Berkner-Insel

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Berkner-Insel (Hubley Island)
LIMA-Satellitenbild
LIMA-Satellitenbild
Gewässer Weddell-Meer
Geographische Lage 79° 28′ S, 47° 14′ WKoordinaten: 79° 28′ S, 47° 14′ W
Berkner-Insel (Hubley Island) (Antarktis)
Berkner-Insel (Hubley Island)
Länge 372 km
Breite 145 km
Fläche 43.873,1 km²
Höchste Erhebung Thyssenhöhe
869 m

Die Berkner-Insel ist mit 43.873 km² die größte Eiskuppel der Erde.[1] Sie befindet sich im antarktischen Filchner-Ronne-Schelfeis. Trotz ihres Namens gilt die Berkner-Insel nicht als Insel im eigentlichen Sinne, da die sie tragende Landmasse sich an ihrem höchsten Punkt etwa 80 Meter unterhalb des Meeresspiegels befindet.[2] Lange Zeit und auch heute noch häufig wurde und wird sie allerdings als solche betrachtet. Die südlichste Insel der Erde ist entsprechend nicht Berkner, sondern die Roosevelt-Insel im Ross-Schelfeis

Die Eiskuppel besteht komplett aus Eis, 378 km lang und 150 Kilometer breit.[1] Das Eis auf der Thyssenhöhe erreicht eine Höhe von 869 (nach anderen Quellen 975) Metern über dem Meeresspiegel. Mit einer Fläche von 44.810 km² (inoffiziell, ermittelt mithilfe eines Planimeters) ist er mehr als sieben mal so groß wie die zweitgrößte Eiskuppel, der Henry Ice Rise mit 6012 km² (ebenfalls mit einem Planimeter gemessen). Er trennt das Filchner-Schelfeis vom Ronne-Schelfeis. Vom Meer aus ist die Berkner-Insel nicht erreichbar, da sie vollständig von Schelfeis umgeben ist. Der nördlichste Punkt ist noch rund 17 km vom offenen Meer entfernt.

Die Oberflächenform ist charakterisiert durch zwei Kuppen, die Reinwarthhöhe im Norden (698 m, 78° 19′ S, 46° 20′ W), und die Thyssenhöhe im Süden (869 m, 79° 34′ S, 45° 42′ W). An der Ostseite befinden sich drei Einbuchtungen, von Norden nach Süden: McCarthy Inlet, Roberts Inlet, und Spilhouse Inlet. Gould Bay liegt im Norden.

Die Berkner-Insel liegt etwa 150 km westlich der Luitpoldküste, dem nächstgelegenen Festland in Ostantarktika. 17 km vor der Nordwestecke liegt der Hemmen-Eisdom. Sie ist unbewohnt. Vom Februar 1995 bis Januar 2006 bestand auf der Thyssenhöhe eine automatische Wetterstation.[3] Die nächstgelegene ständig besetzte Station ist die argentinische Station General Belgrano II, die 210 km östlich des Nordostens der Berkner-Insel an der Nordwestküste des Coatsland liegt.

Entdeckt wurde der Eisberg am 12. Dezember 1947 aus der Luft durch die Ronne Antarctic Research Expedition. Im Sommer 1957/58 wurde er von Wissenschaftlern der US-amerikanischen Ellsworth-Station unter der Leitung von Finn Ronne aus der Nähe erkundet und nach dem US-amerikanischen Glaziologen Richard Charles Hubley zunächst Hubley Island benannt. Ihren endgültigen Namen, nach dem amerikanischen Physiker Lloyd Viel Berkner, erhielt er 1960 durch das Advisory Committee on Antarctic Names.

Seit 1990 war die Berkner-Insel Ausgangspunkt für mehrere größere Polarexpeditionen. 1994/1995 führten die British Antarctic Survey, das Alfred-Wegener-Institut und die Forschungsstelle für Physikalische Glaziologie der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster gemeinsam Eiskernbohrungen durch.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ute Christina Herzfeld: Atlas of Antarctica: Topographic Maps from Geostatistical Analysis of Satellite Radar Altimeter Data. Springer Science & Business Media, 2012. Seite 233. Auf Google Books.
  2. John C. Behrendt: Geophysical and glaciological studies in the Filchner Ice Shelf Area of Antarctica. American Geophysical Union, 1962.
  3. http://www.phys.uu.nl/~wwwimau/research/ice_climate/aws/antarctica_stations.html#awsbi

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berkner-Insel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien