Bergwald

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Dieser Artikel behandelt den Bergwald als Bergflora. Für die Gechinger Siedlung siehe Gechingen.
Bergwald

Als Bergwald wird der Wald in Berggebieten bezeichnet. Die klimatischen Bedingungen und eine meist exponierte Lage mit starker Sonneneinstrahlung machen sich in der Wuchsform der Bäume und in der geringen Zuwachsgeschwindigkeit bemerkbar. In Europa sind die Bergwälder viel Schnee in langen Wintern ausgesetzt. In Bergwäldern kommen Baumarten vor, die an nährstoffarme Böden, starke Witterungsschwankungen und teilweise starke Reliefenergie angepasst sind.

Bergwald ist oft auch Schutzwald für die Dörfer und Verkehrswege im Tal, in diesen Fällen wird er nicht für die wirtschaftliche Nutzung gefällt und zum Bannwald erklärt.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergwälder (mountain-forests, oder auf dem Afrikanischen Kontinent auch scarp-forests) kommen bis auf die unbewaldete Antarktis auf allen Kontinenten vor. Biogeographisch finden sich die Wälder in der submontanen Zone und der subalpinen Zone. Die genaue Elevation bei der sich das Habitat ändert, variiert weltweit. Die maximale Verbreitung von Bergwäldern markiert meist die Baumgrenze.

Die Biologische Vielfalt von Bergwäldern ist quantitativ nicht so hoch wie die anderer Lebensräume (tropische Regenwälder, Korallenriffe etc.), jedoch teilweise sehr speziell und den klimatischen und Boden-Gegebenheiten stark angepasst. In allen Gruppen finden sich Tiere, die an montane Bergwälder angepasst sind.

Alpen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bergmischwald der Alpen sind Buchen, sowie in den höheren Lagen als Gebirgsnadelwald Fichten, Kiefern und Lärchen bestandsbildend, in den südlichen Teilen auch Eichen und Edelkastanien. Dazu kommen beigemischt Weiß-Tanne, Zirbelkiefer, Bergahorn, Linde, Eschen, Vogelbeere, Echte Mehlbeere und Grün-Erle vor.

Nach dem Ende der letzten Eiszeit waren vor etwa 7000 Jahren zwei Drittel der Alpen bewaldet. Durch Rodungen für die Schaffung von Siedlungsgebieten und durch die Nutzung der Bäume ist dieser Anteil heute auf etwa ein Drittel zurückgegangen. Und auch diese Waldflächen sind großteils durch die menschliche Nutzung beeinflusst. Das bedeutet, dass der Waldbestand dort forstwirtschaftlich genutzt und gepflegt wird. Größere Reste von Urwäldern gibt es nur noch in wenigen Gebieten:

Das Holz der Alpenwälder wurde bereits seit dem Mittelalter intensiv genutzt. In Genua und Venedig wurden die Schiffe der Flotten damit gebaut. Als Grubenholz wurden große Mengen im Bergbau eingesetzt. Auch viele Handwerker stellten ihre Gerätschaften aus Holz her. Dazu kam natürlich der Bedarf für den Hausbau und die Wohnungseinrichtung. Jedoch wurde auch bald die Bedeutung des Waldes als Schutz- und Bannwald erkannt. So wurde zum Beispiel der Wald oberhalb der Schweizer Gemeinde Andermatt bereits 1397 urkundlich unter Schutz gestellt. Durch den Einsatz verschiedener anderer Materialien neben dem Holz ist der Holzverbrauch im 20. Jahrhundert deutlich zurückgegangen. So gibt es heute wieder viele Gebiete, wo der Holzzuwachs größer ist als die Holzentnahme (z. B. in der Steiermark).

Bayerische Alpen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergmischwald im Allgäu

Der Bayerischen Alpenraum ist mit rund 250.000 Hektar Bergwald knapp zur Hälfte bewaldet.[1] Davon sind 147.000 Hektar Schutzwald nach dem Waldgesetz für Bayern (BayWaldG).[2]

Bergwälder weltweit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waimea Canyon, Hawaii ist bekannt für seine montane Vegetation.

Bergwälder kommen sowohl in Südamerikas Anden, wie auch in Nordamerika, vor allem in Kanada vor. In der Sierra Nevada (Kalifornien) stehen dichte Bergwälder mit Küsten-Kiefer (lat. Pinus contorta, engl. Lodgepole Pine) und die Pracht-Tanne (engl. Red Fir), bis sich in der subalpinen Zone Gebiete mit Whitebark Pine ausbreiten.

In Südamerika leben eine Reihe endemischer Arten in Bergwäldern. So ist das Verbreitungsgebiet der Bergwald-Kreischeule die Osthänge der Anden von Cochabamba in Bolivien bis nach Salta, Jujuy und Tucumán in Argentinien. Die Eule kommt ausschließlich in Bergwäldern von 1000 bis 2800 Meter über NN vor. Bergwald-Kreischeulen, die größere Höhenlagen bewohnen, ziehen aber vermutlich im Winter in niedrigere Lagen.[3]

Afrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten noch zusammenhängenden Bergwälder finden sich noch in der Mitte des Kontinents. Im Süden Afrikas weist Angola große Waldgebiete auf. Hier kommen u. a. die Baumarten White Stinkwood (Celtis africana), Forest Bushwillow (Combretum krausii) and Umzimbeet (Millettia grandis vor). Die Natal Cycad (Encephalartos natalensis) kommt auf steinigem Grund in Südafrika vor.

Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropischer Bergwald auf ca 2000 m in Malaysia

In Asien finden sich an allen höheren Erhebungen bewaldete Gebiete. In Zentralasien kommen meist isolierte aride Waldgebiete vor (Mongolian Govi und im Altay-Gebirge). Auch auf den Inseln Südostasiens finden sich große Gebiete von meist tropischen Bergwäldern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Abgerufen am 22. Dezember 2015.
  2. Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF; Hrsg.): Der Schutzwald in den bayerischen Alpen, 2002.
  3. Claus König et al., S. 295