Berghülen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Berghülen
Berghülen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Berghülen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 28′ N, 9° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 693 m ü. NHN
Fläche: 26,13 km²
Einwohner: 1917 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 89180,
89143 (Hinterer Hessenhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07344
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 017
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 2
89180 Berghülen
Webpräsenz: www.berghuelen.de
Bürgermeister: Bernd Mangold
Lage der Gemeinde Berghülen im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Berghülen ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Die Gemeinde bildet mit der Nachbarstadt Blaubeuren eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in Blaubeuren.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berghülen liegt in 664 bis 732 Meter Höhe auf der Schwäbischen Alb etwa 20 km westlich von Ulm. Die Gemeinde grenzt im Westen und Norden an die Stadt Laichingen bzw. an deren Ortsteile Machtolsheim und Suppingen, im Osten an Blaustein und im Süden an die Stadt Blaubeuren.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus in Berghülen

Zu der Gemeinde gehören neben dem namengebenden Berghülen die zwei Ortsteile

  • Bühlenhausen mit 437 Einwohnern[2], Eingemeindung am 1. Januar 1972 [3]
  • Treffensbuch mit 83 Einwohnern[4], Eingemeindung ist nicht feststellbar

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geschriebene Geschichte der Gemeinde Berghülen begann mit der ersten urkundlichen Nennung des Teilortes Bühlenhausen in einer Schenkungsurkunde des Klosters Ochsenhausen an das Kloster St. Blasien im Jahr 1100. Berghülen selbst wurde im Jahre 1304 bei der Schenkung von Graf Heinrich von Tübingen an das Kloster Blaubeuren erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestehen des Teilortes Treffensbuch wurde aufgrund der Klosterchronik des Blaubeurer Klosters auf die Zeit zwischen 1087 und 1099 angesetzt. 1447 kamen alle Teilorte zusammen mit Blaubeuren an die damalige Grafschaft Württemberg.

Sowohl im Dreißigjährigen Krieg 1618–1648 als auch im Pfälzer Erbfolgekrieg 1688–1697 unter General Mélac wurde Berghülen hart mitgenommen. Im Jahre 1763 brannte ein großer Teil des Orts durch Unvorsichtigkeit ab.[5]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Bühlenhausen nach Berghülen eingemeindet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsmitte von Bühlenhausen mit der Hüle
Die Kirche in der Ortsmitte von Treffensbuch
Kutschenmuseum in Bühlenhausen
Das Heuhaus in Bühlenhausen

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Berghülen hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,2 %
48,4 %
UL
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
UL Unabhängige Liste 53,2 5 nicht bekannt 5
FL Freie Liste 46,8 5 nicht bekannt 7
gesamt 100,0 10 100,0 12
Wahlbeteiligung 64,4 % 66,5 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verleihung des Wappens erfolgte am 17. November 1938 durch den Reichsstatthalter von Württemberg, Wilhelm Murr.

Blasonierung: „In einem durch Wellenschnitt von Gold und Blau geteilten Schild oben eine schwarze Hirschstange, unten ein schwebender goldener Dreiberg.“

In der oberen Schildhälfte erinnert die schwarze württembergische Hirschstange daran, dass Berghülen zusammen mit dem heutigen Ortsteil Bühlenhausen im Jahre 1447 durch Kauf württembergisch geworden ist. Die untere Schildhälfte macht das Wappen „redend“, wobei der Dreiberg für den ersten, der Wellenschnitt und die Farbe Blau für den zweiten Bestandteil des Gemeindenamens (Hüle = Dorfteich, Viehtränke) stehen.

Wappen Bühlenhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Recht zur Führung eines Wappens wurde der ehemaligen Gemeinde Bühlenhausen am 30. Juli 1953 durch das Regierungspräsidium Nordwürttemberg verliehen.

Blasonierung: „In geteiltem Schild; oben in Gold eine liegende schwarze Hirschstange, unten in Rot eine liegende silberne Wolfsangel.“

