21,50 m Höhe des Mittelschiffs 10,70 m (seit den 1930er Jahren 10,30 m)
Höhe des Mittelschiffs 10,70 m (heute 10,30 m) Breite des Mittelschiffs (im Mittel) 5,39 m
Höhe der Seitenschiffe 5,40 m Breite Seitenschiff (im Mittel) 2,70 m
Höhe der Arkaden 5,40 m Arkadenbreite zwischen Kapitellen 2,68 m
Höhe des Chorturms 16.00 m Höhe der Seitensanktuarien 8.00 m

Die stadtseitigen Seitenschifffenster im nördlichen Obergaden sind heute zugemauert. Auf der Nordseite der Kirche wurden spätgotische Kapellen angefügt, im Süden die unteren karolingischen Fenster durch gotische ersetzt.

Das Mauerwerk der Justinuskirche besteht nach den Untersuchungen der 1930er Jahre aus rotem, zum Teil geflammtem Mainsandstein und gelbem Sandstein aus Lauterecken (Pfalz). Der Basalt in den Fundamenten stammt aus den Steinbrüchen von Steinheim bei Hanau. Die Werksteine, z. B. für die Kapitelle, bestehen aus Ettringer Tuff aus dem Andernacher Gebiet sowie weißem Muschelkalkstein. Der Mörtel besteht aus sehr feinem Sand mit reichlichem Kalkzusatz.

Die erhaltenen karolingischen Bauteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die karolingische Kirche ist noch in großen Teilen im Original erhalten: das Mittelschiff mit seinen kleinen Rundbogenfenstern im Obergaden, die flache Decke, die Säulenarkaden, die Seitenschiffe und die drei Altarräume. Natürlich haben über 1150 Jahre, notwendige Reparaturen, Erweiterungen, Umbauten, kirchengeschichtliche oder kunsthistorische Entwicklungen ihre Spuren in der Justinuskirche hinterlassen. Aber eine vorbildliche Restaurierung 1930 bis 1932 hat die alte Bausubstanz geschont und, wo möglich, sichtbar gemacht.

Einzigartig in Deutschland: die Säulenarkaden mit Blattkapitellen und Kämpfern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die originalen Säulenarkaden der Justinuskirche mit zwei mal fünf Rundsäulen aus Plinthe, attischer Basis, Säulen mit Halsring und mit ihren korinthisierenden Kapitellen und Kämpfern, gehören zu den bedeutendsten Werken karolingischer Bildhauerkunst. Sie wurden für die Justinuskirche geschaffen. Gegenüber allen anderen erhaltenen karolingischen Kirchen ist einzigartig, daß alle Kapitelle und Kämpfer gleich gearbeitet sind, von kaum wahrnehmbaren kleinen Abweichungen in Verzierungen abgesehen. Diese Säulenarkaden geben Sie dem Langhaus eine große Ruhe und Strenge.

Spätgotische Erweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Ende der Zugehörigkeit zum Benediktinerkloster St. Alban 1419, also fast sechs Jahrhunderte lang, wurde die Kirche baulich kaum verändert.

Zwischen 1420 und 1430 wurde der südliche der drei karolingischen Altarräume abgerissen und durch eine gotische Heiligkreuzkapelle, die heutige Sakristei, ersetzt. An das nördliche Seitenschiff wurden drei weitere Kapellen angefügt.

Das Nordportal [5][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordportal der Justinuskirche in Frankfurt-Höchst mit den Figuren des Paulus von Theben und Antonius des Großen

Aufgrund der Verlegung des Zugangs von der Westseite zum heutigen Justinuskirchplatz auf der Nordseite der Kirche entstand dort um 1442 ein reich geschmücktes Nordportal, ein Spitzbogen-Portal mit krabbenbesetztem Kielbogen und Kreuzblume. Es wird links von der Statue des Hl. Paulus von Theben und rechts von der des Ordenspatrons der Antoniter, des Hl. Antonius Abbas, begleitet. Das Heiligenpaar wird bei den Antonitern in der Regel gemeinsam dargestellt, so auch auf dem berühmten Isenheimer Altar des Mathias Grünewald in Colmar. Dies entspricht der Legende, wonach die beiden Eremiten in der ägyptischen Wüste zusammentrafen. Das Portal wurde von Steinmetzen der Frankfurter Dombauhütte geschaffen, die beiden Figuren von der Hand des Steffan von Irlebach.

Da bei der Bauausführung das Nordportals offenbar zu weit nach Westen gesetzt worden war, behalf man sich dadurch, dass man die Westwand der Kirche in einem Winkel von gut 12 Grad abknicken ließ, um den Baufehler auszugleichen, was kaum erkennbar ist.

Der Hochchor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südostwärts geneigter Chor
Grundriss der Justinuskirche nach dem Umbau im 15. Jh.

Die Antoniter, seit 1441 Hausherren der Kirche, benötigten, den Regeln der Augustiner-Chorherren entsprechend, einen größeren Chor. Bald nach der Übernahme der Kirche wurde dieser in Auftrag gegeben. Es entstand ein einschiffiger, hoher Chorraum mit sieben Maßwerkfenstern, zwei Jochen und einem 5/8-Chorschluss. Der Chor war deutlich höher als die bestehende Basilika, dieser Gegensatz bestimmt bis heute den Anblick der weithin sichtbar über dem Mainufer gelegenen Kirche.

Da der Anbau des gotischen Hochchors der Justinuskirche auf unsicherem Untergrund geschah, waren dafür umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Denn im aufgeschütteten Untergrund - am südöstlichen Fuß des Abhangs unterhalb der karolingischen Kirche auf Höhe des Mains - entspringt eine reich sprudelnde Quelle, die noch heute ihr Wasser spendet. Durch sie begannen die in den Untergrund getriebenen Stützbalken schon nach wenigen Jahrzehnten zu faulen. Hinzu kamen Schäden durch ein schwaches Erdbeben. Dadurch senkte sich der Chor, so dass der Anbau seitdem eine leichte Neigung südostwärts zum Main hat. Dies ist insbesondere im Inneren der Kirche beim Blick auf den Hochaltar zu erkennen.

Bereits 1523 musste daher das ursprüngliche Netzgewölbe des Chors wegen Einsturzgefahr abgetragen und durch eine provisorische Bretterdecke ersetzt werden. Die Veränderungen von 1523, zu denen auch gehörte, daß mehrere der Hochchorfenster zugemauert wurden, kann man noch an den Ansätzen des heute verschwundenen Netzgewölbes an den Chorwänden erkennen. Die Schlusssteine des Hochchores mit den Wappen der Bauherren der Justinuskirche haben sich erhalten. Sie sind im Justinusgarten zu besichtigen.Die provisorische Bretterdecke wurde erst bei der Renovierung 1930 entfernt und durch eine abgehängte Rabitzdecke ersetzt. Ebenso wurden die zugemauerten Chorfenster hinter dem Hochaltar wieder geöffnet.

Die ab 1441 entstandenen Bauteile sind Werke der sogenannten Frankfurter Schule im Umfeld des Frankfurter Stadt- und Dombaumeisters Madern Gerthener. Wichtigster Baumeister in Höchst war der in vielen Orten am Mittelrhein tätige Steffan von Irlebach, ein Schwiegersohn Gertheners, sowie der Steinmetz Peter Wale, der mit Gerthener am Frankfurter Domturm arbeitete.

Zeittafel der Veränderungen und Restaurierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Jahrhunderten ist die Justinuskirche immer wieder eine Baustelle.

