Benutzer:Raboe001/Literaturstipendium

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  1. Insektenhotel

Ausbauschritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschaffenheit der Nistgänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lochdurchmesser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solitäre Wildbienen und auch Wespen haben verschiedene Körpergrößen und damit auch verschiedene Bedürfnisse an den Durchmesser der Nistmöglichkeiten. Sie bevorzugen Löcher in denen sie gerade noch hineinschlüpfen können. Grund dafür ist die Minimierung des Materialverbrauches beim Bau der einzelnen Brutzellen.

Durchmesser der einzelnen Wildbienen und Wespenarten
  • 2 - 4mm Maskenbienen und solitäre Wespen
  • 3 - 5mm Löcherbienen
  • 5 - 7mm Mauerbiene
  • 5 - 7mm Blattschneiderbienen
  • 6 - 9mm Gehörte Mauerbiene
Anzahl der Durchmesser
  • 3 - 6 mm 75%
  • 6 - 9 mm 25%

Diese Werte sind Richtwerte, in der Praxis zeigt sich, das die Bienen und Wespen auch auf größere Durchmesser ausweichen, wenn kleinere Nistmöglichkeiten nicht vorhanden sind. Die Durchmesser von 3 bis 6mm sollten in jeden Fall dominieren, das in diesem Bereich immer ein Engpass besteht. Da das bohren von 2mm nur mit speziellen Bohrern möglich ist und die Insekten auch auf 3mm ausweichen spielt das Bohren von 2mm Durchmesser nur eine untergeordnete Rolle. Lochdurchmesser von 10mm oder sogar größere Durchmesser werden hingegen kaum bzw. über 10mm gar nicht von Wildbienen angenommen. Sie dienen höchstens als nächtlicher Ruheplatz für andere Insekten.


Lochlänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gangtiefe richtet sich aus rein praktischen Gründen bei dem Bau von künstlichen Nistmöglichkeiten an den vorhandenen Werkzeugen. Wird ein Hartholzblock zum Nistplatz verarbeitet können die Tiefen der vorhanden Bohrer genommen werden. Wichtig ist das die Löcher nicht durch gebohrt werden und sollte in den Bereich von 8 bis 10cm liegen. Diese Längen haben sich bei den qualitativ hochwertigen (nicht Baumarktangebote) Nistmöglichkeiten aus Holz, Ton oder als Pappröhrchen durchgesetzt.

Hat der Hartholzblock einen größeres Maß können auch die andere Seitenflächen bearbeitet werden, wenn sich die Bohrungen nicht kreuzen.

Werden Nistbretter gefräst, können diese Gänge zwar bis zu einer Länge von 20-25 cm haben, allerdings zeigen Versuche das hier die optimale Länge ca 15cm beträgt. Somit sind professionelle Nistbrettern mit einem Seitenmaß von 16x16cm bei einer Hohe von ca 18mm im Markt weit verbreitet.

Wildbienen benutzen selbst kleinste Löcher, als Beispiel kann hier auch die Bohrlöcher eines Ikearegal genannt werden, um ihre Nachkommen eine Nistmöglichkeit zu geben. Wobei sich bei einigen Wildbienenarten, wie der Mauerbiene oder der Blattschneiderbiene das Verhältnis der Geschlechter zu Gunsten der Weibchen ändern je tiefer der Gang ist.

Lage der Nistmöglichkeiten zu den Nahrungspflanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parasiten und Schimmelbefall an einem Nistbrett. Neben den Kokons in der oberen Reihe, die mittlere mit Pilsbefall und die untere mit Parasiten

Wildbienen legen verschiedene Flugdistanzen zwischen der Nistmöglichkeit und den Nahrungspflanzen zurück. Es wurden bei verschiedenen Studien Flugdistanzen zwischen 150m bis zu 2km dabei festgestellt. Dabei fliegen große Wildbienenarten in der Regel größere Distanzen als kleinere Arten. Der Großteil der verschiedenen Wildbienenarten fliegt allerdings maximal 300m bis bzw. 1.500m.

