Berchtesgadener Land (Tourismusregion)

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Der Watzmann mit Berchtesgaden im Vordergrund
Tourismusregion Berchtesgadener Land

Das Berchtesgadener Land ist eine Tourismusregion der amtlichen Tourismus-Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik, die den Landkreis Berchtesgadener Land umfasst.[1]

Die namensgleiche Kulturlandschaft Berchtesgadener Land stellt den südlichen Teil der Tourismusregion dar, ihr folgt in der Mitte der Bad Reichenhaller Raum, im Norden der südliche Teil des Rupertiwinkels.

Die Region verzeichnet jährlich 3,5 Mio. Übernachtungen, über 700.000 Gäste und verfügt über 28.000 Betten.[2] Die Marketingorganisation der gesamten Tourismusregion ist die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tourismusregion Berchtesgadener Land verfügt mit der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH über eine für die gesamte Region tätige Marketinggesellschaft. Sie hat für die gesamte Tourismusregion die Außenwerbung übernommen. Vorrangige Aufgabe der Marketinggesellschaft ist es neue Gäste für die Region zu gewinnen.[3] Ihr Sitz ist Berchtesgaden.

Die drei Teilregionen

betreuen die Gäste vor Ort und sind zuständig für die touristischen Einrichtungen. Ihre Organisationen Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, Kur- und Verkehrsverein Bad Reichenhall / Bayerisch Gmain und Erlebnisregion Berchtesgadener Land - Rupertiwinkel - e.V.[4] sind die drei Gesellschafter der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH und finanzieren und kontrollieren diese.

Die Gemeinden Ainring und Schneizlreuth gehören dem Erlebnisregion Berchtesgadener Land - Rupertiwinkel e.V. nicht mehr an und sind daher nicht mit organisiert. Sie werden aber in der amtlichen Tourismusstatistik mit unter dem Berchtesgadener Land erfasst.

Tourismusorte in der Region[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sämtliche 15 Gemeinden der Tourismusregion sind Prädikatskurorte. Mit dem Staatsbad Bad Reichenhall - Bayerisch Gmain verfügt das Berchtesgadener Land über das einzige Staatsbad in Oberbayern. Die fünf Gemeinden des Berchtesgadener Talkessels, Berchtesgaden, Schönau am Königssee, Ramsau, Bischofswiesen und Marktschellenberg sind alle Heilklimatische Kurorte und bilden das einzige zusammenhängende heilklimatische Kurgebiet in Deutschland, es umfasst mehr als 125 km² in einer Höhenlage von 480 m bis 2.713 m. Ainring und Piding sind Luftkurorte die übrigen Gemeinden sind Erholungsorte.

Die wichtigsten Tourismusorte des Berchtesgadener Landes sind:

  • Im Rupertiwinkel im Norden:

Tourismusziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tourismusregion verfügt über eine Vielzahl von Attraktionen, beispielsweise

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste nennenswerte touristische Entwicklungen in der Region ergaben sich im Zuge der Angliederung der ehemals reichsunmittelbaren Fürstpropstei Berchtesgaden an das Königreich Bayern. Dem Königshaus folgten bald auch andere zur Sommerfrische nach Berchtesgaden. Werke bekannter Maler, die die Region besuchten, wie z. B. die Malerkolonie am Hintersee, trugen sie in die Welt. Nach dem Stadtbrand von 1834 wurden die Solequellen von Bad Reichenhall auch Grundlage für die Entwicklung zum Heilbad. 1846 eröffnete in Reichenhall mit dem Axelmannstein das erste Kurhotel, die Gäste nutzten die Gradierhäuser der Saline zum Inhalieren und ein Verschönerungsverein wird gegründet. Seit 1868 unterhält die Bad Reichenhaller Philharmonie die Kurgäste.