  • 1423 bis 1441: Nachdem die Kirche Pfarrkirche wird, beginnt ein bescheidener Ausbau.
    • Unter Abbruch des südlichen Querschiffflügels wird eine große, zweigeschossige Sakristei gebaut. Ihre Fenster erhalten gotisches Masswerk. Die untere Sakristei wird Kapelle zum heiligen Kreuz.
    • Der Bau der Kapellen der Nordseite wird begonnen
    • Die romanischen Fenster der Seitenschiffe werden spitzbogig verändert und erhalten ebenfalls gotisches Masswerk. Ähnliche Fenster werden in den nördlichen Querschiffflügel und in die westliche Außenmauer des westlichen Außenmauer des nördlichen Seitenschiffes eingebrochen.
    • Bei Anlage der Sakristeifundamente wird der Ersatz der karolingischen Mittelabside durch einen etwas größeren Chor nach 5 Seiten des Achteckes vorgesehen, gelangt aber nicht mehr zur Ausführung.
    • Eine neue Tür wird in die Nordseite des nördlichen Querschiffflügels ausgebrochen.
    • Die beiden östlichen Seitenschiffjoche werden mit Kreuzgewölben überdeckt.
  • 1441 wird der Bau des gotischen Chores begonnen.
    • Die südwestliche Ecke des Choranbaues schneidet in den vorhandenen Sakristeibau ein, dessen sie behindernden Teile ihr weichen müssen. Ebenso fallen die beiden noch bestehenden karolingischen Absiden und Teile der Ostmauer des nördlichen Querschiffflügels dem neuen Bau zum Opfer.
    • Der Chor wird mit einem Netzgewölbe überwölbt.
    • In der Westmauer des Mittelschiffes wird ein großes Fenster ausgebrochen. Es erhält ähnliches Maßwerk wie die Chorfenster.
    • Gleichzeitig mit dem Bau des Chores werden die Kapellen der Nordseite und die Vorhalle weiter gebaut.
    • Die oberen schadhaften Teile des nördlichen Querschiffflügels werden abgetragen und etwa 2,40 m unter der usrprünglichen Decke wird ein Netzgewölbe eingespannt.
  • Zwischen 1454 und 1464 wird der Lettner errichtet. An der Nordwand wird eine Schwalbennestorgel angebracht.
  • 1464 wird der Chorturm über dem Hauptaltar des 9. Jahrhunderts wird niedergelegt.
  • 1477 Der Pfründner Johannes Langsdorff läßt das heute an der Wand zur Sakristei hängende große Kruzifix herstellen.
  • 1485 Die Mitteltafeln des heute in der Mittelkapelle stehenden Kreuzaltars werden in Worms gemalt und finden ihren Platz als Gemeindealtar beim Lettner. In Worms wird für den Hochaltar der Antoniter im Chor die hölzerne Sitzfigur des heiligen Antonius gefertigt.
  • Vermutlich Anfang des 16. Jahrhunderts werden die Seitenschiffe mit steileren Dächern versehen, die unteren Teile der karolingischen Mittelschiffenster zugemauert und die oberen Teile in niedrige, rechteckige Fenster mit Werksteingewänden umgewandelt.
  • 1523 muss nach Setzung der südlichen Chorfundamente und leichten Erdbebenschäden das Chorgewölbe abgetragen werden. Übrig bleiben nur die Rippenanfänger. Die Decke erhält eine provisorische Bretterdecke, die erst 1930 entfernt wird. Chorfenster werden zugemauert.
  • 1608 werden die die Rückseiten der Seitentafeln des Kreuzaltares mit vier Heiligen bemalt, darunter der heilige Andreas, eine Stiftung von Adolph Herrmann, 1607 Antoniterpfarrer in Höchst.
  • 1614 tragen Fenster im Chor die Wappen Eppstein, Runkel, Kronberg (ohne Krone) und gräflich Eysenburg (Isenburg).
  • 1726 wird der neue Hochaltar des Johannes Wieß in der Kirche aufgestellt.
  • 1730 bis 1743 wird die Kirche barockisiert. Die bestehenden kleinen, rechteckigen Fenster im südlichen Mittelschiff im Mittelschiff werden durch drei ovale "Ochsenaugen" ersetzt, ebenso der ehemalige Eingang unter der Orgel.
  • Für den Hochaltar werden barocke Silbergeräte angeschafft.
  • 1737/38 wird nach dem Bau einer Orgelempore und dem weitgehenden Schließen des großen Maßwerkfensters der Westwand die Orgel des Mainzer Meisters Onymus aufgestellt.
  • Die Fläche des Mittelschiffdaches wird über das nördliche Seitenschiff, die Nordkapellen und den Rumpfbau des nördlichen Querschiffflügels hochgezogen. Auch das baufällig Dach der Sakristei wird durch eine ähnliche Ntlösung ersetzt unter Einbau einer massiven Treppe in einem Treppentürmchen, durch das der Dachraum des Mittelschiffes erreicht werden kann.
  • 1743 wird das jetzige Chordach errichtet
  • 1802/03 Nach Aufhebung des Antoniterklosters durch das Fürstentum Nassau-Usingen wird die Kirche wieder ausschließlich Pfarrkirche. In der Folge gibt es erhebliche Veränderungen an den Altären und der Ausstattung. Die Kirche besaß zu diesem Zeitpunkt noch sieben Altäre.
  • 1810 wird der vor der Kirche gelegene Friedhof in die heutige Luciusstraße verlegt.
  • 1811 wird der Lettner entfernt und der dort stehende Kreuzaltar entfernt. Die alte Kanzel am Lettner wird durch eine im Empirestil ersetzt. Die Kirche wird ausgeweißt, die Säulen erhalten einen roten Anstrich.
  • 1812 kommen aus dem Kloster Gottesthal zwei barocke Seitenaltäre in die Kirche, die unter teilweiser Verstümmelung an den östlichen Enden der Seitenschiffe aufgebaut werden.
  • 1822 fertigt der Höchster Schreiner Jacob Weingärtner einen neuen Unterbau für den Hochaltar.
  • 1826 erfolgt ein schwerer Kirchenraub, bei dem eine Monstranz und weiteres wertvolles Silbergerät verloren geht. Der untere Teil des Hochaltares wird erneuert.
  • 1828 "wurden die 3 Chörchen, wo die Pönitenten auf Steinplatten stehen mußten, mit hölzernen Fußböden versehen."; Wiederherstellung der Orgel
  • 1830 wird eine neue Kirchenbestuhlung aus Eichenholz beschafft. Bei dieser Gelegenheit ist von den "nutzlos geordenen 4 Altären in den Chörchen" die Rede. Es sind der Antoniusaltar, der Annenaltar, der Altar der Mutter Gottes und der Aloysiusaltar. Sie werden abgeräumt.
  • 1831 werden zwischen den Säulen im Schiff sechs gläserne Lüster aufgehängt.
  • 1832 wird der Chor ausgeweißt und die vorher aus "roth bemaltem Holz" bestehende Decke verrohrt und übertüncht.
  • 1833 erhalten die schmutzrothen Säulen und Fenstergesimse einen weißen, jene einen blauweißen Ölfarbenanstrich. Die Zimmererarbeit wurde gleichzeitig vorgenommen, wodurch die Decke gehoben und gleich gelegt ward. Im St. Anna-Chörchen wird ein neuer Beichtstuhl aufgestellt.
  • 1834 werden für den Hochaltar acht messingversilberte, große Altarleuchter angeschafft. Zwei weitere Lüster, die die anderen an Schönheit übertreffen, stiftet die Frankfurterin Vogelsang.
  • 1835 werden drei Ölgemälde aus der Kirche, die Brodbrechung Christi, die Grablegung Christi und der heilige Antonius, nacheinander dem Maler L. Dodel in Flörsheim zur Restauration übergeben.
  • 1858 werden die Bildtafeln des ehemaligen Kreuzaltares, die zuletzt auf dem Speicher des Pfarrhauses lagen, an die Wallfahrtskirche Marienthal im Rheingau abgegeben. Nachdem sie ab 1905 in der Kapelle des Konviktes in Hadamar aufgestellt sind, werden sie 1935 in die Justinuskirche zurückgeführt und an dem heutigen Platz in der Mittelkapelle aufgestellt.
  • 1870 bis 1874 werden die Fundamente des Chores untersucht, 1873 wird der Chor in seinen Ostteilen mit einem eisernen Ringanker gesichert.
  • 1881–1882 erfolgen Arbeiten am Dachstuhl der Kirche
  • 1888 werden die Figuren der Immaculata und der Dolorosa auf den beiden Nebenaltären neu farbig gefaßt. Eine Herz-Jesu-Staue und eine Ampel für den Chor werden beschafft.
  • 1889 schenkt die Gemeinde Pfarrer Siering zum 25. Priesterjubiläum vier Fenster für die Nordseite. Sie stellen die Patrone der Stände dar: den heiligen Aloysius als Patron der Jugend, die heilige Agnes als Patronin der Jungfrauen, die hl. Elisabeth als Patronin der Witwen, die hl Margarete als Patronin der Frauen und den hl. Justinus als Patron der Männer. Pfarrer Siering seinerseits stiftet sieben Fenster für die Nordseite der Kirche.
  • 1890 veröffentlicht Pfarrer Siering die erste ausführliche Darstellung der Justinuskirche und der Stadt Höchst.
  • 1893 schenkt der Maler Gottschalk der Kirche vier Heiligenstatuen für das Mittelschiff. Er hatte sie von Herrn Eckl, dem ein Teil des Bolongaropalastes gehörte, erhalten. Sie sollten aus der dortigen Kapelle entfernt werden. Vier weitere Statuen, Karl der Große, Hrabanus Maurus, Antonius und Anna werden aus der Kunstanstalt Hans zu Kleve bezogen.
  • 1893 bis 1894 wird die Kirche nach dem Vorbild von St. Godehard in Hildesheim durch den Maler A. Gottschalk neu ausgemalt. Dabei wird auf dem Triumphbogen das Fresko des jüngsten Gerichtes aus der Zeit des Antoniterpräzeptors Johann von Collick (1464 - 1468) freigelegt. "Unter der südlichen Laibung der Arcaden" finden sich "schöne Engelbrustbilder". Sie werden übermalt und sind seitdem verschwunden. Das Fresko "Triumph des Kreuzes" von A. Gottschalk wird an der Wand zur Sakristei fertiggestellt. Eine kleine Orgel wird beschafft.
  • 1894 werden zwei Engelsstatuen, darunter der heilige Michael, in der Kirche als "Engelwache" aufgestellt.
  • 1923 Beginn der Planungen zur Wiederherstellung der Justinuskirche.
  • 1925 Heinrich Bauer schlägt eine vermehrte gotische Ausstattung der Kirche und den Bau eines gotischen Turmes im Kirchgärtchen vor. Ein neues Orgelwerk wird unter Belassung des äußeren Bildes eingebaut.
  • 1926 wird das Fundament des Chores gesichert. In der Folge wird fast auf der Höhe des Mains eine 16 Meter lange doppelte Betonmauer mit einem Kontrollgang unter den südlichen Fundamenten der Justinuskirche eingezogen. Von dort wird das Wasser der Quelle (und das gesamte Oberflächenwasser vom Dach der Justinuskirche, vom Vorplatz und vom Garten der Justinuskirche zum Main geleitet.
    Die karolingischen Apsiden werden ergraben.
  • 1930–1932 erfolgt eine umfassende Renovierung und Sicherung des Mauerwerks.
    • Unter dem hohen Spitzbogen zum Chor wird ein neuer, romanisierender Rundbogen (Rabitzkonstruktion) eingezogen.
    • Die fünf Fenster im Mittelschiff werden nach dem Befund aus karolingischer Zeit rekonstruiert, die drei Ochsenaugen entfernt. Die entsprechenden Fenster der Nordseite werden deutlich sichtbar gemacht.
    • Die Ausmalung von 1893/94 wird beseitigt. Die Kirche erhältt einen gelblich-grauen Verputz.
    • Der Dachstuhl auf dem Langhaus wird komplett erneuert, der Dachreiter mit den Glocken wird gerichtet und erhält ein Innenleben aus Eisen. Die Kreuze werden überarbeitet. In die Knäufe werden Urkunden über die Baumaßnahmen eingeschlossen.
    • Die Kirche erhält eine neue Verglasung aus hellerem Antikglas. In das Ochsenaugenfenster unter der Orgel wird ein neues Heilig-Geist-Fenster eingebaut.
    • Die Gruft vor dem Hochaltar wird ausgeräumt und mit einer Betondecke überwölbt.
    • Der Hochaltar wir zwei Stufen höher gestellt. Er wird komplett überarbeitet und erhält den heutigen Tabernakel mit Aufbau.
    • Im Chor wird ein Kriegergedächnisaltares aufgestellt. Für diesen wird ein von Dobisch entworfenes Kreuz mit sechs Leuchtern erworben.
    • Die vorhandene Kirchenausstattung wird neu geordnet
    • Die Sitzfigur des Antonius findet ihren neuen Platz in der östlichen Kapelle, das Taufbecken in der westlichen Kapelle.
    • In der Mittelkapelle wird ein neuer Beichtstuhl aufgestellt.
    • Die Epitaphien werden neu geordnet, nur noch wenige bleiben in der Kirche, dort überwiegend an neuen Standplätzen. Andere werden in den Justinusgarten gestellt, an den Geschichtsverein abgegeben oder entfernt.
    • Die Kirche erhält den heute noch vorhandenen Boden aus grauen Kunststeinplatten (Terrazzo).
    • Ein Teil der Kirchenbänke wird entfernt, so dass links und rechts von den Säulen freier Durchgang möglich ist.
    • Die Orgel wird überarbeitet.
      Alle Türen werden erneuert.
  • 1970 und 1977 Innen- und Außenrenovierung
  •  ?? Die Originale der Portalfiguren Antonius und Paulus werden in die Taufkapelle geschützt aufgestellt, über das Hauptportal kommen Kopien.
  • 1982
  • 1983 Mit Gründung der Stiftergemeinschaft Justinuskirche e.V. 1983, die die Pfarrgemeinde bei der Sorge um die Kirche unterstützt, wurde bis 1988 ein Großteil der Innenausstattung der Kirche restauriert (u.a. Altäre, Orgel, Fenster, Beleuchtung, Messgewänder), in den letzten Jahren zusätzlich auch vereinzelte Kunstgegenstände im Aussenbereich (Kreuz vor der Justinuskirche, Epitaphien).
  • 2009 findet eine Komplettsanierung des Daches - Reparaturen am Gebälk und der Lattung, insbesondere aber eine Kompletterneuerung des Schiefers und der Blitzschutz- und Taubenvergrämungsanlage durch das Bistum Limburg mit Hilfe der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen statt.
    • Der verstopfte Quellabfluss 10 Meter unter dem Hochchor der Justinuskirche wird freigemacht[6]
    • Der Altartisch des Hochaltares wird restauriert, ebenso der Tabernakel aus den 30er Jahren und sein Aufsatz, der lange Jahre demontiert war. Für eine Ausstellung in Limburg und Frankfurt wird das Kreuzreliquiar restauriert.
    • Schaden am Kreuzaltar
    • Grabdenkmäler
  • 2010

Die heutige Innenausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altäre der karolingischen Kirche des 9. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Altäre und das Grab des heiligen Justinus wissen wir aus einem Weihegedicht des Erzbischofs Rhabanus Maurus von Mainz gut Bescheid:

Der Hauptaltar („altar primus“) stand im mittleren Chorraum, direkt vor der heutigen Kommunionbank. Über ihm war, quasi als Baldachin, der Chorturm. Der Altar war Christus und Maria, dem Evangelisten Markus und den Heiligen Alban und Bonifatius geweiht.

Seitlich des Hauptaltares, umfangen von den Apsiden, standen zwei Seitenaltäre. Diese waren nach der damaligen Liturgie in der Feier der heiligen Messe eng mit dem Hauptaltar verbunden. An ihnen wurde die Vormesse gefeiert und auch die Gaben der Gemeinde wurden hier niedergelegt.Der südliche Seitenaltar („altar australis“)hatte als Patrone die Heiligen Fabian, Petrus und Marcellinus, Agapet, Felicissimus und Felicitas. Der nördliche Seitenaltar („altar aquionalis“ war den Märtyrern Stephanus und Laurentius, den hl. Päpsten Alexander und Urban und dem hl. Severus geweiht.

Unter dem Triumphbogen am Ende des Mittelschiffs stand der Kreuzaltar. Als wertvollste Reliquie barg er einen Partikel des heiligen Kreuzes. Weiterhin wurden hier die Apostel Petrus und Andreas, die Heiligen Valerian, Tiburtius, Martin von Tours, Benedikt, Cäcilia und Lioba verehrt.

Hinter dem Hauptaltar war das Grab des Kirchenpatrons, des hl. Justinus Confessor.

Barocker Hochaltar (1726)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barocker Hochaltar vor der Restaurierung 2011/2012

Der Hochaltar aus dem 15. Jahrhundert war in den Ausmaßen des Isenheimer Altars geplant worden. Er wurde aber bis auf die Statue des hl. Antonius nie vollendet.

1726 wurde der Hochaltar des 15. Jahrhunderts von den Antonitern durch einen barocken Nachfolger ersetzt. Sie gaben 1724 bei dem Mainzer Schreiner Johann Wiess ein Gesamtkunstwerk, einen monumentalen nußbaumfurnierten Altar in Auftrag. Dieser Altar ist eine typisch barocke Schauarchitektur, verwandt mit Theaterkulissen, welche die Gläubigen durch Prunk und reiche Ausführung zu beeindrucken suchte.

Das Altargemälde (4,25m lang und 2,85m breit) zeigt die Kreuzigungsszene. Es stammt von Christoph Jung. Bestandteil des Altars sind qualitätvolle, überlebenslebensgroße Plastiken des hl. Josef mit dem Jesuskind und des hl. Augustinus, nach dessen Ordensregel die Antonitermönche lebten. Sie wurden durch den Frankfurter Bildhauer Uhrwerker geschaffen. Die Hl. Margarete mit dem Drachen (oberhalb des Altarbildes) stammt von Johann Jakob Juncker (1750). Außerdem gibt es vier Engelfiguren, von denen die beiden kleineren Martin Bieterich, Mainz, geschaffen hat. Die Antoniter als Auftraggeber werden durch ein Wappen mit dem Tau-Kreuz und dem seit 1502 den Antonitern verliehenen Reichsadler ausgewiesen. Alle Plastiken sind in ihrer ursprünglichen Fassung erhalten.

Der nunmehr dritte (bekannte) Tabernakel und sein Aufsatz aus Messing entstanden 1932 nach einem Entwurf von Regierungsbaurat Werner Dobisch durch die Fa. Zimmermann in Frankfurt am Main. Er trägt die Aufschrift "Tabernaculum dei cum hominibus" (= Haus Gottes unter den Menschen). Auch das Antependium um den noch erhaltenen, ursprünglichen Sandstein-Altartisch der Bauzeit ist neueren Datums. 1822 hatte der Höchster Schreiner Jacob Weingärtner einen neuen Unterbau für den Hochaltar gefertigt. 1826 wurde der untere Teil des Hochaltares erneuert. Die Vorderseite der in einer Nische an der Südseite des Chores stehende barocke "Credenz" könnte das 1822 entfernte Antependium des Hochaltares sein.

Der Hochaltar ist einer der bedeutendsten Altäre im Bistum Limburg. Er wurde 1932 bis 1933 und zuletzt zwischen 1984 und 1987 von Kleinschmidt, Speicher (Eifel) restauriert, ebenso das Altargemälde und die Altarfiguren durch Pracher, Würzburg. Der Messing-Tabernakel und sein Aufsatz wurden 2009 durch Engert, Würzburg restauriert. 2011/2012 erfolgte neben einer Komplettreinigung der Furnierteile des Altares und des Altarbildes eine grundlegende Restaurierung aller sieben Figuren durch Pracher. Dabei wurden die nachweisbaren barocken Originalfarben und die Vergoldungen, Versilberungen und Lüsterungen wieder hergestellt.

Sakramentshäuschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Links vom Hochaltar ist in die Südwand des Chores ein Sakramentshäuschen eingebaut. Über dem Gitter trägt es das Wappen des Antoniterpräzeptors Johannes Gutgelt, der den Chor vollendet hat. Sein Wappen befindet sich auch in einem der ehemaligen Schlusssteine des Hochhores, die heute im Eingangsbereich des Justinusgartens eingebaut sind. Das Sakramentshäuschen, das durch Blendbogen gegliedert ist, wird durch Zinnen bekrönt.

Früheres heiliges Grab?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Südwand des Chores neben dem Hochaltar ist eine 200 cm breite und 38 cm tiefe Nische aus der Bauzeit des Chores eingelassen. Die Steine tragen die gleichen Steinmetzzeichen wie die Dienste zwischen den Chorfenstern. Vermutlich nahm sie einmal ein "Heiliges Grab" oder eine "Grablegung Christi" auf.[7] Heute steht dort die sog. "Credenz" mit kunstvollem Schnitzwerk und dem Antoniterwappen, vermutlich die Schauseite des 1822 entfernten Unterbaus des Hochaltares.

Kreuzaltar (1485)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreuzaltar von 1485

Der Kreuzaltar wurde 1485 von dem Kastenmeister (Finanzverwalter) der Höchster Antoniter, Wigandus von Grünberg, gestiftet. Es handelt sich um einen Wandelaltar, der ursprünglich als Altar der Pfarrgemeinde vor dem (heute verlorenen) Lettner - die im Mittelalter übliche Position für einen Kreuzaltar - am Ostende des Mittelschiffs stand. Der Kreuzaltar befindet sich heute in der mittleren der drei nördlichen Seitenkapellen.

