Bergen an der Dumme

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bergen an der Dumme
Bergen an der Dumme
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bergen an der Dumme hervorgehoben
52.88333333333310.96666666666722Koordinaten: 52° 53′ N, 10° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüchow-Dannenberg
Samtgemeinde: Lüchow (Wendland)
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 25,48 km²
Einwohner: 1583 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29468
Vorwahl: 05845
Kfz-Kennzeichen: DAN
Gemeindeschlüssel: 03 3 54 001
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Breite Straße 35
29468 Bergen an der Dumme
Webpräsenz: www.bergen-dumme.de
Lage der Gemeinde Bergen an der Dumme im Landkreis Lüchow-Dannenberg
Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Brandenburg Landkreis Lüneburg Landkreis Uelzen Neu Darchau Hitzacker Göhrde gemeindefreies Gebiet Göhrde Damnatz Karwitz Zernien Gusborn Langendorf Dannenberg (Elbe) Jameln Lüchow Wustrow Luckau (Wendland) Küsten Waddeweitz Clenze Bergen an der Dumme Schnega Lübbow Woltersdorf Lemgow Prezelle Trebel Gorleben Gartow Höhbeck Schnackenburg gemeindefreies Gebiet GartowKarte
Über dieses Bild

Bergen an der Dumme ist ein Flecken der Samtgemeinde Lüchow im Landkreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Bergen liegt in einer naturbelassenen Umgebung und bietet sich für den Erholungs- und Fahrradtourismus an.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Bergen an der Dumme liegt im Südwestteil des Wendlands. Es befindet sich südlich des Drawehn am Südrand des Naturpark Elbhöhen-Wendland und wird von einem Abschnitt der Wustrower Dumme durchflossen, einem westlichen Zufluss der Jeetzel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bergen an der Dumme besteht aus folgenden Ortsteilen:

  1. Banzau
  2. Belau
  3. Bergen an der Dumme
  4. Jiggel
  5. Malsleben
  6. Nienbergen, bis 16. März 1936 Niendorf bei Bergen [2]
  7. Spithal
  8. Wöhningen

Ungefähr 80 % der Bevölkerung leben in dem Hauptort der Gemeinde selbst.

Geschichte[Bearbeiten]

Bergen an der Dumme wurde im Jahr 1203 in einem Lehnsvertrag zwischen den Söhnen Heinrichs des Löwen erstmals urkundlich erwähnt. Auf Grund seiner Lage an der Handels- und Heerstraße zwischen Leipzig und Hamburg war Bergen viele Jahrhunderte lang Grenz- und Zollort - anfangs zwischen Braunschweig-Lüneburg und Brandenburg, später dann zwischen Hannover und Preußen. Nach der Annexion Hannovers durch Preußen und seine Eingliederung als Provinz verlor Bergen die Bedeutung als Zollort zur benachbarten Provinz Sachsen. Durch die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bergen wieder Grenzort zwischen Westdeutschland und der DDR und liegt nach der Wiedervereinigung schließlich direkt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.

Der polabische Name für Bergen ist Tjörska (geschrieben als Tÿörska in älteren deutschen Quellen), wahrscheinlich von tjöra (< slawisch *goră) ‘Berg’.

Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte der von der Landwirtschaft geprägte Ort im 18. Jahrhundert als der Handel mit Leinenwaren aus dem südlichen Wendland eine Blütezeit erlebte.

Im Juni 2003 feierte der Ort mit einer Festwoche sein 800-jähriges Bestehen.

Namensgebung[Bearbeiten]

Breite Straße; Blick westwärts mit der Kirche im Hintergrund
Pauluskirche Bergen an der Dumme
Pfarramt in der Breiten Straße
Hotel in der Breiten Straße
Rathaus in der Breiten Straße

Namensgebend für die Ortschaft war der Fluss Wustrower Dumme, auch nur Dumme genannt, der sie auf der östlichen Ortsseite durchfließt. Der Flussname bedeutet soviel wie Eichenbach, da sich Dumme auf das alt-slawische Wort dabu für Eiche zurückführen lässt.

Am 26. November 2003 wurde der Ortsname von Bergen (Dumme) in Bergen an der Dumme geändert.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Banzau, Belau, Jiggel, Malsleben, Nienbergen, Spithal und Wöhningen eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten]

Der Flecken Bergen an der Dumme gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[5][6]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzte Kommunalwahl fand am 10. September 2011 statt. Seitdem setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ehrenamtliche Bürgermeisterin ist die parteilose Hedemarie Schulz

Religionen[Bearbeiten]

Bergen ist eine evangelisch geprägte Gemeinde. Neben der evangelisch-lutherischen Pauluskirchengemeinde ist im Ortsteil Belau auch die Evangelische Lukas-Communität, eine klösterliche Gemeinschaft, ansässig. Die Kirchengemeinde hat inzwischen keinen eigenen Pastor mehr und ist mit der Kirchengemeinde Schnega pfarramtlich verbunden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Bergen an der Dumme stehen alle Baudenkmale der Gemeinde Bergen an der Dumme.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Breite Straße (siehe separaten Artikel) verläuft als Hauptverkehrsachse west-östlich durch den Ort und weist zahlreiche Baudenkmale insbesondere des 19. Jahrhunderts auf.

Sport[Bearbeiten]

Bergen besitzt mit dem Tannenbad ein beheiztes Freibad, das über ein Beachvolleyballfeld verfügt. Vereinssport kann in Bergen unter anderem im Sportverein SV Germania Bergen, bei der DLRG-Ortsgruppe, im örtlichen Angelsportverein und in der Schützengilde betrieben werden. Außerdem gibt es einen Reit- und Ferienhof.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Alle zwei Jahre im März findet die Gewerbeschau der Interessengemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe in Bergen an der Dumme statt.

Jährlich findet auf dem Ziegenberg (Osterberg) an den drei Tagen über Ostern das traditionelle Osterfest statt. Höhepunkt ist das Anzünden des Osterfeuers am Ostersonntag im Kreise der Gemeinde/n.

Im letzten Wochenende im Juli veranstaltet die Bergener Ortsgruppe der DLRG die Badeparty mit Nachtschwimmen im Freibad.

Am zweiten Adventssonntag gibt es einen Weihnachtsmarkt rund um die Paulus-Kirche.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bergen liegt an der Bundesstraße 71 an der Landesgrenze zum Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt), zwischen Uelzen und Salzwedel. Südlich des Ortes führt seit ihrem Wiederaufbau 1999 wieder die Bahnstrecke Stendal–Uelzen vorbei, jedoch zurzeit ohne Halt in Bergen. Nächste Bahnhöfe sind in Schnega und in Salzwedel.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt in Bergen einen Kindergarten.

Bildung[Bearbeiten]

Bergen besitzt eine Grundschule, die im Jahr 2014 ihr 60-jähriges Bestehen feiert. Die Schule hat pro Jahrgangsstufe eine Klasse und hat ihren Schwerpunkt im Bereich "MINT" (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der KiTa Bergen, die direkt neben der Schule liegt. Aus der jahrelangen Zusammenarbeit hat sich die "Bildungsstraße Bergen" entwickelt. Die Grundschule soll zum Ende des Schuljahres 2015/2016 geschlossen werden und die Kinder dann die Grundschule in Clenze besuchen.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Gehrcke: Bergen an der Dumme, in: 1. Jahresheft des heimatkundlichen Arbeitskreises Lüchow-Dannenberg 1969, S. 87-91.
  • Wilhelm Meier-Peithmann (Hrsg.): Beiträge zur Chronik des Fleckens Bergen an der Dumme. 1. Otto Wolter: Über Bergen und seine Geschichte. 2. Carl Gehrke: Bergen als Grenzort im Hannoverschen Wendland. Bergen/Dumme 1983.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergen an der Dumme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 265
  3. Nds. Ministerialblatt; Verleihung vom 8. Dezember 2003
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 230.
  5. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. (PDF; 87 KB)
  6. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. (PDF; 200 KB)
  7. Lernlandschaften statt Klassenräume, EJZ Bericht zur Schulentwicklung in der Region Clenze-Bergen, zuletzt abgerufen am 4. März 2014.