Die Gemeinde hatte das Wappen aber bereits vor 1930 geführt, wie aus einem Schriftwechsel des Archivs des Alb-Donau-Kreises mit dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart hervorgeht. Auch im Bühlenhausener Hoheitszeichen versinnbildlicht die schwarze Hirschstange die Zugehörigkeit zu Altwürttemberg. Der liegende Doppelhaken, auch als Wolfsangel bezeichnet, geht auf ein altes Fleckenzeichen zurück und die Farben Silber und Rot im unteren Feld deuten auf die Grafen von Helfenstein, zu deren Besitztum Bühlenhausen einst gehörte. Aus dem 19. Jahrhundert sind einige Siegelabdrücke erhalten geblieben. Die Gemeinde Bühlenhausen führte damals eines mit der oben genannten Wolfsangel und der Umschrift „Schultheißenamt Bühlenhausen“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Arbeitgeber in Berghülen ist der im Ortsteil Bühlenhausen ansässige Fruchtsafthersteller albi.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berghülen gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Weiterführende Schulen stehen in Blaubeuren (Joachim-Hahn-Gymnasium), in Laichingen (Albert-Schweitzer-Gymnasium sowie Realschule), in Gerhausen (Karl-Spohn-Realschule) und im nahen Ulm zur Verfügung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kutschenmuseum in Bühlenhausen: das Museum zeigt mehr als 100 Kutschen und Wagen aus den letzten zwei Jahrhunderten. [7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Hübscher Stein“ (schwäbisch: „hibschr Schdoi“) in einem Tal östlich von Treffensbuch: ehemaliger Grenzstein zwischen den Herrschaftsgebieten von Ulm, Helfenstein und Württemberg [8]
  • Hüle in Bühlenhausen: sie stellt eine der letzten erhaltenen Hülen auf der Schwäbischen Alb dar [9]
  • Hülenpfad um die Gemeinde Berghülen[10]
  • Heuhaus in Bühlenhausen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alljährlich findet das Maifest in Berghülen statt, das vom Bewirtungsverein Berghülen veranstaltet wird. Es wird am ersten Wochenende im Mai mit dem Mairock, einer Konzertveranstaltung, auf der Gruppen aus der Rockszene, wie Thomas D, Subway to Sally, molotov, Donots oder Die Happy auftreten, begonnen.[11] 2011 feiert der Mairock sein 20. Jubiläum. Der zweite Festabend wird mit Tanzmusik gefeiert.
  • Im August findet alljährlich der traditionelle Hammellauf des Schützenverein Berghülen 1923 e. V. statt. Dabei wird ein Hammel an die Teilnehmer verlost. Der Tag vor dem Hammellauf wird mit einem Kabarettabend im Festzelt gefeiert.
  • Der Württembergische Christusbund, Ortsverband Berghülen, veranstaltet jährlich ein großes Seifenkistenrennen am Ortsausgang Blaubeurer Straße. Die schnellsten Kisten und der kreativste Eigenbau werden prämiert.[12]
  • Alljährlich im Dezember findet der Berghüler Adventsabend statt. Der Erlös aus dem Verkauf von Glühwein, nichtalkoholischen Getränken und Vesper wird einem gemeinnützigen Zweck der Gemeinde zur Verfügung gestellt und ist somit als nichtkommerzielle Veranstaltung anzusehen.
  • Alle 2 Jahre wird der Gewerbetag von der Gewerbevereinigung Berghülen im Gewerbegebiet veranstaltet. Hier stellen sämtliche Mitgliedsbetriebe der Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür Ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Der "Gewerbetag" wird schon jahrelang erfolgreich durchgeführt und findet bei den Bürgern von Berghülen und auch bei umliegenden Gemeinden und Städten guten Anklang und Anerkennung.
  • Alle 3 Jahre findet in Berghülen das Brunnenfest statt, das der Schwäbische Albverein Berghülen organisiert.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Sportverein in der Gemeinde ist der Turn- und Sportverein 1931 e. V. Er wurde am 7. November 1931 gegründet und umfasst knapp 800 Mitglieder in sieben Abteilungen. Diese sind: Volleyball, Fußball, Schach, Ski, Tennis, Tischtennis und Turnen.[13]

Daneben besteht noch ein weiterer Sportverein, der Schützenverein Berghülen 1923 e. V.

Weitere Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen folgende weitere Vereine und Vereinigungen: BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), Freiwillige Feuerwehr, Gesangverein, Gewerbevereinigung, Homöopathischer Verein, Jugendclub „Häusle“, Kultur im Dorf, Landfrauen, Landjugend, Landwirtschaftliche Ortsvereine, Posaunenchor, Schwäbischer Albverein, Treffensbucher Initiative, VdK (Sozialverband VdK Deutschland)[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der im Bau befindlichen Neubaustrecke Wendlingen–Ulm wird die Einrichtung des Bahnhofs Merklingen (Schwäbische Alb) erwogen, an dessen Kosten sich Berghülen finanziell beteiligt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Rösch (sen) (* unbekannt), Gründer der Albi-Fruchtsäfte
  • Gottlieb Schäfer (* um 1910, gefallen um 1940), Bildhauer, Schöpfer der beiden Steinplastiken am ehemaligen Proviantamt und vielleicht der Plastik an der Remonte in Aalen, sowie eines Reliefs an der Landeskreditanstalt in Stuttgart. Die Werke entstanden Ende der 1930er Jahre.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. http://www.berghuelen.de/servlet/PB/menu/1295751_l1/index.html
  3. http://www.berghuelen.de/servlet/PB/menu/1295750_l1/index.html
  4. http://www.berghuelen.de/servlet/PB/menu/1295751_l1/index.html
  5. Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Blaubeuren. Königlich statistisch-topographisches Bureau, J. G. Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1830. Seite 141 und 14.
  6. http://www.berghuelen.de/,Lde/Startseite/Gemeinde+_+Info/Geschichte.html
  7. http://www.kutschen-wagen.de/cms/front_content.php?idart=9&lang=1
  8. http://www.berghuelen.de/servlet/PB/menu/1295783_l1/index.html
  9. http://www.berghuelen.de/servlet/PB/menu/1295783_l1/index.html
  10. http://www.berghuelen.de/servlet/PB/menu/1361510_l1/index.html
  11. http://www.mairock.com/website/mairock.php?p=news
  12. Württ. Brüderbund Berghülen. Abgerufen am 10. Juli 2010.
  13. http://tsv-berghuelen.de/
  14. http://www.berghuelen.de/servlet/PB/menu/1295787_l1/index.html

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • v. Memminger, Beschreibung des Oberamts Blaubeuren, 1830. Reprint bei Horst Bissinger KG, Verlag und Druckerei, Magstadt, 1976, ISBN 3-7644-0007-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berghülen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien