Benutzer:Ralf Roletschek/kommerzielle Bilder

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Um Mißverständnissen vorzubeugen: auch wenn diese Seite in der „Ich“- Form gehalten ist, soll sie die potentielle Denkweise kommerzieller Fotografen ausdrücken. Ich bin kein kommerzieller Fotograf und verdiene mein Geld nicht mit Fotografie.

Das Bearbeiten dieser Seite durch Jedermann ist ausdrücklich erwünscht --Ralf 01:03, 4. Okt 2006 (CEST)


Warum sollte ein professioneller Fotograf seine Bilder der Wikipedia spenden?
Prinzipiell widerspricht das der Logik, denn der Fotograf möchte ja seine Bilder verkaufen und nicht verschenken. Das Prinzip der Wikipedia eröffnet aber ganz neue Möglichkeiten!

Unter Beachtung einiger grundlegender Regeln ist es -ohne die Verletzung von bestehenden Regeln- möglich, dass sowohl die Wikipedia als auch der Fotograf gewinnt!
Die Wikipedia erhält professionelle Aufnahmen, der Fotograf erhält Anfragen von bisher nicht erreichten Kunden.

Selbstverständlich ist es nicht immer notwendig, sämtliche im Folgenden unterbreiteten Vorschläge voll umzusetzen. In der Regel sind „selektive Maßnahmen“ völlig ausreichend. „Das volle Programm“ gewährt jedoch eine mehrfache Sicherheit.

Meine Motivation als Fotograf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ich möchte Bilder für die Wikipedia zur Verfügung stellen.
  • Ich mag aber nicht, wenn nur andere Leute mit meinen Bildern Geld verdienen, weil auch ich damit meinen Lebensunterhalt bestreiten muss.
  • Ich freue mich als professioneller Fotograf, wenn kommerzielle Nutzer auf mich aufmerksam werden, nicht zuletzt auf Grund der hohen Einstufung von Wikipedia bei den gängigen Suchmaschinen.

Mein Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ich wähle eine freie Lizenz, die das Konzept kommerzieller Contentlieferanten durchkreuzt.
  2. Ich wähle unter den freien Lizenzen diejenige, welche die Hürden für kommerzielle Nutzer besonders hochschraubt.
  3. In das Feld „Lizenzgeber“ setze ich einen plakativen Namen: Meine E-Mailadresse in der Domain meiner Firma.
  4. Meine Bilder lade ich in einer Auflösung hoch, die für Onlineartikel ausreicht, nicht jedoch für Offsetdruck.
  5. Ich freue mich, dass die Wikipedia bei Google und anderen Suchmaschinen immer weit oben rangiert und dadurch meine in Artikeln eingebundene Bilder von vielen Leuten gesehen werden, so auch von meinen potentiellen Kunden.
  6. Ich warte auf Anfragen zur kostenpflichtigen Zweitlizensierung.
  7. Zweitlizensierungen erteile ich, da die für die Wikipedia gewählte freie Lizenz nicht exklusiv ist.

Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Übernahme von Inhalten, die unter GNU Free Documentation License stehen, bringt für kommerzielle Anbieter kostenpflichtiger Publikationen zwei erhebliche Probleme:
    1. Die Verlage müssen ihre Leser darauf hinweisen, dass es freie Inhalte gibt, und ihre Publikation mit Text verlinken/erweitern, die beim Leser erhebliche Verwirrung auslösen könnte.
    2. Da die Verlage die übernommenen GFDL-Inhalte „unter gleichen Bedingungen“ weitergeben müssen, gestatten Sie jedem Leser/Käufer, einen Teil der Publikation kopieren und weiterverteilen zu dürfen. Und das müssen sie sogar noch explizit dazuschreiben!
  2. Die GFDL (v1.2 von 2002) verlangt, dass ein Nachnutzer (unter anderem) für jedes Objekt (Bild) folgende Punkte einhält:
    1. Den Lizenzgeber namentlich nennt (z.B. E-Mail-Adresse, dadurch Namen und Firmennamen, siehe Punkt 3)
    2. Die GFDL namentlich erwähnt
    3. Den GFDL-Text direkt zur Verfügung stellt
      1. Bei Online-Medien ist eine lokale Kopie der GFDL vorzuhalten Link zum GFDL-Text
      2. Bei Printmedien durch Beilegen eines vollständig ausgedruckten GFDL-Textes (z.B. Gequetscht auf eine A4-Seite)
  3. Als Lizenzgeber sind Pseudonyme zugelassen. Wenn dort eine E-Mail-Adresse nach dem Muster Künsterlname@Firma (z.B. Selmbach@Ropafoto.de) angegeben wird, wird diese ggf. prominent genannt. (Eine Nennung nur „ropafoto.de“ oder „Selmbach“ wäre nicht lizenkonform ausreichend.)
  4. Bilder können in der Auflösung 640x480 hochgeladen werden. Wenn sie klein genug sind, erkennt man alles Wesentliche, die Bilder sind aber nicht für Offsetdruck brauchbar. Das veranlasst potentielle Nachnutzer, nach einer besseren Version des Bildes zu fragen.
  5. In die Bildbeschreibung im Kommentarfeld auch den Hinweis unterbringen, dass höher aufgelöste Versionen auf Anfrage erhältlich sind und ggf. auch Zweitlizensierungen unter abweichenden Bedingungen erteilt werden.
  6. Da die Auflagen der GFDL Verlagen mehrheitlich Kopfschmerzen bereiten, werden sie, wenn sie in der Wikipedia auf für sie interessante Bilder stoßen, eine Zweitlizensierung anstreben. Daher auf jeden Fall beim Hochladen eine dauerhaft (für Jahre!) erreichbare E-Mail-Adresse angeben. Ohne Erreichbarkeit keine Kontaktaufnahme zur Zweitlizensierung!
    Telefonnummern, Handynummern oder Wohnanschriften sind daher nicht unbedingt eine gute Idee! Dann lieber einen Link zur eigenen Webpräsenz. Nur dann darauf achten, dass die Domain nicht „versehentlich“ verloren geht.
  7. kommerzielle Zweitlizensierungen der eigenen Werke sind problemlos möglich, da die freien Lizenzen nicht verlangen, exklusiv zu sein. Ein Bild, welches vom Fotografen unter GFDL gestellt wurde, kann später vom gleichen Fotografen zusätzlich gegen Honorar an Verlage zum Abdruck freigegeben werden.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

so hochladen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

{{Überarbeiten}} fehlt noch

Lizenzkonforme Weiternutzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie sieht es aus, wenn Wikipedia-Inhalte lizenzkonform von Dritten weitergenutzt werden? Welcher kommerzielle Anbieter wird an jedem Bild neben dem Namen des Rechteinhabers auch noch „Links nach draußen“ zur Versionsgeschichte setzen wollen?

Verhaltensweisen bei Nicht-Lizenzkonformer Weiternutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn eigene Bilder lizenzwidrig von anderen genutzt werden, dann werden solche Verstöße bei Entdeckung in Weiternutzung/Mängel gemeldet. Es hat sich in solchen Fällen ein Musterschreiben bewährt, was gemeinsam mit einer Honorarrechnung verschickt werden kann.

Als Berechnungsgrundlage für Honorarforderung können die Hinweise der „Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing“ (MFM) (Stand 2006) dienen, die insbesondere anführt:

  • „Unterlassener Bildquellennachweis: plus 100 % (bestätigt durch Rechtsprechung, z.B. LG Hamburg vom 20.11.87, Az. 74 0 68/78, LG München I vim 23.4.91, Az. 210 6247/89).“
  • „Vertragsstrafe bei nicht genehmigter Nutzung: das fünffache Honorar, sofern eine solche Klausel in den AGB des Bildanbieters enthalten ist (OLG Ffm Az. 11U 49/96(I/1), OLG Celle Az. 13U 81/96 + 13U 139/96).“

Contra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Welche Risiken und Schwierigkeiten ergeben sich?