Die Vorderseiten der beiden Seitenflügel zeigen in vier Bildern Szenen aus der Kreuzlegende, die Auffindung des Kreuzes um das Jahr 330 durch die Kaiserin Helena und die Rückführung des Kreuzes nach Jerusalem durch den Kaiser Heraklios im 7. Jahrhundert.

Das Mittelteil des Altars wurde 1485 von einem unbekannten Meister in Worms gefertigt. Es zeigt die Kreuzigung Jesu in der Form des sogenannten "Volkreichen Kalvarienberges" nach Kupferstichen von Martin Schongauer.

Die beiden (inneren) Altarflügel aus der gleichen Werkstatt zeigen vier Szenen der beiden Kreuzlegenden: die Auffindung des Kreuzes durch die Kaiserin Helena und die Identifizierung des Christus-Kreuzes durch die Auferweckung eines toten Jünglings um das Jahr 330 sowie den Versuch des Kaisers Heraklios, nach Jerusalem einzureiten, und den Einzug des Kaisers zu Fuß.

Die Außenseiten der Altarflügel wurden 1608 mit großen Apostelfiguren und anderen Heiligen bemalt, eine Stiftung des Antoniters Adolph Hermann, der damals Pfarrer von Höchst war. Die Malereien sind stark beschädigt. Erkennbar sind noch der Apostel Andreas und der Heilige Georg.

Auf der Predella unterhalb der Mitteltafel wird Jesus als Weltenherrscher im Kreis der zwölf Apostel gezeigt. Von links nach rechts sieht man mit ihren Kennzeichen die Heiligen Andreas (Kreuz), Jakobus d.Ä. (Pilgerstab, Jakobsmuschel), Matthäus (Winkelmaß), Jakobus d.J. (Walkerstab), Philippus (Kreuz und Buch)und Petrus (Schlüssel). Rechts neben Jesus sieht man die Heiligen Johannes (Kelch), Bartholomäus (Schindmesser), Thomas (Lanze), Paulus (Schwert und Buch), Simon (Säge) und Judas Thadäus. (Hellebarde).

Auf den unbekannten Meister verweisen die Buchstaben NGH auf der roten Kopfbedeckung eines Knaben am linken Seitenflügel. Weitere Hinweise könnten bisher noch nicht entzifferte Buchstabenfolgen im Gürtel des Mannes geben, der die Kreuze ausgräbt.

Der Höchster Kreuzaltar steht in enger Verbindung zu dem Wörther Kreuzaltar, der sich heute in St. Nikolaus in Wörth am Main befindet. Dieser wurde um 1485/1490 von Graf Philipp I von Hanau (1449 -1500) für das Seelenheil seiner verstorbenen Eltern, Graf Reinhard III. von Hanau (seit 1451 Graf von Hanau, + 20.04.1452) und Margaretha von Pfalz-Mosbach (+ 14.09.1457) für die Maria-Magdalena-Kirche in Hanau oder für die St. Martinskapelle in der Hanauer Burg gestiftet [8] . 1441 hatten sich die Antoniter von Roßdorf bei Hanau dem Einflussbereich des damaligen Grafen von Hanau (Reinhard II von Hanau, ca. 1369, + 1451) entzogen und waren nach Höchst gekommen. Da sie weiter umfangreiche Güter und einen Vertreter in Roßdorf hatten, dürften die jeweiligen Aktivitäten in Höchst und in Hanau gegenseitig bekannt gewesen sein. Denkbar ist also, dass beide Altäre in der gleichen Werkstatt entstanden sind. Bezüglich der zeitlichen Einordnung gibt es unterschiedliche Meinungen. [9] [10]

Die Tafeln des Höchster Kreuzaltares haben eine bewegte Vergangenheit: Nachdem 1812 der Lettner und der davor stehende Kreuzaltar beseitigt wurden, kamen die Bildtafeln 1858 aus dem Pfarrhaus in die Wallfahrtskirche Mariental im Rheingau. Ab 1905 wurden sie in der Kapelle des Konviktes in Hadamar aufgestellt. Erst 1935 wurden sie in die Justinuskirche zurückgeführt und auf einem neu gefertigten Altar an ihrem heutigen Platz in der Mittelkapelle aufgestellt. Im Dezember 2009 wurden die beiden Seitenflügel des Kreuzaltares in einer Ausstellung außerhalb der Justinuskirche beschädigt. Sie wurden bis April 2010 bei Pracher, Würzburg, restauriert. 2011 wurden, ebenfalls bei Pracher, auch die Mitteltafel und die Predella gesäubert und damit den Seitenflügeln farblich angepasst.

Barocker nördlicher Seitenaltar (Pieta)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nördliche Altar ist eine Pietà, er zeigt Maria als „Schmerzensreiche Mutter“, die den toten Jesus im Arm hält. Der Altar, ein einfacher Holzaltar, bei dem das Nußbaumfurnier durch "Bierfarben" nachgeahmt wurde, wurde 1812 aus dem 1803 aufgehobenen Kloster Gottesthal bei Oestrich im Rheingau nach Höchst gebracht. Bis 1932 stand dieser Altar im Südseitenschiff. Restaurierungen fanden 1888 (farbige Neufassung) und zwischen 1985/86 durch Pracher, Würzburg, statt.

Barocker südlicher Seitenaltar (Maria Königin)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Altar im Südseitenschiff wird Maria als Königin mit dem Jesuskind auf dem Arm auf einer Mondsichel dargestellt. Der nußbaumfurnierte Altar mit vergoldeten Schnitzereien wurde 1812 aus dem 1803 aufgehobenen Kloster Gottesthal in Oestrich im Rheingau nach Höchst gebracht. Durch die Jahreszahl 1737 unter der Konsole, auf der die Madonna steht, ist sie genau datiert. Bis 1932 stand dieser Altar im nördlichen Seitenschiff. Restaurierungen fanden 1888 (farbige Neufassung)und durch Pracher, Würzburg zwischen 1985/86 und 2012/2013 statt.

Kriegergedächnisaltar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1932 stifteten die an der Grundsanierung der Justinuskirche beschäftigten Firmen der Pfarrgemeinde einen neuen, schlichten Altartisch aus Muschelkalk. Er wurde gleich hinter der Kommunionbank aufgestellt. Unter dem Altar wurde eine kupferne Kassette versenkt, die die Namen der gefallenen Höchster enthält. Die Seitenwangen tragen auf der Außenseite die Inschrift „Dem Andenken der im Kriege fürs Vaterland Gefallenen 1914 – 1918.“ (links) und „Ihr Scheiden von uns erschien wie ein Untergang, aber sie sind im Frieden.“(rechts). Nach dem Entwurf des Preussischen Baumeisters Dobisch, der die Arbeiten an der Kirche geleitet hatte, wurden auch ein neues Kreuz und sechs passende Leuchter für den Altar geschaffen (Ausführung: Goldschmiedemeister Walter Gießübel, Frankfurt-Eckenheim). Das Kreuz zeigt Jesus nicht als Schmerzensmann sondern als König mit Krone und der Aufschrift "König der Könige und Herr der Herrscher". Es ist eingefasst von einem Kranz aus durchsichtigem, blauen Email.

An diesem Altar wurde mit einer Sondergenehmigung schon vor dem 2. Vatikanischen Konzil durch den damaligen Rektor Höckel die Messe mit dem Gesicht zur Gemeinde gefeiert.

Taufbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Taufbecken in der westlichsten Kapelle der Nordseite zeigt, daß alle Zeitepochen die Justinuskirche geprägt haben: Drei nach links sehende romanische Löwen aus rotem Sandstein, die das Taufbecken aus Sandstein tragen, sind die ältesten Ausstattungsgegenstände der Justinuskirche. Dehio datiert sie auf das Ende des 12. Jahrhunderts [11]Sie tragen das unter den Antonitern um 1480 entstandene spätgotische Taufbecken mit angeschnittenen Dreipässen. Auf einem Holzdeckel aus den 1930er Jahren steht die Holzfigur des hl. Johannes des Täufers des 18. Jahrhunderts in Originalfassung. Auf ihrem Holzsockel ist in Ritzbuchstaben zu lesen: JOH. KRÄMER. Vermutlich handelt es sich bei dem Stifter um den Höchster Schöffen Johann Krämer (1667-1755), der die Figur seines Namenspatrons vor 1755 stiftete.

Sitzfigur des Hl. Antonius[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Figur des Antonius von 1485

Der hl. Antonius Eremita, ein ägyptischer Einsiedler des 4. Jahrhunderts, war der Ordenspatron der Antoniter. In der Regel stand seine lebensgroße Statue auf dem Hochaltar der Klosterkirche. Obwohl der Altar des 15. Jahrhunderts durch den heutigen Barockaltar ersetzt wurde, hat sich die 1485 in Worms gefertigte, Antoniusfigur erhalten.

Die lebensgroße Holzfigur mit der originalen Farbfassung ist eines der bedeutendsten Werke der Bildhauerkunst des Mittelrheins aus der Zeit der spätgotischen Skulptur.

Die Figur des hl. Antonius in Höchst steht in enger Beziehung mit der im weltberühmten Isenheimer Altar, die der dortige Präzeptor Jean d'Orlier fünf Jahre später (1490) von dem Bildhauer Hagenauer fertigen ließ. Vermutlich war sie das Vorbild für den Isenheimer Antonius. Das ist erklärbar durch die besonders engen Beziehungen und den häufigem Austausch von Präzeptoren zwischen den beiden großen Antoniterklöstern.

Eine weitere Verbindung gibt es vom Höchster Antonius zu Karl dem Großen im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Alfred Rethel (geboren 1816 bei Aachen, gestorben 1859 in Düsseldorf) war ein Historienmaler der Spätromantik. 1836 übersiedelte er nach Frankfurt an das Städelsche Kunstinstitut, wo er bis 1847 blieb. 1839 gewann er den Wettbewerb um die Ausmalung des Krönungssaales des Aachener Rathauses mit Themen aus dem Leben Karls des Großen. Von acht der Fresken wurden drei im 2. Weltkrieg zerstört. In seinem Skizzenbuch findet sich z. B. eine Zeichnung von 1851, die den Höchster Antonius darstellt. Rethel muss aber schon deutlich vorher in Höchst gewesen sein: Sein Aquarell mit Kohle "Der Kopf Karls des Großen" von 1846, zeigt eindeutig den Höchster Antonius, ebenso sein Fresko "Otto der Große in der Gruft Karls des Großen", dessen Entwurf offenbar schon 1842 fertiggestellt war.[12]

Heiligenfiguren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hl. Sebastian[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nördlichen Triumphbogenpfeiler steht eine schöne Barockfigur des heiligen Sebastian, an einen Baum gefesselt. Er hatte in der Justinuskirche einen eigenen Altar. Als Schutzheiliger gegen die Pest genoss er großes Ansehen. Die farbig gefasste Figur e wurde 1989 durch Pracher, Würzburg, restauriert.

Heiligenfiguren aus dem Bolongaropalast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die farbig angelegten, barocken Figuren aus Gips und Stuck über einem Holzkern standen von 1775 bis 1893 in der damaligen Kapelle des Höchster Bolongaropalastes. Entstanden sind sie zwischen 1773 und 1775 vermutlich in Mainz. Nach Umbau der Kapelle für Zwecke des Weinhandels wurden sie von dem Maler Gottschalk zu gleichen Teilen den Kirchen der beiden Konfessionen geschenkt. Vier der barocken Figuren - die Heiligen Petrus und Paulus, Margarethe und Justinus - erhielt die katholische Justinuskirche, die vier Evangelisten erhielt die evangelische Stadtkirche, wo sie noch heute stehen.

In der Justinuskirche fanden sie mit vier weiteren Neuanfertigungen aus der Kunstanstalt in Cleve (Statuen von Karl dem Großen, Hrabanus Maurus, Antonius und Anna) ihren Platz über den Säulen des Langhauses. 1930 fielen sie deer purifizierenden Restaurierung zum Opfer. In Unkenntnis ihres Alters und ihrer Herkunft wurden sie auf den Speicher gestellt. 1987 wurden sie bei Pracher, Würzburg restauriert. Seither sind sie an der Südwand aufgestellt.

Petrus und Paulus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erhalten sind die fast lebensgroßen geschnitzten Apostelfürsten Petrus und Paulus, die beide in der Justinuskirche einen eigenen Altar hatten. Ihre ursprüngliche Fassung ist verlorengegangen. Sie werden nur noch bei Ausstellungen gezeigt.

Chorgestühl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chorgestühl der Antoniter aus dem 15. Jahrhundert mit Antonius Abbas

Im Chor steht das eichene Chorgestühl aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die dem Altar zugewandten Seitenwangen und je acht Sitze sind original erhalten. Die Seitenwange an der nördlichen Chorwand zeigt in qualitätvoller Flachschnitzerei den hl. Antonius Eremita, die an der südlichen Chorwand den hl. Paulus. Auch hier trägt er - wie der steinerne hl. Paulus am Hauptportal - ein Gewand aus Eichenblättern anstelle der in der Legende erwähnten Palmblätter.

Die fehlenden Teile, darunter die Rückwand (Dorsale) und der Baldachin mit seinen Blendarkaduren gingen vermutlich bei der Restaurierung 1832/1833 verloren. Bei einer erneuten Restaurierung um 1932 wurden die vorderen Wangen, die das Chorgestühl seitlich begrenzten, aus ihrer ursprünglichen Lage herausgenommen und um 90 Grad verdreht - also mit Blick zum Kriegergedächnisaltar - aufgestellt. Hinzu wurde ein schmucklose Kniebank aufgestellt.

1986 erhielt das Chorgestühl wieder seine ursprüngliche Form: Es wurde komplett restauriert und entsprechend seiner alten Form ergänzt. Der Verlauf des Baldachins war aus den Nuten in den Seitenteilen rekonstruierbar. Nach Fertigstellung entschieden die Denkmalschützer, dem Chorgestühl auch wieder eine zeitgenössische Bekrönung in Schnitzwerk zu geben. Diese wurde dem Chorgestühl von Kiedrich im Rheingau, das dem Höchster eng verwandt ist, nachempfunden. Die Restaurierung erfolgte durch Gisbert Kleinschmidt, Speicher (Eifel). Auf eine Kniebank wurde verzichtet.

Kanzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1812 kam die heutige Kanzel im klassizistischem Stil der Zeit, dem Empire, in die Kirche. Sie ist in ihrem ursprünglichen Zustand vorhanden. Mit ihrem Korpus und dem Schalldeckel nimmt sie noch Rücksicht auf die barocken Altäre und die Orgel des vorangegangenen Jahrhunderts. Auf einer Holzfassung trägt sie eine graue Ölfarbmarmorierung mit reicher, vergoldeter Ornamentik: unter der Kanzel Akanthusblätter, Kelch, Kreuz und Lorbeerkranz als Mittelemblem, Girlanden, unterhalb des Kanzeldeckels den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube. Über dem Schalldeckel tragen vier kleine Urnen, die einen weiteren kleineren Deckel halten, eine große Gloriole (Strahlen) mit dem Auge Gottes im Mittelpunkt. Die Kanzel wurde von dem Höchster Schreinermeister Appel 1812 neu geschaffen. Sie ist damit das einzige originale Ausstattungsstück aus dem 19. Jahrhundert in der Kirche. Sie ist auch das einzige große Ausstattungsstück, das in Höchst von einem Höchster Handwerker geschaffen worden ist. Die Kanzel hat ihren Zugang von der Sakristei her. Dafür hat man 1812 einen Pfeiler durchbrochen.

1987 erfolgte eine umfassende Restaurierung der Kanzel durch Peter R. Pracher, Würzburg.

Die Vorgängerkanzel, etwa seit 1460 an dieser Stelle, war in den Lettner integriert. Von ihm gibt es nur noch Spuren an der südlichen und der gegenüberliegenden Pfeilervorlage. Sie wurde mit dem Lettner, der die Sicht zum Hochaltar verdeckte, 1812 entfernt.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwalbennestorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früheste sichere Nachricht über eine Orgel [Orgel] in der Justinuskirche haben wir aus der Zeit zwischen 1454 und 1464. Aber weder über ihre Beschaffenheit, die Größe, die Disposition noch den Standort haben wir Kenntnis. Allerdings ist zumindest der Standort heute erforscht: Es dürfte sich um eine Schwalbennestorgel an der Nordwand des Mittelschiffes gehandelt haben, wie bei den Restaurierungsarbeiten an der Kirche 1932 festgestellt wurde. Entsprechende Ngibt es noch heute im nördlichen Dachgeschoss. Diese Orgel hat rund 200 Jahre ihren Dienst getan. Rechnungen über die Kirchenorgel erscheinen ab dem 30jährigen Krieg, ab 1648 wird auch ein Organist erwähnt. Kloster und Bürgerschaft trugen gemeinsam zum Erhalt der Orgel bei.

Barocke Onimus-Orgel (1740)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da sich seit 1730 die Reparaturen häuften, diese immer teuerer wurden und sich die finanziellen Verhältnisse der Höchster Antoniter nach einer Zeit des Niederganges deutlich gebessert hatten, erging 1736 an (Josef Anton Onimus), Mainz, der Auftrag für eine neue Orgel.

Als Standort wurde der Platz vor der Westwand des Mittschiffs bestimmt. Auf zwei zierlichen ionischen Sandsteinsäulen wurde zwischen den beiden letzten Arkaden des Mittelschiffs eine Empore errichtet, die beiderseits unter den Arkadenbögen hindurch in die Seitenschiffe hineinragte.

Die eigentliche Orgel wurde durch Onimus entworfen, das Werk auch von ihm selbst erbaut. Teile der Orgel wurden an Mainzer Handwerker vergeben: Das Gehäuse an den Schreiner Weiser, die als Toxal bezeichnete Orgelbühne an den Zimmermeister Mulch, die Schnitzereien und die beiden Posaunenengel an den Bildhaueer H. Voßbach. MitAusnahme der Bandelwerkornamente handelt es sich um einfache Arbeiten, die erst im Zusammenklang des ganzen Prospekts ihre Wirkung entfalten. Die Orgel wurde 1740 fertiggestellt.

Die Orgel folgte nach dem Prinzip der Werkeinheit einer klaren Konzeption. Das Werk teilte sich in Pedalwerk, Hauptwerk und Rückpositiv. Diese Aufteiloung war am Prospekt in den seitlichen Pedaltürmen, dem Mittelturm mit den flankierenden Türmchen und den vorgestellten Rückpositiv deutlichklar und überschaubar abzulesen.

Die Disposition der zweimanualigen Onimusorgel ist aus der Zeit oder einem Werkvertrag mit dem Meister nicht überliefert. Im Prospekt und den Resten des Werkes war sie zuletzt kaumnoch zu ermitteln, obwohl einige Pfeifen des ersten Werkes die Zeiten überstanden hatte.

Allerdings überlieferte der berühmte Mainzer Orgelbauer Bernhard Dreymann in einem Kostenvoranschlag vom 16.11.1832 eine nähere Beschreibung des Werkes:

a. Manual b. Positiv c. Pedal
1. Prinzipa 8' von Zinn 15. Prinzipal 4' Zinn 24. Principalbaß 8' Holz
2. Salicional 8' 16. Großgedackt 8' 25. Violonbaß 16'
3. Viola di Gamba 8' von Zinn 17. Waldflöte 4' 26. Violonbaß 8'
4. Großgedackt von Zinn 18. Octav 2' 27. Mixturbaß 1' 3fach
5. Oktav 4' von Zinn 19. Waldflöte 2'
6. Floete 4' Holz 20. Quinta 1 1/3'
7. Quinta 3' Zinn 21. Cornett Discant 3fach
8. Quintflöte 3' Zinn 22. Mixtur 1' 3fach
9. Superoctav 2' Zinn 23. Vox humana 9'
10. Flageolet 2' Zinn
11. Quinte 1 1/2 Zinn
12 Sesquialter 2f 1/2
13. Mixtur 3fach 1'
14. Trompete 8'

Die barocke Orgel wurde in den beiden Jahrhunderten bis nach dem 2. Weltkrieg mehrfach dem Zeitgeschmack angepasst und damit ihres ursprünglichen Klangbildes beraubt.

Die Kuhn-Orgel, eine hervorragende Konzertorgel (1988)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987/88 wurde in den barocken Orgelprospekt eine neue, hervorragende Konzertorgel der Firma Fa. Kuhn, Männedorf (Schweiz) eingebaut.[13] Das Orgelgehäuse wurde in denkmalpflegerischem Sinn restauriert und, wo nötig, rekonstruiert. Das Orgelwerk selbst wurde völlig neu und modern konzipiert, allerdings unter Berücksichtigung historischer Gegebenheiten und des mittelrheinischen Kulturraumes, sowie unter Wiederverwendung einzelner alter Pfeifenreihen. Hierdurch hat die Orgel ihr ursprüngliches Aussehen zurückgewonnen, vor allem aber eine erstklassige Konzertqualität erhalten. Die Justinuskirche ist heute Aufführungsort von hervorragenden Orgelkonzerten mit internationalen Künstlern, z. B. im Rahmen des „Höchster Orgelsommers[14]

Die Orgel verfügt über 43 klingende Register und 2817 Pfeifen.

1997 wurde auf Betreiben des Organisten Rolf Henry Kunz der ursprünglich eingebaute Clairon 4' durch eine Cymbel - eine Mixtur der höchsten Töne und Kleinpfeifen - ersetzt. Seither erklingt die Orgel der Justinuskirche nicht mehr mit französischer, sondern mit deutscher Klangkrone.[15]

Heutige Disposition der Kuhn-Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I. Manual, Positiv II. Manual, Hauptwerk III. Manual, Echowerk Pedalwerk
Umfang 58 Tasten C-a³ Umfang 58 Tasten C-a³ Umfang 58 Tasten C-a³ schwellbar Umfang 32 Tasten C-g(hoch 1)
1. Principal 8' 13. Bourdon 16' 26. Bourdon 8' * 35. Violonbass 16' *
2. Bourdon 8' 14. Principal 8' 27. Flöte 8' * 36. Subbass 16' *
3. Quintatön 8' 15. Hohlflöte 8' 28. Salicional 8' 37. Praestant 8'
4. Praestant 4' 16. Viola di Gamba 8' * 29. Gemshorn 4' * 38. Gedackt 8'
5. Gedacktflöte 4' * 17. Coppel 8' 30. Traversflöte 4' * 39. Quinte 5 1/3'
6. Nasard 2 2/3' 18. Octave 4' 31. Waldflöte 2' 40. Octave 4'
7. Flageolet 2' 19. Rohrflöte 4' 32. Echocornet 3fach 2 2/3' 41. Bombarde 16'
8. Terz 1 3/5' 20. Quinte 2 2/3' 33. Basson-Hautbois 8' 42. Posaune 8'
9. Sifflet 1' 21. Superoctave 2' 34. Vox humana 8' 43. Clarine 4'
10. Mixtur 3-4fach 1 1/3' 22. Mixtur 4-5fach 2' --. Tremulant -
11. Sordun 16' 23. Cymbel 3fach 1' -
12. Cromorne 8' 24. Cornet 5fach 8' -
--. Tremulant 25. Trompete 8' - -

Die mit * gekennzeichneten Register stammen aus dem Jahr 1736.

Koppeln:
Rückpositiv - Hauptwerk
Echowerk - Hauptwerk
Hauptwerk - Pedal
Rückpositiv - Pedal
Echowerk - Pedal

Kombinationen

Die Setzeranlage wurde 2008 durch die Fa. Kuhn, Männedorf (Ch) von 32 Setzerkombinationen (1988) auf 3168 elektronische Setzerkombinationen erweitert.

Fresken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fresko am Triumphbogen über dem ehemaligen Kreuzaltar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Triumphbogen am östlichen Abschluss des Mittelschiffes ist ein (1894 freigelegtes) Fresko aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert erhalten: Christus, auf dem Regenbogen sitzend als Weltenrichter, links von ihm Maria und rechts der heilige Johannes, der Lieblingsjünger, umgeben von Posaune und Trompeten blasenden Engeln. Am linken unteren Rand des Regenbogens sieht man das Wappen des Stifters, einen springenden Hirsch mit dem Antoniterzeichen. Es ist das Wappen des Antoniterpräzeptors Johann von Collick (Präzeptor in Höchst von 1464 bis 1487). Er war vorher Präzeptor im Isenheimer Antoniterkloster.

Das Fresko ergab einen Sinnzusammenhang - wie auch die anderen Fresken - mit dem darunter stehenden Kreuzaltar. Er zeigte die Kreuzigung, am Triumphbogen darüber sahen die Gläubigen das Bild der Auferstehung der Erlösten. Johann Collick ließ in seinem Namenspatron Johannes sowohl seinen himmlichen Fürsprecher als auch sich selbst, um Aufnahme in den Himmel bittend, darstellen. In seinem Testament hatte er 1487 die Justinuskirche als seine Grabstätte bestimmt und der Kirche sein nicht unbeträchtliches Silbergeschirr vermacht. Er wurde in der Präzeptorengruft bestattet.

Das Fresko wurde 1987 durch Peter R. Pracher, Würzburg, konserviert und restauriert (Malschichtfestigung, Schließen von Rissen und Putzlöchern, Aquarellretusche).

Fresko hinter dem südlichen Marienaltar (vor der ehemaligen Heilig-Kreuz-Kapelle)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres Fresko der Justinuskirche ist bereits seit 1811 (mit einer kurzen Ausnahme um 1985) der Sicht der Besucher entzogen. Das nie überstrichene Fresko mit Seccoausmalung (2,70 breit und 3,00 m hoch) ist an der Wand hinter dem südlichen Seitenaltar angebracht und nur von der Sakristei her zugänglich. Dort, hinter dem Seitenaltar, befindet sich noch heute ein Eingang, der vom Südseitenschiff in die frühere Heilig-Kreuz-Kapelle führte (in der sich heute die Sakristei befindet). Über dieser Tür befindet sich auf einer gelb grundierten Fläche eine Kreuzigungsszene, links Maria, rechts der heilige Johannes vor einem mit gelben Sternen und schwarzen, sechspunktigen Rosen dekorierten rotgrundigen Secco-Hintergrund. Vier Engel, blau gewandet, mit gründen Flügeln, fangen das kostbare Blut Christi in gelben Kelchen auf. Rechts neben der Tür ist die heilige Barbara mit dem Turm abgebildet.

Das Fresko wurde 1989 durch Peter R. Pracher, Würzburg, konserviert und restauriert (Malschichtfestigung, Putzkantenanböschungen, Aquarellretusche).

Fresko des heiligen Sebastian an einer Säule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der vordersten Säule der nördlichen Arkaden kann man noch schwach die Konturen eines anderen Frescos, hochgereckter Arme und einen Heiligenschein, entdecken. Es sind die Reste eines Freskos, das den heiligen Sebastian, an einen Baum gebunden, darstellt. Auch auf der anderen Seite dieser Säule gibt es nicht mehr deutbare Konturen. An dieser Säule stand ursprünglich der Sebastianaltar, auf gleicher Höhe an der vordersten südlichen Säule der Rochusaltar.

Sonstige Kirchenausmalung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Justinuskirche dürfte im Laufe ihrer Geschichte, besonders in karolingischer Zeit oder unter den Antonitern reich bemalt gewesen sein. So ist bekannt, daß bei einer Neuausmalung der Kirche 1893/1894 unter den südlichen Laibungen der Arkaden "schöne Engelbrustbilder" gefunden - und übermalt wurden.

Gemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ausstattung der Justinuskirche gehören auch große Ölgemälde aus dem 17. Jahrhundert, die hoch im Chor hängen: eine Brotbrechung Christi, eine Grablegung Christi und der heilige Antonius. Restauriert wurden sie 1835 durch den Maler L. Dodel in Flörsheim und 1989 durch Pracher, Würzburg.

Schlusssteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlusssteine aus dem Hochchor der Justinuskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gewölbe des gotischen Hochchores der Justinuskirche war vermutlich um 1464 fertiggestellt. Schon 1523 musste das gotische Rippengewölbe mit den Schlusssteinen im Scheitelpunkt herausgenommen werden. Die beiden Schlusssteine – 0,64 Meter im Durchmesser und 0,32 Meter hoch - haben sich bis heute erhalten, da sie im Antoniterkloster eingemauert waren. Von 1967 bis 2007 befanden Sie sich im Museum des Höchster Geschichtsvereins im alten Schloss. Nach dessen Auflösung wurden Sie durch Vermittlung der Stiftergemeinschaft Justinuskirche 2008 der Pfarrgemeinde übereignet. Seit 2009 sind sie im Eingangsbereich des Justinusgartens geschützt aufgestellt.

Schlussstein mit dem Wappen des Hugo von Bellmonte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Schlussstein aus dem Hochchor erinnert an Hugo von Bellmonte. Er ist 1429 Präzeptor des Antoniterklosters in Isenheim (Elsass) und 1436 Präzeptor in Roßdorf bei Hanau. 1441 siedelt er mit seinem Konvent nach Höchst und war bis 1460 Präzeptor in Höchst. In seine Zeit begann der Bau der Justinuskirche. 1460 übergab er, noch vor Fertigstellung des Chores, aus Altersgründen sein Amt an Johannes Gutgelt. Sein Wappen findet sich auch im Gewölbe der Vorhalle, das um 1464 fertiggestellt wurde.