Allerdings bedeute eine weite Entfernung einen höheren Energieaufwand und längeren Zeitaufwand für die Nistpflege was gleichzeitig die Anzahl der Brutzellen verkleinert. Auch bedeutet die längere Abwesenheit der Bienen zur Brutplatz die Möglichkeit von Parasiten mehr eigenen Eier zu platzieren. Der Befall durch Parasiten kann dadurch den Bestand stark dezimieren. Auch versuchen die Wildbienen größere Entfernungen und den damit verbundenen höheren energetischen Mehraufwand durch geringere Pollenmenge in den Brutzellen zu kompensieren. Das wirkt sich wiederum auf die Überlebensrate der Larven aus. Liegt die Flugdistanz nur um 150m weiter weg, sinkt die Anzahl der Brutzellen auf 75% und diese wurden zu 70% parasitiert.

Wie stark sich die Flugdistanz auswirkt zweigte auch eine Studie mit Luzerne Blattschneiderbienen (Megachile rotundata). In dem Käfigversuchen zeigte sich, das bei Nahrungsquellen in direkter Umgebung die Anzahl der Brutzellen verdoppelt bzw. sogar teilweise verdreifachte werden konnten, wenn man die Brutzellenanzahl im Freiland unter normalen Bedingungen als Vergleich nimmt.

Im Idealfall sollte zwischen den aufgestellten Nisthilfe und den Nahrungspflanzen nicht mehr als 200 bis 300m betragen. Wichtig bei der Bereitstellung von Nahrungspflanzen ist die kontinuierliche und artenreiche Auswahl an Blütenpflanzen während der ganzen Vegetationsperiode.[1]

leere Schneckenhäuser als Nistmöglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige wenige Arten der Mauerbienen, als Beispiel Osmia andrenoides, Osmia aurulenta und Osmia bicolor genannt benutzen leere Schneckenhäuser. Allerdings benötigt jedes dieser verschiedenen Mauerbienenarten spezielle Rahmenbedingungen, es macht daher keinen Sinn leere Schneckenhäuser zu sammeln und sie in einem Fach des vorhandenen Nistkasten zu legen.

Die leeren Schneckenhäuser müssen frei beweglich auf dem Boden liegen, weil die Wildbiene das Schneckenhaus in die für sie geeignete Lage dreht. Dabei kann es sehr lange dauern bis die Wildbiene mit der Position zufrieden ist. Auch der Untergrund ist speziell, bevorzugen einige Arten sandigen oder feuchten Humus als Untergrund, so bevorzugen wiederum andere versteckte Schneckenhäuser im Gras, Gestrüpp oder Hecken.

Die Osmia bicolor zum Beispiel nutzte leere Häuser von Schnirkelschnecken oder Weinbergschnecken die im einem Steingarten, am besten unter hohlaufliegenden Steinen verteilt sind. Allerdings nur in kalkreichen Regionen, in dem die Osmia bicolor natürlicherweise vorkommt.

Hartholz als Nistmöglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ein alter Holzbalken als Nistmöglichkeit
ein vom Fachhandel angebotener Nistblock

Folgende Harthölzer eignen sich für die Verwendung als Nistblöcke. Wichtig ist die Darrdichte von über 550g/m3 bzw. 0,55g/cm3 bei einer Feuchtigkeit von 0%

  • Pflaume (750)
  • Apfel (730)
  • Heinbuche (720)
  • Birne (680)
  • Eiche (660)
  • Kastanie (650)
  • Esche (640)
  • Birke (640)
  • Hasel (610)
  • Ahorn (600)

Wobei Esche durch ihre geringe Rissbildung besonders gut geeignet ist.

weiter Eigenschaften
  • Das Holz sollte mindestens zwei Jahre abgelagert und sorgfältig getrocknet sein.
  • Auch alte Dachstuhlbalken können aufgearbeitet werden.
  • Mindestmaße der Tiefe von 10cm für die Bohrtiefe sollte eingehalten werden, die Breite und Länge ist beliebig.
  • Die Holzblöcke müssen unbehandelt sein, dürfe nicht kesseldruckimprägniert, noch geölt oder mit Holzschutzmitteln behandelt sein.
Dachüberstand

Zu beachten ist außerdem, das der Holzblock vor Witterungseinflüsse geschützt wird, dabei spiel die Beschaffenheit des Schutzes, ob nun ein Wellblech, Dachschindeln oder auch alte Radkappen als Dach genutzt wird keine Rolle. Wichtig ist das kein Regen, oder auch Spritzwasser die Bohrlöcher und damit die Nistverschlüße benetzten und aufweichen kann. Damit wird auch eine Verpilzung vorgebeugt.

