Berlin-Grünau

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Grünau
Ortsteil von Berlin
Alt-Treptow Plänterwald Baumschulenweg Oberschöneweide Niederschöneweide Johannisthal Altglienicke Bohnsdorf Grünau Schmöckwitz Friedrichshagen Müggelheim Rahnsdorf Köpenick Adlershof Brandenburg BerlinGrünau auf der Karte von Treptow-Köpenick
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Koordinaten 52° 25′ 0″ N, 13° 34′ 0″ OKoordinaten: 52° 25′ 0″ N, 13° 34′ 0″ O
Höhe 35 m ü. NN
Fläche 9,13 km²
Einwohner 5786 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 634 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 12527
Ortsteilnummer 0913
Verwaltungsbezirk Treptow-Köpenick

Grünau [gʁyˈnaʊ][1] ist ein Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin am linken Ufer der Dahme. Bis zur Verwaltungsreform 2001 war es ein Ortsteil im ehemaligen Bezirk Köpenick.

Bekannt ist Grünau auch für die Regattastrecke Berlin-Grünau und das Strandbad (Ortslage Ost). Der Bahnhofskomplex von Grünau (Ortslage West) ist auch die Verbindung der Grundstückssiedlungen, die sich zum südlichen Stadtrand von Bohnsdorf erstrecken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Adlergestell läuft als Verbindungsstraße vom nördlichen Adlershof durch den Forst zum südöstlichen Schmöckwitz. Die Ortslage Ost zieht sich lückenlos in die zunehmend dichter werdende Bebauung der Vorstadt von Berlin-Köpenick.

Ortslagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grünau
    • Grünau-West
    • Grünau-Ost
    • An der Regattastrecke

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abbildung des Gemäldes Ruderregatta bei Grünau von Ernst Oppler, um 1910
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Zwischen 1747 und 1753 wurden auf Weisung von Friedrich II., dem „Alten Fritz“, Kolonistendörfer mit den späteren Namen Müggelheim, Friedrichshagen und Grünau gegründet. Der Ort bekam von den ersten vier Pfälzer Kolonistenfamilien zunächst 1754 den Namen Auf der Grünen Aue[2] und die Einwohner mussten dem Amt in Köpenick ihren Erbzins entrichten. Durch die unzureichende Sonnenwärme und dem wenig fruchtbaren märkischen Sand scheiterte die Absicht, die mitgebrachte Weinkultur hier weiterzubetreiben. Daher lebten sie zunächst von der Baumwollspinnerei und legten – wie die Friedrichshagener – eine kleine Seidenraupenzucht an. Der Siebenjährige Krieg hielt die anfangs günstige Entwicklung auf. Der Ort blieb lange Zeit dünn besiedelt, die Kolonistenhäuser standen zwischen Büxensteinallee und Libboldallee. Noch im Jahre 1800 zählte er nur 59 Einwohner. Nach und nach siedelte sich hier der Bootsbau und das Wäschereigewerbe an. Mit der Einrichtung der ersten Haltestelle der Berlin-Görlitzer Eisenbahn im Jahr 1866 entdeckten die Berliner die gewässerreiche Naturlandschaft als Naherholungsgebiet. Im Jahr 1874 wurde eine Strecke als Vorortverkehr mit Berlin in Betrieb genommen. Im Jahr 1881 gründete sich der erste Berliner Regatta-Verein[2], und mit der Entwicklung des Wassersports wuchs zugleich der Strom der Ausflügler, was zum Bau zahlreicher Gaststätten sowie Bootshäuser für Ruderverein, Seglervereine und Kanu-Vereine innerhalb der Uferzonen führte.

Theodor Fontane beschrieb in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg die idyllische Lage von Grünau. Von der reizvollen Lage und den niedrigen Bodenpreisen angetan, ließen sich dann auch Wohlstandsbürger der wilhelminischen Ära in Grünau nieder und ließen sich Villen und Landhäuser an den Ufern der Dahme erbauen. Im Jahr 1900 hatte Grünau bereits 25.000 Einwohner.

