Berlin-Lübars

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Lübars
Ortsteil von Berlin
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Über dieses Bild
Koordinaten 52° 37′ 0″ N, 13° 22′ 0″ OKoordinaten: 52° 37′ 0″ N, 13° 22′ 0″ O
Fläche 5,0 km²
Einwohner 5160 (31. Dez. 2020)
Bevölkerungsdichte 1032 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 13469
Ortsteilnummer 1208
Verwaltungsbezirk Reinickendorf

Lübars ist ein Ortsteil des Berliner Bezirks Reinickendorf und das älteste Dorf Berlins, in dem heute noch Landwirtschaft betrieben wird. In ihm findet man neben viel Natur noch eine erhaltene Dorfstruktur mit einer barocken Dorfkirche vom Ende des 18. Jahrhunderts. Lübars liegt am Tegeler Fließ, das eine eiszeitliche Abflussrinne darstellt und in den Tegeler See mündet. Lübars zeichnet sich durch eine artenreiche Tierwelt aus.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alt-Lübars
Alter Dorfkrug
Dorfkirche Lübars

Lübars wurde um 1230 während der deutschen Ostsiedlung als Angerdorf gegründet. Es gehörte ab antiquo (seit alters) dem Benediktinerinnenkloster Spandau, das im Jahr 1239 gegründet wurde. Die erste urkundliche Erwähnung von Lübars (als Lubars = ‚Ort, der einem Mann namens Lubas gehört‘) stammt aus dem Jahr 1247. Die Dorfaue war der Mittelpunkt des dörflichen Geschehens. Deshalb gab es gleich neben der Dorfkirche einen Dorfteich. Nach dem Mittelalter kamen noch ein Feuerwehrhaus und ein Schulhaus hinzu.

Im Landbuch Karls IV. (1375) wird Lubas/Lubaz/Lubasz mit 28 Hufen erwähnt, davon vier Pfarrhufe. Im Dorf gab es sechs Kossäten, einen Schulzen sowie einen Krug (taberna). Diese Angaben sind ein Beweis dafür, welche signifikanten Auswirkungen der Schwarze Tod (1346–1353) auf die Bevölkerungsentwicklung gehabt hat, denn schon 1270 werden 46 Hufe genannt, 1450 und 1480 44 Hufe und 1527 48 Hufe.

Ein altes strohgedecktes Hirtenhaus in Lübars aus der Mitte des 19. Jahrhunderts kündet von den Bewohnern früherer Jahrhunderte. In jener Zeit, als sich die Stadt Berlin ins Umland ausdehnte, siedelten sich in den Dörfern ebenfalls mehr Menschen an, sie errichteten niedrige Wohngebäude, die teilweise mit Stuck geschmückt wurden.

Seit 1815 gehörte Lübars zum Landkreis Niederbarnim in der preußischen Provinz Brandenburg. Im Jahr 1920 wurde Lübars nach Groß-Berlin eingemeindet und ist seitdem Teil des Bezirks Reinickendorf.

In West-Berlin galt Lübars bis zum Mauerfall 1989 als Kuriosum und Sehenswürdigkeit, denn es war die einzige Siedlung mit weitgehend dörflichem Charakter innerhalb der damals ummauerten und dicht bevölkerten Millionenstadt. Schulklassen, Großstadtbevölkerung und Touristen konnten in Lübars den wenigen West-Berliner Bauern bei der Bewirtschaftung ihrer Felder zusehen.

Traurige Bekanntheit erlangte Lübars durch den dort an der 21-jährigen Pferdewirtin Christin Rexin begangenen heimtückischen Mord vom 21. Juni 2012.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2007 4956
2010 4846
2011 4817
2012 4806
2013 4800
2014 4969
Jahr Einwohner
2015 5040
2016 5120
2017 5135
2018 5185
2019 5203
2020 5160

Quelle: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember. Grunddaten. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfkirche Lübars (unter Denkmalschutz)[3]
  • Historisches Gasthaus Alter Dorfkrug Lübars mit dem nach historischem Vorbild restaurierten Festsaal[4] (unter Denkmalschutz)[5]
  • Freizeitpark Lübars, auf einer alten Müllhalde, die es hier bis 1975 gab, im Verlaufe mehrerer Jahre angelegt und 1993 fertiggestellt. Neben einer Jugendfarm, die vor allem Stadtkinder zum Kennenlernen der Großtierhaltung einlädt, gibt es auch eine Reihe von Wander- und Radwegen, Reitwege, Grasski, Liegewiesen und Aussichtspunkte. Eine besondere Attraktion des Freizeitparks ist der 300 Meter lange Ski- und Rodelhang mit Flutlicht.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Straßenzug Zabel-Krüger-DammAlt-Lübars durchzieht den Ortsteil.

Die Buslinie 222 verbindet Lübars mit den S-Bahnhöfen Waidmannslust und Tegel sowie dem U-Bahnhof Alt-Tegel.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Ribbe, Jürgen Schmädeke: Kleine Berlin-Geschichte. 3. erw. Aufl. Stapp Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-877762-22-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Berlin-Lübars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Ortsteil Lübars. 27. Februar 2014, abgerufen am 14. Juni 2018.
  2. Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 20. Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2020. Grunddaten. S. 26.
  3. Baudenkmal Dorfkirche
  4. Dorfkrug mit neuem Leben. In: Berliner Woche. 25. Januar 2019, abgerufen am 9. Januar 2021.
  5. Baudenkmal Dorfkrug
  6. Freizeitpark Lübars / Land Berlin. Abgerufen am 14. Juni 2018.