Bergen (Mittelfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bergen
Bergen (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bergen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 4′ N, 11° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Nennslingen
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 19,91 km²
Einwohner: 1082 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91790
Vorwahlen: 09147 / 09148
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 115
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schmiedgasse 1
91790 Nennslingen
Webpräsenz: www.bergen-mittelfranken.de
Bürgermeister: Werner Röttenbacher (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Bergen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
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Über dieses Bild

Bergen ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen mit 1082 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2014).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Nordosten des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in der Region Westmittelfranken, rund 41 Kilometer Luftlinie südlich von Nürnberg und 12 Kilometer östlich von Weißenburg. Bergen befindet sich auf einer Hochfläche der Weißenburger Alb, einem Teilhöhenzug des Mittelgebirges Fränkische Alb. Im Norden grenzt der Landkreis Roth an. Während die Südhälfte von einer waldlosen Offenlandschaft mit Wiesen und Feldern eingenommen wird, liegen am Nordrand der Gemeinde mehrere zusammenhängende Waldgebiete. Durch das Gemeindegebiet führen mehrere Kreisstraßen. Durch die Gemeinde führt die Europäische Hauptwasserscheide, die die Einzugsgebiete von Rhein und Donau voneinander trennt. Im Zeiselweiher beim Ortsteil Geyern liegt der Ursprung der Anlauter, eines Nebenflusses der Schwarzach. Weitere Gewässer sind das Bachsystem des Erlenbachs sowie der Gallersbach und der Ringelbach. Nördlich von Bergen liegen mehrere Quellen. Im Osten der Gemeinde bei Thalmannsfeld befinden sich mehrere Windkraftanlagen.

Die Nachbargemeinden sind:

Ettenstatt Heideck
(Landkreis Roth)
Thalmässing
(Landkreis Roth)
Nachbargemeinden
Burgsalach Nennslingen

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergen hat sechs amtliche Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fürstentum Ansbach und die Schenken von Geyern teilten sich die Herrschaftsrechte. 1796 sequestrierte Preußen die Geyerschen Rechte. Bergen fiel im Vertrag von Paris (Februar 1806) mit dem preußischen Fürstentum Ansbach durch Tausch wie andere Teile Frankens an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die damalige Gemeinde Bergen.

Die seit Jahrhunderten gewachsenen Bindungen führten im Rahmen der Gemeindegebietsreform, die am 1. Mai 1978 in Kraft trat, zum Zusammenschluss der Gemeinden Bergen, Geyern, Kaltenbuch und Thalmannsfeld zur neuen Gemeinde Bergen.[3]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Gasthaus „Lamm“ in Bergen, Jurahaus mit fränkischem Fachwerk, errichtet im 17. Jahrhundert (ca. 2006)
Burg der Schenken von Geyern (2005)

Bergen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergen wurde urkundlich 1067 erstmals erwähnt, als Bischof Gundekar II. eine Georgskirche weihte. Eine Viereckschanze aus der Zeit um 500. v. Chr. zeugt von einer früheren Besiedelung. Vorhanden sind Überreste der Burg Neuhaus, die vermutlich 1390 zerstört wurde. 1543 führten die Herren von Syburg die Reformation ein, 1628 wurde das Dorf für 22 Jahre wieder katholisch. Im Schwedischen Krieg fielen die Schweden ein, von 1634 bis 1637 wütete die Pest in der Gegend. 1663 trafen aus Österreich vertriebene evangelische Exulanten im Dorf ein. Damit begann ein steter Wiederaufbau. 1773 entstand die Kirche in der heutigen Form, der Unterteil des Turmes stammt aus der mittelalterlichen Ritterzeit.

Dannhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dannhausen (Bergen) ist der nördlichste Gemeindeteil Bergens und hat etwa 50 Einwohner.

Geyern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Nordwestabfall des fränkischen Jura liegt im 130-Einwohner-Ort Geyern die Stammburg des bereits 985 erwähnten Adelsgeschlechtes der Schenken von Geyern. Ursprünglich stammen die Schenken aus Hofstetten, heute im Landkreis Eichstätt gelegen. Sie nannten sich Herren von Hofstetten und waren Ministeriale des Bischofs von Eichstätt. Die Grafen von Hirschberg übertrugen einem aus dem Geschlecht das Schenkenamt. 1276 wurde Heinrich von Hofstetten durch den bayerischen Herzog Ludwig den Strengen mit der Burg Geyern belehnt. Im Jahr 2008 verstarb der Nachfahre der Schenken von Geyern, Wolfgang Carl. Er und seine Frau Edith hatten das Schloss in den Jahrzehnten zuvor renoviert und der Öffentlichkeit bei Führungen und Konzerten zugänglich gemacht.

Kaltenbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaltenbuch (2012)

Auf rund 600 Höhenmetern am Abbruch des Jura gelegen, bietet Kaltenbuch einen Blick auf den Brombachsee und bis nach Nürnberg. Auch der Hesselberg im Westen ist gut wahrzunehmen. Im Sommer 2008 wurde die Außenfassade der St.-Nikolaus-Kirche erneuert. Der im Frühjahr blühende Märzenbecher ist weit verbreitet.

Syburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Syburg ist ein 1470 erstmals erwähntes Wasserschloss. Es war bis in die 1960er Jahre Sitz eines Zweiges der Schenkenfamilie (Schenken von Geyern zu Syburg). Heute befindet sie sich in Privatbesitz.

Thalmannsfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eerste Erwähnung Thalmannsfelds war 1194 als „Thalmannsfelde“. 2007 wurde das neu gestaltete ehemalige Schulhaus eingeweiht, das mit Eigenleistung des ganzen Dorfes als Domizil des Trachtenvereins und der Kirchengemeinde hergerichtet wurde. In den Jahren 2007 und 2009 gewann Thalmannsfeld zweimal eine Silbermedaille auf Landesebene beim Dorfwettbewerb Unser Dorf hat Zukunft.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1056, 1987 981 und 2000 1115 Einwohner gezählt. Davon waren 2008 ca. 950 evangelischen Bekenntnisses. Am 30. Juni 2013 hatte die Gemeinde 1133 Einwohner.[4]

Die Einwohner verteilten sich 2008 ungefähr wie folgt: Bergen 450, Thalmannsfeld 350, Geyern 120, Kaltenbuch 120, Dannhausen 50.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Werner Röttenbacher (Wählergemeinschaft). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Willy Lehmeyer sen. Bei der Kommunalwahl 2008 verteilten sich die 12 Sitze im Gemeinderat wie folgt auf die 4 Wählergemeinschaften: Bergen 5, Thalmannsfeld/Dannhausen 5, Geyern 1, Kaltenbuch 1. Werner Röttenbacher wurde mit über 94 Prozent der Stimmen als Erster Bürgermeister bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: „In Blau über einem silbernen Fünfberg schwebend ein von Silber und Schwarz geteiltes Schildchen, darin der Rumpf eines rot gezungten Geiers in verwechselten Farben.“

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Von 1693 bis 1864 wurde im Tagebau Erz abgebaut, das die Bauern zur Verhüttung nach Eichstätt brachten.

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 76 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 32 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 398. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. Zudem bestanden 1999 59 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1105 Hektar, davon waren 874 Hektar Ackerfläche und 229 Hektar Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zweigruppiger Kindergarten mit bis zu 55 Kindergartenplätzen. Träger ist die evangelische Kirchengemeinde.
  • Die Grundschule wurde zum Ende des Schuljahrs 2010/2011 geschlossen. Sie gehörte mit zwei ausgelagerten Klassen zur Volksschule in Nennslingen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werkstatt in Thalmannsfeld
Schmiede in Thalmannsfeld

Bergen gehört zum Verbreitungsgebiet des Jurahauses. Im Gemeindegebiet sind noch verhältnismäßig viele Exemplare dieses Haustypus erhalten (vgl. Abbildung), einige davon sind jedoch von abrisswilligen Eigentümern dem Verfall preisgegeben.

Im mehrfach beim Kreiswettbewerb ausgezeichneten Gemeindeteil Thalmannsfeld hat im Zuge der Dorfsanierung eine Wandlung zum Erhalt der historischen Dorfsubstanz eingesetzt. Neben den Felsenkellern werden jetzt mehrere private Einzelobjekte saniert und erhalten. Im Jahr 2007 erhielt Thalmannsfeld beim Landeswettbewerb eine Silbermedaille.

In einem um 1820/30 erbauten, erstmals um 1740 erwähnten Wohnstallhaus wurde eine historisch nachempfundene Schmiede neu eingerichtet. In diesem Museum sind unter anderem transmissionsgetriebene Bohr-, Dreh- und Fräßmaschinen sowie ein Federfallhammer aus den Jahren 1895 bis 1920 zu sehen. In alten Handwerkstechniken werden Kurse angeboten.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet gibt es vier evangelische Kirchen, die alle auf das Mittelalter zurückgehen und von den Regionalherren, den Schenken von Geyern, im 17. und 18. Jahrhundert neu gestaltet wurden:

  • St.-Georgs-Kirche in Bergen,
  • St. Bartholomäus im Schloss Geyern,
  • St. Nikolaus in Kaltenbuch,
  • St. Ulrich in Thalmannsfeld.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bergen (Mittelfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
  4. Tischvorlage, Gemeinderatssitzung Raitenbuch am 8. Mai 2014