Bergwacht (Deutschland)

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Logo der DRK-Bergwacht
Bergwachteinsatz, Versorgung eines Waldarbeiters
Einsatzfahrzeuge der Bergwacht Schwarzwald

Die deutsche Bergwacht ist eine Gemeinschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK-Bergwacht), hauptsächlich im Bergrettungsdienst tätig und im Naturschutz. Die Hilfsorganisation stellt in Deutschland zu über 90 % den Rettungsdienst aus dem unwegsamen Gelände des Deutschen Mittel- und Hochgebirges sowie an Einsatzschwerpunkten sicher.

Im Gegensatz dazu sind die österreichischen Bergwachten behördenunterstützende Organe im Natur- und Umweltschutz und die Alpinrettung ist im österreichischen Bergrettungsdienst organisiert.

Aufgaben und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suche, Rettung u. Bergung speziell in alpinem und unwegsamen Gelände sowie Betreuung

Unterstützungsfunktionen

Natur- und Umweltschutz

  • Unterstützung im Bereich Naturschutzdienst
  • Unterstützung und Durchführung von Naturschutzprojekten (z. B. Wildtiere und Skilauf im Gebirge)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1912 existierte die erste deutsche Bergwacht in Sachsen. Sie bestand aus der Samariter-Abteilung des Sächsischen Bergsteigerbundes.

1920 gründeten Münchner Männer eine deutsche Bergwacht mit dem Ziel, Ordnung, Sitte und Anstand im Gebirge wiederherzustellen. Die ziemlich wüsten Zustände nach dem Ersten Weltkrieg in den Bergen mit Wilderei, Hütteneinbrüchen, Vieh- und Holzdiebstählen veranlassten die Gründer, sich zusammenzuschließen zum „Schutz des Berges vor den Menschen“.

Kurze Zeit später gründete das Rote Kreuz den Gebirgsunfalldienst, kurz GUD genannt, einen Verbund von Rotkreuz-Sanitätern.

1923 umfasst die Bergwacht bereits drei Abteilungen, München, Allgäu und Chiemgau. Die Bergwacht erhält die Aufgaben einer „Vororthilfsstelle für das alpine Rettungswesen“ übertragen.

Mit dem Anschluss Österreichs 1938 gingen auch die österreichischen Rettungsorganisationen in der Deutschen Bergwacht auf. 1939 wurde der Bergwacht auch der Naturschutz übertragen. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurden die Bergwachtmänner als Hilfspolizisten vereidigt. 1944 wurde die Bergwacht militärischen Stellen unterstellt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in der US-amerikanischen Besatzungszone die Auflösung der Bergwacht verfügt. Die Abteilungen schlossen sich dem jeweiligen Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes an. In der französischen Besatzungszone genehmigten die Behörden die Gründung der selbständigen Bergwacht Schwarzwald.

1955 schlossen sich die Bergwacht-Landesverbände auf Bundesebene zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Aus dieser entstand der Bundesausschuss Bergwacht des DRK. Die Bergwacht Schwarzwald ist in diesem Ausschuss als korporatives Mitglied vertreten.

Die Bergwacht ist heute Mitglied in der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen, kurz IKAR.

Gliederung und Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gliederung der Bergwacht richtet sich nach der des Deutschen Roten Kreuzes. So ist die Bergwacht in elf DRK-Landesverbänden tätig. Eine Sonderstellung nimmt dabei die Bergwacht Schwarzwald (BWS) ein. Die BWS ist korporatives Mitglied des DRK-Landesverbandes Badisches Rotes Kreuz und gleichzeitig selbstständiger Verband und stellt auf dem Gebiet des Badischen Roten Kreuzes die Bergrettung sicher (Schwarzwald).

Die Landesverbände:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bergwacht (Deutschland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Bergwacht – in den Nachrichten