Bergmannstraße

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Bergmannstraße
Wappen
Straße in Berlin
Bergmannstraße
Bergmannstraße (östlicher Teil)
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Kreuzberg
Angelegt im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Hist. Namen Weinbergsweg
Anschlussstraßen Kreuzbergstraße (West),
Südstern (Ost)
Querstraßen Am Tempelhofer Berg, Nostizstraße, Solmsstraße, Schenkendorfstraße, Zossener Straße, Friesenstraße, Heimstraße, Schleiermacherstraße, Baerwaldstraße
Plätze Marheinekeplatz
Bauwerke Markthalle
Nutzung
Nutzergruppen Straßenverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 1300 Meter[1]

Die Bergmannstraße im Berliner Ortsteil Kreuzberg verläuft vom Mehringdamm bis zum Südstern/ Lilienthalstraße in West-Ost-Richtung. Sie wurde am 20. April 1837 nach der Großgrundbesitzerin Marie Luise Bergmann, geborene Neumann (1774–1854), benannt, der die Ländereien in dieser Gegend gehörten.

Geschichte und Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Umbenennung der Straße, die die Familie Bergmann im 19. Jahrhundert ausbauen ließ, hieß sie Weinbergsweg. Seit 1809 war das ganze Gebiet südlich der Bergmannstraße, etwa von der Friesenstraße bis zur früheren Bockbrauerei, im Besitz der Familie Bergmann. Als öffentliche Straße wird sie seit 1861 ausgewiesen. Anfangs schrieb man sie auch Bergemannstraße.

Eine Nebenstraße der Bergmannstraße, die Schenkendorfstraße, war 1975 Schauplatz einer spektakulären Entführung. Der Berliner CDU-Politiker Peter Lorenz wurde sechs Tage lang in einem fensterlosen Kellerverschlag unter einem Secondhandladen in Haus Nummer 7 gefangen gehalten. Dieser Ort war nur wenige Meter entfernt vom Bezirksbüro seiner Partei.

Die „Bergmann“ im 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feinkostladen Knofi in der Bergmannstraße

Die Bergmannstraße hat sich nach der Wende zu einer Flaniermeile mit zahlreichen Cafés, Restaurants, Imbissgeschäften und kleinen Läden entwickelt, die dem sie umgebenden dichtbesiedelten Quartier den Namen Bergmannkiez gibt. Von den heutigen Bewohnern und Gewerbetreibenden wird sie auch als „bunteste Straße Berlins“ bezeichnet und als „intakter Kiez mit guter Infrastruktur und hoher Lebensqualität“ bewertet.[1][2]

Auf halber Länge, am Ende der Zossener Straße, liegt die Marheinekehalle als eine der letzten historischen Markthallen in Berlin am gleichnamigen Platz. Der Platz erhielt seinen Namen nach dem protestantischen Theologen Philipp Konrad Marheineke. Im Zweiten Weltkrieg erlitten die Gründerzeithäuser rund um die Bergmannstraße nur geringfügige Schäden, die Marheinekehalle dagegen brannte aus.

Nutzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergmannstraßenfest

Seit 1994 findet in der westlichen Hälfte der Bergmannstraße alljährlich im Juni das Straßenfest „Kreuzberg jazzt!“ statt. Dies ist mit über 300.000 Besuchern, drei Musik-Bühnen mit über 50 Bands, einer Theaterbühne mit Kiez-Modenschau und der gleichzeitigen Veranstaltung „Kreuzberg kocht!“ am Chamissoplatz, bei der Kreuzberger Spitzenköche kulinarische Proben anbieten, eines der bedeutendsten Feste des Bezirks und eines der größten Jazzereignisse Berlins.

Seit dem 20. September 2008 ist der östliche Teil der Bergmannstraße zwischen Südstern und Marheinekeplatz als Fahrradstraße ausgewiesen. Auf dem westlichen Teil der Bergmannstraße zwischen Zossener Straße und Mehringdamm soll laut der 2011 beschlossenen Fußverkehrsstrategie des Berliner Senats erstmals eine Begegnungszone (Shared Space) erprobt werden.

Baudenkmale entlang der Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Erstbauten vom Ende des 19. Jahrhunderts sind erhalten und wurden umfangreich saniert. Folgende Wohnhäuser und Schulbauten stehen unter Denkmalschutz:

  • Bergmannstr. 1–4: Mietshäuser von 1871, 1877 und 1893[3]
  • Bergmannstraße 5–7: Umspannwerk von Hans Heinrich Müller, 1929–1931 errichtet[4]
  • Bergmannstraße 8–10: Gebäude, die zum Denkmalensemble Chamissoplatz gehören[5]
  • Bergmannstraße 12/13 und 15–20: Mietshäuser von 1874 bis 1879[6]
  • Bergmannstraße 28/29: ehemalige 133. und 149. Gemeindedoppelschule nach Entwürfen von Stadtbaurat Hermann Blankenstein 1885 eröffnet[7]
  • Bergmannstraße 60–65: ehemalige 60. und 236. Gemeindeschule nach Plänen von Ludwig Hoffmann und Fritz Haack, 1901/02[8]
  • Bergmannstraße 39–41, 42–44 und 45–47: Friedhöfe an der Bergmannstraße

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bergmannstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Peter Brock (Hrsg.): Berliner Straßen neu entdeckt. 33 Streifzüge durch die Hauptstadt. Jaron Verlag Berlin, 2003, ISBN 3-89773-114-2; Seiten 27–32: Bergmannstraße. Bunte Mischung
  2. Bergmannstraße: Das große Fressen. In: Der Tagesspiegel, 30. Juli 2010
  3. Bergmannstraße 1, Bergmannstraße 2, Bergmannstraße 3, Bergmannstraße 4
  4. Umspannwerk Bergmannstraße
  5. Bergmannstr. 8–10
  6. Bergmannstraße 12, Bergmannstraße 13, Bergmannstraße 15, Bergmannstraße 16, Bergmannstraße 17, Bergmannstraße 18, Bergmannstraße 19, Bergmannstraße 20
  7. Doppelschule Bergmannstraße 28/29
  8. Schule Bergmannstraße 60–65

Koordinaten: 52° 29′ 21″ N, 13° 23′ 38″ O