Nicht geeignet sind alle Nadelhölzer, da die Harz- und die Splitterbildug die Insekten gefährdet bzw. töten.

Hohle Pflanzenstängel als Nistmöglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schilf und Pappröhrchen in einer alten Mandantenkreise und mit Kleintierdraht gesichert

In der Natur suchen sich die Wildbienen verschiedenste Pflanzenstängel, beim Bau eines Insektenhotels können ebenfalls viele verschiedene Pflanzenstängel ihre Anwendung finden. Wichtig ist auch hier, das die Durchmesser von 2 bis 9mm gewählt werden, das die Stängel einen Abschluss und eine Länge von ca. 7cm bis 20cn haben.

Bambus ist eines der unkompliziertesten Möglichkeiten, da die Stängel sehr hart sind und beim sägen nicht zum splittern neigen. Durch den Knoten bildet sich automatisch ein Abschluss, so das die Röhrchen nur auf die gewünschte Länge gekürzt werden müssen. Fressfeinde wie Vögel oder andere Insekten, die ihre Larven als Parasiten in die Brutkammern legen wollen, habe durch die Härte der Stängel kaum eine Chance.

Schilfrohr /matten, Stroh (besonders geeignet ist Roggenstroh), japanischer Knöterich oder andere Pflanzenstängel sind wesentlich weicher und benötigen daher mehr Sorgfalt. Hier zweigt es sich, das die Problematik im schneiden liegt. Zerquetschte oder ausgefranste Halme werden nicht besiedelt und gefährden die Insekten. Feine Band- oder Dekupiersägen sowie sehr scharfe Gartenschären können hier zum Erfolg führen.

Wichtig ist auch hier der Wetterschutz, ob nun ein Holzgestell oder eine Blechdose, die Möglichkeiten sind vielfältig, wichtig ist das die Halme mit Gips, Spachtelmasse oder Wachs fixiert werden und mit Vogeldraht gegen Fressfeinde gesichert werden.

Pappröhrchen als Nistmöglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Möglichkeit zum Bau von Nisthilfe für Insekten bieten Pappröhrchen aus Altpapier. Diese Pappröhrchen wurden speziell für diesen Zweck entwickelt. Auf dem Markt gibt es verschiedene Variationen, unbehandelte oder mit Paraffin imprägniert in den Durchmessern von 4, 5, 6, 7, 8 und 9mm sowie Längen zwischen 7 und 15cm. Wichtig ist auch hier, da die Röhrchen auf beiden Seiten offen sind, das sie einen Abschluss bekommen, dies kann durch eine glatte Oberfläche oder aber durch die Fixierung mit Ton, Gips oder Wachs erfolgen. Vögel können versuchen diese Röhrchen aus der Nistmöglichkeit zu ziehen, daher ist hier ebenfalls eine Sperre angebracht. In der Regel werden die Röhrchen in kurzer Zeit sehr gut angenommen, so das schon in der ersten Saison spätestens in der zweiten Saison vollständig besetzt sind. Ist dies nicht der Fall, gibt es störende Faktoren wie die Platzwahl, ein fehlender Abschluss oder ausreichende andere Nistmöglichkeiten.

Strangfalzziegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Möglichkeit Nistplätze zu schaffen sind Strangfalzziegel. Diese Dachziegel aus gebrannten Ton haben eine ebenen oder gewölbte Form und haben röhrenförmigen Hohlkammern, die beidseitig in einem runden Loch nach außen münden. Der Durchmesser dieser 10 Gänge beträgt ca 6 bis 8mm und sind somit besonders für die Rostrote Mauerbiene sowie die Gehörnte Mauerbiene geeignet. Auch die Natterkopf-Mauerbiene sowie verschiedene Blattschneiderbienen beziehen diese Nistmöglichkeit. Da die Dachziegel ebenfalls an beiden Seiten offen ist, sollte die abgewandte Seite mit Gips, Wachs oder Mörtel verschlossen werden. Da die Ziegel mit ca 40cm sehr lang sind, die Mauerbienen aber diese Länge nicht in der vollen Länge annehmen, es wird vermutet, das sie bei ca. 25-30cm nicht genug Helligkeit haben und daher dort eine Wand einbauen, sollten die Ziegel mit einem Trennschleifer halbiert und die Löcher entgraten werden.

Insektennisthilfe aus gebrannten Ton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insektenhotel aus Backstein

1998 entwickelte der Diplombiologe Volker Fockenberg seine erste Insektennisthilfe aus gebrannten Ton und nannte sie Hotel zur Wilden Biene. diese Nisthilfe hatte 180 Nistgänge mit den Durchmessern von 2-11mm. Aus diesem ersten Produkt entwickelte sich der Bienenstein mit über 331 Nistgängen. Geht man von vier Brutzellen pro Nistgang und einer Vollbelegung aus, so hätten über 1300 Insekten auf sehr kleinen Raum die Möglichkeit zur Entwicklung.

Die Produktion dieser Steine erfolgt nach einem über 300 Jahre alten Vorbild in einer Ziegel-Trockenscheune, da die behutsame und langsame Trocknung Trocknungsrisse verhindert, die die Brut der Insekten vernichten würde. Die sehr aufwendig Herstellung und eine Brenntemperatur von ca. 996°C bewirkt einen offenporigen und antmungsativen Ton der die Verpilzung der Brutkammern verhindert und somit eine sehr langlebige Nisthilfe bildet. Der gebrannte Ton verwittert nicht und bietet selbst den Specht, der eine Gefahr für viele Insektenhotels darstellt, ein unüberwindbares Hindernis.

Im laufe der letzten Jahre habe sich einige Töpferinnen der Idee ebenfalls angenommen und bieten eine Kollektion aus verschieden gestalteten Tonfiguren und Tonobjekten an.

Beobachtungsnistkästen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Handel gibt es zur Beobachtung verschiedene Beobachtungsnistkästen, da die Entwicklung von dem Einbringen der Pollen über die Eiablage, die Entwicklung der Lave bis zur Verpuppung und Schlupf ja in einer dunklen verschlossenen Kammer stattfindet. Versuche des Biologen Fritz Brechtel habe 1986 gezeigt, das nur atmungsaktive Beobachtungsnistplätzen verwendet werden sollten, da bei Plastikröhrchen durch fehlenden Luftaustausch eine Mortalitätsrate bei der Natterkopf-Mauerbiene bei gut 14% bei der Gewöhnlichen Maskebenbiene aber bei über 93 % durch Schimmelbildung beträgt. Auch wenn bei der gewöhnlichen Mauerbiene, durch den Lehmverschluss ein leichter Gasaustauch stattfindet, sollte darauf verzichtet werden. Bewährt habe sich auf zum Beispiel Nistbretter, die nur auf einer Seite mit einer Plastikfolie oder Ayryglasplatte und einer beweglichen Abdeckplatte versehen sind. Das Hartholz oder auch die MDF Platten ermöglicht auf den restlichen drei Seiten den Gasaustausch und die Entwicklung wird nicht gestört.

Nistbretter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen Ländern werden Wildbienen gezielt bei der Bestäubung von Obstplantagen eingesetzt. In Japan werden zum Beispiel über 75% der Anbauflächen von Mauerbienen bestäubt. Durch die Varroamilbe und fehlenden Imker wird auch in Europa verstärkt auf die Rostrote Mauerbiene als Bestäuberin gesetzt. Hierbei werden in Holzfaserplatten Nistgänge mit 8mm gefräst und per Spanngurt zu einem Block zusammengepresst. Im Herbst werden diese Blöcke wieder vereinzelt und die Kokons aus den Nistgängen entfernt, gereinigt und kühl gelagert. Die Bretter werden ebenfalls von Milben und Nistresten gereinigt. Kurz vor der Obstblüte werden die Kokons und Nistblöcke wieder in den Plantagen in Unterständen platziert. Dabei hast sich gezeigt das die Rostrote Mauerbiene die licht abgewandt angebotenen Nistmöglichkeiten bevorzugt.

Pflege der Insektenhotels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Angebotene Nistmöglichkeiten verlieren mit der Zeit ihre Attraktivität, da je nach Insektenart benutzte Röhrchen nicht mehr angenommen werden oder aber, was die größere Wahrscheinlichkeit darstellt, die Brut in den Rohrchen verendet ist. Zwar kämpfen sich die Insekten auch durch besetzte Nistkammern, aber es werden, bis auf eine Ausnahme, keine geschlossenen Nistkammern im rückwertigen Teil geöffnet zum sie neu zu belegen.

Bereits Ende August ist die Entwicklung der Mauerbiene angeschlossen, sie warten in Tarsen auf den nächsten Frühling und werden durch Bewegungen der Nistmöglichkeit, bzw selbst das berühren und reinigen der Kokons nicht nachhaltig gestört. So ist es möglich Nistbretter zu reinigen um die abgestorbenen Larven zu entfernen, den Gang zu säubern und so für die nächste Periode wieder saubere Gänge anbieten zu können. Bei Nistmöglichkeiten aus Pappröhrchen, Bambus Hartholz oder Ton besteht die Möglichkeit im Herbst geschlossene Gänge mit ungiftiger Farbe zu markieren. Ist diese Maskierung im nächsten Herbst immer noch vorhanden, ist kein Leben mir in diesem Strang. Die Reinigung mit einem kleinen Bohrer, gefolgt von Flaschenbürste oder Pfeifenreiniger biete so die Möglichkeit vorhandene Nistmöglichkeiten attraktiver zu machen. Diese Möglichkeit bietet sich aber nur wenn die Nisthilfe gegen .Vögel geschützt ist. Vögel und nicht nur Spechte versuchen an das Innere der Gänge zu kommen und zerstören so die erste Verschluss. Somit ist nicht gewährleistet das eine geöffnete Röhrchen unbelegt ist, es kann sich dahinter sowohl lebende als auch abgestorbene Brut befinden. Daher ist eine weitere und sichere Methode zur Wartung von Nisthilfen, sie für eine Brutseason nicht anzubieten. Sie zum Beispiel in der Nähe der verbleibenden Nistmöglichkeiten, es sollte immer nur ein kleiner Teil abzogen werden um den Bestand nicht zu gefährden, in eine dunklere Umgebung mit einem Ausgang zum entfliegen zu stellen, oder sie abzudecken um sie unattraktiv zu machen. Kein Bewohner einer Nisthilfe bleibt länger als eine Season dort. Schilf und Knöterich sind zu fein um sie mechanisch reinigen zu können.

Allgemeine Belegung der Röhrchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im allgemeinen werden die Gänge immer gleich belegt, am tiefsten im Gang sind die Weibchen, dann folgen die Männchen, den Abschluss bildet eine verschieden große Leerkammer um Fressfeinde abzuhalten, das können Vögel aber auch Insekten mit langen Stacheln zur parasitären Eiablage sein

Markhaltige Pflanzenstängel als Nisthilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

markhaltige Pflanzenstängel mit Kabelbinder an Leisten gespannt

Einige Wildbienenarten benutzen keine vorhanden Hohlräume, verlassene Käferfräßgänge, abgeknickte Schilfhalme mit Hohlkammern oder auch alte Niströhren anderer Wildbienen, sondern nagen ihrer Brutgänge jedes Mal neu. Sie besiedeln dabei Stängel die senkrecht oder schräg stehen und bei dem das Pflanzenmark frei liegt. Dieser meist weiße Mark besteht aus abgestorbenen mit Luft gefüllten Zellen und ist für die Bienen sehr einfach zu bearbeiten. Denn bis auf die Dreizahn-Mauerbiene sind die Bienen nicht in der Lage Löcher in härteren Materialien zu nagen. Da in der Natur keine Häufung vom senkrechten abgebrochenen Stängel vorkommt werden gebündelte Stängel nicht angenommen sondern nur wenn sie einzeln stehen.

