Berlin-Blankenburg

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Blankenburg
Ortsteil von Berlin
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowBlankenburg auf der Karte von Pankow
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 36′ 0″ N, 13° 27′ 0″ OKoordinaten: 52° 36′ 0″ N, 13° 27′ 0″ O
Fläche 6,08 km²
Einwohner 6814 (30. Jun. 2016)
Bevölkerungsdichte 1121 Einwohner/km²
Postleitzahl 13129
Ortsteilnummer 0303
Verwaltungsbezirk Pankow

Berlin-Blankenburg ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Pankow. Die erste urkundliche Erwähnung als Dorf wird auf das Jahr 1375 datiert. Im Zuge des Groß-Berlin-Gesetzes wurde Blankenburg 1920 eingemeindet und dem seinerzeit entstandenen 19. Verwaltungsbezirk (Pankow) zugeordnet. Im Rahmen der Verwaltungsreform zur Bildung des Stadtbezirks Hohenschönhausen kam Blankenburg 1986 gemeinsam mit den benachbarten Ortsteilen Heinersdorf und Karow zum damaligen Stadtbezirk Weißensee. Mit der Verwaltungsreform im Jahr 2001 wurde Blankenburg (als Weißenseer Ortsteil) wiederum Ortsteil im damals neu entstandenen Bezirk Pankow.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederdeutsche Siedler, wahrscheinlich vom nordöstlichen Harzrand stammend, worauf die Namensübertragung von Blankenburg (Harz) hindeutet, gründeten Blankenburg um 1230 auf dem Barnim. Die erhaltene Dorfkirche entstand um 1250 und weist spätromanische Züge auf. Eine Urkunde des Bischofs von Brandenburg von 1271 erwähnte einen Urkundenzeugen Anselm de Blanckenborch, der aber auch aus Blankenburg (Uckermark) gestammt haben könnte. Das Landbuch Karls IV. von 1375 enthält die erste urkundliche Erwähnung des Dorfs. Es bestand aus 42 Hufen, davon 4 Pfarrhufen (Wedemhof). In der Ortschaft lebten 24 Kossäten und ein Krüger. Der Ritterhof des Tamme von Röbel umfasste 8 Hufen. Die Niederadeligen waren auch in Buch ansässig.[1][2]

Blankenburg war ursprünglich ein Angerdorf. Die Anlage des Ritterguts ließ einige Bauernhöfe sowie den Westteil des Dorfangers verschwinden. Dadurch wurde der Westteil der Dorfstraße zu einer Sackgasse.

Im Jahr 1436 war Wilhelm von Blankenfelde Erbherr zu Blankenburg. Den von Röbels folgten 1664 die von Fuchs und später die von Barfuss, die 1688 17 Ritterhufen besaßen. Im Jahr 1710 erwarb Friedrich I. das Gut und unterstellte es dem Amt Niederschönhausen. Seit 1818 wieder in Privatbesitz, kaufte die Stadt Berlin im Jahr 1882 das Gut und legte auf dem Gelände ein Rieselgut.

Ab dem 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1920 vom Berliner Magistrat beschlossene Gesetz über die Bildung der Stadtgemeinde Berlin (Groß-Berlin-Gesetz) führte zur Entstehung von zwanzig Verwaltungsbezirken, in die umliegende Dörfer eingemeindet wurden. Dieses Gesetz ließ den neuen Verwaltungen die Möglichkeiten, ihr Territorium in Ortsbezirke zu untergliedern. Laut dem Ratsprotokoll von Berlin-Pankow (dem XIX. Verwaltungsbezirk) vom 29. Juli 1920 schlossen sich die vorherige Einzelgemeinde und das Gut Blankenburg zum Ortsbezirk Blankenburg zusammen. So wies Blankenburg zum 1. September 1920 1436 Einwohner auf. Nach Wahl der ersten besoldeten Ortsvorsteher, der Auswahl und Einrichtung von Verwaltungsstellen und der Einstellung weiterer Personen nahm das Bezirksamt Pankow mit seinen Ortsbezirken am 18. März 1921 endgültig seine Arbeit auf.[3]

Mit dem Zusammenschluss wurde die Infrastruktur verbessert, unter anderem erhielt die Trasse der Wollankstraße eine geänderte Führung, der Lauf der Panke wurde reguliert, in Niederschönhausen der angekaufte Rosensche Park ausgestaltet und in Blankenburg eine Leichenhalle gebaut.[4]

Lage und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blankenburger Dorfanger mit Kirche

Das Dorf liegt im Berliner Urstromtal auf dem Höhenrücken des Barnim. Die Nachbargemeinden sind die Pankower Ortsteile Buchholz, Heinersdorf, Karow und Malchow. Einige Flächen des Ortsteils gehören zum Berlin-Brandenburger Naturpark Barnim.