1866 eröffnete das spätere Hotel Geiger bei Berchtesgaden als Pension. Dem folgte 1871 die Gründung des Verschönerungs-Vereins Berchtesgaden. 1878 nahm am Obersalzberg die Pension Moritz (später Platterhof, bzw. Hotel General Walker) ihren Betrieb auf. Reichenhall wurde 1899 offiziell der Zusatz Bad verliehen und es wurde bayerisches Staatsbad. 1910 wurde die Schifffahrt am Königssee auf Elektroboote umgestellt. In Bad Reichenhall eröffnete 1928 die Predigtstuhlbahn. In den 1920er Jahren kam es zu ersten Aufenthalten von Adolf Hitler am Obersalzberg, den er schließlich zum zweiten Machtzentrum ausbaute. Nach Kriegsende waren im Berchtesgadener Raum die großen Hotels durch die Amerikanische Besatzungsmacht belegt in Bad Reichenhall großteils durch Bombenschäden unbenutzbar. Dazu kamen die Einquartierungen von Flüchtlingen. Der touristische Neuanfang war dadurch schwierig. 1950 kam es zur Gründung der Vorgängerorganisation des heutigen Zweckverbandes Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee der die Touristischen Interessen im Berchtesgadener Talkessel bündelt. Mit dem Kehlsteinhaus wurde von den Amerikanern 1952 das bekannteste Gebäude der NS-Zeitgeschichte in der Region zum Besuch freigegeben. Ein Jahr später nahm die Jennerbahn den Betrieb auf.

Unterrichtungstafel zur Tourismusregion an der Bundesautobahn 8

1967 fand am Jenner das weltweit erste alpine Skiweltcup-Rennen statt. Die Kunsteisbahn Königssee wurde 1969 als erste Kunsteisbahn der Welt in Betrieb genommen. 1972 entstand im Zuge der bayerischen Gebietsreform der Landkreis in seiner heutigen Größe, eine Änderung der touristischen Strukturen fand aber nicht statt. Die Watzmann Therme in Berchtesgaden eröffnete 1997. In Bad Reichenhall wurde die Kur GmbH Bad Reichenhall / Bayerisch Gmain gegründet. Die Snowboard-Weltmeisterschaften 1999 im Berchtesgadener Land waren die ersten in Deutschland.

Berchtesgadener Land Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 nahm mit der „Berchtesgadener Land Tourismus GmbH“ erstmals eine landkreisweite Tourismusorganisation ihre Tätigkeit auf. Die drei Regionalorganisationen Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, Kur- und Verkehrsverein Bad Reichenhall - Bayerisch Gmain und , Erlebnisregion Berchtesgadener Land - Rupertiwinkel - e.V. blieben weiterhin bestehen und sind die Gesellschafter der gemeinsamen GmbH. Im gleichen Jahr eröffneten die Rupertustherme in Bad Reichenhall und das Interconti Berchtesgaden Resort (heute Kempinski Hotel Berchtesgaden).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik: Tourismusregionen in Bayern (PDF); 1. Jan. 2017; abgerufen am 21. Mai 2017
  2. Berchtesgadener Land Tourismus GmbH: 10 Jahre Berchtesgadener Land Tourismus GmbH – Kennzahlen und Fakten, Festschrift (PDF), Berchtesgaden 2014, abgerufen am 17. Dezember 2017, S. 12, online unter www.berchtesgadener-land.com.
  3. Berchtesgadener Land Tourismus GmbH: 10 Jahre Berchtesgadener Land Tourismus GmbH – Kennzahlen und Fakten, Festschrift (PDF), Berchtesgaden 2014, abgerufen am 17. Dezember 2017, S. 7, online unter www.berchtesgadener-land.com.
  4. Berchtesgadener Land Tourismus GmbH: 10 Jahre Berchtesgadener Land Tourismus GmbH – Kennzahlen und Fakten, Festschrift (PDF), Berchtesgaden 2014, abgerufen am 17. Dezember 2017, S. 6, online unter www.berchtesgadener-land.com.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]