Jeder markhaltige Pflanzenhalm kann dabei verwenden werden, die einfachste Methode ist z.B. getrocknete Pflanzenstängel der markhaltigen Arten wie eine abgeblühte Königskerze sehen zu lassen und sie auf einer Höhe von 50cm bis ca 2m zu beschneiden um das Mark frei zu setzten. Weitere Arten sind Beifuß, Diesteln, Heckenrosen, Himm- oder Brombeeren, Holunder oder auch Kletten oder Sonnenblumen können eine Nisthilfe sein. Wobei Brombeeren im Gegensatz zum Holunder besonders schnell besiedelt werden

Möchten man markhaltige Pflanzenstängel als künstliche Nisthilfen verwenden lohnt sich besonders der Einsatz von Brombeerstängel. Schneidet man ihn auf 50cm bis einem Meter Länge und hängt ihn einzeln auf, werden sie sogar von beiden Seiten besiedelt. Als Halterung können Zäune oder spannte Leisten oder Leinen dienen, direkt in der Erde gesteckte Stängel verrotten schnell und können die Brut zerstören.


Totholz als Nisthilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur sehr wenige Wildbienen nagen ihre Nistgänge selber, zu ihnen gehören die Blauschwarze Holzbiene, Wald-Pelzbiene, die Schwarzbäuchige Blattschneidebiene, die Garten-Blattschneidebiene sowie die solitärlebenden Wespen der Gattung Symmophus. Wenn dann bevorzugen sie schon leicht morsches aber noch relativ festes Holz. Dabei spielt fast nur weißfaulendes Holz von Laubbäumen eine Rolle. Pilze bauen bei der Weißfäule die drei Komponenten des Holzes ab. Diese drei Komponenten Zellulose, Lignin und Hemizelluose zersetzten sich nur bei den Laubbäume in der Reinfolge, das zum Schluss wie weiße Zellulose vorherrscht. Daher der Name Weißfäule. Nadelbäume mit der Braunfäule ist nicht geeignet, da das Holz brüchiger ist und schnell verfällt.

Totholz ist aber nicht nur für Wildbienen eine große Bereicherung, für viele Insekten ist es ein unschätzbarer Lebensraum, daher sollte angestrebt werden tote oder sterbende Bäume, die keine Gefahr für die Umgebung darstellen, am Ort zu belassen bzw zumindest ein längeres Stück des Stammes stehen zu lassen. Künstliche Nisthilfen für Totholzbewohner sollten unteranderem aus den Laubhölzerarten Esche, Eiche, Ahorn, Papeln und Weiden sowie aus allen Obstbaumarten bestehen. Im Gegensatz zu anderen Nisthilfen in dem die Gänge ca 10 bis 15 cm lang sein sollten, können die Gänge im Totholz über 30cm Länge betragen. Daher macht es Sinn lange Stämme, dicke Äste, Balken aber auch Holzklötze zu verwenden. dabei spielt es keine Rolle ob sie lose aufgeschichtet, Beet oder Wegeinfassung oder als Hochbeetumrandung verwendet werden. Wichtig ist dabei, dass das Holz einen Schutz vor direktem Wassereinfluss bekommt. Die Stämme sollten auf feuchten festen Boden durch Steine, Kiese, Gehwegplatten o.ä. vor den schnellen verfaulen geschützt werden. Ein kleines Dach aus den verschiedensten Materialen schützt ebenfalls deutlich vor dem schnelleren Verfall.

Schmetterlingskasten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Handel angebotenen Insektenhotels haben oft ein Fach als Schmetterlingsüberwinterungsquartier oder werden als eigenständiger Schmetterlingskasten angeboten. Es handelt sich dabei um einen geschlossenen kleinen Kasten mit einem senkrechten ovalen Loch/Schlitz in der Mitte. Diese angeboten Überwinterungsmöglichkeiten werden nicht von Schmetterlingen angenommen, da nur 6, der ca. 180 Tagfalterarten als Schmetterlinge überwintern.