Der gut erhaltene Dorfanger samt Kirche sowie die umliegenden Einfamilienhäuser prägen Blankenburg wird als Vorortsiedlung. Zahlreiche Gebäude rund um die Straße Alt-Blankenburg stehen einzeln und als Bauensemble unter Denkmalschutz.[5] Eine besondere Bedeutung für den Ortsteil haben die Gebäude des Pflegeheims der Albert-Schweitzer-Stiftung. Auch die ehemalige KGA Blankenburg mit 84 Hektar eine der größten zusammenhängenden Gartenanlagen Deutschlands, entspricht dem Charakter von Blankenburg. Sie wurde 2005 in eine Erholungsanlage umgewidmet. Die Pächter und Eigentümer sind Mitglieder des 1991 gegründeten Vereins der Garten- und Siedlerfreunde Anlage Blankenburg e. V.

Am südöstlichen Rand des Ortsteils befand sich eine Zweigstelle der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), die 2009 an den Campus Oberschöneweide umzog. Vorgängereinrichtung an diesem Standort war die Ingenieurhochschule Berlin-Wartenberg (genannt „Bauernhochschule“). Die jahrelang leerstehenden Gebäude wurden 2016 abgerissen. Auf dem Gelände entsteht eine neue Großwohnsiedlung mit rund 5000 Wohnungen und angrenzendem Gewerbegebiet. Im östlich gelegenen Gelände schließt sich das Golf Resort Berlin-Pankow an, einer der beiden Berliner Golfplätze.[6]

Im Nordosten des Ortsteils liegt der Friedhof Blankenburg, in dessen vorderen Bereich sich ein Ehrenhain für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft nach dem Berliner Gräbergesetz befindet.

Im Mai 2007 nahmen die Berliner Wasserbetriebe einen Retentionsbodenfilter an der Heinersdorfer Straße in Betrieb, der Abwasser von 560.000 m² Straßen am Karower Damm und am Blankenburger Pflasterweg reinigt und damit gereinigtes Regenwasser der Panke zuleitet.[7]

Söhne und Töchter Blankenburgs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Maus (1916–1985), Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blankenburg ist durch mehrere Buslinien und die S-Bahn erreichbar. An der westlichen Grenze des Ortsteils wird Blankenburg von der A 114 tangiert, eine direkte Autobahnanbindung gibt es nicht. An der Grenze zu Karow wird 2021 der Bahnhof Karower Kreuz in Betrieb gehen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berlin-Blankenburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Friedhof Blankenburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Barnym. Districtus Berlin. Blankenburg, S. 112.
  2. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Barnym. Districtus Berlin. Wentzschenbůk, S. 118–119.
  3. A Rep 049-08 Nr. 4 im Landesarchiv Berlin: Niederschrift über die Besprechung mit den Vertretern der Gemeinde bzw. Gutsbezirke des zukünftigen Bezirksamts vom 19. und 29. Juli 1920; Protokoll vom 2. September 1920; Beschluss des Berliner Magistrats, veröffentlicht im Gemeindeblatt Nr. 18 vom 1. Mai 1921; eingesehen am 22. Mai 2017.
  4. A Rep 049-08 Nr. 4 im Landesarchiv Berlin: Niederschrift über die Besprechung mit den Vertretern der Gemeinde bzw. Gutsbezirke des zukünftigen Bezirksamts vom 19. und 29. Juli 1920, eingesehen am 22. Mai 2017.
  5. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  6. Datenblatt zur neuen Großwohnsiedlung Blankenburger Pflasterweg. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, abgerufen am 21. April 2016.
  7. Berliner Wasserbetriebe: Retentionsbodenfilter in Blankenburg fertiggestellt. 8. Mai 2007, abgerufen am 14. Mai 2009.