Benutzer:Yoana Stefanova/Arbeitsseite (Yoana Stefanova)

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E-Estonia

Als „E-Estonia” wird neulich Estland anerkannt. Das „E-” in der frischen Bezeichnung von dem nördlichsten Staat des Baltikums steht für „elektronisch“. Das Land ist bereits einer der fortgeschrittensten Länder weltweit und eine führende Kraft im Bereich E-Government. Im Allgemeinen erbringt der EU-Mitgliedstaat neue und effizientere Wege öffentlicher Dienstleistungen.[1]

Geschichte der Digitalisierung in Estland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Estland arbeitet an die Entwicklung seiner elektronischen Behördendienste seit Mitte der 90er Jahre. Nicht lange nach der Erklärung der Unabhängigkeit von der Sowjetunion kommt das Land mit neuen digitalen Initiativen gut voran. Das Volk bietet der neu gewählten Regierung sein Vertrauen und diese orientiert sich dementsprechend auf die Digitalisierung. Das neulich unabhängige Land lehnte Finnlands Angebot für Hilfe ab und setzte sich mit den Reformen selbst auseinander. Der erste Schritt war eine bessere Weise Steuern durch Automatisierung zu erheben. Estland ist das erste Land, das eine Botschaft für Daten eröffnet hat. NATO eröffnete ihr Kompetenzzentrum für Cyber-Verteidigung in Tallinn. Das NATO-Kompetenzzentrum für kooperative Cyber-Verteidigung (CCDCOE) wurde 2008 eröffnet und umfasst die EU-Mitgliedstaaten und Australien.

IT-Kenntnisse werden ab dem Kindergarten vermittelt und IT-Kurse sind obligatorisch.[2]

Internet-Voting (I-Voting), bzw. Abstimmen über das Internet, ist eine der Möglichkeiten der politischen Wahlen in Estland. Im Jahr 2012 wurde ein Komitee eingerichtet, das für die Durchführung der Internet-Wahlen zuständig ist. Das I-Voting wurde bei bei den Kommunalwahlen von 2005 eingeführt, als mehr als neuntausend Wähler ihre Stimme übers Internet abgaben.[3]

Laut Arthur Mickoleit, Senior Principal Analyst bei Gartner, sind drei grundlegende Projekte für den Erfolg des Landes im digitalen Bereich verantwortlich: die Digitalisierung der Register öffentlicher Stellen zur Bereitstellung von Informationen, die zur Unterstützung elektronischer Dienste erforderlich sind; der Aufbau der X-Road-Plattform, die die Gesamtheit verschiedener im öffentlichen und privaten Sektor eingesetzter Datenbanken miteinander verbindet und den Informationsaustausch ermöglicht; die Möglichkeit für die Bürger, sicher auf Online-Dienste zuzugreifen, indem digitale Ausweise bereitgestellt und digitale Signaturen handschriftlichen Signaturen gleichgesetzt werden.

Das beste Beispiel für den Erfolg der Digitalisierung in dem baltischen Staat ist gerade das E-Residency-Programm, mit dem jeder auf der ganzen Welt einen von der Regierung ausgestellten digitalen Personalausweis und vollen Zugang zu den öffentlichen E-Services Estlands erhalten kann.[4]

E-Residency[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute gibt es in dem Land nur drei Dinge, die online noch nicht möglich sind - heiraten, sich scheiden lassen und Immobilien kaufen. Der Besitz von dem digitalen Personalausweis ist verpflichtend. Das einmalige Prinzip funktioniert in dem digitalen System, wobei die Daten, der Regierung nun einmal zur Verfügung gestellt werden sollen. Dann werden sie automatisch gespeichert. Die Einführung von neuen Diensten erfolgt auch ausschließlich digital. 97% der Gesundheitsinformationen von einer Person sind auch digitalisiert, wobei das Land Dienste wie E-Ambulanz anbieten kann. So werden die Person und ihren Aufenthaltsort bekannt gegeben, sobald sie die Notrufnummer 112 wählt.[2]

Prof. Robert Krimmer von der Universität Tallinn sprach auf dem Europa-Forum Wachau 2019 über die vielen Vorteilen in der von der Digitalisierung der Daten im Gesundheitswesen. Das Forum wurde von vielen Schülern und Studenten besucht, unter denen auch Publizistik-Studierende der Universität Wien, die somit die Möglichkeiten hatten, eine gute Vorstellung von dieser Entwicklung und deren Vorteilen zu erhalten. Das Hauptthema an dem ersten Tag der dreitägigen Veranstaltung war eben Technologie und Digitalisierung und Estland gilt als repräsentatives Beispiel dafür. Das Gesundheitssystem von dem Land erreichte schon einen Hochpunkt in seinem Fortschritt und zwar gehören die Daten einer Person ihr selbst und nicht des Staates. Voller Zugang zu den eigenen Daten ist mit 16 gesichert und der von Dritten soll gewährt werden.[5][6]

E-Residency basiert auf der estnischen X-Road-Middleware und ermöglicht den Zugriff auf viele der sicheren digitalen Dienste, die die estnischen Bürger täglich nutzen. Das zukunftsorientierte Land bietet E-Residency auch an Nicht-Bürgern.

Vorteile für Ausländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach sorgfältiger Überprüfung des Antragstellers kann den speziellen Ausweis bei einer der 38 estnischen Auslandsvertretungen oder den Dienststellen der estnischen Polizei und des Grenzschutzes abgeholt werden.[7] Zukünftige E-Bewohner müssen lediglich einen gültigen Reisepass vorlegen und ein Gebühr von 100€ zahlen, um die Karte zu bekommen, die ihre digitale Identität bestimmt.[8] Sie enthält einen Mikrochip mit zwei Sicherheitszertifikaten: eines für die Authentifizierung und eines für die digitale Signatur. So ist es auch für die Nicht-Bewohner des Staates möglich, dass sie Dokumente digital unterschreiben, die Echtheit von Dokumenten zu überprüfen und Dokumente sicher zu verschlüsseln und übertragen. Außerdem können sie das offizielle Portal eesti.ee benutzen, Unternehmen in Estland gründen, eine estnische Steuererklärung online einreichen und Bankkonten erstellen. Unternehmer können folglich ihre Firmen online gründen, an dem regionalen estnischen Markt tätig sein und ihre Aktivitäten aus der Ferne verwalten.[9]

Statistiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Estland liegt am Platz 5 der Top 10 UN-Mitgliedstaaten, die sich mit Online-Sicherheit engagieren. Die besten E-Government Strategien werden von der estnischen, so wie von der US-amerikanischen Regierung entwickelt und umgesetzt. Außerdem is Estland in den höchsten Rängen des E-Government Development Index der Vereinten Nationen (EDGI), denn die e-Residenten eine guten Zugang zu mehreren online-Vorteilen haben.[10] Das Land legt Wert auf digitale Lösungen, die Arbeitszeit sparen, wie z.B. ein API-Informationssystem, das die Effizienz des Business und einen sicheren Zugang zu Daten absichert.[11]

Heute wählen 46,7% der Bürger über das Internet.[12] 99% der öffentlichen Dienste sind rund um die Uhr online verfügbar, 30% der Esten nutzen Internet-Voting und das Land schätzt, dass durch die Minderung der Bürokratie 800 Jahre Arbeitszeit gespart wurden.[4] 85% der Schulen sind mit E-School verbunden.[2]

In Estland gibt es zum heutigen Datum 58, 572 registrierte E-Bürger aus 136 unterschiedlichen Ländern, ausgenommen Estlands, die meisten von denen wegen unternehmerischen Gründen sich für das e-Residency beworben haben.[13] Mehr als sechstausend Unternehmen wurden auf dieser Weise gegründet. [14]

