Berg-Aster

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Berg-Aster
Berg-Aster (Aster amellus)

Berg-Aster (Aster amellus)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Gattung: Astern (Aster)
Art: Berg-Aster
Wissenschaftlicher Name
Aster amellus
L.

Die Berg-Aster (Aster amellus)[1], auch Kalk-Aster genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Astern (Aster) gehört. Sie wird als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration aus Johann Georg Sturm: Deutschlands Flora in Abbildungen
Detailaufnahme der Blütenkörbe mit blauviolett Strahlen- und gelben Scheibenblüten
Fruchtstände

Die Berg-Aster ist eine gruppenbildende, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 50, selten bis zu Zentimetern erreicht.[1] Der kurz behaarte Stängel ist im unteren Teil schwach verholzend und oft niederliegend, im oberen Teil verzweigt.[1]

Die wechselständigen, dunkelgrünen Laubblätter weisen eine Länge von 3 bis 5 Zentimetern auf, sind an der Pflanzenbasis verkehrt-eiförmig und relativ lang gestielt, während sie nach oben hin zunehmend schmäler und lanzettlicher werden; außerdem sind die oberen Stängelblätter meist am Stängel sitzend bzw. ungestielt. Die Stängelblätter sind meist ganzrandig sowie rau behaart.[1]

Die Blütezeit reicht Juli bis Oktober. In einem verzweigten, doldentraubigen oder doldenrispigen Gesamtblütenstand stehen mehrere bis zahlreiche körbchenförmige Blütenstände zusammen.[1] Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von 2 bis 4 selten bis zu 5 Zentimetern auf. In zwei bis drei Reihen stehen die bei einer Breite von 1,5 bis 2,5 Millimetern spatelförmigen, stumpfen Hüllblätter, von denen die äußeren etwas abstehen.[1] Die Blütenkörbchen enthalten Zungen- und Röhrenblüten. Die zygomorphen Zungenblüten (= Strahlenblüten) sind blauviolett. Die radiärsymmetrischen Röhrenblüten (= Scheibenblüten) sind gelb.[1]

Es werden Achänen mit Pappus gebildet.[1]

Die Chromosomengrundzahl ist x = 9; es liegt meist Diploidie vor, also 2n = 18.[1][2]

Ökologie[Bearbeiten]

Die Berg-Aster ist ein Hemikryptophyt und eine Schaftpflanze.[3]

Blütenökologisch handelt es sich um „Körbchenblumen“ mit Geschlechtsdimorphismus d. h. die inneren, gelben Röhrenblüten sind männlich, die äußeren, blauvioletten Zungenblüten sind weiblich. Als Bestäuber dienen Fliegen, beispielsweise Schwebfliegen und Falter.[3]

Der Pappus dient als Schirmchenflieger der Windausbreitung; es erfolgt auch Tierausbreitung als Adhäsionshafter. Die Achänen sind Licht- und Frostkeimer. Fruchtreife erfolgt ab September.[3]

Vorkommen und Schutz[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet von Aster amellus reicht in Mittel- und Osteuropa bis zum Kaukasusraum sowie nach Sibirien. Es gibt Fundortangaben für Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegovina, Montenegro, Bulgarien, Rumänien, Albanien, Mazedonien, die nordöstliche Türkei, Armenien, Aserbaidschan, Dagestan, Chelyabinsk, Kasachstan, Ukraine, Krim und vielleicht Griechenland.[4] In Spanien, im Vereinigten Königreich und in Norwegen ist sie ein Neophyt.[4]

In Österreich kommt die Berg-Aster mäßig häufig (besonders in wärmeren Lagen) bis selten vor; in Salzburg ist sie ausgestorben oder verschollen und fehlt in Vorarlberg.

In Deutschland ist sie in Mittel- und Nordbayern verbreitet, vor allem auf Juraausläufern in Franken. Auch in Kalkgebieten in Thüringen und Baden-Württemberg ist die Berg-Aster ebenfalls verbreitet. In anderen Teilen Deutschlands findet sich die Berg-Aster nur vereinzelt. In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist sie ausgestorben. Aster amellus wird in Deutschland nicht als gefährdet angesehen[1] und ist nach BNatSchG (1. Gesetz zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes) seit 1987 als „besonders geschützt“; dies betrifft nur wild lebende Populationen (Neufassung der Bundesartenschutzverordnung - BArtSchV Novellierung, Anhang 1).[5]

Die Berg-Aster gedeiht in Mitteleuropa auf sonnigen Hängen, Felsen und in lichten Wäldern von den Niederungen bis zur Gebirgsstufe. Sie bevorzugt Kalkböden, was ihr auch ihren anderen deutschen Namen einbrachte.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Aster amellus erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 873[6].[7] Synonyme für Aster amellus L. sind Aster ottomanus auct. Velen. non Heldr. & Sart. ex Boiss., Aster amelloides Besser.[4]

Von Aster amellus gibt es etwa drei Unterarten:

  • Aster amellus L. subsp. amellus (Syn.: Aster bessarabicus Bernh. ex Rchb.)[4]
  • Aster amellus subsp. bessarabicus (Rchb.) Soó
  • Aster amellus subsp. ibericus (M.Bieb.) V.E.Avet. (Syn.: Aster ibericus M.Bieb.)[4]

Trivialnamen[Bearbeiten]

Im deutschsprachigen Raum werden oder wurden für diese Pflanzenart, zum Teil nur regional, auch die weiteren Trivialnamen Wäld Katrengeblom (Siebenbürgen), Schartenwurtz (Schweiz), Sternkraut und Stierauge (Schweiz) verwandt.[8]

Nutzung[Bearbeiten]

Zahlreiche Sorten der Berg-Aster mit verschiedenen Blütenfarben (rosafarben, violett, fliederblau) werden in Gemäßigten Gebieten als Zierpflanze für Parks und Gärten verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Aster amellus L., Berg-Aster. In: FloraWeb.de.
  2. Aster amellus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. a b c Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  4. a b c d e Aster amellus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  5. Datenblatt bei WISIA = Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenschutz.
  6. Linné 1753 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  7. Aster amellus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  8. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 50, online.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 18., bearbeitete Auflage. Band 2. Gefäßpflanzen: Grundband, Spektrum, Heidelberg u. a. 2002, ISBN 3-8274-1359-1. S. 456.
  • Werner Schöllkopf: Astern. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1995.
  • Paul Picton: The Gardener´s Guide to Growing Asters. David & Charles Publishers, Newton Abbot, Devon, UK, 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berg-Aster (Aster amellus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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