Berliner (Einwohner)

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Radfahrende Berliner, 2014

Der Berliner (weiblich: die Berlinerin) ist ein Einwohner der deutschen Großstadt Berlin, meist ihr Bürger.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1961 bis 1990 unterschied man, bedingt durch die Teilung Berlins, zwischen West-Berlinern und Ost-Berlinern. Die Bezeichnung Westberliner in zusammengeschriebener Form war dabei früher auch die offizielle Bezeichnung in der DDR für einen Bürger der „selbständigen politischen Einheit Westberlin“, wie West-Berlin dort amtlich genannt wurde.

Die Begriffe tauchen auch heute noch auf, um auf diese unterschiedlichen Biografien hinzuweisen. Nach der Teilung der Stadt zunächst durch die Aufteilung in vier Sektoren und später in noch stärkerem Maß durch den Mauerbau hatten sich gewisse kulturelle Unterschiede herausgebildet, die heute ihre Grundlage verloren haben.

Traditionell ist der Kiez ein identifizierendes Element (mit kulturellen Eigenarten), in dem Berliner früher weite Teile ihres Lebens blieben.

Vor dem Fall der Mauer (und kurz danach) war die Eigenbezeichnung als West-Berliner eine grundsätzliche Abgrenzung zu den Westdeutschen aus der Bundesrepublik Deutschland, die von den West-Berlinern als „Wessis“ bezeichnet wurden, eine leicht abwertende Bezeichnung im Range von „Provinzler“. Das Leben in der „freien Stadt Berlin“ war offener, und trotz Mauer wurde sie zu einem Kulturzentrum des politischen Westeuropas.

Da Ost-Berlin die Hauptstadt der DDR war, haben Ost-Berliner, die vor der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 dort als DDR-Bürger aufgewachsen sind, eine spezifische Lebenserfahrung und Biografie.

Bürger, die erst wenige Jahre in Berlin leben, werden häufig als ‚Wahlberliner‘ oder ‚Neuberliner‘ bezeichnet.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der überwiegende Teil der Berliner Bevölkerung pflegt Hochdeutsch zu sprechen. Bezüglich der berlinischen Sprachfärbung ist zu beobachten, dass sie im östlichen Teil der Stadt verbreiteter ist. Bis 1990 kamen nach West-Berlin viele Zuwanderer, gerade auch Westdeutsche, die auf der Flucht vor der Wehrpflicht in die Stadt zogen. Das bundesdeutsche Hochdeutsch als Sprachmittel setzte sich deshalb stärker durch, während Ost-Berliner vermehrt Kontakt mit dem Brandenburger Umland hatten und dessen niederdeutschem Substrat. Während in West-Berlin der Berliner Dialekt vornehmlich als Sprache der Unterschicht galt, war der Dialekt in der DDR politisch nicht ungern gesehen, da er die Proletarisierung der Gesellschaft nach außen hin mit darzustellen vermochte. Durch die Zuwanderung von außereuropäischen Menschen hat sich zudem in verschiedenen Milieus ein Migrantendeutsch entwickelt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]