Bergamt

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Ein Bergamt ist eine untere staatliche Aufsichtsbehörde. Sie übt die unmittelbare Bergaufsicht über alle mit einem Bergbaubetrieb zusammenhängenden Tätigkeiten, Einrichtungen und Anlagen aus. Dazu zählen auch die Förderung und Überwachung der Betriebssicherheit und der Arbeitssicherheit.

Deutschland[Bearbeiten]

Rechtsgrundlage für die Bergaufsicht ist in Deutschland das Bundesberggesetz. Für den Vollzug des Bundesberggesetzes sind die Länder zuständig, daher sind die Bergämter Landesbehörden:

Bergaufsicht / Bergbeamte[Bearbeiten]

Bergbauliche Arbeiten bedingen immer auch spezifische Gefahren für die Gesundheit und das Leben nicht nur für die diese Tätigkeiten ausführenden Bergleute, sondern auch den Schutz der Tagesoberfläche im Interesse der öffentlichen Sicherheit. Zur Gefahrenabwehr wurden bereits ab dem späten Mittelalter von den jeweils Herrschenden „Berg-Aufsichtsorgane“ - Vorläufer der heutigen Berg-/Landesämter - gebildet. Die hier Tätigen waren Bergbeamte.

Die Ausbildung dieser Bergbeamten war z.B. in Preußen wie folgt geregelt (gem. Vorschriften vom 24. September 1897): Voraussetzung für die Aufnahme als sogenannter „Bergbeflissener“ eines Oberbergamtes war ein erfolgreicher Abiturabschluss. Zunächst absolvierte dieser eine einjährige praktische Tätigkeit in einem oder mehreren Bergwerken. Diese endete mit einer Abschlussprüfung (der sog. Probegrubenfahrt).

Danach begann ein mindestens dreijähriges akademisches Studium im Bergbau-Fach (z.B. Bergakademie/technische Hochschule). Nach der ersten Staatsprüfung und Beförderung zum „Bergreferendar“ schloss sich eine weitere dreijährige […] „… technische und geschäftliche Ausbildung auf Staatswerken, bei einem Markscheider, bei Bergbehörden und durch längere Belehrungsreisen [an]. Wer dann die zweite Prüfung bestanden hat, wird vom Handelsminister zum „Bergassessor“ ernannt. Die Bergassessoren werden zunächst als technische Hilfsarbeiter verwendet. Die etatmäßige Anstellung bei einem Staatswerk als Berg-, Hütten- oder Salineninspektor oder bei einem Bergrevierbeamten als „Berginspektor“ pflegt erst nach mindestens fünf Jahren, diejenige als Revierbeamter oder Werksdirektor nach mehreren weitern Jahren zu erfolgen“.[2]

Regionale Bergämter[Bearbeiten]

Historische Bergämter[Bearbeiten]

Sachsen[Bearbeiten]

Die ersten Bergämter in Sachsen bildeten sich um 1500 heraus. Bis zur Schaffung eines einheitlichen Landesbergamtes 1869 in Freiberg wurden Bergämter je nach Bedeutung des Bergbaus getrennt oder zusammengelegt. Über längere Zeiträume waren folgende Bergämter eingerichtet:

Darüber hinaus gab es noch zahlreiche Vasallenbergämter, die das Verleihrecht auf niedere Metalle, wie Zinn und Eisen, sowie eigene Berggerichtsbarkeit besaßen.

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich war dies bis zum Inkrafttreten des Mineralrohstoffgesetzes am 1. Januar 1999 die Berghauptmannschaft, seitdem sind es die Montanbehörden.

Niederlande[Bearbeiten]

In den Niederlanden wird die staatliche Bergaufsicht durch die Staatstoezicht op de Mijnen (SodM) wahrgenommen. Ein wichtiges Aufgabengebiet ist die Aufsicht über die Ölförderung in der Nordsee.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte des Geologischen Landesamts
  2. Meyers Großes Konversations-Lexikon von 1905, Band 2, Seite 674, Erläuterung zu „Bergfach“.

Weblinks[Bearbeiten]