  • auch geringfügige Lizenzverstöße müssen verfolgt werden
    • Beispiel: GFDL erwähnt, GFDL verlinkt und Wikipedia-Link vorhanden, jedoch keine explizite Namensnennung des Rechteinhabers.
  • Auch wenn Lizenzverstöße von anderen Wikipedianern gemeldet werden, so muss jeder Autor seine Autorenrechte selbst verfolgen, da nur er juristisch dazu befugt ist. („Die Wikipedia“ kann keiner Zeitung bei lizenzwidriger Nutzung Unterlassungserklärungen zukommen lassen oder gar diese verklagen. Das würde unter „Besorgung fremder Rechtsgeschäfte“ fallen.)
  • die GFDL könnte seitens der FreeSoftwareFoundation gelockert werden, dass die Pflicht zur Beilage der GFDL bei Printpublikationen entfällt, z.B. bei geringfügiger Nutzung. (wie auch immer diese spezifiziert wird)
  • die Inhalte der Wikipedia können 1:1 (mit Angabe der Lizenz) auf fremde Webseiten übernommen werden, mit der Übernahme wird aber nicht der Bildurheber gespeichert, sondern nur der Bildinhalt (der Urheber scheint nur in der Bildbeschreibung auf, wenn man das Bild anklickt), was zu einer „Abmahnfalle“ führen kann. Die Inhalte werden in Treu und Glauben nach der Verkehrssitte übernommen, eine Abmahnung wäre sittenwidrig. Für einen resultierenden Schadensersatz müsste der Abgemahnte grundsätzlich überhaupt die Absicht gehabt haben, dem Abmahnenden einen Schaden (jede unfreiwillige Einbuße an materiellen und immateriellen Gütern und Interessen) zuzufügen. Das OLG Nürnberg hat in seinem Urteil vom 3. Dezember 2013 · Az. 3 U 348/13 eine sittenwidrige Schädigung für einen Fall angenommen, in dem der Abmahnende nur noch Abmahnungen aus einer Gewinnerzielungsabsicht heraus versendet.
  • Betreff fehlende Namensnennung bei nichtkommerzieller Nutzung: Mit dem Urteil vom 31. Oktober 2014 befand das OLG Köln[1]; LG Köln, Urteil vom 5. März 2014[2] dass der Wert der nichtkommerziellen Nutzung eines unter der CC BY-NC 2.0 stehenden Bildes Null Euro betrage. Der Verstoß gegen die Pflicht zur Namensnennung bei nichtkommerzieller Nutzung führe nach deutschem Recht lediglich zu einem 100 % Aufschlag auf den Schadensersatz und „100 % von 0 sind immer noch 0“.

Was man vermeiden sollte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tunlichst unterlassen werden sollten Aktionen, die andere Wikipedia-Autoren vor den Kopf stoßen. Hier sei nochmals auf die Regeln der Wikiquette hingewiesen.

  • Die eigene Benutzerseite nicht als Reklametafel ausbauen! Das Verhältnis zwischen Wikipedia-bezogener Information und Information über die eigene Person/Firma sollte 2:1 (Wiki:Person) nicht übersteigen.
  • Verlinkung der eigenen Website nicht im Artikelnamensraum durchführen!
  • Respektieren, wenn andere Benutzer Bilder in bessere oder gleicher Qualität einstellen, insbesondere wenn diese keine kommerziellen Hintergedanken haben.
  • Die Veröffentlichung von Bildern (an sich gemeinfreier Gemälde) aus Museen und Ausstellungen bedürfen der Zustimmung der Institutionen[3]

cc-by-sa-nd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Lizenz wäre eine Möglichkeit, mehr Profis zu veranlassen, ihre Bilder zur Verfügung zu stellen. Logischerweise haben Firmen Bedenken, daß ihre Bilder verfälscht werden und dann noch ihr Name drunter steht. Diese Lizenz widerspricht allen bisherigen Gepflogenheiten, wurde aber in diversen Vorgesprächen als vorteilhaft angesehen.

Auch CC-by-nc-nd/3.0 kommt in Frage: Muster mit eigenen Erklärungszusätzen (Beispiel)

Gegenpositionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oberlandesgericht Köln, Aktenzeichen 6 U 60/14: MIR 2014, Dok. 121, http://miur.de/2656, [BeckRS 2014, 21041]
  2. Landgericht Köln, Aktenzeichen 28 O 232/13: [MMR 2014, 478].
  3. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bildrechte-Wikipedianer-unterliegt-vor-Gericht-gegen-Museum-3347391.html