Berenguela von Kastilien

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Statue von Berenguela von Kastilien in Madrid (1753)
Burg der Doña Berenguela in Bolaños de Calatrava, Ciudad Real

Berenguela (oder Berengaria) (* 1. Juni 1180 in Segovia; † 8. November 1246 in Las Huelgas) war 1217 kurzzeitig Königin von Kastilien. Sie war die älteste Tochter Alfons VIII. von Kastilien (1155–1214) und der Eleanor Plantagenet, Gräfin von Gascogne (1162–1214).

Am 28. April 1188 vereinbarte ihr Vater mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Seligenstädter Vertrag ihre Vermählung mit Barbarossas Sohn Herzog Konrads II. von Schwaben.[1] Im Juli 1188 fand die Hochzeit in Carrión nahe Burgos statt. Die Ehe wurde jedoch nie vollzogen. Es gelang Papst Coelestin III., eine Ausdehnung der Staufer nach Spanien im Keime zu ersticken. Die Verbindung wurde zwischen Herbst 1191 und Anfang 1192 durch den Erzbischof Gonzalo von Toledo und den päpstlichen Legaten Gregor, Kardinaldiakon von San Angelo per Scheidungsurteil mit der Begründung getrennt, dass sich die Braut gegen die Fortsetzung ausgesprochen habe.[2]

Berenguela heiratete 1198 Alfons IX. von León – eine Verbindung aus der fünf Kinder hervorgingen, ein früh verstorbenes eingeschlossen. Papst Innozenz III. annullierte die Ehe 1203 wegen des zu nahen Verwandtschaftsgrades der beiden (Berenguela und Alfons waren Cousins), woraufhin sie mitsamt ihren Kindern an den kastilischen Hof ihres Vaters zurückkehrte.

Oft sollte Berenguela mit ihrem früheren Ehemann in politischen Streit geraten. Von einer früheren Frau hatte Alfons IX. zwei Töchter, Sancha und Dulce, die er zu Ungunsten von Berenguelas Kindern in der Erbfolge zu bevorzugen gedachte. Zu diesem Zweck lud er Johann von Brienne ein, seine älteste Tochter zu heiraten und somit nach seinem Tod das Königreich zu übernehmen. Diesen Plan hintertrieb Berenguela, indem sie Johann überzeugte, stattdessen ihre eigene Tochter gleichen Namens zu heiraten. Als Alfonso schließlich 1230 starb, übergingen sie und ihr Sohn Ferdinand die Rechte Sanchas und Dulces und besetzten den leonesischen Thron.

Schon 1217, nach einem tödlichen Unfall ihres Bruders Heinrich I., erbte Berenguela die kastilische Krone, verzichtete jedoch noch im selben Jahr zu Gunsten Fernandos, der als Fernando III. König Kastiliens wurde. Nun in der Rolle der Königinmutter investierte sie laut der Chronica Latina all ihre Energie darin, ihrem Sohn Ehre und Anerkennung zu sichern. Sie half Fernando eine Rebellion des Adels niederzuschlagen und arrangierte seine vorteilhafte Heirat mit Elisabeth von Schwaben.

Zeit ihres Lebens unterhielt Berenguela starke Beziehungen zu ihrer Schwester Blanka, die an der Seite Ludwig VIII. Königin in Frankreich war. Auf ihren Vorschlag hin wählte die Königinmutter Jeanne von Ponthieu als neue Gattin für ihren Sohn, nachdem Elisabeth verstorben war.

Von der Nachwelt erhielt die Königin den Beinamen „die Große“.

Nachkommen[Bearbeiten]

Sie war Mutter folgender Kinder:

Literatur[Bearbeiten]

  • Odilo Engels: Berenguela (Berengaria), Königin von Léon, Infantin von Kastilien. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 1, Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, ISBN 3-7608-8901-8, Sp. 1941–1942.
  • Miriam Shadis: Berenguela of Castile (1180-1246) and political women in the High Middle Ages. Palgrave Macmillan, New York 2009, ISBN 978-0-312-23473-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berenguela von Kastilien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesarchiv Baden-Württemberg: Württembergisches Urkundenbuch Online, Band II., Nr. 457, S. 256-260 (PDF; 436 KB).
  2. Tobias Weller: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert, Köln/Weimar/Wien 2004, S. 152-154.
Vorgänger Amt Nachfolger
Heinrich I. Königin von Kastilien
Blason Castille.svg

1217
Ferdinand III.