Berganfahrhilfe

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Unter einer Berganfahrhilfe oder einem Berganfahrassistent (engl. Hill Holder, Hill Hold Control, Hill Start Assist oder Hill Start Aid) versteht man eine automatisierte Unterstützung für Kraftfahrzeuge beim Anfahren an Steigungen, durch die ein Zurückrollen verhindert wird. Dabei braucht der Fahrer die Betriebs- oder Feststellbremsanlage nicht zu bedienen. Durch diese Komfortfunktion wird beim Anfahren zunächst die Bremse betätigt und erst dann wieder gelöst, wenn der Motor genug Drehmoment bereitstellt. Das Anfahren an Steigungen wird somit besonders bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe wesentlich erleichtert.

Funktionsprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei heutigen Fahrzeugen wird für die Berganfahrhilfe das Antiblockier- und ESP-System mit dem Motorsteuergerät vernetzt. Zudem benötigt die Berganfahrhilfe zusätzliche weitere Sensoren, insbesondere einen Neigungssensor und bei Schaltgetriebe einen Sensor für die Kupplungsbetätigung. Andere benötigte Sensoren, wie beispielsweise für die Betätigung des Bremspedals, werden auch für andere Fahrzeugsysteme benötigt und werden von der Berganfahrhilfe mitbenutzt.

Im Gegensatz zu Systemen wie Auto Hold kann die Berganfahrhilfe nur den vom Fahrer zuvor ins System gebrachten Bremsdruck einsperren. Es findet kein aktiver Druckaufbau statt. Befindet sich das Fahrzeug auf einer Steigung und sind auch alle anderen Bedingungen, wie z.B. Kupplung getreten, korrekter Gang (variiert je nach Hersteller) erfüllt, werden die Trennventile des Antiblockiersystems geschlossen. Löst nun der Fahrer das Bremspedal, um anzufahren, verbleibt der Bremsdruck im System. Ein Zurückrollen des Fahrzeugs wird nun verhindert. Sobald der Fahrer wieder Gas gibt, wird bei einem im Steuergerät des Systems festgelegten Drehmomentwert des Motors die Bremse gelöst. Bei den meisten Systemen ist die Haltewirkung der Berganfahrhilfe zeitlich begrenzt, auf eine Zeitspanne von zwei bis fünf Sekunden (je nach System), um einen Missbrauch des Systems als Parkbremse auszuschließen. Weiterhin aktivieren sich einige Systeme nur bei der entsprechenden Kombination aus Neigung und Gangwahl: Bei Gefälle und eingelegtem Rückwärtsgang oder bei Steigung und nicht eingelegtem Rückwärtsgang.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprüngliche Mechanismus wurde bereits 1937 von Studebaker erfunden und erstmals im Studebaker President eingesetzt, später fand dieser sogenannte Hill Holder ausschließlich bei Fahrzeugen der Marke Subaru Verwendung. Mittlerweile bieten jedoch auch zahlreiche andere Automobilhersteller diese Funktion an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Bosch GmbH (Herausgeber): Kraftfahrtechnisches Taschenbuch. Vieweg Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8348-0138-8, 26. Auflage, Seite 864f

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]