Berg-Weidenröschen

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Berg-Weidenröschen
Berg-Weidenröschen (Epilobium montanum)

Berg-Weidenröschen (Epilobium montanum)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Gattung: Weidenröschen (Epilobium)
Art: Berg-Weidenröschen
Wissenschaftlicher Name
Epilobium montanum
L.

Das Berg-Weidenröschen (Epilobium montanum) gehört zur Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae).

Pflanzenbeschreibung[Bearbeiten]

Das Berg-Weidenröschen ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10-80 cm, meist um die 40 cm erreicht. Die Pflanze ist insgesamt nur wenig behaart. Die lanzettlichen und scharf gezähnten Laubblätter sind nur kurz gestielt, die mittlere sind fast sitzend. Sie sind 4 bis 10 cm lang und 1 bis 4 cm breit.

Blüte eines Berg-Weidenröschens (Epilobium montanum)

Es besitzt radiäre, blass-rosa gefärbte Blüten, die einen Durchmesser von 10 mm und eine lange Kronröhre haben. Die Blütenkronblätter sind 6-10 mm lang. Die Narbe ist deutlich vierspaltig. Die Samen sind ellipsoidisch und etwa 1 mm lang.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 36.[1]

Die Blütezeit reicht von Juni bis September.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Blüten sind homogame, aufrechte „Kleine Trichterblumen“ mit 4-lappiger Narbe. Meist erfolgt Selbstbestäubung; der Blütenbesuch durch Fliegen und Schmetterlinge ist nur spärlich. Die Blütezeit geht von Juni bis September.

Die Mutterpflanze stirbt im Herbst ab, die Überwinterung erfolgt durch unterirdische Erneuerungssprosse, sogenannte Sobolonen. Es liegt ein eigenartiger Saisondimorphismus vor das heißt, dass es neben Herbst- bzw. Frühjahrskeimern auch aus Sobolonen entstandene Pflanzen gibt.

Vorkommen[Bearbeiten]

Diese Pflanzenart kommt recht häufig an Waldrändern, in Lichtungen und in Gebüschen selbst in den Innenstädten in Gärten und Parks vor. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden. Sie ist eine Schatt-Halbschattpflanze. Pflanzensoziologisch ist sie in Mitteleuropa eine schwache Charakterart der Epilobio-Geranietum robertiani (Verband Alliarion), kommt aber auch in Atropetalia-Gesellschaften oder in gestörten Fagetalia-Gesellschaften vor.[1]

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa bis nach Ostasien.

Literatur[Bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz Deutschland. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-012539-2.
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berg-Weidenröschen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien