Berijew Be-4

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Berijew Be-4 (KOR-2)
KOR-2, 1941
KOR-2, 1941
Typ: Flugboot
Entwurfsland:

Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion

Hersteller:

  • Werk Nr. 288 Omsk
  • Werk Nr. 477 Krasnojarsk
Erstflug: 21. Oktober 1940
Indienststellung: 1941
Produktionszeit:

1941 bis 1945

Stückzahl: 47

Die sowjetische Berijew Be-4 (russisch Бериев Бе-4, auch: KOR-2, КОР-2) ist ein einmotoriges, katapultierfähiges Flugboot aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Sie fand Verwendung als Bordaufklärungsflugzeug bei den Kreuzern und Schlachtschiffen der sowjetischen Schwarzmeerflotte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939 erhielt Georgi Berijew den Auftrag, ein Nachfolgemuster für die KOR-1 zu entwickeln. Daraus entstand die KOR-2, deren erster Prototyp am 21. Oktober 1940 mit Pilot Kotjakow in Taganrog erstmals flog. Die Werkserprobung dauerte bis zum Januar 1941, danach ging das Flugzeug zur staatlichen Erprobung an das Forschungsinstitut der Marineflieger (LII). Diese wurde vom 2. bis zum 18. Februar von Pilot Malkow durchgeführt.

Die Serienfertigung wurde beschlossen und sollte unter der Bezeichnung Be-4 im Werk Nr. 288 Sawelowo bei Moskau aufgenommen werden. Bis zum Beginn des Großen Vaterländischen Krieges konnten aber nur zwei Flugzeuge fertiggestellt werden. Mit einem davon (Seriennummer 28802) fand ab 13. August mit Pilot Rejdel die Serienerprobung statt.

Im Oktober 1941 erfolgte die Evakuierung des Werkes nach Omsk aufgrund der Bedrohung durch deutsche Truppen. Dort konnten noch sechs Be-4 fertiggestellt werden. Im Werk Nr. 477 in Krasnojarsk, dessen Leiter Berijew ab Mai 1943 war, erhielten die Be-4 Unterflügelaufhängungen, um wahlweise Bomben, Raketen oder Wasserbomben mitführen zu können. Dort wurde auch 1944 die Serienproduktion fortgesetzt und es entstand bis zum Ende der Fertigung 1945 der größte Teil der gebauten Be-4 (38 Stück).

Ab 1942 begann die Auslieferung der Be-4. Sie wurde unter anderem auf den Kreuzern Kirow und Maxim Gorki zur Küstenaufklärung, U-Boot-Abwehr und Transportaufgaben eingesetzt.

In ihrer Gewichtsklasse konnte sich die Be-4 mit allen in der Zeit eingesetzten Flugbooten messen; da der Schwerpunkt der sowjetischen Flugzeugindustrie aber auf der Produktion von Jagd- sowie Schlachtflugzeugen lag, wurden von ihr nur sehr wenige Exemplare hergestellt. Insgesamt entstanden einschließlich der Prototypen 47 Flugzeuge.

Als Weiterentwicklung entstand 1947 die Be-8, die jedoch nicht in Serie ging.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Be-4 besaß einen zweistufig gekielten Rumpf in Ganzmetallbauweise. Das Triebwerk M-62 befand sich auf einem Pylon oberhalb der Pilotenkanzel. Der Tragflügel war abgeknickt und besaß pro Seite einen einstufig gekielten Stützschwimmer.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten
Konzeption Bordgestütztes Aufklärungsflugboot
Hersteller OKB Berijew
Besatzung 3 (Pilot, Navigator, Bordschütze)
Länge 10,50 m
Spannweite 12,00 m
Höhe 4,05 m
Flügelfläche 25,50 m²
Leermasse 2082 kg
Startmasse normal 2760 kg
maximal 3050 kg
Höchstgeschwindigkeit 362 km/h in Bodennähe
356 km/h in 4700 m Höhe
Marschgeschwindigkeit 280 km/h in 100 m Höhe
Steiggeschwindigkeit 240 m/min
Steigzeit 12 min auf 5000 m
Dienstgipfelhöhe praktisch 6000 m
absolut 7000 m
Reichweite 960 km
Aktionsradius 400 km
Flugdauer 3,4 h bei 280 km/h
Triebwerk ein Kolbenmotor Schwezow M-62 im Tragflächenmittelstück
Leistung 660 kW (900 PS)
Bewaffnung ein Einzel- oder Zwillings-MG SchKAS 7,62 mm im Gefechtsstand
Abwurfmunition vier Bomben FAB-100 unter den Tragflächen
optional vier Raketen RS-82
optional vier Wasserbomben PLAB-100

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Israel: Flugboote des zweiten Weltkrieges. Deutscher Militärverlag, Berlin 1972.
  • Peter Alles-Fernandez (Hrsg.): Flugzeuge von A bis Z. Band I: Aamsa Quail–Consolidated P2Y. Bernard&Graefe, Koblenz 1987, ISBN 3-7637-5904-2.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berijew Be-4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]