Probleme und Lösungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In 2017 fand in Estland eine ID-Krise statt. Die Hardware hinter den Personalausweisen erwies sich als anfällig für Angriffe, was theoretisch zu Identitätsdiebstählen führen könnte. Damit die Regierung mit dem Problem zurechtkommen konnte, waren E-Residenten von verschiedenen E-Services abgeschaltet und sollten nach alternativen Methoden suchen. Die Zahl der estnischen Bürger, die das kostenlose Smart-ID Authentifzierungs-App nutzen, ist seitdem deutlich gewachsen. Das App braucht 2 PINs, die automatisch generiert oder von dem User selbst ausgewählt werden könnten. Der gesamte Prozess des Freischaltens beginnt dann, wenn eins eingegeben werden. Das PIN selbst ist jedoch in keinem Informationssystem in irgendeiner Form vorhanden. Selbst wenn das App oder der Server gehackt werden, kann kein Eindringen in den privaten PIN-Codes erfolgen.[15]

Zukünftige Perspektiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leiter des Projekts ist Taavi Kotka, ein Kanzler des Wirtschaftsministeriums und einer der Gründer von Skype, teilt mit, das bis 2025 wird es mit 10 Millionen e-Residenten gerechnet wird.[7] Es wird daran gearbeitet, dass künstliche Intelligenz (KI) im öffentlichen Sektor eingesetzt wird. Eins der Ziele ist, dass KI dafür verwendet wird, den Ärzten bei der Bestimmung von personalisierten Medikamenten zu helfen. Es wird noch geplant, dass bis 2020 ausschließlich digitales Unterrichtsmaterial bereitgestellt wird, mit der Ausnahme von kreativen Aufgaben.[2]

Es ist wichtig, Estland am Beispiel zu nehmen, wenn es um Technologisierung und Einbeziehung der Datenkultur in Bezug auf Innovation und Experimentieren geht. Jedoch wenn es um Umsetzung von technischen Lösungen geht, sind die Sachen sehr spezifisch und abhängig von den regionalen Umständen. Bei Estland hat ihre Umwandlung in E-Estonia wegen ihrer kleinen Größe so gut funktioniert.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. e-Estonia - estonia.eu. 25. Januar 2017, abgerufen am 30. August 2019.
  2. a b c d Asha Barbaschow: e-Estonia: What is all the fuss about? Abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  3. UN E-Government Survey 2018. S. 121, abgerufen am 29. August 2019.
  4. a b Nick Heath in CXO on February 19, 2019, 11:27 Am Pst: How Estonia became an e-government powerhouse. Abgerufen am 28. August 2019 (englisch).
  5. Eigene Mitschriften von einer Studentin der Publizistik an der Universität Wien, die das Forum im Rahmen einer Übung der historischen Kommunikationsforschung besucht hat.
  6. Robert Krimmer. Abgerufen am 31. August 2019 (deutsch).
  7. a b c Kalev Aasmae: Estonia's plan for anyone to be a citizen, digitally: Here's why thousands are signing up. Abgerufen am 28. August 2019 (englisch).
  8. e-Residency Benefits | Digital Nomad, Freelancer, Startup Company. In: e-Residency. Abgerufen am 2. September 2019 (amerikanisches Englisch).
  9. What is e-Residency | How to Start an EU Company Online. Abgerufen am 28. August 2019 (amerikanisches Englisch).
  10. UN E-Government Survey 2018. S. 70-74, 86, abgerufen am 29. August 2019.
  11. UN E-Government Survey 2018. S. 184, abgerufen am 28. August 2019.
  12. e-Estonia — We have built a digital society and so can you. Abgerufen am 29. August 2019 (amerikanisches Englisch).
  13. Dashboard. In: e-Residency. Abgerufen am 28. August 2019 (amerikanisches Englisch).
  14. Press and Media. In: e-Residency. Abgerufen am 28. August 2019 (amerikanisches Englisch).
  15. Kalev Aasmae: Security: After Estonia's ID-card train wreck this identity app is taking Baltics by storm. Abgerufen am 28. August 2019 (englisch).