Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

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Berlin, Mitte, Jägerstraße, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist eine 1992 durch Staatsvertrag zwischen den Bundesländern Berlin und Brandenburg gegründete Wissenschaftsakademie. Die Akademie ist eine rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts mit dem Recht der Selbstverwaltung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 nahm sie unter der Leitung des Gründungspräsidenten Hubert Markl ihre Tätigkeit auf. Von 1995 bis 2005 war Dieter Simon Akademiepräsident, von 2006 bis 2015 war es Günter Stock, seit 2015 ist es Martin Grötschel. Die Akademie führt ihre Tradition auf die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften zurück, die unter maßgeblicher Beteiligung Gottfried Wilhelm Leibniz’ im Jahr 1700 gegründet wurde. Sie hat ihren Hauptsitz in der Jägerstraße 22-23, einem ehemaligen Bankgebäude, das bis 1945 die Preußische Seehandlung beherbergte.

79 Nobelpreisträger prägen diese Geschichte. Heute ist sie mit rund 200 gewählten Mitgliedern eine Fach- und Ländergrenzen überschreitende Wissenschaftlervereinigung und trägt eine besondere Verantwortung für den Wissenschaftsstandort in der Hauptstadtregion. In inter- und transdisziplinären Arbeitsgruppen, einer in der deutschen Akademienlandschaft innovativen Arbeitsform, befassen sich die Akademiemitglieder mit Zukunftsfragen unserer Gesellschaft sowie mit Arbeiten zur Erschließung des kulturellen Erbes. Mit rund 300 Mitarbeitern ist die Akademie die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Berlin-Brandenburg. International ist sie vertraglich mit rund 20 Akademien auf vier Kontinenten vernetzt.

Sie hat mit der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina die Junge Akademie gegründet, eine international singuläre Form der Förderung des exzellenten Nachwuchses. Seit 2008 nimmt die BBAW unter Leitung der Leopoldina mit acatech (Deutsche Akademie der Technikwissenschaften) sowie den anderen mit ihr in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossenen Akademien Aufgaben der Nationalakademie wahr, insbesondere im Bereich der Politikberatung. 2010 wurde mit Unterstützung der BBAW die Global Young Academy[1] gegründet, die sich als Akademie für junge Wissenschaftler/-innen aus der ganzen Welt versteht. Die Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA)[2] wurde auf Initiative der Jungen Akademie an der BBAW 2013 gegründet und dient dem Austausch von Wissenschaftler/-innen mit der arabischen Welt.

edoc-Server der Bibliothek der Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur elektronischen Langzeitarchivierung der Publikationen von Mitarbeitern und für Publikationen aus Akademievorhaben verfügt die BBAW über eine elektronische Plattform, den edoc-Server. Der Server wird von der Bibliothek der Akademie betrieben.[3][4]

Akademienvorhaben (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

24 [5]Akademienvorhaben und eine Vielzahl von Drittmittelprojekten machen die Akademie zur größten außeruniversitären Forschungseinrichtung mit geisteswissenschaftlichem Profil in der Region. Zu ihren Projekten gehören große deutsche und fremdsprachige Wörterbücher, die Edition von Texten und Quellen aus Antike, Mittelalter und Neuzeit, der Werke von „Klassikern“ unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche sowie Dokumentationen.

Interdisziplinäre Arbeitsgruppen/Initiativen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In interdisziplinären Arbeitsgruppen und Initiativen – einer in der deutschen Akademienlandschaft innovativen Arbeitsform – befassen sich Akademiemitglieder gemeinsam mit externen Fachkollegen und Nachwuchswissenschaftlern mit Zukunftsfragen unserer Gesellschaft. Mit den als Forschungsberichte, Memoranden und Empfehlungen vorgelegten Ergebnissen und deren öffentlicher Diskussion leistet die Akademie einen aktiven Beitrag zur Politik- und Gesellschaftsberatung.