Schlusstein mit dem Wappen des Johannes Gutgelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Schlusstein aus dem Hochchor erinnert an Johannes Gutgelt. Joahannes Gutgelt kommt ebenfalls über Isenheim in den Höchster Konvent und wird dort 1460 Präzeptor. Er stirbt 1463 und wird vermutlich im Chor bestattet. Er hinterlässt 3921 Gulden an Schulden, die aus der Vollendung des Chores resultieren. Sein Wappen befindet sich auch am Sakramentshäuschen im Chor.

Schlusstein in der Eingangskapelle am Haupteingang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der farbig gefasste Schlussstein zeigt einen Engel, der das Wappen des Erbauers, des Antoniterpräzeptors Hugo von Belmonte (1436 – 1454) hält.

Schlusstein in der Taufkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlussstein in der heutigen Taufkapelle

Der farbig gefasste Schlusstein zeigt eine Mondsichelmadonna (auch apokalyptische Madonna, Madonna im Strahlenkranz)im Stil des 15. Jahrhunderts: Maria im Strahlenkranz mit einer Krone, auf dem Arm das Jesuskind mit Kreuznimbus (Nimbus) , in der Hand den Apfel als Zeichen der Überwindung der Sünde. Die Madonna steht auf einer nach oben geöffneten Mondsichel, die ein männliches Gesicht zeigt. Das leitet sich aus der Offenbarung des Johannes her: "Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt" (Offb 12,1).

Ein fast identischer Schlussstein findet sich als Gewölbeschlussstein im Chor des Karmeliterklosters zu Frankfurt am Main (dort seitenverkehrt und mit Stifterfigur).[16]

Schlusstein in der Mittelkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses farbig gefasste Schlussstein am krabbenbesetzten Netzgewölbe trägt das Stifterwappen des Mainzer Kurfürsten Diether I. Schenk zu Erbach (1434-1459.

Schlusstein in der Antoniuskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Kreuzrippengewölbe befindet sich ein farbig gefasstes Stifterwappen, das Rudolf Schäfer für das Greiffenclausches Familienwappen (viergeteiltes Schild, links oben und rechts unten die Greifenclausche Lilienspindel und rechts oben und links unten drei Blumenköpfe hält. Dem widerspricht Wolfgang Metternich.[17]

Schlussstein mit Blume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein kleiner Schlussstein mit Blume, heute im Justinusgarten geschützt aufgehängt und bis 2009 im Besitz des Höchster Geschichtsvereins, stammt vermutlich aus einer heute nicht mehr vorhandenen Gewölbedecke im vorderen nördlichen Seitenschiff der Justinuskirche (entsprechend der Situation im Südseitenschiff, wo ein Schlussstein mit drei Eichhörnchen eingebaut ist). Der Stein markierte einen ehemaligen Altarplatz.

Schlusstein vor dem Maria-Königin-Altar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der farbig gefasste Schlussstein trägt ein adeliges Stifterwappen mit drei Eichhörnchen, die Nüsse halten. Er markierte einen Altarplatz, der sich vor der noch heute mit einem Kreuzigungsfresko geschmückten Westwand der Kapelle zum heiligen Kreuz befand. Der Schlussstein zeigt das Wappen des sonst in Höchst nicht auftretenden waldeckchen Herren von Wolmershausen. Angehörige dieses Geschlechtes können über das mainzische Fritzlar nach Höchst gelangt sein. Ein Bernhard von Wolmershausen hatte 1435 die Pfarrstelle im nahen Kriftel.[18] Der Schlussstein wurde Ende 2012 restauriert und dabei die historische Farbigkeit wieder hergestellt.

Schlusssteine in der Sakristei, der früheren Heilig-Kreuz-Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlussstein in der Sakristei mit den Leidenswerkzeugen

Hier, in der früheren Heilig-Kreuz-Kapelle, die um 1432 erbaut wurde, gibt es zwei farbig gefasste Schlusssteine. Der östliche Schlusstein zeigt in einem Wappenschild die Kreuzigungswerkzeuge (Arma Christi): Rund um das Antoniuskreuz sieht man (von links oben gegen den Uhrzeigersinn)Zange, Jude mit Judenhut, Hammer, dreischwänzige Peitsche, Lanze, Geißelsäule mit Strick, darauf der Hahn, Stab mit dem (Essig-)Schwamm, Antoniuskreuz, Nagel, Leiter, Keule oder Rutenbündel, Krug, Kleiderbündel, Hand Gottes, Dornenkrone, über dem Kreuzbalken zwei Nägel, drei Würfel, Schild (Jesus, König der Juden). Ein weiterer Schlussstein, westlich davon, zeigt in einem Wappenschild das Osterlamm mit Nimbus, Kreuzfahne als Zeichen der Auferstehung und einem Kelch. In der Ecke hinter der Eingangstür gibt es eine Maskenkonsole mit Schweinerüssel und einer bis zur Nase hochgezogenen Zunge aus Sandstein. Das Gewölbe mit den Schlusssteinen, Krabben und dem Maskenkonsolenstein wurde 2010 durch die Restauratoren Martin Stein und Elvine Rothfuß-Stein, Karlstein am Main, restauriert.

Messgewänder[19][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Justinuskirche aufbewahrten historischen Paramente entstammen im wesentlichen dem 18. und 19. Jahrhundert. Zusammen mit dem noch vorhandenen liturgischen Gerät bilden sie den Kirchenschatz der ehemaligen katholischen Pfarrkirche von Höchst, die von 1441 bis zur Säkularisation auch Klosterkirche der Antoniter war. Bis 1802 unterstanden Stadt und Amt Höchst Erzbistum Mainz und wurden von kurmainzischen Amtleuten verwaltet. Deshalb gehen die ältesten und wertvollsten Paramente in der Justinuskirche auf die Höchster Amtleute und deren Nachkommen zurück. Soweit die Paramente des 18. Jahrhunderts mit Wappen versehen sind, lassen sie sich als Stiftungen der in kurmainzischen Diensten stehenden Grafen von Stadion und der seit dem 17. Jahrhundert in Höchst ansässigen Freiherren von Dalberg identifizieren.

Dalberg-Ornat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorzuheben ist vor allem der vollständig erhaltene Dalberg-Ornat, der urkundlich in die Amtszeit von Präzeptor Phillip Daniel Cramer (1730 - 1743) als Stiftung der Baronin Dalberg überliefert ist. Die Wappen weisen auf Franz Eckbrecht von Dalberg (1674 - 1741), Geheimkämmerer des Kurfürsten von Trier, des Fürstbischofs von Würzburg usw. und auf dessen zweite Gemahlin Anna Louisa, geb. von Dalberg (1685 - 1760). Franz Eckbrecht war ein Sohn des letzten Höchster Amtmannes aus dieser Familie und auch der letzte Dalberg, der mit seiner Familie seinen festen Wohnsitz in Höchst hatte.

Grüne Paramente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während im 17. Jahrhundert die Dalberg über mehrere Generationen Amtleute in Höchst waren, stammten die Amtleute im 18. Jahrhhundert 54 Jahre lang aus dem berühmten Geschlecht der Grafen von Stadion, die damals zu den einfkussreichsten Familie in Kurmainz gehörten. Falst alle Angehörigen der weit verzeweigten Familie hatten hohe geistliche und weltliche Ämter. Die in der Justinuskirche aufbewahrten grünen Paramente aus kostbarem chinesischen Seidenbrokat tragen das Ehewappen des kurmainzischen Haushofmeisters und Staatsministers Johann Philipp Graf von Stadion (1652 - 1742) und seiner zweiten Gemahlin Maria Wambolt von Umstadt.

Weißer Ornat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An deren jüngsten Sohn Hugo Johann Philipp von Stadion (1720 - 1785) , kurmainzischer Geheimer Rat und Oberamtmann in Höchst, und dessen Gemahlin Maria Anna Schenk zu Stauffenberg (1729-1799) erinnert der weiße Ornat. Die älteren Brüder von Hugo Johann Philipp von Stadion waren entweder auch in kurmainzischen Diensten oder Domherren in Würzburg, Bamberg und Mainz, sein Bruder Conrad wurde 1753 Fürstbischof von Bamberg. Vor diesem Hintergrund sind die kostbaren Paramentenstiftungen an die Justinuskirche zu sehen. Von dem Höchster Amtmann Johann Nepomuk von Stadion (1777 - 1783)ist eine Stiftung an die Justinuskirche nicht bekannt).

Rote und violette Kaseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer den mit Wappen versehenen Paramenten besitzt die Justinuskirche noch zwei einzelne Kaseln aus dem 18. Jahrhundert, deren Herkunft urkundlich nicht überliefert ist, die aber auch aus hochstehenden Kreisen gestiftet sein dürften. Die rote Kasel zeigt besonders qualitätvolle Stickerei, die violette besteht aus einem Seidenstoff, der vermutlich vorher einem Hofkleid diente. Das Muster des violetten Seidenstoffs zeigt in die 20er bis 30er Jahre des 18. Jahrhunderts. Vielleicht ist diese Kasel im Zusammenhang mit einer der in diesen Jahren in der Justinuskirche vollzogenen Hochzeiten von Angehörigen der in Höchst ansässisgen adeligen Famlien zu sehen. Nicht selten wurden aus einem solchen Anlass Meßgewänder gestiftet bzw. Hochzeitkleider später in die Kirche zur liturgischen Weiterverwendung geschenkt.

In der Höchster Kirchenchronik des 18. Jahrhunderts wird nur ein einziges Mal eine Paramentenstiftung von einem Angehörigen des Antoniterklosters erwähnt. Es handelt sich um eine Kasel (pulchram casulam), die N. Aul aus Mainz 1739 der Kirche schenkte. Auch fällt auf, dass die Kirchenchronik des 18. Jahrhunderts Neuanschaffungen von Paramenten oder liturgischem Gerät nur während der Amtszeit von Präzeptor Philipp Daniel Cramer (1730 - 1743) notiert. (wird fortgesetzt!)

Altargerät und andere Kunstgegenstände[20][21][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzreliquiar von 1753

Die Justinuskirche in Höchst besitzt einen bemerkenswert großen, alten Bestand an liturgischen Geräten. Die meisten Geräte aus Edelmetall stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Ein Kelch (Inv.Nr. 4) ist älter und reicht noch in mittelalterliche Zeit zurück, eine Besonderheit, da sich in Frankfurt kaum Goldschmiedearbeiten aus vorreformatorischer Zeit in kirchlichem Besitz erhalten. Er gehört vermutlich zu den Geräten, die der Antoniterpräzeptor Goswin von Orsoy (1488-1509)aus dem von seinem Vorgänger der Kirche hinterlassenen profanen Silbergeschirr anfertigen ließ.

Die Altargeräte des 18. Jahrhunderts - eine Strahlenmonstranz, ein dreiteiliges Meßgeschirr, acht Altarleuchter und ein Altarkreuz sind Augsburger Arbeiten. Anhand der Meistermarken können sie bestimmten Augsburger Werkstätten zugeordnet werden, aus Inschriften kennt man die Stifter.

Ein Kreuzreliquiar ist eine Stiftung des Hugo Johann Philipp Graf von Stadion, von 1743 bis 1777 Oberamtmann in Höchst. Von ihm und seiner Gemahlin MariaAnna Theresia Schenk zu Stauffenberg stammt auch ein kostbarer Meßornat. Die Reliquie des Wahren Kreuzes von 1753 mit Echtheitszertifikar, die sich in dem Kreuzreliquiar befindet, wurde von dem 1752 verstorbenen Zollschreiber Jakob Kisselstein, von dem die Justinuskirche auch einen vergoldeten Kelch erhielt, gestiftet. Das Kreuzreliquiar wurde 2009 von Markus Engert, Würzburg, restauriert.

Die Kirchenchronik informiert über einen Kirchenraub 1826, bei dem eine silberne Monstranz, ein silbernes Ziborium und silberne Ölgefäße aus dem Tabernakel gestohlen wurden. 1834 wurden acht messingversilberte Leuchter angeschafft, heute - wie andere Altargeräte - nicht mehr vorhanden.

Das wertvollste aus dem 19. Jahrhundert noch vorhandene Gerät ist die silberne Ewig-Licht-Ampel aus der bekannten Frankfurter Silberwarenfabrik von Johann Martin Schott. Sie wurde 2010 von Markus Engert, Würzburg,restauriert.

Ottonisches Bronzekruzifix, vermutlich aus dem Besitz des Antoniterklosters Rossdorf(-Höchst)

Auch im 20. Jahrhundert schaffte man neue liturgische Geräte an, zunächst das silbervergoldete Ziborium von Wilhelm Rauscher, Hof- und Domgoldschmied in Fulda. Die Neuanschaffungen der 30er Jahre stehen im Zusammenhang mit der Wiederherstellung der Justinuskirche 1930/32 in romansichem Stil. Hier ist vor allem das große Altarkreuz mit passenenden Leuchtern des Frankfurter Goldschmiedes Walter Gießübel zu nennen. Der Entwurf stammt von Werner Dobisch, der als Bauleiter für die Restaurierung der Kirche 1930/32 verantwortlich war. Er entwarf auch den neuen Tabernakel mit Aufsatz aus der gleichen Zeit, der seit 2010 wieder komplett und restauriert gezeigt werden kann.

Der Primizkelch des letzten amtierenden Rektors der Justinuskirche Hans Höckel und sein Vermächtnis (gestorben 1992) ist eine qualitätvolle Arbeit aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts von einem Goldschmied aus Münster.

2010 erhielt die Stiftergemeinschaft Justinuskirche zur dauerhaften Ausstellung in der Justinuskirche Höchst ein ottonisches Bronzekreuz, ein einzigartiges Stück, das 1967 auf dem Friedhof der Antoniter in Rossdorf - seit 1441 in Höchst - gefunden worden war. Zuletzt befand sich der über 1000 Jahre alte Korpus im Besitz von Gisela Spruck, die es schon vor einigen Jahren für die Justinuskirche stiftete. Da es älter ist als der Antoniterorden selbst könnten diese es um 1200 aus ihrem Ursprungsland in Südostfrankreich nach Rossdorf mitgebracht oder es in der Kapelle der Hirzbacher Höfe nahe Rossdorf, die den Antonitern geschenkt worden war, vorgefunden haben. Das hohe Alter ist durch 2010 veranlasste wissenschaftliche Untersuchungen von Prof. Dr. Ernst-Ludwig Richter, Freudenthal, zweifelsfrei nachgewiesen.

Bestattungen und Grabdenkmäler in der Justinuskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In allen Zeiten wurden in und bei der Kirche auf dem dazugehörigen Friedhof auch Bestattungen vorgenommen. In der Justinuskirche wurden insbesondere Generalpräzeptoren und Chorherren des Antoniter-Ordens beigesetzt. Aber auch die Familien von Dalberg und von Kapp hatten Familiengrüfte in der Justinuskirche[22]

Anlässlich der umfangreichen Restaurierungsarbeiten zwischen 1926 und 1930 wurde auch die Gruft im Chorbereich geöffnet, vorhandene Leichenreste wurden herausgenommen und auf dem Friedhof beerdigt. Bei dieser Gelegenheit wurden auch eine Reihe damals noch vorhandener Grabdenkmäler aus der Kirche entfernt, ein Epitaph mit, wie man lange glaubte, zwei Antonitern (heute weiß man, dass es zwei Höchster Pfarrer waren) kam 1932 in den Besitz des Höchster Geschichtsvereins und wurde im Garten des Zollturms aufgestellt, einige weitere – z. B. das eines Antoniterpräzeptors, das 1930 vor dem Hochaltar ausgegraben worden war, wurden im Garten hinter der Justinuskirche aufgestellt.

Diese Grabmale sind seit dem Dezember 2009 zusammen mit den beiden Schlusssteinen aus dem Hochchor im Eingangsbereich des Justinusgartens geschützt aufgestellt.

In der Justinuskirche haben sich Epitaphien vom 15. bis zum 17. Jahrhundert erhalten. Andere sind durch zeitgenössische Quellen nachgewiesen.

Epitaph des Heinrich Meyersbach, 1520 (Nordseite, Taufkapelle)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Meyersbach war 1502 bei den Antonitern in Höchst eingetreten, starb am 10. März 1520 und wurde in der Präzeptorengruft beigesetzt.

Das von Helwig erwähnte Epitaph, 1932 hinter dem Hochaltar, steht heute gut erhalten in der Taufkapelle der Justinuskirche. In Farben angelegt zeigt es eine stattliche Person im Gewand der Antoniter, einen Kelch haltend. Über dem Kelch sieht man, kaum wahrnehmbar, die Buchstaben PS für Peter Schro. Das Epitaph wird der berühmten Mainzer Werkstatt von Hans Backoffen zugeschrieben. Im Diarium der Antoniter ist zu lesen: „1518 Henr. Meyersbach bauet das Hospital“.

Lt. Helwig stand das Epitaph ursprünglich „retro altare maius a sinistris“

Epitaph der Gisela von Diepholt, 1572 (Nordseite, Taufkapelle)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisela von Diepholt war die Schwester des Antoniterpräzeptors Hermann Allerding (Diepolt), der 1557 in Höchst eingetreten und von 1564 – 1575 Generalpräzeptor war. Er verließ 1579 das Kloster als „Apostata“, das heißt, er trat zum Luthertum über.

Seine Schwester wurde 1572 in der Justinuskirche bestattet. Das Epitaph befindet sich in der Taufkapelle gegenüber dem Epitaph des Präzeptors Meyerbach. Die Inschrift lautet:

Anno domini 1572 den …
tag Septembris ist in Gott ver
schieden die tugendsam Jungfrau
Gisela von Diepholt, des Ehr
würdigen Hermann Allerding
preceptoris zu Rostorff und
hoest Eheliche Schwester,
deren sele Gott gnedig sei amen.

Epitaph des Philipp von Reiffenberg, 1584 (Nordseite, zwischen Taufkapelle und Mittelkapelle)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Epitaph des Philipp von Reiffenberg, und seiner Frau Margarete, eine geborene von Hutten, ist das prächtigste der noch in der Kirche erhaltenen Epitaphien. Es zeigt das Ehepaar in ganzer Figur. Es trägt die Inschrift:

Anno Domini 1548 den 12. Decembirs ist in gott verschieden
der Edel und Ehrenvest Philipp von Reiffenberg,
Amptmann von Steinum am Main. D. g. g.
Anno Domini 15.. den .. ist in Got verschieden ...

Die Inschrift für seine Ehefrau ist nicht vollständig ausgeführt, so dass anzunehmen ist, dass sie nicht an der Seite ihres Mannes bestattet wurde. Rings um das Epitaph sind die Wappen der Geschlechter von Reiffenberg, Echter, Tüngen, Hutten, Hattstein, Forstmeister, Weis von Feuerbach angebracht; das Bellersheimische Wappen, bei Helwig erwähnt, fehlt. Dieses Epitaph ist das Einzige, das an seinem ursprünglichen Platz „a sinistris templi“ hängt.

Epitaph des Konrad Hofmann, 1527 (Nordseite, zwischen Mittelkapelle und Antoniuskapelle)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Nordwand zwischen der Mittelkapelle und der Antoniuskapelle hängt seit 1932 das Epitaph des Mainzer Domherrn und Geistlichen Rats Konrad Hofmann von 1572 aus Sandstein. Er starb im Alter von 51 Jahren.

Es ist das erste Epitaph mit Renaissancedekor und von hoher Qualität. Dehio/Gall schreibt über das Epitaph: „Schule Hans Backoffens, die Gestalt des Priesters unter der Mitte von einer Inschrift überdeckt, die zwei Putten tragen, schlanke Ecksäulen, die Fläche durch 4 Blattkränze mit Evangeliensymbolen gefüllt.“ Die Inschrift bezeichnet ihn als fleißig und klug, als Lizentiaten der Rechte und Kanoniker von Halberstatt und Neuburg sowie als Rat des Mainzer Erzbischofs und Kardinals Albrecht (von Brandenburg).

Helwig erwähnt dieses Epitaph „in sacello N.N. ibidem“, also in einer der Kapellen.

Epitaph des Heinrich Fetting, 1457 (Nordseite, neben dem kleinen Eingang)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Nordwand, südlich des kleinen Eingangs, gibt es ein Epitaph des Pfarrers von Schwanheim, Heinrich Fetting von Miltenberg, von 1457. Die Figur des Pfarrers mit einem Kelch in der Hand ist in Stein geritzt.

Die Jahreszahl und die Hälfte der Inschrift sind zerstört. Rudolf Schäfer, der den Stein der Mitte der des 15. Jahrhunderts zuweist, gibt unter Vorbehalt als Inschrift wieder:

…HONORABILIS DOMINUS
HENRICUS FETTING DE MILDENBERG
PLEBANUS DE …

Es könnte sich danach, so Rudolf Schäfer, um das Epitaph des Pfarrers Heinrich von Schwanheim (1429 – 1457) handeln.

Epitaph des Ritters Emmerich von Reifenberg, 1488 (Chor, Nordseite)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gut erhaltene Epitaph des Emmerich von Reiffenberg ist in die Mauer des Chores auf der Evangelienseite neben dem Sakramentshäuschen eingelassen. Es zeigt die erhabene ganze Figur eines geharnischten Ritters. Er war Amtmann von Höchst.

Der Stein ist mit vier Ahnenwappen versehen:

von Reiffenberg (links oben),
von Bellersheim (rechts oben),
von Carben (links unten) und
von Münster (rechts unten).

Emmerich von Reiffenberg war mit einer von Bellersheim vermählt, war um 1440 kaiserlicher Kriegsrat und Generalfeldmarschall sowie kurmainzischer Rat.

Helwig erwähnt den Stein als „a dextris exeundo chorum in muro“, also außerhalb des Chores, und zwar an dessen Ausgang auf der rechten Seite in der Mauer. Die Inschrift lautet:

Anno domini MCCCCLXXXVIII
uff mittwochen nach sant lucien tag
starp der strenge
Her Emerich von ryffenburg Ritter
dem gott gnedig sy amen.

Epitaph der Reichsgräfin Maria Catharina Anna von Truchsess, Trauchburg und Friedberg, 1699 (Chor, Südseite)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geborene Fürstin von Hohenembs starb am Pfingstmontag an einem bösartigen Fieber. Auch im Höchster Kirchenbuch wird, wie in der barocken Grabinschrift , hervorgehoben, dass sie gegen Kranke und Arme überaus wohltätig war und eine Leuchte für die ganze Stadt durch ihre Tugenden und ihr gutes Beispiel.

Ihr aufwendig gestaltetes Epitaph aus schwarzem, weiß geäderten Marmor ist seit 1932 in die Südmauer des Chores eingelassen. Es trägt die Wappen von G. v. Hohenembs, F. v. Hohenzollern, F. v. Welsberg, Rheingräfin, G. Borromaea, G. v. Zimmern, F. v. Firmion, G. v. Salm, H. v. Altembs, de Medices, H. de Aquaviva, F. v. Caietana, F. de Ursina, Mg. de Malespina, F. de Ursina, Caroli Pisanerin. Die vier Wappen der mütterlichen Seite sind nicht ausgeführt.

Siering übertrug die lateinische Inschrift wie folgt:

Merk auf o Wanderer!
Entrissen wurde die hochadelige Heldin,
Gräfin von Truchseß, Friedberg,
Trauchburg, Waldburg und Scheer
Maria Katharina Anna
aus den kaiserlichen Grafen von Hohenembs, Gallara und Vaduts
väterlicher Seite entsprossen;
als Mutter hatte sie die erlauchte Herzogin von Altems
und durch sie
die so herrliche Verwandschaft
der Fürsten und Herzöge aus der Familie
des hl. Karolus Borromäus,
als Urenkelin seiner Schwester Hortensia.
Diesem an Edelsinn nicht unähnlich
ward sie, die hilfsbereite Wohltäterin der Armen,
die entschiedene Feindin der Sünde,
der Rose gleich an Lieblichkeit erblühend,
von des Himmels gewaltiger Hand
fast wie aus Scheelsucht und Gier
nach der unvergleichlichen Heldi
unter dem Gejammer der Armen,
dem Seufzen der Erben,
dem Schluchsen der Freunde
dahingeraubt im Jahre des Heiles 1699,
den 8. Juni, im 49. Jahr ihres Lebens.

Epitaph des F.Jakobus Becker, 1665 (Westseite, hinter der Orgeltreppe)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakob Becker stammt aus Höchst. 1621 trat er bei den Antonitern als Laienbruder ein. Er starb am 12.12.1665, nachdem er, wie es im Kirchenbuch heißt, „Kellerei und Küche wohl versehen„ hatte. Der Grabstein befindet sich unter dem Orgelaufgang an der Westseite.

Die umlaufende Inschrift lautet:

ANNO DOMINI 1665 DIE 12. DECEMB.
OBIIT F. JACOBUS BECKER HOEGST.
ORD. S ANTONY IBIDEM LAIC. PROF.
CUJUS ANIMA R.I.P.

und in der Mitte

GEDENKE
WIE DU BIST,
WAR ICH AUF ERDEN
UND WIE ICH BIN MUß
DU AUCH WER
DEN
TU VADE LECTOR
ET ME SEQUERE

Die Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem westlichen Dach der karolingischen Justinuskirche erhebt sich ein Dachreiter mit dem Glockenstuhl. Er enthält die Bronzeglocken der Justinuskirche: In der unteren Reihe hängen drei Glocken, die Marienglocke, die Margarethaglocke und die Antoniusglocke. Über der Marienglocke hängt die Rex-Gloriae-Glocke. Das Leutewerk wird elektrisch angetrieben. Wegen der gekröpften Aufhängung der Glocken ist die Klangentfaltung beeinträchtigt.

Der Glockenstuhl enthielt seit 1642 zwei, seit 1811 drei Glocken. (Pfarrer Siering schreibt 1890 in der Festschrift zum 1100jährigen Bestehen der Justinuskirche, Seite 27, von drei kleineren Glocken; eine von Neidhart in Frankfurt gegossen 1642, eine aus 1631 und eine von 1812. In der Kirchenchronik (Seite 46) lesen wir: „1811 kamen 2 Glocken aus Marienhausen auf den Thurm.“ Demnach müsste die Justinuskirche damals über vier Glocken verfügt haben. Das korrigiert Wilhelm Frischholz 1926 in Alt-Höchst, Seite 85: „ Als sie abgeholt werden sollten und der Ratsmann Blum durch den Schultheisen von Rüdesheim in die Kirche des Klosters eingewiesen wurde, fanden sich zwei Glocken vor, die er auch abnehmen und nach Höchst bringen ließ. Die eine dieser Glocken war jedoch von der Regierung dem katholischen Stadtpfarrer zu Wiesbaden zugesagt worden; er beschwerte sich nun bei dem Ministerium in Wiesbaden und forderte den Pfarrer Kerz auf, „unverweilt die größere Glocke an den hiesigen katholischen Kirchenvorstand abzugeben.“ Dieser Verfügung musste stattgegeben werden.)

Die dritte, neuere Glocke wurde im ersten Weltkrieg beschlagnahmt, wie Rektor Ludwig Hensler 1932 in seinem Buch St.Justinuskirche Höchst, Seite 44, erwähnt. Sie war auch bis 1948 nicht mehr zurückgekehrt.

1931, bei der großen Dachsanierung, in der auch der Glockenturm gerichtet wurde, wurde ein neuer eiserner Glockenstuhl für drei Glocken in Reihe eingebaut.

„Am 1.1.1942 wurden zwei Glocken von St.Justinus eingeschmolzen.“, so berichtet das Pfarrarchiv St. Josef. Dieser Vermerk betrifft offenbar die beiden, noch verbliebenen alten Glocken von 1631 und 1642, die wohl zum Einschmelzen abtransportiert worden waren, den Krieg dann aber doch heil überstanden und – siehe oben - 1948 zurückkamen. Somit gab es 1948 noch/wieder zwei Glocken.

Marienglocke (1631)/ Läutewerk III[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marienglocke wurde 1631 von J. Neithardt gegossen. Sie trägt in zwei umlaufenden Zeilen übereinander die Aufschrift

NEC.NON.SVB.PRAEFECTVRA.PRAENOBILIS.ET.STRENVI.DNI.JOH.A.FRANCKENSTEIN.IHS.
EIVSDEM.MOGVN.PRINC.CONSTILIA.ET.PRAEFECTI.IN.HOECHST.ET.HOFHEIM.1631

Auf einer Seite zeigt sie die Gottesmutter mit Krone. Sie hält das Jesuskind auf dem Arm und in der Hand ein Zepter in Form einer Lilie. Auf der anderen Seite ist Jesus am Kreuz dargestellt. Vier Engel fangen in Kelchen das Blut der Handwunden, der Wunde in der Brust und der am Fuß auf. Unter den Füßen des Gekreuzigten ist ein Totenkopf. Ebenso gibt es eine Abbildung des Apostels Paulus mit Schwert und Buch. Über der Schrift und auch darunter gibt es ein umlaufendes, reiches florales Muster, ergänzt durch Engelsköpfe.

