Bergsattel

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Der Sattel zwischen je 2 Bergen

Unter dem Sattel zwischen zwei Bergen versteht man die Umgebung des höchstgelegenen Punktes des (optimalen) Passes zwischen beiden Massiven, d. h., der tiefstgelegenen Route, über die man zwischen beiden Erhebungen hindurch gelangen kann.

Dieser Punkt, der im Fachjargon ebenfalls Pass genannt wird, ist gleichzeitig der niedrigst gelegene Punkt der Wasserscheide zwischen beiden Bergen, d. h., der höchstgelegenen Verbindungslinie zwischen beiden Gipfeln.

Der Sattelpunkt ist somit ein höchster (Maximum bei Überquerung) und niedrigster (Minimum im Gratverlauf) Punkt zugleich.

Der Bergsattel als geometrische Sattelfläche[Bearbeiten]

Auf dieser hyperbolisch gekrümmten Fläche markiert der rote Punkt den Sattelpunkt und die grüne Linie den kürzesten Weg über den Sattel.

Insbesondere stellt der Sattel längs der Wasserscheide ein lokales (bzw. das globale) Minimum, längs des Passes jedoch ein lokales (bzw. das globale) Maximum dar. Auch ist er die Umgebung des Schnittpunktes beider Linien. Somit stellt er eine Sattelfläche im geometrischen Sinne dar, und ist eines der grundlegenden Reliefelemente. In der Geologie nennt man die Topologie Antiform, wenn sie sich auf Schichtung innerhalb des Gesteinskörpers bezieht.

Bedeutung[Bearbeiten]

Üblicherweise führen Straßen, die zwischen zwei Bergen hindurch führen sollen, über den Sattel, um unnötige Höhenmeter zu vermeiden.

Auch ein Bergsteiger, der von einem Gipfel direkt zum nächsten klettern will, wird üblicherweise die Talsohle über den Sattel überqueren, um nicht weiter als unbedingt nötig herabsteigen zu müssen.

Analogie zum Pferdesattel[Bearbeiten]

Ein Reiter sitzt, in Laufrichtung seines Pferdes gesehen, in einer Mulde. Indes ist seine Sitzposition längs der Verbindungslinie seiner Steigbügel von links nach rechts der höchste Punkt auf dem Pferderücken.

Sattel vs. Pass[Bearbeiten]

Der höchste Punkt eines Gebirgspasses bzw. dessen Umgebung ist praktisch bedeutungsgleich mit dem Sattel. Indes wird der Begriff Pass, und zwar auch in der Bedeutung nur dieses Punktes, vorrangig im Hochgebirge verwendet, während im Hügelland jener Begriff praktisch nicht benutzt wird.

Schon der Name Pass deutet an, dass die Überquerung im Vordergrund steht, die in Hügelland und Mittelgebirge einen deutlich geringeren Stellenwert einnimmt, sodass dort Straßen auch über andere Wege als den optimalen Pass die Höhenzüge überqueren.

Der Sattel zwischen zwei Gebirgen[Bearbeiten]

In analoger Weise kann man den Sattel zwischen zwei Gebirgen definieren als den Sattel zwischen ihren je höchsten Erhebungen.

Beispiele[Bearbeiten]

Der Neustädter Sattel, über den die Bundesstraße 454 von Kirchhain nach Schwalmstadt in Mittelhessen führt, ist der Sattel zwischen dem Kellerwald (Wüstegarten, 675 m, 20 km entfernt) im Norden und dem Vogelsberg (Taufstein, 773 m, 40 km entfernt) im Süden. Er liegt an der zwischen Hohem Lohr (mit 657 m zweithöchster Berg des Kellerwaldes) und Taufstein verlaufenden Rhein-Weser-Wasserscheide, die hier vom "Pass" B 454 passiert wird. Innerhalb der zweiten Nord-Süd-Achse der Wasserscheide ist das Zentrum des Sattels der niedrigste Punkt, innerhalb der Bundesstraße indes der höchste Punkt. Außerdem ist dieser ca. 300 m über NN gelegene Punkt der Schnittpunkt von Straße und Wasserscheide.

Gleichzeitig ist der Neustädter Sattel aber innerhalb der Oberhessischen Schwelle auch der Sattel zwischen den angrenzenden, deutlich niedrigeren Höhenzügen der Gilserberger Höhen (im Norden) und des Nördlichen Vogelsberg-Vorlandes (im Süden).

Schließlich und endlich ist er, ganz lokal, der Sattel zwischen den benachbarten Bergen Krückeberg (345 m, Norden) und Buschhorn (379 m, Süden).