  • Akademie und Schule
  • Deutsches Textarchiv
  • Exzellenzinitiative
  • Gentechnologiebericht (Interdisziplinäre Arbeitsgruppe): Anfang September 2005 erschien der erste, 580 Seiten starke Gentechnologiebericht – Analyse einer Hochtechnologie in Deutschland (als Buch im Elsevier-Verlag, München, ISBN 3-8274-1675-2), der in unregelmäßigen Abständen fortgeschrieben werden soll. In ihm wird eine sehr ausführliche Analyse aller bedeutenden Gentechnik-Gebiete geleistet, jeweils verbunden mit Handlungsvorschlägen für Regierung, Industrie und Öffentlichkeit.
  • Historische Gärten im Klimawandel[10]
  • Jahresthema 2015/2016 „Leibniz: Vision als Aufgabe“
  • Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien (Phase 2): Bedeutung, Chancen und Risiken der sozialen Medien[11]
  • Paleocoran[12]
  • TELOTA - The electronic life of the Academy Digitalisat
  • Zitat und Paraphrase (abgeschlossen)

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften vergibt:

  • Ehrenmitgliedschaft der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • Helmholtz-Medaille
  • Leibniz-Medaille
  • Kant-Medaille (verliehen seit 2010) für Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die Förderung von Bildung und Wissenschaft im internationalen Kontext verdient gemacht haben[13]
  • Akademiepreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet von der Commerzbank-Stiftung)
  • Eva und Klaus Grohe-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet von der Monika Kutzner-Stiftung zur Förderung der Krebsforschung)
  • Technikwissenschaftlicher Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet vom Unternehmen Biotronik, erstmals verliehen 2010)[14]
  • Walter de Gruyter-Preis der Akademie für herausragende wissenschaftliche Leistungen in einem Themenbereich der Verlagsgebiete des Verlags Walter de Gruyter, vorzugsweise der Geisteswissenschaften
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet von der Peregrinus-Stiftung Rudolf Meimberg)
  • Sigrid und Heinz Hannse-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Gendermedizin

und vergab:

  • Akademiestipendium der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (letztmals 2006)
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet vom Verlag de Gruyter) (letztmals 2006)
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet von der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung) (letztmals 2005)

Mittelbar über die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften vergibt deren Substruktur, der Interdisziplinäre Forschungsverbund Digital Humanities in Berlin (if|DH|b), seit 2015 den Berliner Digital Humanities Preis.[15]

regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Akademievorlesungen
  • Leibniztag
  • Einsteintag
  • Ernst-Mayr-Lecture
  • Salon Sophie Charlotte

Der Salon Sophie Charlotte ist eine öffentliche Abendveranstaltung, die die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften seit 2006 jährlich im Akademiegebäude am Berliner Gendarmenmarkt organisiert.

Namensgeberin des Salons ist Sophie Charlotte Herzogin von Braunschweig und Lüneburg (1668–1705), Königin von Preußen, die gemeinsam mit Gottfried-Wilhelm Leibniz die Gründung der wissenschaftlichen Akademie zu Berlin im Jahre 1700 initiierte. Auf ihrem Gut Lietzow bei Berlin unterhielt Sophie Charlotte, die eine große Leidenschaft für die Philosophie besaß, freigeistige Salons, die als gesellschaftlicher Treffpunkt für Diskussionen, Lesungen oder musikalische Veranstaltungen eine Gegenwelt zur strengen Preußenetikette bildeten.

Der Salon Sophie Charlotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie wird jedes Jahr unter einem anderen thematischen Schwerpunkt ausgerichtet. Zu diesem Anlass wird das Akademiegebäude auf allen Etagen mit künstlerisch-wissenschaftlichen Beiträgen wie Gesprächsrunden, Vorträgen, Musik und Performances der Akademiemitglieder, Mitarbeitern der Akademie und prominenter Gäste bespielt. Die Anzahl der Besucher stieg im Laufe der Jahre auf bis zu 2500 Besucher (2012) an.

Themen

2006: Auftaktveranstaltung
2007: Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa
2008: Kennen Sie Preußen – wirklich?
2009: Die Evolution empfängt Ihre Kinder
2010: Flucht vor dem Staunen?
2011: Gegenliebe. Gönner und Geber der Wissenschaften und der Künste
2012: Artefakte. Wissen ist Kunst – Kunst ist Wissen
2013: Die Wissenschaft und die Liebe
2014: Europa - ein Zukunftsort
2015: Ins Licht gerückt
2016: Leben wir in der besten aller möglichen Welten?