Daten der Glocke : Schlagton c’’+ 8, Durchmesser 74 cm, Gewicht 260 kg, keine Gießerinschrift

Antoniusglocke (1642) / Läutewerk II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antoniusglocke von 1642

Die Antoniusglocke wurde 1642 von Wolfgang Neidhardt gegossen, wie die Inschrift am oberen Rand mitteilt:

DVRCHS.FEVER.FLOS.ICH
IN.FRANKFVRT.GOS.MICH
WOLFGANG.NEIDHART.1642

Auf einer Seite ist der hl. Antonius mit langem Mantel, Abtsstab und Regelbuch abgebildet. Rechts hinter seinem Mantel schaut der Kopf eines Schweines hervor. Auf der gegenüberliegenden Seite der Glocke ist Jesus am Kreuz abgebildet (das Unterteil ab dem Brustkorb fehlt), darunter ein Engelskopf mit Flügeln. Die Glockenkrone ("Glockenhenkel") besteht aus fünf grimmig blickenden (gleichen) Männerköpfen. Die Antoniusglocke war im 2. Weltkrieg beschlagnahmt. Nach einem Schreiben von Rektor Zaucker vom 5.03.1948, Justinuskirche, war sie kurz vor diesem Datum wieder in die Kirche zurückgekehrt.

Daten der Glocke: Schlagton h’+3, Durchmesser 80 cm, Gewicht 310 kg

Margarethaglocke (1949) / Läutewerk I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ersatz für die im ersten Weltkrieg beschlagnahmte und wohl eingeschmolzene Glocke aus Mariähausen wurde 1948 bei der Fa. Rinker in Sinn/Dillkreis eine weitere Glocke bestellt, eine Margaretaglocke. Sie ist die größte Glocke und hängt im Glockenstuhl in der Mitte zwischen den beiden alten Glocken. Am oberen Rand der Glocke hat sie zwischen zwei umlaufenden Wülsten die Inschrift

ST. MARGARETHA VIRGO MARTYR PATRONA SALVA NOS 1949 +

Am Glockenkörper – unterhalb des Kreuzzeichens in der Schriftzeile - trägt sie das Gießerzeichen der Fa. Rincker: In einem senkrecht geteilten Wappen oben 1550-1949 und darunter GEBR RINCKER SINN und außerhalb des Wappens links 65 und rechts 12, vermutlich die Glockennummer.

Daten der Glocke: Schlagton a` +9, Durchmesser 86 cm, Gewicht 384 kg

REX-GLORIAE-Glocke (1949) / Läutewerk IV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ganz oben im Glockenturm hängt die vierte, die kleinste Glocke, ebenfalls 1949 bei der Fa. Rincker gegossen. Sie trägt die Inschrift

REX GLORIAE VENI CUM PACE (?1949) +
das heißt “König der Herrlichkeit, komme in Frieden”

Am Glockenkörper – unterhalb des Kreuzzeichens in der Schriftzeile - trägt sie das Gießerzeichen der Fa. Rincker: In einem senkrecht geteilten Wappen oben 1550-1949 und darunter GEBR RINCKER SINN und außerhalb des Wappens links 65 und rechts 11, vermutlich die Glockennummer. Bei der Fa. Rinker existieren lt. Anfrage keine Fotos der Glocke mehr.

Daten der Glocke: Klangton d+9, Durchmesser 65 cm, Gewicht 161 kg,

Antoniterglöckchen am Turmkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Enden des Querstabes des Antoniterkreuzes (T) auf dem Glockenturm hängen seit Menschengedenken zwei vergoldete Glöckchen. Der hl. Antonius wird – z. B. auf der Antoniusglocke im Glockenturm und bei vielen Künstlern - meist mit einem Glöckchen an seinem Abtsstab abgebildet. Daher kommt der Brauch, an den Kreuzen auf Antoniterkirchen ebenfalls Glöckchen anzubringen.

Der Außenbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justinuskirchplatz - der alte Höchster Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garten der Justinuskirche

Der Platz um die Justinuskirche war seit dem Mittelalter der Höchster Friedhof.

Nachdem bereits 1804 das Beinhaus an der Justinuskirche abgerissen worden war, wurde der Kirchhof 1810 aufgegeben. Er wurde in den Jahren 1930 bis 1932 im Rahmen der Renovierung der Kirche abgetragen und der Platz vor der Kirche gepflastert. Nur noch eine Pietà an der Nordfassade der Kirche, acht Grabplatten im Inneren der Kirche und einige verwitterte Grabsteine im Garten auf der Mainseite erinnern an die Begräbnisstätte.

Das alte Friedhofskreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ostseite des Justinusplatzes steht, angelehnt an die Trennwand zum Pfarrhausvorgarten, auf einem aufgemauerten Altartisch ein barockes Sandsteinkreuz. Der Kreuzschaft mit dem Korpus Christi und dessen Kopf und Arme stammen aus dem 18. Jahrhundert. Nach teilweise unsachgemäßen Restaurierungen (z. B. 1926 und 1932) und vielen schwerwiegenden Schäden, wurde das Kreuz zwischen 1983 und 1986 grundlegend saniert.

Mit einiger Sicherheit war das Kreuz Teil der ursprünglich auf dem Friedhof an der Justinuskirche stehenden Kreuzigungsgruppe. Deren Aussehen ist nicht mehr bekannt. Im Schlosskeller gibt es aber noch eine Maria aus Sandstein und eine zweite Figur ohne Kopf - ein Johannes? -, die in der Größe zu dem Kreuz passen würden. Denkbar wäre aber auch, dass es sich um eine 1795 an der alten Mainzer Landstraße, der heutigen Ecke Luciusstraße/Leunastraße, unmittelbar beim von 1810 bis 1886 belegten Höchster Friedhof bezeugte und bildlich überlieferte Kreuzigung handelt. Die heutige Aufstellung geht mit einiger Sicherheit auf das Jahr 1891 zurück, als nach Fertigstellung des neuen Pfarrhauses auch die Trennmauer zum Justinusplatz gebaut wurde.[23]

1443[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur wenige Schritte rechs von dem alten Friedhofkreuz, versteckt in der Ecke, in der die Mauer an die Wand des Chores der Justinuskirche anschließt, findet sich das Baudatum des Chores "1443" am Nordoststrebepfeiler des Chores.

Votivtafel für Balthasar Gertener, 1706[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Votivtafel für Balthasar Gertener

An der nördlichen, stadtseitigen Außenmauer der Justinuskirche befindet sich in Augenhöhe eine Votivtafel aus rot-gelb-geflecktem Sandstein. Sie wurde 1706 für den alteingesessenen Bäckermeister und Schöffen Balthasar Gertener (Gärtner; 1635 - 1.03.1705) angebracht. Abgebildet sind eine Pieta, Engelköpfe, Girlanden und eine Brezel, die auf den Beruf des Auftraggebers hinweist. Der Text lautet:

ZU EHREN DEM BITTER LEIDEN
JESU CHRISTI HAB ICH BALTAS GERTE
NER IN HÖCHST DIES GEDAECHTNIS
MACHEN LASSEN

Justinusgarten (hinter der Justinuskirche)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der auf der Mainseite gelegene, versteckte Garten der Justinuskirche ist der ehemalige Friedhof der Antoniter. In seiner heutigen Bepflanzung wurde er zu Beginn der 1990er Jahre angelegt. In dem weitgehend naturbelassenen Blumen und Käutergarten werden seit 2006 auch die von den Antonitern verwendete Heilkräuter angepflanzt, die bei der Behandlung der am "Antoniusfeuer" Erkrankten eine wichtige Rolle spielten. Für die Öffentlichkeit ist der Justinusgarten seit 2004 vom Frühjahr bis zum Herbst vom Vorgarten des Pfarrhauses her zugänglich. Nicht zu verwechseln ist er mit dem städtischen, sog. "Kirchgärtchen", das auf der Westseite der Justinuskirche liegt.

Grabdenkmäler und Schlusssteine im Justinusgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2009 konnten alle noch vorhandenen historischen Schlusssteine der Justinuskirche und alle Grabplatten aus dem Außenbereich im Justinusgarten geschützt aufgestellt werden. Einige konnten restauriert, alle gefestigt werden.

Der neue Platz ist an der langen Wand zwischen Pfarrhausgarten und Justinusgarten (hinter dem Chor der Justinuskirche; Eingang durch den Pfarrhausvorgarten links vor der Justinuskirche). Der Aufstellungsort im Eingangsbereich des Justinusgartens soll daran erinnern, dass dieser Garten einst der Antoniterfriedhof war und in und um die Kirche über Jahrhunderte Bestattungen stattfanden. Ein gemeinsames Schieferdach auf einer Holzkonstruktion und der neue Aufstellungsort sollen den bisherigen Verfall der z. T. 500 Jahre alten Steindenkmäler stoppen oder zumindest verlangsamen.

Schlusssteine aus dem Hochchor der Justinuskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gewölbe des gotischen Hochchores der Justinuskirche war vermutlich um 1464 fertiggestellt. Schon 1523 musste das gotische Rippengewölbe mit den Schlusssteinen im Scheitelpunkt herausgenommen werden. Die beiden Schlusssteine – 0,64 Meter im Durchmesser und 0,32 Meter hoch - haben sich bis heute erhalten, da sie im Antoniterkloster eingemauert waren.

Von 1967 bis2007 befanden Sie sich im Museum des Höchster Geschichtsvereins im alten Schloss. Nach dessen Auflösung wurden Sie durch Vermittlung der Stiftergemeinschaft Justinuskirche 2008 der Pfarrgemeinde übereignet, ebenso wie ein dritter deutlich kleinerer Schlussstein, der vermutlich aus dem nordlichen Seitenschiff der Justinuskirche stammt.

Schlussstein des Hugo von Bellmonte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Schlussstein zeigt das Wappen des Hugo von Bellmonte. Er ist 1429 Präzeptor des Antoniterklosters in Isenheim (Elsass) und 1436 Präzeptor in Roßdorf bei Hanau. 1441 siedelt er mit seinem Konvent nach Höchst und war bis 1460 Präzeptor in Höchst. In seine Zeit begann der Bau der Justinuskirche. 1460 übergab er, noch vor Fertigstellung des Chores, aus Altersgründen sein Amt an Johannes Gutgelt.

Sein Wappen findet sich auch im Gewölbe der Vorhalle, das um 1464 fertiggestellt wurde.

Schlussstein des Johannes Gutgelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Gutgelt kommt ebenfalls über Isenheim in den Höchster Konvent und wird dort 1460 Präzeptor. Er stirbt 1463 und wird vermutlich im Chor bestattet. Er hinterlässt 3921 Gulden an Schulden, die aus der Vollendung des Chores resultieren.

Sein Wappen befindet sich auch am Sakramentshäuschen, links im Chor.

Schlussstein mit Blume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser kleine Schlussstein, bis 2009 im Besitz des Höchster Geschichtsvereins, stammt vermutlich aus dem nördlichen Seitenschiff der Justinuskirche, wo im vorderen Bereich vermutlich ebenfalls eine Gewölbedecke war (wie im Südseitenschiff, wo ein Schlussstein mit Eichhörnchen eingebaut ist).

Epitaph mit zwei noch nicht identifizierten Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Epitaph aus Mainsandstein, das drei Wappenschilder zeigt, auf denen Lilien erkennbar sind, hat sich im Justinusgarten an der Wand zum Kirchgärtchen erhalten. Es konnte noch nicht zugeordnet werden. Ähnlichkeit besteht zu dem Wappen des Antoniterpräzeptors Johannes Gutgelt.

Fragment eines kleinen Sandsteingrabsteins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im hinteren Teil des Justinusgartens hat sich das untere Fragment eines kleinen Grabsteins aus Mainsandstein erhalten. Er zeigt links Maria und rechts den heiligen Johannes. Das sicher ursprünglich darüber stehende Kreuz ist verlorengegangen. Der Grabstein wurde 2008/2009 restauriert.

Epitaph des Hans Georg von Kronberg, (+ 9. Juli 1608)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Epitaph aus Sandstein wird im Epitaphienverzeichnis von G. Helwig von 1614 erwähnt. Er zitiert folgende Inschrift, von der heute nur noch der Text bis „Cronberg“ einwandfrei zu entziffern ist, der Rest ist abgeschliffen:

„Anno Domini 1608, den 9. Julii ist der gestreng Edel und Vest Hanß Georg von Cronberg,
Churf. Maintzisch Rhat, auch ambtmann allhie und zu hofheim
in gott seliglich allhie verschieden,
und den 16. eiusdem anhero Christlich zur Erden bestattet worden,
dessen Seel der Allmechtig gott barmherztig sein wolle.“

Helwig fügt noch hinzu: Links: „tres filii quorum duo in pueris“, Mitte: „Uxor Anna Margaretha a Dalberg“, rechts: „Duae filiae“. Auf dem Grabstein befanden sich nach Helwig folgende Wappen: Cronberg, Sicking, Cronberg (ohne Krone), Handschuchsheim, Helmstat, Flersheim, Ba … (im Manuskript ausgeschnitten), Sicking, Mant de Limbach, Ulmstat, Volckringen.

Vermutlich seit 1930 bis 2009 diente das Epitaph im Garten hinter der Justinuskirche als Tischplatte.

Epitaph eines Antoniterpräzeptors[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den umfangreichen Arbeiten im Chor der Justinuskirche wurde am 22. Mai 1931 vor dem Chorpodest eine Grabplatte aus Mainsandstein entfernt, die – nach dem Bestattungsort – die eines Antoniterpräzeptors sein dürfte. Eine Zuweisung war bisher nicht möglich. Seit 1930 stand sie im Justinusgarten an der Mauer zum Kirchgärtchen. Durch die ungeschützte Aufstellung hat sie sehr gelitten.

Epitaph der Weltpriester Heinrich Günter und Johannes Suereck (1451)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Epitaph aus (Pfälzer?)Sandstein sind zwei Personen in priesterlichen Gewändern dargestellt, einer hält einen Kelch und eine Hostie, ein zweiter hat einen Rosenkranz. Die Inschrift und die Jahreszahl sind nicht mehr zu entziffern

Dieses Epitaph wird bei Dehio/Gall als „Epitaph zweier Priester von 1485“ erwähnt, ebenso bei Dr. Jakob Rauch.

