Berdum

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Berdum
Stadt Wittmund
Koordinaten: 53° 37′ 44″ N, 7° 48′ 49″ O
Höhe: 2 m
Postleitzahl: 26409
Vorwahl: 04462, 04467

Berdum ist ein Ortsteil der Stadt Wittmund des gleichnamigen Landkreises Wittmund in Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Berdum gab es die abgegangene Burg Bedden, eine Wasserburg, seit 1317 im Besitz von Ocko I. tom Brok aus dem ostfriesischen Häuptlingsgeschlecht tom Brok.

Sturmflut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der niedrige Berdumer Altdeich wurde im späten Mittelalter (um 1570) gebaut als Verteidigung von Burg und Dorf gegen Überflutungen im ganzen Harlingerland. Neuere und höhere Deiche wurden 1598 und 1658 fertiggestellt. 1658 wurde als Sielort Neufunnixsiel gegründet. Die neuen Deiche im Harlingerland hielten aber nicht jedem Hochwasser stand. Die schwerste Sturmflut in der Geschichte Ostfrieslands war die Weihnachtsflut vom 24. auf dem 25. Dezember 1717. Im Kirchspiel Berdum zählte man 113 Todesopfer. Berdum gehörte damit zu den am schwersten getroffenen Dörfern. Beinahe jede Familie hatte Todesopfer zu beklagen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Maria-Magdalena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berdumer Backsteinkirche, die auf einer Warft 1801 neugebaut und geweiht wurde, hatte nachweislich einen Vorgängerbau. In der Kirche befinden sich an der Nordwand unter der Empore zwei bemalte Schnitzfiguren, vermutlich von Jacob Cröpelin aus Esens (um 1650). Die Orgel von Joachim Richborn (1677) wurde 1789 nach Grimersum verkauft und dort später durch einen Neubau ersetzt. 1878 erbaute Gerd Sieben Janssen das heutige Instrument mit neoromanischem Prospekt.[1]

Berdumer Mühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1820 erbaute Erdholländer wurde 1909 erneuert, aber im Jahre 1972 folgte aus wirtschaftlichen Gründen die Stilllegung. Die Mühle wird seit 1989 vom Förderverein Mühlendorf Berdum e.V. gepachtet und renoviert. Mühle und Müllerhaus stehen – wie auch die Kirche – unter Denkmalschutz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Kaufmann: Die Orgeln Ostfrieslands. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1968, S. 73–74.Harald Vogel, Reinhard Ruge, Robert Noah, Martin Stromann: Orgellandschaft Ostfriesland. Soltau-Kurier-Norden, Norden 1995, ISBN 3-928327-19-4, S. 128–129.