Am 1. Oktober 1920 wurde Grünau in das damals neu entstandene Groß-Berlin eingemeindet und Ortsteil im Verwaltungsbezirk Köpenick. Anlässlich der Olympischen Spiele 1936 wurden hier die Ruder- und Kanuwettbewerbe ausgetragen.

Gedenkstein für Opfer des Kapp-Putsches

Direkt gegenüber vom Nord-Ausgang des S-Bahnhofs Grünau befindet sich ein Gedenkstein mit der Aufschrift:

„Den Arbeitern des Stadtbezirks Berlin-Köpenick zum Gedenken,
die im März 1920 bei der Niederschlagung des reaktionären Kapp-Putsches ihr Leben ließen“

Er erinnert an den bewaffneten Widerstand Köpenicker Arbeiter gegen den Kapp-Putsch. Alexander Futran (USPD), einer der Führer des Widerstandes, wurde zusammen mit anderen am 20. März 1920 von putschenden Truppen standrechtlich erschossen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts siedelten sich in Grünau neben den Wassersportvereinen auch chemische Fabriken an, so Landshoff & Meyer, die in der DDR-Zeit zu einer Filiale von VEB Berlin-Chemie wurde.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesellschaftshaus Grünau
  • historische Waldgaststätte Hanff's Ruh
    Mitte der 1880er Jahre von dem pensionierten Eisenbahn-Beamten Ferdinand Hanff an der Landstraße nach Schmöckwitz eröffnet; die Einrichtung war zunächst jedoch nur ein Krämerladen, erst schrittweise kam die Bewirtung von Ausflüglern hinzu. Das einfache hölzerne Gebäude sollte nach dem Willen der Besitzerfamilie zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch ein zweigeschossiges Wohnhaus nebst Restaurationsräumen ersetzt werden, das jedoch nicht zur Ausführung gelangte. Zwischen 1918 und 1982 gelangte das Gasthaus mehrfach an neue Besitzer, auch in der DDR-Zeit blieb es privat. Nach der Wende konnte sich das Waldrestaurant weiter behaupten.[6]
  • Café Liebig im Jugendstilambiente, 1870 eröffnet. Die Besitzer bezeichnen das Haus als „einzig original erhalten gebliebene(s) Jugendstil-Kaffeehaus in Berlin“.[7][8][9]
  • Tribüne der Regattastrecke Grünau
  • Vergnügungsetablissement „Riviera“
  • Sportdenkmal Berlin-Grünau
  • Waldfriedhof Grünau
  • Wassersportmuseum

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Grünau

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prominente Grünauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Grünau lebende Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grünauer BC
  • SC Berlin-Grünau
  • Ruderverein Empor e. V.
  • Richtershorner Ruderverein Berlin e. V.
  • Rudergemeinschaft Rotation e. V.
  • Rudergemeinschaft Grünau e. V.
  • Ruderclub Turbine Grünau e. V.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berlin-Grünau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aussprache: die Betonung liegt auf der zweiten Silbe.
  2. a b Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-II. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 352 ff.
  3. Homepage des Touristenhauses, abgerufen am 23. Juni 2016.
  4. Homepage Bürgerhaus Grünau, abgerufen am 23. Juni 2016.
  5. Kurzinformation zur Revierförsterei Grünau auf www.stadtentwicklung.berlin.de; abgerufen am 23. Juni 2016.
  6. Geschichte von Hanffs Ruh
  7. Homepage Café Liebig
  8. Baudenkmalsensemble Regattastraße 158, Gehöft; Wohnhaus, Ställe, Scheunen, Hofpflasterung, einschließlich Café Liebig, um 1890
  9. Zwischen den Angaben der Betreiber/Eigentümer des Cafés Liebig und der Baudenkmalsliste des Senats von Berlin besteht bezüglich der Errichtung eine Zeitdifferenz von zwanzig Jahren!
  10. Homepage der FFW Grünau
  11. Homepage Krankenhaus Hedwigshöhe, abgerufen am 21. Juni 2016.