Weblinks

Junge Akademie/Global Young Academy/Arab-German Young Academy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit der Leopoldina gründete die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften im Juni 2000 die Junge Akademie. Ihre Mitgliederzahl ist auf maximal 50 begrenzt. Zu Mitgliedern für fünf Jahre werden herausragende Vertreter aus dem promovierten wissenschaftlichen Nachwuchs gewählt. Die Junge Akademie hat vorrangig die Aufgaben, den insbesondere interdisziplinär ausgerichteten wissenschaftlichen Diskurs unter herausragenden Nachwuchswissenschaftlern zu pflegen und Initiativen an den Schnittstellen von Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern.

2010 wurde mit Unterstützung der BBAW die Global Young Academy[1] gegründet, die sich als Akademie für junge Wissenschaftler/-innen aus der ganzen Welt versteht. Die Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA)[2] wurde auf Initiative der Jungen Akademie an der BBAW 2013 gegründet und dient dem Austausch von Wissenschaftler/-innen mit der arabischen Welt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vademekum der Inspirationsmittel Hrsg. Christoph Markschies, Ernst Osterkamp, Göttingen 2012, 136 S.
  • Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher. Vorlesungen zur Hermeneutik und Kritik. Kritische Gesamtausgabe, 2. Abt., Bd. 4 Hrsg. Wolfgang Virmond, Berlin/Boston, 2012, 1162 S.
  • Erbe und Zukunft / Heritage and the Future. Hrsg. Günter Stock, Berlin 2012, 128 S.
  • Wissenschaftspolitik im Dialog. Hrsg. Günter Stock und die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative, Berlin 2012 ff
  • Die Akademie am Gendarmenmarkt 2008/09 ff.
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Debatte, Berlin 2004 ff.
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Jahrbuch, Berlin 1994 ff.
  • Von 1998 bis 2015 gab die BBAW die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Gegenworte. Hefte für den Disput über Wissen heraus,[16][17], die vom damaligen Präsidenten Dieter Simon gegründet wurde.
  • Berlins wilde Energien. Portraits aus der Geschichte der Leibnizschen Wissenschaftsakademie. Herausgegen von Stephan Leibfried, Christoph Markschies, Ernst Osterkamp und Günter Stock, Berlin 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Home. In: Global Young Academy. Abgerufen am 7. Juni 2016.
  2. a b Arab-German Young Academy. In: www.agya.info. Abgerufen am 7. Juni 2016.
  3. siehe Homepage des Servers unter http://edoc.bbaw.de/
  4. siehe Homepage der Bibliothek der BBAW unter http://bibliothek.bbaw.de/
  5. admin: Startseite — Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. In: www.bbaw.de. Abgerufen am 7. Juni 2016.
  6. bbawredakteur: Übersicht — Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. In: www.bbaw.de. Abgerufen am 8. Juni 2016.
  7. admin: Übersicht — Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. In: www.bbaw.de. Abgerufen am 8. Juni 2016.
  8. Übersicht — Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. In: www.bbaw.de. Abgerufen am 8. Juni 2016.
  9. BBAW: Personendaten-Repositorium, ein DFG-Projekt zur Etablierung einer digitalen Infrastruktur für wissenschaftliche biographische Informationen. (Wiki)
  10. bbawredakteur: Übersicht — Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. In: www.bbaw.de. Abgerufen am 8. Juni 2016.
  11. bbawredakteur: Übersicht — Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. In: www.bbaw.de. Abgerufen am 8. Juni 2016.
  12. bbawredakteur: Übersicht — Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. In: www.bbaw.de. Abgerufen am 8. Juni 2016.
  13. Erstmalige Verleihung der Kant-Medaille An S. K. H. Prinz Salman bin Abdulaziz Al-Saud, in Informationsdienst Wissenschaft vom 2. Juni 2010, abgerufen am 4. Juni 2010
  14. Erstmalige Verleihung des Technikwissenschaftlichen Preises der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Pressemeldung in Informationsdienst Wissenschaft vom 18. Februar 2010, abgerufen am 22. Februar 2010
  15. Berliner Digital Humanities Preis 2015 verliehen, BBAW/PM-12/2015 vom 16. Juni 2015, abgerufen 23- Juni 2015
  16. siehe http://www.gegenworte.org/
  17. siehe auch Eintrag der Zeitschrift in der Deutschen Nationalbibliothek unter http://d-nb.info/019227132

Koordinaten: 52° 30′ 50″ N, 13° 23′ 39,1″ O