Diese Arten (Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Zitronenfalter, C-Falter, Trauermantel und der Große Fuchs) fingen genügend gut geschützte Stellen zum Überwintern. Es sind Höhlen, hohle Bäume oder in der Nähe der Menschen Scheunen, Garagen, auf Speichern, Unterständen und Überständen.

Der drastische Rückgang der Schmetterlinge liegt nach Aussage vieler Fachbiologen nicht an den fehlenden Überwinterungsmöglichkeiten für die Falter oder Raupen, sondern am Fehlen der Futterpflanzen und Lebensräume besonders für die Raupen und später der Schmetterlinge. [2]

der Boden als Nisthilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über 75% der Wildbienen und viele Wespenarten nisten in Steilwänden, Abbrüchen oder im Erdboden. In der Nähe der Menschen sind es besonders unbefestigte Wege, Trampelpfade oder Parkplätze die nicht durch Steine verdichtet sind. Die Beschaffenheit von guten Nistplätzen sind lockere magere Böden, in dem keine Humusschicht die schnelle Bildung von begründen Flächen begünstigt

Größere Zwischenräume der Fugen zwischen Pflastersteinwege im Sandbett, Hügel aus Rohboden, ungewaschenen Sand oder sandigen Lehm mit einer Drainage aus Ziegenbruch, Schotter oder Kies um nach einem Regenschauer das zügige Abtrocknen der Flächen oder Hügel zu gewährleisten, da sonst die Brut vernichtet wird. Mit Totholz umfasste Sandkästen oder Beete bei dem der Boden bis zu einer Tiefe von 30-50cm ausgetauscht wird, damit keine Pflanzenwurzeln neu aus schießen können. Auch Hochbeete können so angelegt werden, selbst mit Sand gefüllte Blumenkästen und Kübel werden von Bienen und solitären Wespen wenn ein Abfluss gewährleistet ist, angenommen.


[2]


Umgestürzter Baum
Umgestürzter Baum

Steilwand als Nisthilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehmwand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trockenmauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steingarten

Steinwand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht geeignet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Porenbetonsteine
    • beschmiert mit festen Lehm
  • Lehmflechtwand

Parasiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

besseres Bild
Die Eier der Fliege
Fliege

Blumen für Insekten (anderen Namen finden)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nisthilfe für Insekten machen nur Sinn wenn auch genutz Futterpflanzen in der Nähe zur Verfühung stehen


In vielen Insektenhotels wird ein Fach als Schmetterlingsüberwinterungsquatier oder als eigenständiges Schmetterlingskasten angeboten. Es handelt sich dabei um ein geschlossenen kleine´n Kasten mit einem senkrechten ovalen Loch oder Schlitz in der Mitte.

Von den gut 180 Tagfalterarten überwintern in Deutschland nur ca 3%. Diese Angebote werden nicht von Schmetterlingen angenommen, da diese 6 Arten; Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Zitronenfalter, C-Falter, Trauermantel und der Große Fuchs genügen gut geschützte Stellen zum Überwintern finden. Sei es jetzt Höhlen, hohle Bäume oder in der Nähe der Menschen in Scheunen, Garagen, auf Speichern, Unterständen und Überstände.

Der drastische Rückgang der Schmetterlinge liegt nach Aussage vieler Fachbiologen nicht an den fehlenden Überwinterungsmöglichkeiten für die Falter oder Raupen, sondern an das Fehlen der Futterpflanzen und Lebensräume besonders für die Raupen und später der Schmetterlinge. [2]

Bilder 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David, Werner, 1959-: Fertig zum Einzug: Nisthilfen für Wildbienen Leitfaden für Bau und Praxis - so gelingt's. pala Verlag, Darmstadt 2016, ISBN 978-3-89566-358-1 (worldcat.org).
  2. a b c David, Werner, 1959-: Fertig zum Einzug: Nisthilfen für Wildbienen Leitfaden für Bau und Praxis - so gelingt's. pala Verlag, Darmstadt 2016, ISBN 978-3-89566-358-1.