Heinrich Günther war Pfarrer von Höchst, als die Justinuskirche an die nach Höchst gekommenen Antoniter überging. Er starb 1451. Im Diarium der Antoniter wird berichtet „Henricus Güntherus plebanus in Hoegst hat einen Leichstein ante ingressum chori.“ Ihm folgte Pfarrer Johannes Suereck nach, ebenfalls ein Weltpriester, der auch 1451 verstarb.

Offenbar wurde für die beiden, im gleichen Jahr verstorbenen Priester 1485 dieser gemeinsame Grabstein hergestellt. Es handelt sich somit um den frühesten erhaltenen Grabstein zweier Pfarrer von Höchst (so Dr. Wolfgang Metternich, der frühere Fehldeutungen klärte).

Nach Abschluss der Sanierung der Justinuskirche, wurde der stark beschädigte Grabstein 1932 dem Geschichtsverein Höchst übereignet. Er stand bis 2007 im Garten des Zollturms, links vom Eingang an der Mauer, war in früherer Zeit schon Bestandteil eines Schießstandes und Bestandteil eines Hühnerstalles. Auf Betreiben der Stiftergemeinschaft wurde er 2007 an die Pfarrgemeinde St. Josef rückübereignet und 2008/2009 restauriert.

Epitaph des Johann von Hattstein, Amtmann von Höchst (+ 11. Januar 1540)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Epitaph aus Mainsandstein wird im Epitaphienverzeichnis von G. Helwig von 1614 aufgeführt. Dr. Rudolf Schäfer bezeichnet es 1966 als „nicht mehr vorhanden“ , was nicht zutrifft. Anhand der Inschrift und des Wappens der Hattsteiner - es findet sich auch am Rathaus zu Wörth am Main - konnte es 2009 eindeutig identifiziert werden. Es stand, vermutlich seit der Kirchenrestaurierung 1930, im Justinusgarten an der Mauer zum Kirchgärtchen. Die Inschrift lautet:

"DER EDEL UND EHREN
VEST JOHAN VON
HATTSTEIN AMBTMANN
ZU HOEGST STARB
DEN 11: JANUARIJ 1540"

Johann von Hattstein war als Nachfolger von Philipp von Hattstein von 1515 bis 1540 Amtmann in Höchst. Ihm folgten weitere Hattsteiner als Amtmänner. Das Geschlecht der Hattsteiner gehörte zum Hause Reiffenberg, von dem es sich abspaltete. Das Grab war in einer Seitenkapelle. Die Wappen der Bellersheim und von Dorff befanden sich lt. Dr. Rudolf Schäfer in den Fenstern.

Epitaph mit umlaufender Schrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch dieses Epitaph aus Mainsandstein, das im Justinusgarten an der Wand zum Kirchgärtchen stand, konnte bisher noch nicht zugewiesen werden.

Epitaph der M. Elisabetha Scheppler, 1800[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Südaußenwand der Justinuskirche im Justinusgarten ist ein besonders schönes Epitaph der M. Elisabetha Scheppler, geb. Siebenborn (geb. 1748) , Gattin des Zollschreibers Franz Josef Scheppler, angebracht. Verschiedenfarbige Sorten von Taunusmarmor (hellgrau, gelblich) sind kombiniert. Ein zerbrochenes und unvollständiges Medaillon wurde 2010 wieder zusammengefügt . Folgender Text ist noch lesbar (bzw. nach einem Foto aus dem Anfang des 20. Jh. rekonstruierbar):

M. Elisabetha
geb. Siebenborn Gattin
des (?kurmainzischen Hof)
rath und Zollschreibers
zu Höchst F(ranz) J(oseph) Scheppler
ruhet hier in Frieden.
Sie starb den (1800 lt. Angaben ihrer Nachfahren)
(??)
am Main.

Das Epitaph wurde an seinem historisch verbürgten Platz belassen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auf der Internetseite der Stiftergemeinschaft Justinuskirche, Frankfurt am Main-Höchst e. V., die sich seit 1983 um die Erhaltung der Justinuskirche kümmert, finden Sie u. a. die Öffnungszeiten, eine Kontaktadresse für Führungen, Veranstaltungshinweise (z. B. zum "Höchster Orgelsommer"), im Handel nicht erhältliche Literatur über die Justinuskirche und zahlreiche Orgel-CD's aus der Justinuskirche. [[1]]
  2. Vereinzelt wird angezweifelt, dass die Justinuskirche in Höchst die Kirche ist, die der Erzbischof Otgar erbaut und in der er die Gebeine des heiligen Justinus bestattet hat, da der Ort nicht eindeutig benannt wird. Dem widerspricht, dass die entsprechende Kirche im Mainzer Sprengel gelegen sein dürfte, der Leichnam des heiligen Justinus nachweislich im Jahre 1090 in der Kirche in Höchst ruht und der bauliche Bestand der Justinuskirche auf eine Kirche dieser Zeit hindeutet.
  3. Über die Person des heiligen Justinus, der Namensgeber für die Justinuskirche in Höchst ist, lesen wir in dem ersten Weihegedicht (übersetzt vom Lateinischen ins Deutsche) des Rrabanus Maurus, Bischof von Mainz, der die Justinuskirche einweihte: "Auf das Grabmal des Bekenners Justinus: Selig ruhet er hier, Justinus, Bekenner und Priester,reich an Gnad und Verdienst, herrlicher Tugenden Bild, Otgar brachte hierher aus Rom, der erhabenen Stätte, seinen heiligen Leib. Bauend ein Haus dem Herrn krönt ihn der Bischof mit Ruhm, der Christi Namen bekannte, Martyrer ward im Geist, furchtlos bei jeder Gefahr. Andere, welche die Palme im blutigen Strauße errungen, barg der kirchliche Fürst mit ihm allhier zur Ruh. Würdig ist er darum der Ehre allzeit auf Erden; Herrlich erglänzt sein Verdienst; himmlicher Lohn ist sein Theil. Denke o Christ, an mich, Raban, der dies besungen, wenn Dein Geist sich erschwingt aufwärts zu frommem Gebet." Demnach bezeichnet Rabanus Maurus ausdrücklich den Justinus der Höchster Justinuskirche um das Jahr 850 als Bekenner, der nicht des blutigen Martyriums gewürdigt worden sei, sondern nur durch Kampf und Leiden für die Ehre Christi Zeugnis abgelegt habe. Emil Siering, 1890 Pfarrer der Justinuskirche, der hier zitiert wird (Seite 18 ff.), weist auch darauf hin, dass in dem Mainzer Brevier von 1495 das Fest des Bekenners Justinus am 4. August angezeigt wird, das Fest Justinus des Martyrers am 14. April. Beispiel für die heute vertretene Meinung dagegen Eintrag im Ökumenischen Heiligenlexikon
  4. Wolfgang Metternich: Höchst erstaunliche Geschichte. Frankfurt am Main 1994: Kramer. ISBN 3-7829-0447-8
  5. Wolfgang Metternich: Die Portalskulptur der Justinuskirche in Frankfurt a.M.-Höchst., Nassauische Annalen 106, 1995
  6. Annegret Schirrmacher: Zeitbombe unter der Justinuskirche. Frankfurter Rundschau vom 27. April 2009 (online)
    Brendan Berk: Infraserv legt Justinuskirche trocken. Frankfurter Rundschau vom 8. Mai 2009 (online)
    Danijel Majic: Hilfe für ein undichtes Kleinod. Frankfurter Rundschau vom 8. Mai 2009 (online)
  7. Rudolf Schäfer, "Die Kirche St.Justinus zu Höchst am Main", Höchster Geschichtshefte 18/19, 1973, S. 16
  8. so Lübbecke. S. 95
  9. Ed. Graf von Solms in einem Bericht vom 6. Juni 1935 über den Höchster Kreuzaltar: "Die Legende der Kreuzauffindung durch die Hl. Helena kommt sehr ähnlich auf einem Altarbild in Wörth vor, das für den Grafen Reinhard d. III von Hanau-Münzenberg um 1470 gemalt wurde. Ich halte eine direkte Beziehung zwischen den Altären für möglich."
  10. Auch Breuer, Dehio will den Wörther Kreuzaltar auf 1470 datieren, was vermutlich auf stilistischen Kriterien basiert. Nach anderer Meinung erfolgte die Stiftung nach einer Pilgerreise des Grafen Philipp I. im Jahr 1484 ins Heilige Land und damit zeitgleich mit dem Höchster Kreuzaltar.
  11. Dehio, Hessen, Seite 410
  12. Schriftverkehr zwischen Otto Sohn-Rethel vom 28 November 1932 und dem Vorsitzenden des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Höchst, Prof.Dr. E. Suchier, dem "eine flüchtige Pause" aus dem Skizzenbuch beigefügt war, die sich heute noch im Vereinsbesitz befindet.
  13. Die Orgeldisposition der Kuhn-Orgel (1988): [[2]]
  14. Programm, CD-Übersicht und und Hörbeispiel
  15. So Rolf Henry-Kunz bei der Vorstellung der Cimbel im Oktober 1997.
  16. Julius Hembus, Kronberg "Der Engelschor und das Refectorium im Karmeliterkloster zu Frankfurt am Main", anläßlich der Restaurierungsarbeiten, wohl um 1969
  17. Wolfgang Metternicht, "Die Justinuskirche in Frankfurt am Main-Höchst", Hausarbeit für die Magisterprüfung in Kunstgeschichte bei Prof. Dr. W. Schlink, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, 1979, unveröffentlicht
  18. Wolfgang Metternich, "Die Justinuskirche in Frankfurt am Main", Sonderdruck des Frankfurter Museums für Vor- und Frühgeschichte IX (1986), S. 99
  19. Dr. Karen Stolleis, Kronberg, "Historische Paramente in der Justinuskirche Frankfurt-Höchst", Inventar Oktober 1991,unveröffentlicht
  20. Dr. Karen Stolleis, Kronberg, "Die liturgischen Geräte in der Justinuskirche Frankfurt-Höchst", Inventar März 1997,unveröffentlicht
  21. Höchster Kirchenchronik und die heute im Diözesanarchiv Limburg aufbewahrten Sakristeiinventare von 1879 und 1929,unveröffentlicht
  22. nach Rudolf Schäfer: Bestattungen in der Justinuskirche zu Höchst am Main. Höchster Geschichtshefte 13. Frankfurt-Höchst 1968: Verein für Geschichte u. Altertumskunde.
  23. so Wolfgang Metternich 2003 im Rahmen der Restaurierungsvorbereitungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tilmann Breuer u.a.: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken = "Dehio". 2.Auflage. München 1999, S. 1126
  • Konrad Bund: Frankfurter Glockenbuch. Frankfurt am Main 1986: Verlag Waldemar Kramer, ISBN 3-7829-0211-0
  • Wilhelm Frischolz: Alt Höchst, ein Heimatbuch in Wort und Bild Frankfurt am Main 1926: Verlag R. Th.Hauser & Co.
  • Ernst-Dietrich Haberland: Madern Gerthener „der stadt franckenfurd werkmeister. Baumeister und Bildhauer der Spätgotik. Frankfurt am Main 1992: Josef Knecht, ISBN 3-7820-0654-2
  • Bernd Hänßler: Prestel Städteführer Frankfurt. München 1990: Prestel, ISBN 3-7913-0967-6
  • G. Helwig, Epitaphienverzeichnis von 1614., im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
  • Ludwig Hensler: St.Justinuskirche Höchst, Frankfurt am Main-Höchst 1932?, Verlag Joh. Wagner & Söhne, Frankfurt-Höchst
  • Huber und Foersch: Limburger Glockenbuch, Limburg 1996
  • Friedrich Jakob: Die Orgeln der Justinuskirche in Frankfurt am Main-Höchst. Frankfurt am Main 1992: Stiftergemeinschaft Justinuskirche e.V.
  • Bernd Kalusche, Wolf-Christian Setzepfand: Architekturführer Frankfurt am Main. Reimer, Berlin 1992, ISBN 3-496-01100-9.
  • Fried Lübbecke: Hanau. Stadt und Grafschaft., Köln 1951
  • Wolfgang Metternich: Justinuskirche Frankfurt/Höchst. Schnell Kunstführer Nr. 1215. München/Zürich 1980: Schnell und Steiner
  • Wolfgang Metternich: Im Wandel der Generationen. Ausstattung und Restaurierung der Justinuskirche in den letzten Jahrhunderten. Frankfurt am Main 1986: Stiftergemeinschaft Justinuskirche e.V.
  • Wolfgang Metternich: Die Justinuskirche in Frankfurt am Main. Ein Bauwerk von nationaler Bedeutung.. Frankfurt am Main 1987: Waldemar Kramer, ISBN 3-7829-0352-8
  • Wolfgang Metternich: Die Orgel der Justinuskirche. Festschrift zur Wiederherstellung der Orgel durch die Hoechst AG aus Anlaß des 125jährigen Firmenjubiläums. Frankfurt am Main 1988: Hoechst AG und Stiftergemeinschaft Justinuskirche e.V.
  • Wolfgang Metternich: Die Portalskulptur der Justinuskirche in Frankfurt a.M.-Höchst., Nassauische Annalen 106, 1995
  • Rudolf Schäfer: Die Kirche St. Justinus zu Höchst am Main. Höchster Geschichtshefte 18/19. Frankfurt-Höchst 1973: Verein für Geschichte u. Altertumskunde.
  • Rudolf Schäfer: Bestattungen in der Justinuskirche zu zu Höchst am Main. Höchster Geschichtshefte 13. Frankfurt-Höchst 1973: Verein für Geschichte u. Altertumskunde.
  • Dr. W. Scriba: Der karolingisch-romanische Bau der Justinuskirche in Höchst a. M.. Frankfurt am Main 1930, Verlag Carl Ruppert
  • Emil Siering: Die Justinuskirche zu Höchst nebst kurzer Geschichte der Stadt Höchst, Festschrift , Höchst a.M. 1890, Verlag A.A.Wagner, Höchst a.M.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Justinuskirche – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 5′ 55″ N, 8° 32′ 56″ O <!-- Auskommentiert, da Entwurf im Benutzernamensraum [[Kategorie:Frankfurt-Höchst]] [[Kategorie:Kirchengebäude in Frankfurt am Main]] [[Kategorie:Vorromanisches Bauwerk|Frankfurt Hochst Justinus]] [[Kategorie:Gotisches Bauwerk in Hessen|Frankfurt Hochst Justinus]] [[Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Limburg|Frankfurt-Höchst Justinus]] --> [[en:Saint Justinus' church, Frankfurt-Höchst]] [[Kategorie:Karolingisch]] [[Kategorie:Justinuskirche]] [[Kategorie:Stiftergemeinschaft Justinuskirche Höchst]]